16:40:03 | Freitag, 29. August 2008
Der Ausdruck „soziale Gerechtigkeit“ ist die Maske des Neids, „Teamfähigkeit“ die Maske des Hasses auf die Ehrgeizigen und Erfolgreichen, „Dialog der Kulturen“ die Maske der geistigen Kapitulation. Ein bekehrter Linker hat’s gemerkt.

Buchcover des Werkes „Das Wissen der Religion“ von Norbert Bolz.
(kreuz.net) Es ist eine Arroganz zu sagen: Ich glaube nicht. Das erklärte der deutsche Philosoph Norbert
Bolz (55) vor dem deutschen Boulevardmagazin ‘Focus’.
Bolz ist ein zu Verstand gekommener, ehemaliger
Linker. Er lehrt Medienwissenschaft an der ‘Technischen Universität’ in Berlin.
In seinem Buch ‘Die
Helden der Familie’ hat er sich bereits für die Familie eingesetzt. Jetzt doppelt er mit dem Werk ‘Das
Wissen der Religion’ nach.
Unglaubwürdiger AtheismusDie Antwort des Atheismus oder des schieren Unglaubens
ist für ihn nicht mehr glaubwürdig.
Es gehe für ihn „nicht um das Einlaufen in den Hafen der christlichen
Kirche“, sondern um das Wissen der Religion selber – entschuldigt er sich zu Beginn des Interviews:
Dieses
Wissen könne sehr viel mehr bieten als „etwa unsere dämliche Wertediskussion.“
Die Bibel rede nicht
von Werten: „Ich finde, das Großartige an der christlichen Religion ist, daß man mit ihr von der Tyrannei
der Werte wegkommen kann.“
Dagegen unterwerfe sich die Wissenschaft immer freudiger der Tyrannei der
Werte: „So hat einer meiner Kollegen die Bundesregierung aufgefordert, alle Wissenschaftler zu bestrafen,
die den von Menschen verursachten Klimawandel leugnen.“
Zwanzigjährige WeisheitenBolz’ Ausweg: „Wenn
du nicht weißt, was du machen sollst, knüpfe an jene an, die schon eine Antwort gefunden haben.“
Es
sei auch historisch vernünftig anzunehmen, daß zweitausend Jahre europäischer Intelligenz „vielleicht
interessantere Antworten auf die großen Fragen zu bieten haben als man selber.“
Seinen Studenten mache
es überhaupt nichts aus, „wenn ich sie darauf hinweise, daß eine Wahrheit, von der sie felsenfest überzeugt
sind, nicht älter ist als – sagen wir mal – zwanzig Jahre.“
Bolz fordert dagegen eine umfassendere Perspektive:
Wenn es um den Sinn des Lebens, die richtige Lebensführung und den Umgang mit der eigenen Endlichkeit
geht, könne man vom Heiligen Paulus sehr viel mehr lernen als von dem deutschen Philosophen Jürgen Habermas:
„Ich habe keine Angst davor, unmodern zu sein.“
Gott ist nicht nichtsIrgend etwas müsse Gott sein –
erklärt Bolz weiter: „Das ist evident beim Kult ums moderne Ich.“
Die Sozialreligion, in welcher der
Staat quasi die göttliche Rolle einnimmt, ist für den Philosophen die wichtigste und folgenreichste:
„Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt, daß wir immer tiefer in den Staatsgötzendienst steuern –
und jede Menge Theologen ist bereit, aus Gründen der Anpassung an dieser Sozialoffenbarung mitzuwirken.“
Der Mensch braucht nach Bolz offensichtlich eine Möglichkeit, sich irgendwelchen Imperativen zu unterwerfen.
Sein Fazit: „Angesichts dessen ist das christliche Angebot das freiheitlichste und souveränste und auch
intellektuell befriedigendste, weil diese Unterwerfung es ermöglicht, allem anderen gegenüber souverän
zu sein – während diejenigen, die den Gott nicht haben, sich sofort in einer gnadenlosen Knechtschaft
wiederfinden.“
„Die Frage ist nur: Welche Verknechtung ist die jammervollste? Ist es diese neuheidnische
Natur-idolatrie der Grünen, die ich in ganz besonderer Weise lächerlich finde? Oder ist es die Anbetung
des Staates, die wenigstens eine gewisse Tradition hat? Oder ist es das Ich-Götzentum?“
Der Antichrist
nach dem Heiligen PaulusBolz betont, daß der Antichrist nach dem Heiligen Paulus mit einer Rhetorik
von Sicherheit und Friede auftritt.
Von dieser Rhetorik des Gutmenschentums seien die Deutschen immer
noch gebannt: „Wir müssen einfach erkennen, das ist die Rhetorik des Antichristen.“
Der Ausdruck „soziale
Gerechtigkeit“ sei die Maske des Neids, „Teamfähigkeit“ die Maske des Hasses auf die Ehrgeizigen und
Erfolgreichen, „Dialog der Kulturen“ die Maske der geistigen Kapitulation.
„Überhaupt: Das, was man
Political Correctness nennt, ist die aktuelle Rhetorik des Antichristen.“
Christentum als letzter „Wert“
Dagegen konfrontieren uns die islamischen Fundamentalisten – so Bolz – mit einer Religion, die sich ernst
nimmt: „Ich sage nirgendwo, wir müssen zurück zu einer christlichen Religion, die sich vergleichbar
ernst nimmt.“
Das Christentum steckt nach Bolz nicht mehr in den Köpfen und in den Seelen der meisten
Menschen, sondern als „geronnener Geist“ in der Kultur – und diese sei „wahrscheinlich besser“ als jede
andere.
Für Bolz ist es ein „geistiger Selbstmord, eine solche Tradition aufzugeben.“
Auf die Frage,
ob er im Ernstfall für Jesus Christus gegen Allah kämpfen würde, gibt sich Bolz sehr ehrlich:
„Ich
bin Wehrdienstverweigerer, aber ich war kein überzeugter Pazifist, sondern einfach ein Feigling, weshalb
es jetzt frivol wäre, wenn ich behauptete, ich würde kämpfen.“
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