(kreuz.net, Ravensburg) Baubürgermeisterin Stephanie Utz von Ravensburg, die katholische Pastoralreferentin
Angelika Böhm und der evangelische Pfarrer Claudius Kurtz haben auf dem Ravensburger Westfriedhof neue
Grabfelder gesegnet.
Die protestantische Glaubenslehre anerkennt keine Segnungen.
Nach Angaben der ‘Schwäbischen
Zeitung’ vom 9. September nahmen dreißig „Gäste“ an der Zeremonie teil. Sie kamen zahlreicher als erwartet:
„Mit so vielen hätte ich nicht gerechnet“ – meinte Frau Utz. Sie erklärte auch den Grund für die Erweiterung:
„Wir mußten eine Art Puffer schaffen, weil sonst die Bestattungsfelder in naher Zukunft nicht mehr ausgereicht
hätten.“
Jetzt besitzt der Westfriedhof 166 neue Doppelgräber – insgesamt etwa 1.650 Grabstellen.
Die Arbeiten dauerten von Anfang Mai bis Ende Juli. Die Kosten beliefen sich auf etwa 370.000 Euro.
Dann
ergriff der protestantische Pfarrer das Wort: „Menschen sind aus der Erde gekommen und können nach dem
Tod in die Erde zurückkehren“ – gab er eine Platitüde von sich.
Er begrüßte die neuen Gräber: „Für
einige Jahrzehnte sind sie nun ein Ort der Totenruhe und eine Anlaufstelle für Trauernde“ – ging es im
gleichen Stil weiter.
Die katholische Pastoralreferentin Angelika Böhm nahm in Vertretung des Pfarrers
Reinhold Hübschle die Segnung der neuen Grabfelder vor.
Die Dame spritzte Weihwasser über die Grabfelder,
als Ausdruck dafür, daß auch das Leben nach dem Tod von Gott begleitet werde:
„Wie bei der Taufe in
der katholischen Kirche, wenn das Weihwasser über den Kopf des Kindes gegossen wird, damit es in seinem
Leben von Gott begleitet wird“ – erklärte die Pastoralreferentin.
Mit einem Gebet und dem von allen
Anwesenden gesprochenen Vater Unser ging die sogenannte Friedhofssegnung zu Ende.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Nun, werter Kilian, gewiß bin ich Vieles, die inkarnierte Rubrik aber sicher nicht. Auf Ihren freundlichen
Hinweis hin habe ich da schnell verifiziert, und Sie haben recht; nach den Caeremoniale Episcoporum von
1948 tragen Bischöfe die Stola tatsächlich ungekreuzt. Ich korrigiere mich daher in diesem Punkt ausdrücklich.
Gleichwohl neige ich nicht zu voreiligen Schlußfolgerungen: Aus ungekreuzter Stola, Pileolus, Mitra und
Stab folgt nicht zwingend, daß es sich bei ihrem Träger um einen Bischof handelt; die entsprechenden
Herren in Gamarellis Prospekt sind es wahrscheinlich nicht – und die Verwendung eines Aspergills infra
actionem beweist das für mich auch noch nicht. Wohl vermute ich, daß Sie dies anders sehen, weshalb
sich eine Erwiederung erübrigt; dennoch halte ich den Hauptdarsteller dieser filmischen Einlage nicht
für einen Bischof der Kirche und habe die Gründe, die mich zu dieser Meinung veranlassen bereits anderenorts
dargelegt. Ungeachtet unserer (mutmaßlichen) Meinungsunterschiede in dieser Frage, wünsche ich Ihnen
eine gute und geruhsame Nacht, cc.
#36 Kilian 01:22:34 | Mittwoch, 24. September 2008
Liebe Clarissa, so wie das aussieht, braucht der „benedicens“ die Stola nicht zu kreuzen, weil er ein
Bischof ist. Das kann man am violetten Pileulus erkennen.
Das ist doch abscheulicher MODERNISMUS! Jetzt erst sehe ich, daß der „benedicens“ seine „Stola“ ja gar
nicht über der Brust gekreuzt hat! Ist eine benedictio unter diesen Umständen überhaupt gültig?
