Schüler und Meister + Wie sieht eine Kirche aus? + Land im Chaos + Weitere Hürde zum Priestertum + Fauler Friede
Schüler und Meister
Italien. Seit Samstag tagt im päpstlichen Sommerpalast in Castel Gandolfo der ‘Ratzinger
Schülerkreis’. Dabei diskutiert der Papst zwei Tage lang mit 38 seiner ehemaligen Studenten und Doktoranden
über die Person Christi. Die Ergebnisse der Zusammenkunft will der Papst nach ‘Radio Vatikan’ in den
zweiten Band seines Jesus-Buches einfließen lassen. Der ‘Ratzinger-Schülerkreis’ trifft sich seit 1971.
Wie sieht eine Kirche aus?
Deutschland. In der Stadt Leipzig wird nach mehreren Jahrzehnten eine katholische
Kirche gebaut. Das gab der Leipziger Propst Lothar Vierhock am Freitag vor der ‘Leipziger Volkszeitung’
bekannt. Wo die Kirche errichtet wird, ist noch nicht entschieden. Vorschläge zur Gestaltung des Gotteshauses
werden bei einem Architektenwettbewerb gesucht. 2012 soll die Kirche mit Gemeindezentrum fertig sein.
Land im Chaos
Irak. Im Irak gibt es eine wachsende Zahl von Entführungen. Das beklagte der Erzbischof
von Bagdad, Mons. Jean Benjamin Sleiman, vor der Vatikanzeitung ‘L’Osservatore Romano’. Die irakische
Regierung müsse endlich für Ordnung sorgen. Behörden und Medien vertuschten das Problem – so der Erzbischof.
Das Hauptmotiv für die Entführungen sind Lösegeldforderungen.
Weitere Hürde zum Priestertum
Deutschland.
Im September 2008 wird in allen bayerischen und in den fünf ostdeutschen Diözesen ein sogenanntes Propädeutikum
eingeführt. Das gab das Bistum Würzburg bekannt. Es handelt sich um eine einjährige angebliche Glaubens-,
Lebens- und Sprachenschule für angehende Seminaristen. Ausbildungsstandorte sind Bamberg und Passau.
Fauler Friede
Deutschland. Die umstrittene, Königsteiner Erklärung’ hat die angespannte Lage nach
der Veröffentlichung der Enzyklika ‘Humanae Vitae’ beruhigt – erklärte der Salzburger Weihbischof, Mons.
Andreas Laun, bei einem Kongreß der Europäischen Ärzteaktion: „Die Frage ist freilich, ob der erreichte
Friede kein fauler Friede ist“. Vierzig Jahre nach der ‘Königsteiner Erklärung’ dächten heute viele:
„Ob der Papst recht hat oder nicht, kann man beruhigt auf sich beruhen lassen. Bei moralischen Geboten
kommt es nicht auf die Wahrheit an, sondern nur auf die Überzeugung dessen, der handelt“.
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19 Lesermeinungen
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#19 Marcelus 00:07:59 | Dienstag, 9. September 2008
@Jörg Guttenberger, Köln: Einige hundert Jahre Kirchengeschichte verschlafen Die Bischöfe sind nicht
Untertanen des Papstes! Jeder einzelne Katholik auf Erden ist Untertan des Papstes und fällt unter die
Jurisdiktion des Römischen Papstes, bereits unfehlbar definiert in Unam sanctam durch Papst Bonifaz VIII.,
und ausführlich beim I. Vaticanum über die Universaljurisdiktion des Papstes.
… Der Papst … … ist einmal Bischof von Rom und als solcher Papst. Der BISCHOF von Rom ist Papst…
Konsequenz: Vom sakramentalen Standpunkt gibt es keinen Unterschied zwischen dem Bischof von Rom und dem
Weihbischof der Diözese Feuerland oder Mc Kenzie. Übrigens der Papst wird gewählt und dann in sein
Amt eingesetzt – er wird NICHT geweiht. Also nix da mit Untertan u.ä. pseudo- aber nicht wirklich katholischem
Blabla. wie Marcellus es hier in abgestanden Phrasen daherdrischt.
Marcelus: Bischofsuntertanen Die Bischöfe sind nicht Untertanen des Papstes! Nach einem Schreiben von
Papst Leo dem Großen sind die Bischöfe alle gleich an Würde, jedoch unterschiedlich in der Jurisdiktion:
der Bischof leitet sein Bistum, der Metropolit ist für seine Kirchenprovinz verantwortlich und der Papst
in Gemeinschaft mit den Patriarchen für die gesamte Kirche! Damit ist der Bischof seinen übergeordneten
Vorgesetzten zwar weisungsgebunden, ähnlich wie jeder Arbeitnehmer gegenüber seinen Linienvorgesetzten.
