Judentum
Falscher Landesrabbiner?
In der jüdischen Gemeinde von Hamburg hängt die Mesusa schiefer als vorgesehen: Der Rabbiner, der dort seit fünfzehn Jahren gewirkt hat, soll gar keiner gewesen sein.
Die Papierrollen in einer Mesusa
Die Papierrollen in einer Mesusa
© Joe Goldberg,
(kreuz.net) Anfang September ist der Rabbiner der Hamburger jüdischen Gemeinde, Dov-Levy Barsilay (60), rausgeflogen.

Darüber berichtete die Tel Aviver Tageszeitung ‘Haaretz’ am 16. September.

Der Rabbiner wurde entlassen, nachdem Mitglieder des Vorstandes der Gemeinde herausgefunden hatten, daß das Ordinations-Zertifikat des Rabbiners offenbar nicht gültig war.

Barsilay befindet sich gegenwärtig in Israel. Er klagte den Vorstand an, ihn um seine Pension bringen zu wollen, die er sich vor seiner Entlassung noch aushandeln wollte:

„In zwei Wochen könnte ich die vorgezogene Pensionierung antreten“ – erklärte er vor ‘Haaretz’: „Sie mußten etwas gegen mich finden, um mich entlassen zu können.“

Der Rabbiner erklärt auch, daß der neue Vorstand von ihm vertrauliches Material über ein Mitglied des Gemeinde-Vorstandes verlangt habe: „Das konnte ich nicht tun.“

Jetzt will der entlassene Rabbiner gerichtlich gegen die Gemeinde vorgehen. Er erklärte auch, neben der Rabbiner-Ordination aus Netanya noch eine weitere Ordination zu besitzen.

Der Präsident des Hamburger Vorstandes, Ruben Herzberg, erklärte, daß man angesichts der Tatsachen habe handeln müssen, um die Gemeinschaft vor Schaden zu bewahren: „Das Diplom Barsilays war eindeutig betrügerisch.“

Barsilay war im Jahr 1993 als Rabbiner in Hamburg angestellt worden. Dabei legte er Ordinations-Dokumente vor, die im Jahr 1986 vom Rabbiner der israelischen Küstenstadt Netanya ausgestellt worden war.

Nach Angaben von ‘Haaretz’ bestätigte ein Mitarbeiter des Rabbiners, daß dieser auf Anfrage aus Hamburg mitgeteilt habe, daß die Unterzeichner des Dokumentes dazu nicht die nötigen Vollmachten besessen hätten.

„Das sieht wie eine Verschwörung gegen Barsilay aus“ – erklärte der Unternehmer und CDU-Parteimitglied Andreas Wankum, der bis letzten Sommer den Vorstand der Gemeinde leitete und dann unter Vorwürfen der Mißwirtschaft zurücktrat.

Wankum hat seine eigene Erklärung: „Die neue Führung der Gemeinde ist extrem links und möchte die Gemeinde neu ausrichten. Die Entlassung Barsilays ist Teil dieses Planes.“

Mitglieder seien über die Entlassung des Rabbiners schockiert.

Das israelische Oberrabbinat erklärte vor ‘Haaretz’, mit der Affaire nicht vertraut zu sein.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Protestant   21:22:41 | Freitag, 19. September 2008
Pfarrer Jung muss weitermachen!!!!
Suspendierung hin oder her! Wir stehen hinter unserem Pfarrer Jung in Meckenheim!!!!
Er soll die Messe lesen, sonst bleiben wir daheim oder protestieren in der Kirche!
Rote Karte für den „Meisterkardinal“!!!!!!
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#8   Franz Kappes   11:02:30 | Freitag, 19. September 2008
@pangelingua
Wir sollen doch auf unserer Väter hören. o^/
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#7   Jesuit †   00:19:14 | Freitag, 19. September 2008
Gute Nacht!
Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich?
Die Herren ratschlagen sich mit einander wider den Herrn und seinen Gesalbten:
Lasst uns zerreisen ihre Bande, und von uns werfen ihre Seile!
Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer.
Allseits eine gute Nacht!
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#6   Gehe den rechten Weg   00:18:32 | Freitag, 19. September 2008
Mir unverständlich:

Der Mann findet endlich zum rechten Glauben,
will sich aber angeblich noch ein paar Geldtöpfchen
aus dem jüdischen Tempel sichern.
Ist manches Glaubensbekenntnis doch nur Lippenbekenntnis?
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#5   Jesuit †   23:41:24 | Donnerstag, 18. September 2008
Jetzt hat
es doch tatsächlich hier schon das 4. Posting gegeben! Das Thema muss also ein unheimlich interessantes sein! Und wenns um den gemeinsamen Feind geht, da verbinden sich sogar Lutheraner mit den Pius-Sektieren!
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#4   Lutheraner   23:37:25 | Donnerstag, 18. September 2008
Jesus, der Jude
der erste Papst von Rom, ein Jude. Also ist das eine katholische Nachricht, zudem der Ratzinger angedroht hat, wieder das Alte Testament zu gewichten. Welche Phantasien er damit wohl in die Gesellschaft tragen will?
@ Jesuit
Sind Sie ein echter? Mich würde schon leise Kritik an der israelischen Palästinenserpolitik freuen, mehr noch, würde das sog. Gottesvolk überhaupt auf seine Substanz abgeklopft. Denn dieses Gottesvolk ist ein übersteigerter Schwachsinn, der allen Völker das Leben zur Hölle macht, vornehmlich den Deutschen…
Sie hingegen scheinen einer jener Apologeten, die überall Antisemitismus wittern, obwohl nur ein Rabbi auf den Balkon geht. Scheint eine Form von manischer Hysterie zu sein.
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#3   Jesuit †   17:10:46 | Donnerstag, 18. September 2008
Pan!!!!
Du musst wissen: Antichristlich, antisemitisch und sexistisch ist hier vieles, aber katholisch ist hier rein gar nichts!!!!!
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#2   pangelingua   15:41:01 | Donnerstag, 18. September 2008
@Peter-Pan
Inwieweit ist das hier eine katholische Nachricht oder hat irgendeinen christlichen Bezug?
Die Frage ist gut, diese Nachricht gehört beim besten Willen nicht hierhin. Oder sollte den Ausschlag gegeben haben, dass im Artikel von der CDU die Rede ist?
Diese Partei ist inzwischen aber weder christlich und erst recht nicht katholisch. Sie betreibt den gleichen Etikettenschwindel wie die Vaticanum-II-Kirche.
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#1   Peter-Pan   15:08:58 | Donnerstag, 18. September 2008
Katholische Nachrichten?
Die Frage stellt sich mir zwar des öfteren, aber aus aktuellen Anlass noch einmal: Inwieweit ist das hier eine katholische Nachricht oder hat überhaupt irgendeinen christlichen Bezug?
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