USA
Die charakterlose Politik ist eine nationale Epidemie
Der Erzbischof von Denver in den USA hat am Dienstag zu aktuellen politischen und moralischen Fragen Stellung bezogen. Katholische Nachhilfestunden für Politiker ohne Rückgrat?
(kreuz.net, Denver) Der Erzbischof der Diözese Denver, Mons. Charles Chaput (60), hat am vergangenen Dienstag vor rund 120 Geschäftsleuten und Politikern das Mitspracherecht der Katholiken in Politik und Gesellschaft verteidigt. Mons. Chaput ist ein ehemaliger Kapuziner. Er gehört zu den konservativsten Bischöfen in den USA.

In seinem Vortrag sprach der Erzbischof über die in den USA festgeschriebene Trennung von Kirche und Staat: „Wenn die Trennung von Kirche und Staate bedeutet, daß der Glaube vom öffentlichen Leben getrennt wird, dann wird die Regierung von der Moral und der Bürger von seinem Gewissen getrennt. Das führt zu einer charakterlosen Politik. Eine solche herrscht zur Zeit in den USA wie eine nationale Epidemie.“

Zur Kinderabtreibung erklärte Erzbischof Chaput, daß die vorgeburtliche Tötung eines Kindes immer falsch sei, weil ein unschuldiges Leben umgebracht werde. Im Gegensatz dazu rechtfertige die kirchliche Lehre unter gewissen Umständen Kriege oder die Todesstrafe.

Der Erzbischof unterstrich jedoch, daß er ein scharfer Gegner des Irakfeldzugs von Präsident George W. Bush sei und daß er die Todesstrafe in den Vereinigten Staaten strikt ablehne.

In seiner Rede nahm Erzbischof Chaput auch zu einem brisanten aktuellen politischen Lebensschutzthema Stellung. In allen Krankenhäusern des US-Bundesstaates Colorados, dessen Hauptstadt Denver ist, sollen vergewaltigte Frauen in Zukunft über die Möglichkeit informiert werden, die sogenannte ‘Tötungspille danach’ einzunehmen, um ein durch die Vergewaltigung möglicherweise gezeugtes Kinder zu vernichten. Über ein entsprechendes Gesetz wird gegenwärtig beraten.

Der Erzbischof von Denver verurteilte diese angestrebte Regelung, die auch katholische Spitäler treffen würde scharf. Das Problem mit der sogenannten ‘Tötungspille danach’ bestehe darin, daß sie nicht etwa eine Notfallsverhütung darstellt, sondern eine Frühabtreibung bewirkt.

„Von unserem katholischen Standpunkt aus, ist das immer sehr falsch.“
      
3 Lesermeinungen
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#3   kreuzi   12:45:05 | Sonntag, 6. März 2005

Schade, dass so ein guter Bischof, so weit weg von Deutschland ist. Stattdessen muss sich Deutschland mit einem Kampheuss begnügen, der wohl die peinlichste Erscheinung der deutschen Lokalkirche ist. Dass dieser unakzeptable Mensch immer noch Bischof ist (Wer auf Fragen nach dem Zölibat und Frauenpriester, ncihts zu antworten kann – ausser „Warten wir das 3. Jahrtausend ab“) der kann nur sowas wie ein Gnadenbrot in der Kirche bekommen, ansonsten wäre diese Mensch wohl schon längst beim Arbeitsamt.
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#2   GerdEric   11:05:52 | Samstag, 5. März 2005
es ist schon interessant
dass konservative bischöfe zu erst das Üble in frauen sehen
(nicht,
dass sie etwa eine ungewollte
(wegen vergewaltigung)
schwangerschaft beenden wollen,
es wird ihr erstmal grundsätzlich unterstellt,
dass sie diese möglichkeit missbrauchen will.
Darf man dann nicht auch erstmal jedem mann,
eben auch den bischöfen,
übles unterstellen?
wie sich bewiesen hat,
sind ja auch diese zu übel fähig) .
zu der einstellung:
„ Eine solche herrscht zur Zeit in den USA wie eine nationale Epidemie.“
ist nur zu sagen,
es war noch nie anders in den usa…
auch nicht zur zeit der „katholischen“ herrschaft.
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#1   Yersinia   09:28:51 | Samstag, 5. März 2005
eine „charakterlose Politik“ im Land
der „wiedergeborenen Christen“? – nicht wirklich! In den USA sind Kirche und Staat strikt getrennt – darum spielen die Religion und vor allem das öffentliche Gebet auch eine so große Rolle; manchmal kann man sich über die Wahrnehmung von Kirchenleuten, was gesellschaftliche Vorgänge betrifft, einfach nur wundern.
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