#34 Müller 14:29:31 | Dienstag, 23. September 2008
Was ist denn das? Leider war ich schon länger nicht mehr hier auf der Seite, deshalb fällt mir jetzt
erst dieser Artikel mit dem Video auf. Das ist also traditionalistisch: Der Bischof fängt an zu palavern
und lustig zu erzählen, was er gleich zu machen gedenkt. Würde ein moderner Priester so den Gottesdienst
beginnen, wäre es Selbstdarstellung und Blasphemie. Aber hier ist es wahrscheinlich beispielhafter barocker
Ritus, originell den Gottesdienst einzuleiten. Übrigens: Wieso muss man „altgläubigen“ Katholiken einen
Ritus erklären? Ich dachte, dort herrsche noch Zucht und Ordnung!
#33 Protestant 21:24:15 | Freitag, 19. September 2008
Pfarrer Jung muss weitermachen!!!! Suspendierung hin oder her! Wir stehen hinter unserem Pfarrer Jung
in Meckenheim!!!! Er soll die Messe lesen, sonst bleiben wir daheim oder protestieren in der Kirche! Rote
Karte für den „Meisterkardinal“!!!!!!
#31 Jena-boy † 16:37:41 | Donnerstag, 18. September 2008
@Franz Kappes: Ich bin ein mensch der denkt, weiß und im notfall auch einmal was nicht weiß und nicht
glaubt bzw. sich aus nicht wissenschaftlich geprüfen Büchern sein Wissen holt. Somit nein.
#28 Andreas_Rau 22:38:08 | Mittwoch, 17. September 2008
und die Katholiken segnen Gewehre von Schützenvereinen, Motorräder… Wie war das mit dem Balken im
eigenen Auge bei der Suche nach dem Splitter im Auge des Anderen? *grins*
#27 Gotthard 22:36:34 | Mittwoch, 17. September 2008
protestantische Segnungen Die protestantische Glaubenslehre anerkennt keine Segnungen. die Redaktion ist
schwach in der deutschen Sprache: eine Segnung – als Tun – kann nur gekannt werden. Doch! die Evangelischen
kennen sehr viele Sachsegnungen – ich habe erlebt: Glocken – Feuerwehrfahrzeug – Altenheim.
Protestantische Segnungen! Der Satz gilt wohl nicht für die lutherische Tradition. Wohl aber prinzipiell
für die reformatorische Auffassung. Dort sind Sachsegnungen nicht üblich.
Seltsames Bild des „Protestantismus“ Zum Zitat „die protestantische Glaubenslehre anerkennt keine Segnungen“
hätte ich aber gerne mal ein paar Belege angeführt. Selbstverständlich kennt zum Beispiel die ev.-lutherische
Kirche (bzw. Gemeinschaft) Segnungen. So endet jeder Gottesdienst mit einem Segen, werden Verstorbene
ausgesegnet und werden in vielen Regionen selbstverständlich auch neue Friedhöfe und die dazugehörigen
Friedhofskapellen gesegnet. Entweder verstehe ich diesen oben zitierten Satz nicht, dann bitte ich um
kurze Erläuterung, oder er ist in die unbelehrbare +.net-Unsinn-Schublade einzuordnen, dann belassen
wir es einfach dabei…
Friedhofssegnung Der Zelebrant der Friedhofsseegnung in den USA war kein Amerikaner, sondern (wie zu Anfang
des Videos genannt) Weihbischof Fellay. Dieser ist französischsprachigeer Schweizer. Dass Englisch nicht
die Mutttersprache des Bischofs ist, erkennt man ja recht schnell an der frei gehaltenen Einführung in
die Segnung. Das Formular der Friedhofssegnung findet sich im Rituale Romanum.
#21 Gotthard 19:58:13 | Mittwoch, 17. September 2008
Friedhofssegnung bei Pius die gesungene knieende Litanei hat mich sehr beeindruckt … in welchem Schott
steht die Übersetzung der Zeremonie? Interessant war die Eile und die Schnelligkeit, mit der gebetet
und gesungen wurde… welchen Mitra-Träger hatte man dazu eingeflogen … sein Latein klang sehr sehr
amerikanisch…
#19 Jena-boy † 19:33:46 | Mittwoch, 17. September 2008
hmmm die Sp*** die Christen! Zumindest die Katholiken! Ja ja, Gräber werden gesegnet, aber wenn ein Dekan
mal 2 Menschen die sich Lieben segnet, wird er sein Job los. Gut, die hatten das gleiche Geschlecht, aber
egal. (Von Liebe labern aber nicht wissen, dass 2 Menschen vom gleichen Geschlecht sich auch lieben können.
