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Freitag, 4. März 2005 21:33
Die Katze ist aus dem Sack
Bischof Klaus Küng von St. Pölten hat die Ruhe des Wochenendes dazu benützt, um einen brisanten Entscheid zu fällen. Er ernannte den neuen Regens seines Priesterseminars. Es handelt sich um den gegenwärtigen Spiritual des österreichweiten Vorbereitungsjahres für Priesterstudenten, Anton Leichtfried (37). Der neue Regens hat sich als scharfer Krenn-Gegner mit progressistischen theologischen Positionen profiliert. Ein Kommentar.
(kreuz.net, St. Pölten) Neo-Regens Leichtfried gilt als ein enger Vertrauter des ehemaligen Leiters des St. Pöltener Priesterseminars, Franz Schrittwieser. Der ebenfalls theologisch sehr liberale Schrittwieser wurde im Herbst 2001 von Bischof Kurt Krenn nach 13 Jahren als Regens abgesetzt. Im Priesterseminar gab es damals kaum mehr Seminaristen.

Im Herbst 2003 wurde Ex-Regens Schrittwieser mit der Leitung des interdiözesanen Vorbereitungsjahr für österreichische Priesteranwärter in Horn (Niederösterreich) betraut. Leichtfried war der Spiritual des Hauses. Unter diesem Tandem sollen angehende konservative Priesterkandidaten immer wieder in Schwierigkeiten gekommen sein. Der spätere St. Pöltner Seminarist R.R., der zum Homo-Sumpf des St. Pöltener Priesterseminars gehörte und später als vielleicht wichtigster Medieninformant im St. Pöltner Sexskandal auftrat, war in Horn ebenfalls ein Zögling von Schrittwieser und Leichtfried.

Spiritual Anton Leichtfried wurde 1967 geboren und stammt wie Schrittwieser aus Purgstall in der Nähe von Amstetten. Amstetten befindet sich zwischen Linz und St. Pölten. Leichtfried ist ein Schüler des inzwischen emeritierten Freiburger Dogmatikers Gisbert Greshake, der für seine kirchenkritischen Positionen bekannt wurde.

Nach seiner Promotion soll Leichtfried eine Tätigkeit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule seiner Heimatdiözese St. Pölten angestrebt haben. Dies lehnte Bischof Krenn wegen der liberalen Ansichten Leichtfrieds stets ab. Auch deshalb stand Leichtfried im Ruf, zu den schärfsten Widersachern von Bischof Krenn zu gehören.

Mit der Ernennung von Anton Leichtfried hat Bischof Klaus Küng seine eigenen Karten auf den Tisch gelegt.

Der Bischof ist offensichtlich entschlossen, sein Bistum nach den Vorgaben des auch in St. Pölten übermächtigen links-progressiven Blocks umzuformen. Da dieser auf die uneingeschränkte Unterstützung der Medien zählen kann, ist der Entscheid von Bischof Küng auch eine Frage seines öffentlichen Ansehens und seines politischen Überlebens in St. Pölten.

Bischof Küng hat sich – Opus-Dei-Mitgliedschaft hin oder her – entschlossen, sich auf die Seite der Sieger im St. Pöltener Kirchenkampf zu werfen. Er folgt damit dem in der Kirche – und auch im Opus Dei – bekannten Satz, wonach es besser ist, eine Revolution zu leiten als sie zu erleiden. Davon könnte Altbischof Krenn im nachhinein ein Liedlein singen. Bischof Küng braucht keinen Gesangsunterricht. Er kennt die Melodie, nach der er in St. Pölten zu tanzen hat, schon aus Feldkirch.

Die Aufgabe des neuen Bischofs von St. Pölten ist, die galoppierende Anpassung der Diözese an die neuen linken Machtverhältnisse mit konservativ-gemäßigten bischöflichen Verlautbarungen zu überdecken. Das wird genügen, um die legalistischen Konservativen bei der Stange zu halten und in ihren blauen Augen den Schein der Normalität zu wahren. In der konkreten Leitung seiner Diözese wird Bischof Küng dagegen genau das tun (müssen?), was die Linken von ihm fordern. Das zeigt die Ernennung des neuen Regens auf überdeutliche Weise.

Vielleicht wird Bischof Küng das noch unbesetzte Amt des Spirituals dem oberflächlichen Ausgleich zuliebe mit einem dekorativen Konservativen besetzen. Ob das nötig ist, wird auch davon abhängen, wie stark die Proteste gegen die Ernennung von Regens Leichtfried sein werden. Aber da die Katholiken in der Öffentlichkeit kaum eine Stimme haben, braucht Bischof Küng nicht um seinen Nachtschlaf zu fürchten.

Ob sich dagegen das St. Pöltner Priesterseminar vom Sex-Skandal des letzten Jahres erholen wird, ist fraglich.

