Kultur
Der Metzger bekommt eine Filiale
Er lebt von der Dummheit der Leute, die seine Verrücktheiten ernstnehmen und ihn dafür bezahlen. Weil Dummheit weitverbreitet ist, konnte sich der Schlaumeier einen ansehnlichen Schmerbauch anfressen.
Was von der Kunst noch übriggeblieben ist.
Was von der Kunst noch übriggeblieben ist.
© „we-make-money-not-art“, CC
(kreuz.net) Der österreichische Schweinestecher und Körpersäfte-Fetischist Hermann Nitsch (70) hat sich am vergangenen Wochenende in der Stadt Neapel in Süditalien ein neues sogenanntes Museum einrichten lassen.

Das berichtete die Webseite ‘Spiegel-Online’ am 14. September.

Im Zentrum der Museumseröffnung stand der Magen: 2000 Liter Wein, 120 Kilogramm Büffelmozzarella, 5000 frittierte Spezialitäten und fünfzig echte Sachertorten. Nitsch selber ist schwer übergewichtig.

In Abgrenzung zu den profillosen Krawattenpriestern der katholischen Religion erschien Nitsch in schwarzer Kleidung, was ihm nach ‘Spiegel-Online’ „die Aura eines katholischen Geistlichen“ – vorkonziliärer Prägung – verlieh.

"Kunst" von Nitsch
„Kunst“ von Nitsch
© Sergio Calleja, CC
Das neapolitanische Museo Nitsch ist die Privatangelegenheit einiger Spinner.

Als Nitsch im Jahr 1973 zum ersten Mal nach Neapel kam, hatte man dort für seinen Blutwahn kein Musikgehör.

Die Polizei setzten den Tierleichenschänder kurzerhand an die Luft.

Doch inzwischen ist auch das moderne Neapel auf den Nitsch gekommen: Aufnahmen von blutüberströmten Nackten, ans Kreuz gebundenen Jünglingen und orgiastischem Wühlen in Tiereingeweiden ist das Ende einer edlen Tätigkeit, die sich früher Kunst nannte.

Wo Phantasie und Kunstfertigkeit fehlen, können nur Skandale und Geschäftssinn begeistern.

Das in Weiß gestrichene Nitsch-Museum in Neapel „ragt aus dem wild zusammengewürfelten Häusermeer heraus wie ein Zahnimplantat aus einem maroden Gebiß“ – kommentiert ‘Spiegel-Online’.

Insgesamt sind es 1800 Quadratmetern Ausstellungsfläche mit Photographien, Videoaufnahmen und zahlreiche Relikten aus der Metzgerei Nitsch.

Aus Lautsprecherboxen wird der Besucher mit von Nitsch selbstkomponierter angeblicher Ritual-Musik beschallt.

Nitschs Auftritt in Neapel erhielt insofern eine gewisse Weite, als der italienische Akzent des Möchtegern-Metzgers nach Angaben von ‘Spiegel-Online’ „ein wenig an den des Papstes erinnert“.

Um den Schwindel nicht zu offensichtlich zu machen, kann man in Nitschs Fleischer-Filiale in Neapel auch Begriffe wie „Seinsmystik“, „Auferstehung“ und „Christus“ lesen.

Doch sie dienen eher der Kontrastbildung: Im Zentrum stehen die Begriffe „Fleisch“ und „Orgasmus“.

Dem dummen Besucher wird auch das Nitsch-Vokabular vorgestellt:

Brot und Wein stehen für die Liebe. Gezuckertes Ziegenblut und heiße Tinte dagegen stehen für die Geschmacks- und Geruchsmotive des Todes.

Wofür stehen die fünfzig Sachertorten?
      
19 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#19   Vox e luce   15:40:39 | Dienstag, 2. Dezember 2008
insinuator
… für einen sinnfreien Bericht zu einem belanglosen Event. Kotz.net halt, the same procedure as every day …
Brachial ist das, worüber da berichtet wird, während die Überschrift doch sehr sachlich ist.
Redaktion benachrichtigen
#18   Protestant   21:34:34 | Freitag, 19. September 2008
@achja,Heinrich…
ich glaube, du bist Kölner! Da können wir es ja ruhig bei Du belassen! Also, im Prinzip gebe ich dir ja Recht, wenn du sagst, das stimmt nicht! Aber hast du dir schon malüberlegt, wie lange ich hier schon im Forum bin, was sich seit dem alles getan hat und was ich hier ungestraft von mir gebe! An Deiner Stelle wäre ich mir gar nicht so selbstsicher, mein kluger Freund…
Redaktion benachrichtigen
#17   HeinrichvonOfterdingen   21:31:22 | Freitag, 19. September 2008
Lieber Protestant,
Die wissen ganz genau, dass sie bei allem, was sie gegen mich unternehmen, ins Leere greifen…raten Sie doch mal…!!!!
… ist schon klar! Mangels Substanz!
Redaktion benachrichtigen
#16   Protestant   21:29:45 | Freitag, 19. September 2008
Lieber Heinrich…
…die sogenannte Forumsaufsicht, die irgendwo im anonymen Ku-Klux-Klan-Land verborgen liegt, kann mich mal kreuzweise!
Die wissen ganz genau, dass sie bei allem, was sie gegen mich unternehmen, ins Leere greifen…raten Sie doch mal…!!!! :-D
Redaktion benachrichtigen
#15   HeinrichvonOfterdingen   21:27:03 | Freitag, 19. September 2008
Lieber Protestant,
übrigens ziemlich doof, dass Sie das überall posten, auch da wo es überhaupt nicht passt. Ist irgendwie so, wie wenn Ihnen nun nix mehr einfallen würde. Nu gut, Sie haben ja auch in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen, dass Ihnen nix einfallen tut, aber Sie brauchten es ja nicht so offensichtlich machen. Manchmal mag die strenge Forumsaufsicht so was nicht und ahndet es mit – wenigstens vorübergehendem – Ausschluss von diesem Forum!
Redaktion benachrichtigen
#14   Protestant   21:22:18 | Freitag, 19. September 2008
Pfarrer Jung muss weitermachen!!!!
Suspendierung hin oder her! Wir stehen hinter unserem Pfarrer Jung in Meckenheim!!!!
Er soll die Messe lesen, sonst bleiben wir daheim oder protestieren in der Kirche!
Rote Karte für den „Meisterkardinal“!!!!!!
Redaktion benachrichtigen
#13   Insinuator   20:18:05 | Freitag, 19. September 2008
Eine brachiale Überschrift …
… für einen sinnfreien Bericht zu einem belanglosen Event. Kotz.net halt, the same procedure as every day …
Redaktion benachrichtigen
#12   thaumaturgos   10:32:26 | Freitag, 19. September 2008
… dass sich keine Sau für diesen Sch… hier interessiert!
das iust wahr, nur halbwegs intelligente leute, nicht aber hetz.net-dumpfbacken setzen sich mit werk und witrkung von nitsch auseinander
wie schön, zu sehen, welch grosseres meer an *deppen* sich hier auf hass.net findet
Redaktion benachrichtigen
#11   Gehe den rechten Weg   03:14:46 | Freitag, 19. September 2008
Art oder Entartet…?