Ist das echt die katholische Einstellung?) Aber huptsache die Gräber sind gesegnet. Warum überhaut Gräber?
Ich dachte der Himmel wär oben.
#16 Katholisch AB 19:21:44 | Mittwoch, 17. September 2008
Mal was zum Artikel!!! Die protestantische Glaubenslehre anerkennt keine Segnungen. Ach was! Und wo steht
das bitte noch einmal gleich? Was soll überhaupt DIE protestantische Glaubenslehre sein? Und wieso wird
sogar bei den allerletzten Protestanten jeder Gottesdienst mit einem Segen beendet? Warum werden Homo-Beziehungen
gesegnet? Warum das alles, wenn es angeblich keine Segnungen dort gibt? Das Halbwissen über alles, was
nicht im Messbuch Anno’62 steht ist wirklich gigantisch bei den Redakteuren. Was wohl gemeint ist, ist
die tatsache, dass bei bestimmten reformierten Gruppen innerhalb des Protestantismus die Segnung von Sachen,
Gegenständen usw. abgelehnt wird. Auch wird nur sehr selten Weihwasser verwendet. Viel fragwürdiger
ist aber doch, was diese Pastoralreferentin bei dieser „Segnung“ von sich gegeben hat über die hl. Taufe!
Da ist ja der Satz des protestantischen Religionsdieners geradezu von einer tiefen Spiritualität erfüllt.
#12 Bernd-Jupp 18:02:14 | Mittwoch, 17. September 2008
Also dann lieber Ravensburg Wenn ich mir diese Segnung anschaue, dann muss ich sagen, ist mir das, was
in Ravensburg geschehen ist, wesentlich lieber. Hat der Bischof eigentlich ein Alkoholproblem?
Zum Todlachen Diese Segnung bei der Piussekte ist ja echt zum totlachen. Am besten ist die Stelle, wo
der „Bischof“ mit den Schultern zuckt und grinsend meint „wir können ja herumlaufen und ein bisschen
Weihwasser spritzen wenn Sie wollen“ Wirklich lustig, sind alle Piusgottesdienste so lustig?
#7 Jesuit † 17:52:47 | Mittwoch, 17. September 2008
Auch die gothic-Fans sollen es wissen! Ich protestiere! Rechtfertigt ein Zitat des Psalmisten die Sperrung?Wegen
dieses Zitats wurde Eminenz gesperrt: absconde me a consilio malignorum a tumultu operantium iniquitatem
qui exacuerunt quasi gladium linguam suam tetenderunt sagittam suam verbum amarissimum ut sagittarent
in absconditis simplicem subito sagittabunt eum et non timebunt confortaverunt sibi sermonem pessimum
narraverunt ut absconderent laqueos dixerunt quis videbit nos scrutati sunt iniquitates defecerunt scrutantes
scrutinio cogitationibus singulorum et corde profundo sagittabit ergo eos Deus iaculo repentino inferentur
plagae eorum et corruent in semet ipsos linguis suis fugient omnes qui viderint eos Verbirg mich vor der
Versammlung der Bösen, vor dem Haufen der Übeltäter, welche ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, die
mit giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen, daß sie heimlich schießen die Frommen; plötzlich schießen
sie auf ihn ohne alle Scheu. Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen und sagen, wie sie Stricke legen
wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen? Sie erdichten Schalkheit und halten’s heimlich, sind verschlagen
und haben geschwinde Ränke. Aber Gott wird sie plötzlich schießen, daß es ihnen wehe tun wird. Ihre
eigene Zunge wird sie fällen, daß ihrer spotten wird, wer sie sieht. Gibt es denn ein treffenderes Bibelwort
für die Beschreibung der hiesigen Verhältnisse? Ich fordere seine Rehabilitation! Ansonsten werde ich
Kardinal Meisner einschalten!
Friedhofssegnung Ja, die Piussekte macht halt noch richtig heilige Friedhöfe, wenn man dort verscharrt
wird, fühlt man sich sicher viiiiel besser Der „Redaktion“ ist doch wirklich nichts zu blöde.