Liberale Regenten stehen nicht im Ruf Seminaristen anzulocken.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 14 Lesermeinungen:
Donnerstag, 10. März 2005 08:59
Peccator: Kadavergehorsam des Opus Dei
Die Ernennung des neuen Regens des Priesterseminars von St. Pölten macht auf eindrucksvolle Weise deutlich, wohin der Kadavergehorsam führt, den das Opus Dei stets auf seine Fahnen geschrieben hat. Anstatt mutig für die Wahrheit einzutreten paßt man sich dem innerlirchlichen Mainstream an und wirkt so mit an der Zerstörung der kirchlichen Tradition. Vor dem Opus Dei muß wirklich niemand Angst haben; in absehbarer Zeit wird daraus ein liberaler Kirchenverein. Von Bischof Küng, der mir persönlich bekannt ist, war nichts anderes zu erwarten.
Montag, 7. März 2005 15:30
ottaviani: der gute kardinal ottaviani
war mir inspiration mir ist dein name noch nicht wirklich aufgefallen auch weiß ich nicht wer von uns beiden zuerst hier war aber egal
selbstverständlich stehe ich voll und ganz zu dem was ich über die beiden herren geschrieben habe
Sonntag, 6. März 2005 20:28
Ottawiani: Falsche Identität
Ich weise darauf hin, dass die despektierlichen Äußerungen über Hwst. Bischof Dr. Klaus Küng in dem Beitrag vom05. März 2005, 10:42 ottaviani: „das opus dei als vollstrecker“ nicht von mir stammen.
Ottawiani ist nicht = Ottaviani.
Wer hat es nötig, sich einen Lesernamen zuzulegen, der nur eine Differance von v-w zu dem meinigen aufweist? Selbst möchte ich die getroffenen Personalentscheidungen gar nicht kommentieren.
Felix Ottawiani
Sonntag, 6. März 2005 09:12
Bruno-Maria Schulz: Wahrheit oder Getratsche?
Weder Gesundreden noch Krankreden zählt? Alleine Wirklichkeit zählt?
Nein. Stimmt nicht!
Es werden zu oft Gesunde krank geredet und Kranke erhalten viel Gesundungshilfe durch das Wort.

Tödlich giftig ist das unwahre Wort für Gesunde an Leib und Seele. Verbucht aber, wird sein Leiden bei Gott auf dem Konto des so Redenden und selbst des so Denkenden.
Mk 4,24 Lk 6,38 Mt 7,2: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden – mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden.

Ist es nicht genug der Anklagen?

Hier mitlesende Nichtchristen, Atheisten, Juden, aber auch Spötter reiben sich längst die Hände und sagen seht her – so sind sie – die Christen.

Sind wir so?

Ist Getratsche wichtiger als Brüderlichkeit?
Lebt unser Bruder längst Buße und Reue; hat Gott ihm längst verziehen, so zerren wir seine Schuld durch die Menge – aber sie hängt längst an uns diese Schuld. Sie wurde zu unserer, die wir nicht mehr loslassen können. Sie klebt an uns, weil wir sie aufblähten, breit traten uns mit ihr besudelten und statt unserer Schuld, diese Gott und der Welt präsentieren.

Bruno-Maria Schulz
Samstag, 5. März 2005 23:17
turk: Künstliche Sorgen
Weder das Gesundreden noch das Krankreden bringt etwas. Was zählt, ist die Wirklichkeit. Die echte Frage, die sich stellt, ist folgende: welche anderen Möglichkeiten hätte denn Bischof Küng gehabt? Nach der Apostolischen Visitation in St. Pölten geht es vor allem um die Frage, wie man am besten verhindern kann, daß sich hinter dem Zölibat perverse Sexualtendenzen zu verstecken suchen und damit den Zölibat und das lateinische Weihepriestertum diskreditieren. Daß daher auch eine personelle Zäsur notwendig ist, versteht sich von selbst. Und ob das immer noch vorhandene und in Wirklichkeit verdummte Lagerdenken die Beurteilung von Personalia erleichtert oder nicht vielmehr verdunkelt, das erkennt der unvoreingenommene Leser auch von selbst …
Samstag, 5. März 2005 20:10
Bruno-Maria Schulz: Einsichten sind gefordert
– – –
Das Streben nach Heiligkeit ist weniger Verpflichtung, als vielmehr einzige Rettung und einziges Ziel.

Nicht nur Personen kirchlichen Amtes sollten in dieser Aufgabe mit der Gnade Gottes wachsen. Jeder Christ wächst im Glauben Gott entgegen dann, wenn er dies will und anstrebt.

Dass Gott mit Seinen menschlichen Werkzeugen Gutes wirkt, und zwar mit so Manchen denen wir das nie zugetraut hätten, ist unserer Kurzsichtigkeit sicher.

Völlig unsinnig wäre festzustellen:
„wo es den Interessen der Schreibenden entspricht, würden Gehorsam und Linientreue gefordert; also Auswahlchristentum“.
Unsinn, weil weder die Kirche noch der ihr dienende Klerus, ein „Auswahlchristentum“ kennt noch fördert.

Noch unsinniger die Unterstellung; OPUS DEI sei Vollstrecker.
Unsinn, in völliger Verkennung der Ziele dieser Prälatur für Dienstleistung der Weltkirche für Laien, die ihre christliche Berufung ernst nehmen.

Machen wir Sinnen und Trachten und Glauben doch nicht an Personen fest. Letzten Endes gibt es nur zwei Personen; das ist Gott und jeder einzelne Mensch. Jeder für sich – mit Gott. Ganz alleine!

Wer was wann, zu wem oder was gesagt hat, ist dann ohne jede Bedeutung. Es wird einzig zählen; das Verhältnis
GOTT UND ICH.

Zu sagen MAN KANN NUR NOCH BETEN hieße; Gott alleine alles zu überlassen und passiv auf Andere deuten – denn man selbst ist ja gut und gottesfürchtig und lebt nach dem Wort Gottes im Gebot der Gottes- und Nächstenliebe.

Ist es so?
Ist es so, wenn wir auf Andere deuten?
Ist nicht eher das Gegenteil der Fall und die Finger der anklagenden Schöpfung und Ordnung Gottes deuten auf uns?

Bruno-Maria Schulz
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