Ein Skandal, so etwas überhaupt als Kunst zu bezeichnen.
Früher wäre so etwas als entartet aus den Museen entfernt
worden.
Dann hätte sich der Herr seine Sachertorten mal auf
ehrliche anständige Weise verdienen müssen.
Redaktion benachrichtigen
#10   _zeitgeist   00:30:54 | Freitag, 19. September 2008
ein großer künstler unserer zeit
Höhepunkt war 1998 das 6-Tage-Spiel auf dem niederösterreichischen Schloss Prinzendorf nahe der tschechischen Grenze, das der Künstler 1971 gekauft hatte und auf dem er noch heute lebt. Die sechs Tage spielen auf den alttestamentarischen Schöpfungsmythos an: Das OMT ist synästhetisches Gesamtkunstwerk, eine Melange aus christlichen Ritualen und antiken Kulten. Tiere werden geschlachtet, nackte Menschen symbolisch ans Kreuz geschlagen, rohes Fleisch, Blut und Gedärme über sie ausgebreitet, man trinkt, isst und führt ekstatische Tänze auf.
kunst.zitty.de/…--retrospektive.html
Redaktion benachrichtigen
#9   DC - Fan   00:26:39 | Freitag, 19. September 2008
@NITSCH
Nitschs antichristliches Treiben wird in Österreich staatlich gefördert und Preis-gekrönt. – Setzen wir dem ein Ende! www.gloria.tv/?video=jdvsqa4j…
Redaktion benachrichtigen
#8   Jesuit †   00:07:14 | Freitag, 19. September 2008
Zur Nacht!
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag!
Redaktion benachrichtigen
#7   Galatea   22:57:11 | Donnerstag, 18. September 2008
Die hier Unverständnis posten,
sollten sich über Leben und Werk des Angesprochenen informieren. Und zwar gründlich. Auch seine Verbindungen zu Sekten.
Und sich die Werke zu Gemüte führen. Da hört sich jeder Humor auf.
Redaktion benachrichtigen
#6   Sirilo   22:11:30 | Donnerstag, 18. September 2008
„Nitsch ist schwer übergewichtig“
Nun, Erzbischof Haas und Bischof Krenn sind auch schwer übergewichtig. Verbindet das die drei Herren?
Redaktion benachrichtigen
#5   Jesuit †   21:59:11 | Donnerstag, 18. September 2008
Wie gut,
dass sich keine Sau für diesen Sch… hier interessiert!
Redaktion benachrichtigen
#4   Biene Maja   21:38:51 | Donnerstag, 18. September 2008
Das ist eine…
…Sauerrei schütten kann jeder das ist nicht Kunst.
Redaktion benachrichtigen
#3   Beobachterin   21:13:44 | Donnerstag, 18. September 2008
Torten
Die fünfzig Sachertorten gehören in das Gesicht von Nitsch.
Redaktion benachrichtigen
#2   Jesuit †   19:56:35 | Donnerstag, 18. September 2008
Das passt
doch ideal zu kreuz.net!
Redaktion benachrichtigen
#1   Sweetdragon †   18:30:34 | Donnerstag, 18. September 2008

Wofür stehen die fünfzig Sachertorten?
Für verdammt guten Geschmack und einen dicken Geldbeutel :)3
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
KulturBigotte Weltfrömmigkeit KulturDas ist doch die alte Masche KulturKunstgeschmack eines Pfaffen KulturDer Frosch zu Bozen KulturKirchenführung einmal anderes KulturInhaltsleer und staubtrocken Dommuseum WienDer Wiener Kardinal lästert seinen Gott immer noch KulturEr getraut sich nicht KulturDer Papst hat es schon gesehen KulturDie Ausstellung hat mich beeindruckt! Wiener DommuseumDer Skandal weitet sich aus Hamburger Mariendom„Es hätte nicht karger sein können“ KirchenbauWahrzeichen wofür? KulturEs gibt auch hausgemachte kirchliche Probleme KulturAllein schon durch das Lächeln des Dalai Lama
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net