14:07:25 | Dienstag, 2. September 2008
Kein anderes Volk hat in der Geschichte so gelitten wie das auserwählte Volk des Neuen Bundes. Von Gerechtigkeit oder Wiedergutmachung ist weit und breit keine Rede.

Ein Buch mit der Haut eines Jesuiten als Einband?
(kreuz.net) In London wurde im vergangenen Dezember ein makabres Buch zur Versteigerung angeboten.
Davon
berichtete damals die US-Nachrichtenagentur ‘Catholic News Service’.
Das Buch ist in Leder gebunden,
das aus der Haut des in England hingerichteten Jesuiten, Pater Henry Garnet, hergestellt wurde.
Es stammt
aus dem 17. Jahrhundert und erzählt die Geschichte des „Gunpowder Plot“ – des Sprengstoff-Planes – aus
dem Jahr 1605.
Dabei war angeblich vorgesehen, 36 Fässer Sprengstoff unter dem Britischen Parlament
explodieren zu lassen, um den protestantischen König James I. († 1625) und weitere Anführer seiner Regierung
umzubringen.
Jesuitenpater Garnet war damals Provinzial der im Untergrund lebenden englischen Jesuiten.
Die katholische Kirche war im protestantischen England streng verboten.
Der Jesuit wurde am 3. Mai 1606
in der Nähe der anglikanischen Kathedrale Sankt Paul in London als angeblicher Mitverschwörer hingerichtet.
Das Buch steht unter dem Titel „A True and Perfect Relation of the Whole Proceedings Against the Late
Most Barbarous Traitors, Garnet a Jesuit and His Confederates“.
Auf Deutsch: „Eine wahre und vollkommene
Erzählung des gesamten Prozesses gegen den verstorbenen höchst barbarischen Verräter Garnet, ein Jesuit,
und seine Verbündeten.“
Das Werk berichtet von Reden und Beweisführungen aus den Prozessen gegen den
Jesuiten.
Es ist etwa 15 Zentimeter lang und zehn Zenitmeter breit und befindet sich in einer hölzernen
Schachtel.
Der Auktionär, Sid Wilkinson, verweist auf die „unheimliche Frontseite“ des Buches: „Wo sich
das Leder verfärbt oder gefaltet hat, ist die Abbildung eines Gesichtes mit Bart zum Vorschein gekommen.“
Damals war es im protestantischen England angeblich üblich, die Haut hingerichteter Krimineller zu verwenden,
um damit Bücher über deren Leben einzubinden.
Das Buch wurde nur wenige Monate nach der Exekutierung
des Jesuiten von dem königlichen Drucker Robert Barker hergestellt.
Pater Garnet war zwar mit den Verschwörern
bekannt und hatte ihre Beichten gehört. Aber er hatte immer mit Nachdruck erklärt, mit ihren Plänen
nicht einverstanden gewesen zu sein und versucht zu haben, die Verschwörer zu stoppen.
Trotzdem wurde
er als Hochverräter zum Tode durch Hängen, Ertränken und Vierteilung verurteilt.
Bis zuletzt betonte
er seine Unschuld. Zuschauer bei seiner Hinrichtung hinderten den Henker daran, den sterbenden Jesuiten
vom Galgen herunterzunehmen, bevor er nicht ganz tot war.
Andere zogen an seinen Füssen, damit der Geistliche
schneller sterben würde und die weiteren Torturen nicht zu erleiden hätte.
Pater Garnet gehört nicht
zu den selig- oder heiliggesprochenen englischen Märtyrern der protestantischen Reformation.
Am 2. Dezember
des vergangenen Jahres wurde das Buch von einer Privatperson für £5.400, umgerechnet 6.650 Euro, ersteigert.
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