16:43:11 | Samstag, 20. September 2008
Ein Ökumeneprofessor trieb an der katholischen Universität in Lublin jahrzehntelang sein Unwesen. Gegen Ende seines Lebens wird der Vatikan auf einmal gegen ihn aktiv.
(kreuz.net, Vatikan) Der Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Angelo Amato, hat den polnischen
Ökumeniker Pater Waclaw Hryniewicz (72) verwarnt.
Das berichtete der Nachrichtendienst der US-Bischofskonferenz
‘Catholic News Service’.
Pater Hryniewicz gehört zum Missionsorden der Oblati Mariae Immaculatae, die
in Deutschland auch „Hünfelder Oblaten“ genannt werden.
Er lehrte bis 2005 an der katholischen Universität
in Lublin ökumenische Theologie. Seine Publikationsliste umfaßt über 820 Bücher und Artikel. Der Pater
hat auch in sechs verschiedenen Ländern unterrichtet. Diesen Sommer mußte er sich einer Krebsoperation
unterziehen.
Frontal gegen die katholische LehreIm September 2007 veröffentlichte der Geistliche einen
Artikel gegen das Dokument der Glaubenskongregation vom Juli 2007 über
„Fragen zu einigen Aspekten bezüglich
der Lehre über die Kirche“.
Der Text mit 1.100 Wörtern erschien in dem umstrittenen theologischen Onlinemagazin
‘Open Theology’.
Pater Hryniewicz jammerte darin, daß die Glaubenskongregation „viele Theologen enttäuscht“
habe. Die Erklärung unterstreiche das Trennende statt des Verbindenden.
Der Pater warnte vor einem angeblichen
„gravierenden Rückschritt“.
Das Zweite Vatikanum werde im „Geist der vorkonziliaren Lehre“ interpretiert –
ideologisierte er: Die Kirche gehe zurück zur alten Ekklesiologie und wünsche ein Monopol auf die Wahrheit
zu besitzen.
Reaktion der GlaubenskongreagtionDer Sekretär der Glaubenskongregation, Mons. Amato,
verwarnte Pater Hryniewicz daraufhin im Januar 2008.
Der Erzbischof forderte ihn auf, innerhalb von drei
Monaten einen von seinen Oberen genehmigten Widerruf zu veröffentlichen.
Erzbischof Amato kritisiert,
daß Pater Hryniewicz eine emotionale Sprache benützt habe. Es fehle ihm auch die wissenschaftliche und
methodische Strenge.
Keine EinsichtPater Hryniewicz weigerte sich, eine Korrektur zu veröffentlichen.
Das erklärte er in seiner Antwort vom 27. März.
Er sei in den Prozeß der „ökumenischen Versöhnung“
tief eingebunden und teile die Schmerzen und Sorgen der Nichtkatholiken, die vom Dokument der Glaubenskongregation
angeblich „tief verletzt“ worden seien – schürte er wiederum Emotionen.
Künftig werde er keine Dokumente
der Glaubenskongregation mehr kommentieren. Er sei durch das gegenwärtige Beispiel „ausreichend entmutigt“.
Bevorstehende Sanktionen?Laut ‘Catholic News Agency’ drohen dem Pater nun ein Veröffentlichungsverbot
oder sogar die Suspendierung. Die Agentur beruft sich auf ungenannte polnische Quellen.
Pater Hryniewicz
erklärte am Telephon, daß er dem Tod nahe sei: „Ich sehe nicht, wie ich jetzt mit Klarstellungen und
Berichtigungen gegen mein Gewissen handeln kann.“
Disziplinare Drohungen lassen den Pater kalt.
Er macht
sich nur Sorgen, daß eine Verurteilung auch seine vergangene Arbeit überschatte, in der er ähnliche
Ansichten und Überzeugungen vertreten habe.
Eine Sprecherin der Universität von Lublin erklärte, daß
Pater Hryniewicz für seine „kontroversen“ Thesen bekannt gewesen sei.
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#10
karljosef 22:12:20 | Montag, 22. September 2008
#9
Bernd-Jupp 18:30:48 | Sonntag, 21. September 2008
#8
Marcelus 12:18:16 | Sonntag, 21. September 2008
#7
karljosef 07:47:29 | Sonntag, 21. September 2008
#6
Colombe de la paix 20:55:39 | Samstag, 20. September 2008
#5
Elijahu † 19:03:20 | Samstag, 20. September 2008
#4
Gunsenum 17:28:45 | Samstag, 20. September 2008
#3
Schüttel 17:01:28 | Samstag, 20. September 2008
#2
Elijahu † 16:59:50 | Samstag, 20. September 2008
#1
Franz Kappes 16:47:34 | Samstag, 20. September 2008