Kirchenverkauf
Heimliche Nachschlüssel
Gläubige treffen sich in Deutschland in einer geschlossenen Kirche: „Der Organist spielt auf der Orgel, sie singen und beten, nur die Heilige Messe ist nicht erlaubt.“
Die Kirchen verschwinden systematisch als prägende Ortsmitten.
Die Kirchen verschwinden systematisch als prägende Ortsmitten.
(kreuz.net, Bochum) Seit dem 1. September gibt es in der Stadt Bochum – dem Zentrum des mittleren Ruhrgebiets – fünf katholische Großpfarreien. Das berichtete das Medienportal ‘Der Westen’ am 7. September.

Bochum hat 382.000 Einwohner. 16 von 48 katholische Kirchen der Stadt wurden geschlossen, um Geld zu sparen.

Kirchenretter sind in eigener Initiative unterwegs, um den Ausverkauf verlassener Gotteshäuser zu verhindern.

So sammelt die Bochumer Kunsthistorikerin Dr. Christel Darmstadt von der Bürgeraktion „Rettet Bochumer Kirchen“ – nach Angaben von ‘Der Westen’ – seit drei Jahren aufschlußreiches Material.

Die Kirchenretter legen auch Zahlen vor. Eine Erhebung zeigt, daß die Pfarreien im Bistum Essen immer noch weitaus mehr Mitglieder haben als anderswo – auch wenn die Zahl kräftig geschmolzen ist.

„Doch ausgerechnet hier werden die meisten Kirchen geschlossen“ – bemerkt Frau Darmstadt.

Auch die katholischen Kirchensteuereinnahmen sind in den letzten beiden Jahren in Deutschland deutlich gestiegen – von 4,1 Milliarden Euro im Jahre 2005 auf rund 4,8 Milliarden Euro in 2007.

In diesem Jahr rechnet man sogar mit 5,2 Milliarden Euro.

Doch der Bochumer Propst Ludwig warnt vor Euphorie: „Im Bistum gab es siebzig Millionen Euro Schulden, jetzt sind es vierzig Millionen Euro Schulden.“

Wer diese Schulden angehäuft hat und warum, bleibt unklar.

Propst Ludwig sieht die Umgestaltung in Großpfarreien als Zugewinn: Das ermögliche die Einrichtung zentraler Pfarrbüros, die optimal besetzt seien. Es falle auch keine Messe aus, nur weil der Organist krank sei.

Die Kirchenmusik soll durch den Zusammenschluß ebenfalls besser werden: „Da gibt es schwache Chöre, und jeder singt Weihnachten krampfhaft irgendwas“ – so der Propst.

Kirchen werden nach Angaben des Propstes nur als letztes Mittel abgerissen. Ansonsten bemüht man sich um Neunutzungen, um die kostspieligen Gebäude zu erhalten.

Die Christ-König-Kirche wird zum Beispiel im Hinblick auf die Kulturhauptstadt 2010 zu einem Ausstellungsraum für sogenannte moderne Kunst.

Doch die Kirchenretter trauen dem Bistum nicht immer. Nach Angaben von Frau Darmstadt haben sich Gläubige Nachschlüssel von geschlossenen Kirchen anfertigen lassen, damit zum Beispiel ein Priester dort trotzdem die Messe lesen konnte: „Der Altar war ja noch geweiht.“

Anderswo treffen sich Gläubige in der an sich geschlossenen Kirche: „Der Organist spielt auf der Orgel, sie singen und beten, nur die Heilige Messe ist nicht erlaubt.“
      
