11:00:10 | Montag, 1. September 2008
Mehr vom gleichen: Die sogenannten Jugendgottesdienste orientieren sich – offenbar mangels tieferer Inspirationen – an den Sendeformaten des Privatfernsehens. Bei Sound und Licht werden professionelle Standards beachtet.

Webseite der Jugendmesse im Bistum Erfurt.
(kreuz.net) Bei Dingen wie cooler Musik für hippe Jugendliche, Lightshow und Videos würden die wenigsten
an Kirche und Gottesdienst denken. Das erklärte die Webseite des Bistums Erfurt am 22. August.
Dennoch
stehen diese Dinge im Zentrum einer sogenannten
Church Party. Sie wird am 7. September um 18.00 Uhr in
der Bonifatiuskirche in Leinefelde stattfinden.
Die Stadt Leinefeld befindet sich 70 Kilometer nordwestlich
von Erfurt.
Das Motto der Veranstaltung lautet: „CP – der Livegottesdienst: Ich bin ein Schaf, hol mich
hier raus!“
Die Church Party ist nach Angabe der Webseite ein Experiment.
Es wurde von Dekanatsjugendseelsorger,
Kaplan Markus Könen, angestoßen und seit November 2007 mit einer Kerngruppe von zehn Jugendlichen vorbereitet.
Diesem Vorbereitungskreis gehe es nicht um billige, oberflächliche Effekthascherei – wehrt der Artikel
ab.
Im Mittelpunkt stehe das Evangelium vom guten Hirten: „Es ist nicht nur die Mitte des Gottesdienstes,
sondern auch sein Ausgangspunkt“, sagt Hw. Könen.
Nach dieser kurzen Apologie, geht es in dem Artikel
aber im wesentlichen um Unterhaltung von Jugendlichen:
„Die Musik in unseren Gottesdiensten ist nicht
die ihre. Viele Texte verstehen sie nicht. Auch sonst kommt die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen zu
wenig vor“ – doziert Hw. Könen.
Darum hat er sich mit den Jugendlichen überlegt, wie ein „jugendgemäßer“
Gottesdienst aussehen müßte.
Dabei sei es nicht zu einer „Anhäufung beliebiger Elemente“ gekommen,
weil man vom konkreten Schrifttext ausgegangen sei: „Wir wollen Brücken bauen zwischen der Botschaft
vom guten Hirten und der Lebenskultur der heutigen Jugend.“
Damit das gelinge und die Botschaft ankomme,
müsse auch ihre Verpackung stimmen, „müssen also Musik, Texte, Sound und Raum jugendgemäß sein“ –
so der Kaplan weiter.
„Ähnlichkeiten mit Sendeformaten des Privatfernsehens werden gewiß kein Zufall
sein“ – heißt es dazu.
Die Texte und Videos für den Gottesdienst sind selber produziert.
Bei Sound
und Licht in der Kirche „beachteten die Teamer professionelle Standards.“
„Musik und Lieder stammen natürlich
nicht aus dem ‘Gotteslob’, sondern orientieren sich an dem, was Jugend gerne hört“ – so der Artikel.
So werde die „frohe Botschaft vom erfüllten Leben“ am ersten Septembersonntag im Rahmen einer Mischung
aus Pop-Event und modernem Jugendgottesdienst verkündet.
Die Vorbereitungsgruppe hat nach Angaben von
Kaplan Könen lange darüber diskutiert, ob die Veranstaltung mit einer Messe kombiniert werden sollte:
„Allen ist die Eucharistiefeier sehr wichtig, die eine Hälfte will sie darum keinem Experiment aussetzen,
die andere gerade darum, um sie auch anderen Jugendlichen »schmackhaft« zu machen.“
Aber über eine
solche Frage könne man nicht abstimmen.
Fazit: „Der Vorbereitungskreis hat auf jene Rücksicht genommen,
die keine Experimente wünschen.“
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SignumSalutis 10:42:14 | Dienstag, 2. September 2008