In der Privatwirtschaft jedenfalls behauptet niemand, der Mitarbeiter sei – bei aller Weisungsgebundenheit –
Untertan der Geschäftsleitung!
@Jörg et. Genoveva Liegt da vielleicht eine Verwechslung zwischen Semestern und Jahren vor? Dauert tatsächlich
ein Chemie-Studium 16-18 Semester? Das wäre mir neu. Man mag meinen, daß man „gut ausgebildete Priester“
braucht, aber den Tingeltangel, der heutzutage in Seminaren gemacht wird, braucht man nicht. Und gerade
der ist es AUCH, der die Studienzeit verlängert. Warum wurden in früheren Jahren Leute nach 7 Jahren
geweiht und heute verlängert man das um 2 Jahre?? Das ganze ist einfach nur Stuss… Wie sagte mal ein
Prof zu mir, als ich mit ihm über Praktika redete: „Sie haben vierzig Jahre Zeit Praxis zu sammeln. Glauben
Sie wirklich, die 4 Wochen im Altenheim bringen Ihnen war?“ Und ein anderer Prof meinte: „Sie sind hier
um zu studieren. Der Ringelpietz mit Anfassen, der im Seminar gemacht wird, bringt ihnen nichts.“ JAWOLL!
Beide Profs. hatten Recht, nur die Verantwortlichen in der Diözese haben es bis heute nicht kapiert.
Da gibt es den Stuss (inzwischen in Potenz erhöht) weiterhin.
Aleph + juergen Lieber Aleph, sie bestätigen mit Ihrem Posting in gewisser Weise das, was Benedikt betont
hatte: Es wird nicht über den theologischen Gehalt römischer Verlautbarungen gesprochen, sondern lediglich
die kirchen-, in diesem Fall die öumenepolitische Bedeutung diskutiert. Jürgen, ich glaube es hat absolut
keinen Sinn, die Priesterausbildung analog zur derzeitigen „Uni-Reform“ unter dem Gesichtspunkt der Geschwindigkeit
zu diskutieren. Viele Voraussetzungen sind einfach nciht mehr da und das kann man nicht ignorieren. Lieber
(an Herz, Seele und Geist!) gut ausgebildete Priester, die mit 40 ihren Dienst aufnehmen.
Propädeutikum Das Propädeutikum gibt es teil schon und es ist auch schon lange in der Diskussion, dies
überall einzuführen. Manche Dinge sind da schon sinnvoll. Immer weniger Leute, die Priester werden wollen,
haben heutzutage ein Latinum, vom Graecum ganz zu schweigen. Dies während des normalen Studiums abzulegen
ist eine ziemlich schwierige Sache. Das wird dort wo es das Propädeutikum gibt, während der Zeit gemacht.
Auch die Einführung in Dinge wie das Stundengebet etc. werden im Propädeutikum gemacht. Man sollte aber
auch folgendes nicht aus dem Auge verlieren. Die Zeit bis zur Priesterweihe wird um ein weiteres Jahr
verlängert. 1 Jahr Propädeutikum 5 Jahre Studium teilweise dann 1 Jahr Praktikum 2 Jahre Pastoralkurs
Macht 8 (9) Jahre „Lehrzeit“ bis zur Priesterweihe. So eine lange Zeit der Vorbereitung gibt es in keinem
anderen Beruf. Wenn dann die Seminaristen nicht direkt nach dem Abitur ins Seminar gehen, sondern vielleicht
vorher eine Ausbildung gemacht haben und erst im Alter von Mitte 20 ins Seminar gehen, sind sie bei der
Weihe schon fast Mitte 30. Bleiben also noch rund 35 Jahre Dienstzeit…
Benedikt Die massiv hervorgekehrte Ausschließlichkeit beim Kirchenbegriff wäre meines Erachtens nicht
notwendig gewesen. Das hat unnötigen Staub aufgewirbelt, der sich nur ganz widerwillig hat setzen wollen.
Da sind viele unproduktive Vorbehalte wieder aufgerichtet worden zugunsten eines wenig schönen binnenkatholischen
Triumphbewusstseins. Das hat mir ziemlich zu schaffen gemacht.
