Alte Messe
Mehr Orte weniger Messen
Ein Anfang ist gemacht. Doch in verschiedener Hinsicht sind noch viele Verbesserungen notwendig. Von Monika Rheinschmitt.
Die Zahl der Alten Messen ist seit dem Motu Proprio im ganzen deutschen Sprachraum stark gestiegen.
Die Zahl der Alten Messen ist seit dem Motu Proprio im ganzen deutschen Sprachraum stark gestiegen.
(kreuz.net) Am vergangenen 14. September war das Motu proprio ‘Summorum Pontificum’ zur Freigabe der Alten Messe genau ein Jahr in Kraft.

Am 14. September 2008 sprach Benedikt XVI. in Lourdes vor den französischen Bischöfen über den liturgischen Gottesdienst als höchsten Ausdruck des priesterlichen und bischöflichen Lebens und der katechetischen Unterweisung.

Die Aufgabe der Bischöfe, die Gläubigen zu heiligen, sei für das Wachstum der Kirche unerläßlich:

„Im Motu Proprio Summorum Pontificum wurde ich dazu geführt, die Bedingungen für die Ausübung dieser Aufgabe zu präzisieren im Hinblick auf die Möglichkeit der Benutzung sowohl des Meßbuchs des seligen Johannes XXIII. (1962) als auch des Meßbuchs Papst Pauls VI. (1970)“ – erklärte der Papst:

„Einige Früchte dieser neuen Anordnungen haben sich schon gezeigt, und ich hoffe, daß die unerläßliche Beruhigung der Gemüter Gott sei Dank voranschreitet.“

Benedikt XVI. kann die Schwierigkeiten ermessen, denen die Bischöfe begegnen:

„Aber ich zweifle nicht daran, daß Ihr in absehbarer Zeit zu für alle befriedigenden Lösungen gelangen könnt, damit das nahtlose Gewand Christi nicht weiter zerrissen wird.“

Benedikt XVI. weiß, daß nach ‘Summorum Pontificum’ ein Anfang gemacht wurde, daß aber vielleicht noch viele Jahre folgen müssen.

Der Heilige Vater traut den Bischöfen die Behebung von Schwierigkeiten in diesem Bereich zu – nimmt sie aber auch in die Pflicht, eine befriedigende Lösung zu finden und umzusetzen.

Noch lange nicht abgeschlossen

Auch im deutschen Sprachraum hat das Motu proprio ‘Summorum Pontificum’ einen Aufbruch ermöglicht. Wie man auch an der Entwicklung der Meßort-Zahlen sehen kann, ist er aber noch lange nicht abgeschlossen.

In Deutschland entwickelte sich die Anzahl der Meßorte von 35 am 7. Juli 2007 auf 123 am 15. August 2008. Das ist eine Steigerung auf das 3.5fache.

In Österreich haben sich die Meßorte von zwölf auf 22 fast verdoppelt.

In der Schweiz, wo es schon vor dem Motu Proprio zahlreiche Meßorte gab, kam dennoch eine Steigerung um etwa dreißig Prozent von 22 auf 28 zustande.

Meßorte mit wenig Messen

Die Anzahl der Meßfeiern im Alten Ritus hat in Deutschland nicht so stark zugenommen wie die Anzahl der Meßorte.

Gab es am 7. Juli 2007 monatlich 446 Alte Messen in Deutschland, so gab es im August 2008 monatlich 823 Alte Messen. Die durchschnittliche Anzahl von Meßfeiern pro Meßort hat sich von ungefähr 13 im Juli 2007 auf ungefähr 6,5 im August 2008 etwa halbiert.

Der Grund: Die Anzahl der Messen ist an neuentstandenen Zelebrationsorten meist recht gering.

Doch da diese Anzahl in der Regel im Lauf der Zeit ansteigt, bedeutet dies, daß die neu hinzugekommenen Meßorte noch ein großes Potential zur Weiterentwicklung besitzen.

In Fulda gab es früher zwei Alte Messen im Monat, die jeweils am Freitag abend gefeiert wurden. Jetzt gibt es eine wöchentliche Sonntagsmesse.

Diese Weiterentwicklung ist notwendig, um „zu für alle befriedigenden Lösungen zu gelangen“.