32 Lesermeinungen
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#40   Jesuit †   18:49:54 | Mittwoch, 17. September 2008
Hier hats
wohl wieder mal toll gehagelt!
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#38   Jesuit †   18:16:52 | Mittwoch, 17. September 2008
Bist du etwa
die Reinkarnation von Ihrer Eminenz????????
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#35   LandorganistII   09:58:49 | Mittwoch, 17. September 2008
@Ruhrgebietler
Mit Verlaub, aber Sie haben doch wirklich „einen an der Klatsche“!
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#34   r.ruhrgebietler   06:31:31 | Mittwoch, 17. September 2008
Der Genn und seine Vorgänger
haben einen schweren Stand gg. die Freimauerer. Selbst wenn Genn & Co. den niederen Rängen der Logen angehören. Aber eine Ziel heben sie dabei aus dem Auge verloren, welches sie bei ihrem Weihgelübde Jesus Christus gegenüber getan haben: Seelen FÜR DEN HIMMEL ZU GEWINNEN und diese auch vor den Choasmächten, dem Satan und seinen Helfershelfern der Hölle zu retten. Und da genau versagen die V-II Kleriker. Sie sind Mietlinge von denen die hlg. Schrift berichtet.
Beten wir um viele Priester, beten für um viele gute Priester, beten wir um viele gute heiligmäßige Priester!
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#32   clarissa colonia   22:53:36 | Dienstag, 16. September 2008
non accedet ad te malum
(folgenden Vers soll Nietzsche abgelehnt haben)
et flagellam non appropinquabit tabernaculo tuo
quoniam angelis suis mandavit de te
ut custodiant te in omnibus viis tuis
in manibus portabunt te
ne forte offendas ad lapidem pedem tuum
super aspidem et viperam gradieris
conculcabis leonem et draconem
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#31   Jörg Guttenberger, Köln   22:48:28 | Dienstag, 16. September 2008
Ausfall von hl. Messen
Daß in den Großpfarreien keine hl. Messe ausfällt, liegt daran, daß es von vornherein weniger gibt, als insgesamt in den kleinen Pfarren.
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#30   Amanda   22:45:19 | Dienstag, 16. September 2008
verumtamen oculis tuis considerabis
et retributionem peccatorum videbis,
quoniam tu, Domine, spes mea,
Altissimum posuisti refugium tuum.
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#29   clarissa colonia   22:39:52 | Dienstag, 16. September 2008
a peste perambulante in tenebris
a pernicie vastante in meridie
cadant a later tuo mille
et decem milia a dextris tuis:
ad te autem non appropinquabit
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#27   clarissa colonia   22:11:59 | Dienstag, 16. September 2008
Eheu, eheu, Eminentissime,
ludisne aenigmatas de psalmis?
Quia misericordiam et veritatem diligit Deus, gratiam et gloriam dabit Dominus