@ Aleph Keine Ahnung, ob das Absich ist. Einstweilen führt es jetzt dazu, dass die Theologen dem unbedarfteren
Teil ihrer Studenten alles möglich erzählen können, bevorzugt solches, das wenig mit der kirchlichen
Lehre, aber umso mehr mit persönlichen Auffassungen zu tun hat. Es führt auch dazu, dass Lehrschreiben
oder Verlautbarungen aus Rom nur noch unter politischen Gesichtspunkten betrachtet werden, weil sich eine
theologische Betrachtungen keinem Zuhörer mehr erschließen würde. Ich erinnere dabei nur an die Verlautbarung
der Glaubenskongregation hinsichtlich des Kirchenbegriffs. Zwar weiß jeder, der die entsprechenden Dokumente
lesen kann, dass dieses Schreiben sowohl dem protestantischen als auch dem katholischen Kirchenverständnis
voll entspricht (die Protestanten wollen ja gerade keine Kirche wie die römische sein), aber diese Feinheiten
waren offenbar schon nicht mehr vermittelbar. Also machte man aus dem ganzen eine Analogie zur Staatenanerkennung
im Völkerrecht. Geradezu peinlich, aber Folge des Verlustes von immer mehr Glaubenswissen.
Benedikt Am Religionsunterricht, der hierfür verantwortlich ist will man aber offenbar nichts ändern.
So wird religiöses Wissen allmählich zum Spezialwissen weniger Theologen. Die können dann erzählen
was sie wollen, niemand hat mehr das Wissen, es nachzuprüfen. Könnte das nicht Absicht sein, theologisches
Wissen und Religionswissen nur angehenden Theologen angedeihen zu lassen, damit diese dann nachher ganz
unter sich sind und kein Laie mehr dazwischenreden oder -fragen kann. Weil in zwei drei Generationen,
die Laien keinen blauen Dunst mehr von der Religion haben…?
@ HBR / adlimina Der Unterschied zu Freiburg und anderswo ist, dass den bayerischen Seminaristen im Propädeutikum
beigebracht werden soll, was sie eigentlich spätestens im Religionsunterricht gelernt haben müssten.
Das Propädeutikum nach bayrischer Machart wurde eingeführt, weil man feststellte, dass es immer mehr
Seminaristen an fundamentalem Glaubenswissen fehlt. Am Religionsunterricht, der hierfür verantwortlich
ist will man aber offenbar nichts ändern. So wird religiöses Wissen allmählich zum Spezialwissen weniger
Theologen. Die können dann erzählen was sie wollen, niemand hat mehr das Wissen, es nachzuprüfen.
Für einige sogenannte „Altgläubige“… …mus das CB Freiburg die Ausgeburt der Hölle sein. Immerhin
werden dort Priester ausgebildet, die gerade nicht weltfremd sind, wie jene aus Zaitskofen
-HBR- Eine Bibelschule, wie im EB Freiburg, passt da bestimmt gut zum Propädeutikum. Das Bibelwissen
haben die Kandidaten dann schon mal intus, bevor sie dann mit dem eigentlichen Studium beginnen. Das ist
nur als Plus zu werten. Vielleicht wird auf diese Weise die evangeliumsorientierte Gemeindeleitung in
einigen Realität.
Propädeutikum ist alter Hut. Deutschland. Im September 2008 wird in allen bayerischen und den fünf ostdeutschen
Diözesen ein sogenanntes Propädeutikum verbindlich eingeführt. Das gab das Bistum Würzburg bekannt.
Das Propädeutikum soll angeblich eine einjährige Glaubens-, Lebens- und Sprachenschule für junge Männer
sein, die Priester werden wollen. Ausbildungsstandorte sind Bamberg und Passau. Das Propädeutikum gibt
es in ähnlicher Form im Bistum Freiburg schon lange. Das sind 6. Monate mit Sozialeinsatz, Bibelschule
und intensiver geistiger Schulung. Ich finde das gar nicht mal so schlecht.
Wo und wie geht es leichter? Was soll eine solche Unterstellung, das Propädeutikum stelle eine Hürde
zum Priestertum dar?!? Wo sind denn die glaubensfesten katholischen Familien, die ihre Söhne in Scharen
leichten Herzens zu einer wunderbaren Ausbildung für den priesterlichen Dienst schicken (möchten)? Wie
sehen denn die Erfahrungen aus mit niederschwellig und unterscheidungslos angelegten Ausbildungskonzepten
in den sogenannten konservativen wie progressiven Priesterseminaren? Natürlich kommt es darauf an, daß
diese vorgeschaltete Vorbereitungsstufe mit wahrhaft katholischem Format und in geistlicher Substanz gestaltet
wird.