Denn für die geistliche Beheimatung in einem Ritus ist es nach Angaben von ‘Summorum Pontificum’ unumgänglich, neben heiligen Messen an Werktagen auch sonntags „der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darzubringen.“

Damit auch Familien gemeinsam teilnehmen können, sollten diese heiligen Messen am Sonntagvormittag in einer gut erreichbaren, für den Alten Ritus geeigneten Kirche möglichst als gesungene Ämter zelebriert werden.

Die Verfasserin ist Vorsitzende der Vereinigung ‘Pro Missa Tridentina’.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Jesuit †   11:44:05 | Mittwoch, 24. September 2008
Kardinal Lehmann heute morgen in Fulda
www.osthessen-news.de/beitrag_A.php?id=1155510
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#15   Stephanus   11:41:14 | Mittwoch, 24. September 2008
auch hier gilt:
Wer sich einmal die einschlägigen Artikel zum Thema Gerechtigkeit durchliest, kommt früher oder später darauf, daß es nicht nur ein Begriff ist für Ausgleich, für Etwas was von denen da oben gemacht werden sollte, nein, es ist etwas was ich selber machen muß. An mir selbst und für mich und dann erst für andere.
Indem ich die Gebote Gottes halte und dem Volksmund mein Gehör schenke der da sagt: Was Du nicht willst, daß man Dir tu-das füg auch keinem Andern zu!, komme ich dann zu dem Ergebnis:
Es ist doch egal was andere, die Welt, die Kirche (was immer man darunter auch erstehen mag) machen, vor Gott bin letztendlich nur ich für mich und mein Tun verantwortlich.
Ich bete Gott an und werde, wenn ich in diesem heiligen Ernst bemüht bin alles daran setzen, daß dies in möglichst würdiger Form geschieht. Ich gehe also nicht in schlampiger Kleidung zum Gottesdienst, kaugummikauend, gelangweilt die Mitchristen angaffend zur Heiligen Kommunion usw.
Ich verbeuge mich vor meinem Herrgott in Demut und ich stehe gerade wenn mir beim Evangelium der Auftrag erteilt wird:Gehe hinaus in alle Welt… und ich sitze ordentlich zuhörend während mir in der Predigt Gottes Willen erklärt wird.
Und als Verwalter der Macht?, da tue ich alles damit sich meine Mitmenschen heiligen können und das nicht nur durch die Mitfeier einer würdigen Heiligen Messe, nein auch im Zeichen der Caritas ist viel zu tun, nicht nur an den Alten, den kinderreichen Familien usw…
nein ich bin Türe für jeden der anklopft!
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#14   franziskus   11:37:41 | Mittwoch, 24. September 2008
Variatio delectat?
Sind pensionierte Priester eher der Alten Messe zugeneigt?
Heute werden die Lücken in der flächendeckenden Versorgung mit Sonntagsmessen gut und gern von pensionierten Priestern geschlossen.
Eine neue Zeit der Wanderprediger scheint angebrochen zu sein.
Vielleicht eine Chance für die Alte Messe?
Oder Anlass für neuen Streit?
Beabsichtigt hat solches der Papst in seiner Weitherzigkeit offenbar nicht:
Angesprochen auf die alte lateinische Messe versicherte der Papst in Frankreich: Befürchtungen, dass die Liturgiereform des Konzils dadurch rückgängig gemacht werden könnten, seien „absolut unbegründet“.
Die Maßnahme sei ein „Akt der Liebe und der pastoralen Toleranz“ für Gläubige, die am Messbuch von 1962 hängen.
Wird die Offenheit des Papstes Viele beflügeln, neue pastorale Toleranz zu üben?
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#13   Rodolfo Panetta   23:03:27 | Dienstag, 23. September 2008
In der Diözese Rottenburg-Stuttgart bestehen leider noch große Defizite
Hoffen wir, daß es auch hier zu einer großzügigeren Genehmigung kommen wird. – Natürlich muß man bei der Zahl der alten Messen auch die Priesterbruderschaft St. Pius X. mitzählen.
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#12   karljosef   21:20:42 | Dienstag, 23. September 2008
mehr messen
Es ist eindeutig ein Fortschritt aber es muss noch verbessert werden. Eine Messe um 11h00 ist besser als eine 18h00 das sie familienfreundlicher ist. Auch ist es besser die Predigt eines Priesters der die alte Messe liebt zu hören, als die eines Mordernisten, der zum Zelebrieren vom Bischof dazu verdonnert wurde.