Domine virtutum, beatus homo, qui sperat in te.
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#25   HBR   21:40:27 | Dienstag, 16. September 2008
Also wirklich, +.net
Die Kirche auf dem Bild stellt offensichtlich eine evangelische Kirche dar. Noch schlechter kann eine redaktionelle Arbeit gar nicht sein, wenn das Foto der Sprengung einer evangelischen Kirche her muss, um die angebliche Kirchenkrise bei den Katholiken zu zeigen. Leute ihr lasst nach
:-D
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#23   clarissa colonia   20:06:58 | Dienstag, 16. September 2008
War das die Versöhnungskirche?
Dann habe ich mich weiter unten geirrt und korrigiere mich entsprechend, Eure Eminenz!
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#21   Hank   18:05:30 | Dienstag, 16. September 2008
@Otti
früchte der nachkonziliaren erneuerung
Ja, das neue Pfingsten!
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#20   ottaviani   17:59:52 | Dienstag, 16. September 2008
alles
früchte der nachkonziliaren erneuerung
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#19   Freinsberg   16:54:31 | Dienstag, 16. September 2008
@ RJH
>>Normalerweise ist immer noch der zelebrierende Priester der Herr über die liturgischen Dienste<<
…der meist selber nicht singen kann. ^-^
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#18   Alkuin   16:34:56 | Dienstag, 16. September 2008
Lebensmüde?
„Soll er halt klipp und klar sagen, daß er das Gejaule des dilletantischen Chores nicht abhaben kann.“
Ein Priester der so etwas macht (den allerheiligsten Kirchen Chor beleidigen) sieht nachher aus wie eine Katze der ein Pitbull zum spielen einlädt!! :-D
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#17   Franz Kappes   16:02:57 | Dienstag, 16. September 2008
@Signum
Der Glaube ist doch keine Frage des Geldes. Ihr solltet mal die Prioritäten überdenken.
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#16   SignumSalutis †   16:00:17 | Dienstag, 16. September 2008
Francisce Brassice
– die anderen Diözesen schwimmen im Geld? Das EB Berlin musste auch Kirchen schließen. Und seitdem kam (oder kommt) direkt nach dem Herrn Kardinal die Fa. McKinsey, die das Regiment führt. Dass die Essener es nicht soweit kommen lassen wollten, ist doch wohl nachvollziehbar. Ob’s gefällt oder nicht: die überkommene kirchliche Struktur in Deutschland hängt auch wesentlich am Geld, Kirchensteueraufkommen etc.: und das ist wahrlich nicht im Steigen begriffen.
Die Mystikerin Madeleine Delbrel hat ja immer betont: nirgendwo steht, dass wir „ewig“ sein sollen, oder wie schon unten zurecht betont: das Ende einer Kirche ist nicht das Ende „der Kirche“ …
SignSal
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#15   Franz Kappes   15:58:44 | Dienstag, 16. September 2008
@RJH und alle Tastenquäler
Soll er halt klipp und klar sagen, daß er das Gejaule des dilletantischen Chores nicht abhaben kann.
:)3
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#14   RJH   15:57:07 | Dienstag, 16. September 2008
Ein paar Argumente verstehe ich nicht
1. Warum soll eine Messe ausfallen, wenn der Organist krank ist? Normalerweise gibt es immer noch einen oder mehrere Vertreter. In einer gut funktionierenden Gemeinde regeln die das unter sich. Im „schlimmsten“ Fall, ist die Messe dann halt mal ohne Orgel. Wo ist das Problem?
2. Warum im Nachhinein über schwache Chöre jammern? Normalerweise ist immer noch der zelebrierende Priester der Herr über die liturgischen Dienste. Soll er halt klipp und klar sagen, daß er das Gejaule des dilletantischen Chores nicht abhaben kann.
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#13   Franz Kappes   15:51:38 | Dienstag, 16. September 2008
@Signum
Ich bin nur Laie.
In Berlin haben andere Diözesen geholfen, warum soll das nicht auch in Essen möglich sein?
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#12   SignumSalutis †   15:49:28 | Dienstag, 16. September 2008
@kappes (nomen est omen?)
Gegen ergraute habe ich garnichts, aber gegen notorische Verdrängung der Realität. Das Bistum Essen stand vor der Pleite, das EB Berlin ist reingerast. Was soll man machen? „Auf keinen Fall auch nur eine Kirche schließen!“ Aha. Herr Kohlkopf, dann geben Sie mal ein paar heiße Tips, schicken Sie sie am besten gleich Bischof Luthe. ;-) ;-) SignSal
