Irak
Die Situation ist sehr, sehr schlecht
Erschreckendes Zeugnis: „Ich bin an sich eine optimistische Person. Aber ich war von der Lage der Menschen entsetzt.“
Assyrische Kirche im Irak
Assyrische Kirche im Irak
© James Gordon, CC
(kreuz.net) Noch immer fließt in der Stadt Mossul im Nordirak fast täglich Blut.

Die Drei-Millionen Stadt befindet sich am rechten Ufer des Tigris – ungefähr 350 Kilometer nördlich von Bagdad.

Die ganz großen Attentate bleiben mittlerweile zwar aus. Aber noch immer ist das Leben von Gewalt geprägt – berichtet Marie-Ange Siebrecht, Nahost-Expertin des katholischen Hilfswerkes ‘Kirche in Not’, die das Land kürzlich bereist hat.

„Man spricht jetzt weniger vom Irak“ – erklät sie: „Aber die Situation ist sehr, sehr schlecht.“

Viele Christen sind in den Norden des Landes geflohen, um der Gewalt zu entgehen. Doch dort geht es den Menschen ebenfalls nicht gut.

Frau Siebrecht: „Ich bin an sich eine optimistische Person, aber ich war von der Lage der Menschen entsetzt.“

In den Dörfern, in denen die Flüchtlinge untergekommen sind, gibt es keine Arbeit. Die meisten Menschen warten einfach, daß die Tage herumgehen: „Die Leute haben keine Perspektive, keine Zukunft. Viele wollen das Land verlassen.“

Es gibt wenige Lichtblicke: „Die Ordensfrauen leisten im Nordirak tolle Arbeit.“

Die meisten Schwestern arbeiten in der Ninive-Ebene und in Kurdistan. Sie kümmern sich um Waisenkinder, engagieren sich in der Katechese und besuchen Familien: „Auf sie ist Verlaß!“ – erklärt Frau Siebrecht.

Auch viele junge Priester und Laien seien voller Tatendrang. Vor allem sei spürbar, daß die Menschen gerade jetzt mehr über den Glauben erfahren wollen: „Viele Kinder gehen zur Erstkommunion, und die Kirchen sind voll.“

Frau Siebrecht berichtet von einer ganz normalen Sonntagsmesse in der nordirakischen Kirkuk – dem Zentrum der Erdölindustrie des Landes: „Es nahmen mehr als tausend Menschen am Gottesdienst teil.“

Die Kirchen im Irak müssen von Bewaffneten geschützt werden: „Aber die Gläubigen kommen.“

Es gibt nach Angaben von Frau Siebrecht viele geistliche Berufungen – trotz oder vielleicht gerade wegen der Bedrängnis, welche die Christen im Irak erleiden. Erst kürzlich wurden in Mossul erneut zwei Christen ermordet.

Dennoch hat die Kirche hier ihren Platz: „Der Irak bildet die Herzregion des Alten Testaments.“
      
11 Lesermeinungen
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#11   Protestant   21:21:50 | Freitag, 19. September 2008
Pfarrer Jung muss weitermachen!!!!
Suspendierung hin oder her! Wir stehen hinter unserem Pfarrer Jung in Meckenheim!!!!
Er soll die Messe lesen, sonst bleiben wir daheim oder protestieren in der Kirche!
Rote Karte für den „Meisterkardinal“!!!!!!
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#10   Franz Kappes   16:04:45 | Freitag, 19. September 2008
@Gerard
Ich fürchte, dass nützt den gepeinigten Menschen nicht wirklich.
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#9   Gerard   14:37:20 | Freitag, 19. September 2008
Ami schützt die Christen nicht
Der Ami begann den Irak-Krieg nicht der Christen wegen, sondern allein der Ölquellen wegen. Sohin wurden die knapp vor Kriegsbeginn mit Moskau geschlossenen Verträge obsolet.
Der scheinheilige Ami vergisst unsere und auch seine Brüder und Schwestern im Irak.
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#8   JMX   14:26:41 | Freitag, 19. September 2008
Der „rechte Weg“
ist ein rein christliches Begriffgebilde, das religionstypisch zu diffus für eine klare Begriffseingrenzung ist. Jeder meint, was anderes darunter zu verstehen und jeder meint, sein Weg sei der „rechte“ und die Wege der anderen nicht.
Das wird der Komplexität der meisten Situationen nicht gerecht. Wer also behauptet, er wisse den „rechten Weg“, bei dem geht bei mir immer der „Scharlatan-Alarm“ los.
In Bezug auf diesen Thread ist meiner Meinung nach nur wichtig, die Hilfsleistungen ohne Missionierung durchzuführen, sonst sind sie nur reine „Wählerbestechung“, die den Leuten nicht hilft und sie nicht ernstnimmt.
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#7   Franz Kappes   12:33:49 | Freitag, 19. September 2008
@Tastenheini
Ihre islamophoben Äußerungen sind hier deplaziert.
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#6   noch ein Landorganist   11:57:26 | Freitag, 19. September 2008
@ Franz Kappes
Hilft das Militär im Irak nicht?
Eine große Hilfe wäre es, wenn das Militär mal planmäßig die Terrorvermittlungsburgen (a.k.a. Moscheen) niederreißen würde, oder zumindest schließen. Der Islam ist ein Politideologie, auf die die Ansprüche westlichen Rechts auf freie Religionsausübung nicht anwendbar sind.
Hier gilt mal echt der Anspruch auf „Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“
Der Islam genießt nur Gewohnheitsschutz. Würde er heute neu gegründet, wäre er nach geltenden Gesetzen in seiner Gesamtheit sofort als menschenverachtende Terrororganisation verboten.
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#5   Franz Kappes   10:41:56 | Freitag, 19. September 2008
@Mathilde
Marie-Ange Siebrecht kann sich doch vor Ort dafür einsetzen.
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#4   Mathilde   10:40:24 | Freitag, 19. September 2008
Im Irak sollten die Christen vom Militär geschützt
und die Regierung verpflichtet werden, Christen zu beschäftigen. Christen in die Parlamente!Flucht und Vertreibung sind keine Lösung.
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#3   Franz Kappes   10:39:02 | Freitag, 19. September 2008
@JMX: Dann müssten sie …
Kennen Sie den rechten Weg?
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#2   JMX   10:35:25 | Freitag, 19. September 2008
Mission ist ein Problem nicht die Lösung
Die Situation im Irak ist schon ein wenig vielschichtiger als es hier dargestellt wird.
Mir stößt hier aber auf, das man die Situation der Menschen zur Missionierung ausnutzt (Stichwort: Waisenkinder).
Auch in anderen Ländern wird als humanitäre Hilfe getarnte Mission zum Problem:
www.heise.de/…ikel/26/26005/1.html
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#1   Franz Kappes   10:20:16 | Freitag, 19. September 2008
Irak braucht Hilfe
Hilft das Militär im Irak nicht? Wofür sind die denn da? Nur um sich selbst zu schützen?
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