Ich bevorzuge die Messe 1962, alledings hallte ich Äusserungen die Messe 1970 sei ungültig für Käse.
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#11   Jesuit †   18:08:08 | Dienstag, 23. September 2008
Meine Meinung:
Es war in einer Münchner Bäckerei, direkt am Viktualienmarkt.
„Guten Tag, ich hätte gerne vier Schrippen.“
„Vier woas?“
„SCHRI-PP-EN“
„Woas? Des gibt’s hier net.“
„Doch, ich seh’ sie doch. Da, die runden Dinger, sie sind essbar. Auch Brötchen genannt.“
„Gute Frau. Des heißt hier Semmeln. Si san in Boiern, Kruxifix no a moal.“
„Okay, dann halt Semmeln.“
„Pass auf, sonst kriegst glei a Watschn. Schleich di, bläder Saubraiss.“
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#10   pangelingua   16:36:40 | Dienstag, 23. September 2008
@Catholicus
War es wirklich „die Kirche“, die den NOM für gültig und rechtmäßig erklärt hat? Fakt ist, dass das Konzil (V-II) etwas ganz anderes definiert hat, als was dem gläubigen Volk schließlich als „Konzilsprodukt“ und „Geist des Konzils“ offeriert wurde. Sie können das in vielen guten, unverdächtigen Publikationen nachprüfen.
Ich könnte mich trotzdem mit der sogenannten „forma ordinaria“ abfinden (nicht anfreunden), wenn sie ordentlich und andächtig gefeiert wird, wie es uns Benedikt XVI. immer wieder beispielhaft vor Augen führt. Trotzdem bleibt der NOM „eine gemachte, keine gewachsene Liturgie, das platte Produkt des Augenblicks“ (Joseph Kard. Ratzinger 2003).
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#9   Catholicus   16:16:12 | Dienstag, 23. September 2008
Anfrage bezüglich Kirchlichkeit
Jene, welche die „forma ordinaria“ der heiligen Messe im lateinischen Ritus einfach rundweg ablehnen, sollen sich fragen, wieso sie etwas verurteilen können, was die Kirche für gültig und rechtmäßig erklärt hat!
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#8   pangelingua   15:48:38 | Dienstag, 23. September 2008
@Tilly: Göttliche Liturgie?
Der NOM ist das Werk von Häretikern wie Bugnini und seinen Helfershelfern, worunter sich etliche reformierte Pastoren befunden haben.
Das ganze Machwerk wurde dann (gegen den Rat zahlreicher Bischöfe) im Eilverfahren von dem Oberhäretiker Montini („Paul VI.“) genehmigt und durchgeboxt.
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#7   Tilly   15:32:14 | Dienstag, 23. September 2008
NOM „Göttliche“ Liturgie?
Ich kann im NOM keine „Göttliche“ Liturgie erkennen.
Ist der NOM in ca. 1500 Jahren durch die Kirchenväter gewachsen?
Oder ist er das Werk eines Einzelnen und evtl. Häretikers?
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#6   LandorganistII   13:52:48 | Dienstag, 23. September 2008
Nein, nein,
ich bin für konstruktive Kritik doch immer offen. Außerdem nennt man mich auch Mr. Teflon… ;-)
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#5   Franz Kappes   13:27:51 | Dienstag, 23. September 2008
@Organon
Ist kein Problem für dich. Ich hoffe, du kommst auch damit klar. O:)
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#4   Hank   13:22:43 | Dienstag, 23. September 2008
Schwuli!
Denk nach, bevor Du was ins Netz kleckerst!
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#3   LandorganistII   13:21:09 | Dienstag, 23. September 2008
@Kappes
Naja, es kann nicht jedesmal ein Brüller werden.
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#2   Franz Kappes   13:19:04 | Dienstag, 23. September 2008
@Organon
Schon mehr gelacht :'(
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#1   LandorganistII   13:11:00 | Dienstag, 23. September 2008
Hey Ihr Kreuznattern,
dürfen Frauen sich jetzt schon in der Art zu kirchlichen Fragen äußern? Ich dachte, die dürfen nur die Kommunionbänke schrubben.
Im Übrigen hat es den Anschein, als schreibe die Gnädigste über einen anderen Stern. Sonntag für Sonntag wird der „göttlichen Majestät“ in tausenden von Kirchen ein würdiger Kult dargebracht, und zwar im NOM!
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