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#11   Franz Kappes   15:46:55 | Dienstag, 16. September 2008
@Tastenquäler
Die Kirche zu retten? Die Kirche muss nicht gerettet werden, die Kirche lebt. Ihre Gläubigen müssen vielleicht gerettet werden. Dafür brauchen wir Berufungen. Also – beten wir!
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#10   LandorganistII   15:44:15 | Dienstag, 16. September 2008
@Signum
Sie erwarten Unmögliches: Konstruktives Mitdenken und Mittun der ultratraditionellen Szene dieses Forums. Es ist den Hanseln doch nicht daran gelegen die Kirche zu retten. Im Gegentum.
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#9   Franz Kappes   15:42:36 | Dienstag, 16. September 2008
@SignumSalutis
Vielleicht soll im Jahr 2020 ein ergrauter Pius-Pater in 40 Bochumer Innenstadtkirchen jeweils täglich eine viertelstündige stille Schnellmesse „lesen“?
Das ist demagogisches Geschwätz. Haben Sie etwas gegen ergraute Priester?
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#8   SignumSalutis †   15:39:35 | Dienstag, 16. September 2008
Alternative?
Ja, Clarissa, es ist ein Unterschied. Das hier auf ketz.net immer wieder einsetzende Lamento über die bösen Konzils-Kirchen-Sprenger hat ein Manko: was gedenken den die Damen und Herren zu tun? Vielleicht soll im Jahr 2020 ein ergrauter Pius-Pater in 40 Bochumer Innenstadtkirchen jeweils täglich eine viertelstündige stille Schnellmesse „lesen“? Oder regnen bei Wiedereinführung des Ritus von 1962 die Priesterberufungen cats and dogs? Hält das Gebälk einer neugotischen Kirche auch ohne kostspielige Handwerksmaßnahmen besser, etwa durch den Einsatz vorkonziliar geweihten Weihwassers? Ich vermisse hier einen Artikel, der z. B. erklärt, wie das Bistum Essen seine Kirchen ausnahmslos hätte erhalten sollen.
SignSal
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#7   Franz Kappes   15:39:10 | Dienstag, 16. September 2008
@Alkuin
Warum? Was nützen Kirchen, wenn kein Leben drin ist. Museen gibt es genug.
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#6   Alkuin   15:34:59 | Dienstag, 16. September 2008
–----
„Wer diese Schulden angehäuft hat und warum, bleibt unklar.“
Tücher und sonstige Plunder für die Gestaltete Mitte für die Diskussionsrunden zum Liturgischen Tanz, Zen, und Reiki Kurse sind einfach teuer ^-^
Mal Ehrlich, wie soll ein Bistum den Unterhalt von soviel Kirchen bezahlen können, wenn es nicht genügend zahlende Mitglieder gibt. Es liegt in unserer Hand unsere Kirchen zu Erhalten. :)3
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#5   Franz Kappes   15:29:39 | Dienstag, 16. September 2008
@Organon oder so
Ich hab’s genossen :-#
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#4   LandorganistII   15:27:40 | Dienstag, 16. September 2008
Oh, Allflüssiger,
Ihre Thesen entbehren jeglicher Grundlage, sie sind also flüssiger als flüssig, kurzum: Überflüssig.
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#3   wassers   15:21:08 | Dienstag, 16. September 2008
Konziliares Vorbild
Das sogenannte II. Vatikanische Konzil stellt das Vorbild für den Abbruch, hier plastisch und konkret in Form eines Abrisses von für den Dienst für Gott geweihten Kirchen, dar. Der konziliare Abbruch war somit durch seine geistlichen Wurzeln vorbereitet. Wie Recht hatte doch die bis dato nicht klar veröffentlichte Prophezeiung aus Fatima, dass Prälaten die Kirche niederreissen, während andere mit ihrem Wiederaufbau beschäfitgt sind. Hier strapaziere man sein Hirn nicht unnötig, denn der Wiederaufbau findet primär durch die Fraternité St. Pie nicht nicht nur in Deutschland, sondern weltweit statt und nicht durch die konziliare Zerstörer und den Vikar Christi selbst!
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#2   Franz Kappes   15:18:43 | Dienstag, 16. September 2008
Das Ende einer Kirche
… ist niemals gleichzusetzen mit dem Ende der Kirche. o^/
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#1   clarissa colonia   15:10:25 | Dienstag, 16. September 2008
„Die Kirchen verschwinden systematisch als prägende Ortsmitten.“
Zeigt das Bild nicht die Sprengung einer Ostberliner (Dreikönigs- ?) Kirche im Sperrbereich der „Mauer“?
Ist es nicht ein Unterschied, Kirchen zwangsweise zu enteignen und dann abzureißen, als sie kirchlicherseits zu profanieren, weil es dafür klare Gründe gibt?
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