Benedikt XVI.
Unmöglicher Auftrag?
Die internationale Presse jubelt dem Papstbesuch hinterher. Ob das in der vom Altliberalismus zerfressenen Kirche von Frankreich auch nur ein Jota verrückt, steht auf einem anderen Blatt. Pressesplitter.
Pflichttermin

„Lourdes ist wie ein Licht in der Dunkelheit, in der wir uns suchend zu Gott hintasten. Maria hat dort eine Tür zum Jenseits geöffnet, die uns zum Nachdenken anregt und uns anlockt. Maria, porta caeli. Ich habe mich in diesen drei Tagen in ihre Schule begeben. Der Papst hatte gleichsam die Pflicht, nach Lourdes zu kommen, um dort das hundertfünfzigjährige Jubiläum der Erscheinungen zu feiern. Vor der Grotte von Massabielle habe ich für Sie alle gebetet. Ich habe für die Kirche gebetet. Ich habe für Frankreich und für die Welt gebetet.“

Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache vor dem Abflug von Lourdes nach Rom.

Mäßiger Applaus

„‘Le Parisien’ betont, die Gottesdienste des katholischen Kirchenoberhaupts hätten unerwartet großen Zustrom gefunden. Die Zeitung bemerkt zugleich, die französischen Bischöfe hätten Benedikt XVI. nur mäßigen Applaus gespendet, als er auf seinen Positionen etwa zur Stellung wiederverheirateter Geschiedener in der Kirche oder zur Wiederzulassung der lateinischen Messe beharrt habe. ‘L’Alsace’ unterstreicht, Benedikt XVI. sei dabei zu beweisen, daß er nicht nur ein Papst des Übergangs sei.“

Aus einem Bericht im Kölner ‘Domradio’.

Einfühlsamer Pilgervater

„Bei großen Messen und meditativen Abend-Liturgien trat der Intellektuelle und Politiker in den Hintergrund, Benedikt XVI. wurde zum einfühlsamen Pilgervater. In bewegenden Worten sprach er über die Liebe Gottes, das Geheimnis seiner Menschwerdung, die Muttergottes, die Eucharistie. Der Kontrast zu den von Applaus gekrönten, eher intellektuellen Ausführungen in Paris war frappierend.“

Aus einem Kommentar des KNA-Chefredakteurs Ludwig Ring-Eifel.

Gegenseitige Bewunderung

„Als das Kirchenoberhaupt vor seinem Pariser Besuch die französische Kultur in den Himmel lobte, meinte der konservative ‘Figaro’ sehr kühl: «Die Bewunderung ist nicht gegenseitig.» In den drei Tagen in Paris und Lourdes hat der Papst aber viel Boden gutgemacht. Die Franzosen erwarteten einen spröden und greisen Intellektuellen im Schatten seines in Frankreich sehr beliebten Vorgängers Johannes Paul II. – und wurden positiv überrascht. Der neue Papst gab sich undeutsch bescheiden und befleißigte sich einer einfachen, herzlichen Sprache.“

Aus einem Kommentar von Stefan Brändle für die Tageszeitung ‘Südostschweiz’.

Noch mehr Lob

„Paris hat einen selbstbewußten und fordernden Papst erlebt; Lourdes sah einen emotional bewegten Benedikt XVI. Die linke Tageszeitung ‘Libération’ titelte am Tag der Ankunft ‘Mission impossible’. Der Pontifex hat einmal mehr das Gegenteil bewiesen. Wie schon bei den letzten Reisen in die USA im Frühjahr und nach Australien im Sommer ist es ihm gelungen, die anfangs vorhandene Skepsis während des Besuchs zu zerschlagen.“

Aus einem Bericht von Jürgen Erbacher für das ‘Zweite Deutsche Fernsehen’.

So katholisch wie vorher schon

„Zwar weiß man seit den Deutschlandbesuchen von Benedikt XVI., daß umjubelte Papstreisen nicht immer nachhaltige Wirkungen auf das Glaubensleben eines Landes haben. Doch in Frankreich dürfte das Oberhaupt der katholischen Kirche tiefe Spuren hinterlassen haben. […] Der Papst hat den Franzosen gezeigt, wie katholisch sie sind. Das gilt sowohl für ihre Volksfrömmigkeit, die der Papst mit seiner Messe in Lourdes inspirierte, als auch für ihre institutionelle Tradition, die sich in den Kathedralen und jenen Pariser Universitäten und Klöstern manifestiert, die Benedikt eindringlich würdigte.“

Aus einem Kommentar von Matthias Kamann für die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’.

Ausgezehrte Kirche

„Der Papst mag sich in Lourdes ebenfalls Wunder erhoffen. Frankreichs katholische Kirche ist ausgezehrt. Die Zahl der Priester, der kirchlichen Heiraten oder Taufen sinkt von Jahr zu Jahr.“

Aus einem Bericht von Axel Veiel für die Schweizerische Tageszeitung ‘Neue Zürcher Zeitung’.
      
5 Lesermeinungen
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#6   Jesuit †   18:20:48 | Mittwoch, 17. September 2008
Guck mal,
du darfst hier ernsthaft posten, und . macht noch immer ungestraft seinen Sch…!!!!
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#4   LandorganistII   08:39:24 | Dienstag, 16. September 2008
Presseschau
Oh ha, da müsste Hetznet ja möglicherweise über Lob und Begeisterung für den Papst berichten. Und über die „gewaltige Rolle „die die Piusse in Frankreich spielen. :-D . Da schweigt man doch besser.
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#3   pangelingua   22:41:38 | Montag, 15. September 2008
@pünktchen
Rufen Sie mal unter Google das Wort Presseschau auf, vielleicht finden Sie da, was die französischen Medien über den Papstbesuch berichten.
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#2   Pünktchen   22:34:32 | Montag, 15. September 2008
Könnte der Artikel
bei Gelegenheit aktualisiert werden?
Mich würden die Kommentare in den franz. Medien interessieren! Le Monde, Le Figaro, Le Parisien usw…
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#1   Mathilde   22:28:27 | Montag, 15. September 2008
Schön, dass der Papst die Herzen der Franzosen erreicht hat
Warum sollte es langfristig keine Änderungen geben? Erstens hat die Gottesmutter schon viel erreicht und dann kommt auch der Punkt bei den Franzosen, dass es ihnen reicht mit der derzeitigen Entwicklung und ein neuer Glaubensschub beginnt.
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Es wurden 3 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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