10:16:44 | Freitag, 19. September 2008
Erschreckendes Zeugnis: „Ich bin an sich eine optimistische Person. Aber ich war von der Lage der Menschen entsetzt.“
(kreuz.net) Noch immer fließt in der Stadt Mossul im Nordirak fast täglich Blut.
Die Drei-Millionen
Stadt befindet sich am rechten Ufer des Tigris – ungefähr 350 Kilometer nördlich von Bagdad.
Die ganz
großen Attentate bleiben mittlerweile zwar aus. Aber noch immer ist das Leben von Gewalt geprägt – berichtet
Marie-Ange Siebrecht, Nahost-Expertin des katholischen Hilfswerkes ‘Kirche in Not’, die das Land kürzlich
bereist hat.
„Man spricht jetzt weniger vom Irak“ – erklät sie: „Aber die Situation ist sehr, sehr schlecht.“
Viele Christen sind in den Norden des Landes geflohen, um der Gewalt zu entgehen. Doch dort geht es den
Menschen ebenfalls nicht gut.
Frau Siebrecht: „Ich bin an sich eine optimistische Person, aber ich war
von der Lage der Menschen entsetzt.“
In den Dörfern, in denen die Flüchtlinge untergekommen sind, gibt
es keine Arbeit. Die meisten Menschen warten einfach, daß die Tage herumgehen: „Die Leute haben keine
Perspektive, keine Zukunft. Viele wollen das Land verlassen.“
Es gibt wenige Lichtblicke: „Die Ordensfrauen
leisten im Nordirak tolle Arbeit.“
Die meisten Schwestern arbeiten in der Ninive-Ebene und in Kurdistan.
Sie kümmern sich um Waisenkinder, engagieren sich in der Katechese und besuchen Familien: „Auf sie ist
Verlaß!“ – erklärt Frau Siebrecht.
Auch viele junge Priester und Laien seien voller Tatendrang. Vor
allem sei spürbar, daß die Menschen gerade jetzt mehr über den Glauben erfahren wollen: „Viele Kinder
gehen zur Erstkommunion, und die Kirchen sind voll.“
Frau Siebrecht berichtet von einer ganz normalen
Sonntagsmesse in der nordirakischen Kirkuk – dem Zentrum der Erdölindustrie des Landes: „Es nahmen mehr
als tausend Menschen am Gottesdienst teil.“
Die Kirchen im Irak müssen von Bewaffneten geschützt werden:
„Aber die Gläubigen kommen.“
Es gibt nach Angaben von Frau Siebrecht viele geistliche Berufungen – trotz
oder vielleicht gerade wegen der Bedrängnis, welche die Christen im Irak erleiden. Erst kürzlich wurden
in Mossul erneut zwei Christen ermordet.
Dennoch hat die Kirche hier ihren Platz: „Der Irak bildet die
Herzregion des Alten Testaments.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#11
Protestant 21:21:50 | Freitag, 19. September 2008
#10
Franz Kappes 16:04:45 | Freitag, 19. September 2008
#9
Gerard 14:37:20 | Freitag, 19. September 2008
#8
JMX 14:26:41 | Freitag, 19. September 2008
#7
Franz Kappes 12:33:49 | Freitag, 19. September 2008
#6
noch ein Landorganist 11:57:26 | Freitag, 19. September 2008
#5
Franz Kappes 10:41:56 | Freitag, 19. September 2008
#4
Mathilde 10:40:24 | Freitag, 19. September 2008
#3
Franz Kappes 10:39:02 | Freitag, 19. September 2008
#2
JMX 10:35:25 | Freitag, 19. September 2008
#1
Franz Kappes 10:20:16 | Freitag, 19. September 2008