Requiem
Er sah das Heil in einer konservativen Theologie
Der Tod des bekennenden Lutheraners kam überraschend. Ohne das Christentum droht Selbstzerstörung und Rückfall in Barbarei und Totalitarismus. Von Andreas Späth.
Der Stuttgarter Sozialphilosoph Günter Rohrmoser
Der Stuttgarter Sozialphilosoph Günter Rohrmoser
(kreuz.net) Nach kurzer, schwerer Krankheit starb am 15. September um die Mittagszeit der bekannte Sozialphilosoph Günter Rohrmoser (80) in einer Stuttgarter Klinik.

Der Verstorbene hat an den Universitäten Münster und Tübingen neben Philosophie auch Theologie, Geschichte, Germanistik und Nationalökonomie studiert.

Im Jahr 1961 habilitierte er sich an der Universität Köln über den deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel († 1831).

Seit dem Jahr 1976 war er Ordinarius für Sozialphilosophie an der Universität Hohenheim.

Daneben lehrte er bis zum Sommer 1996 Politische Philosophie an der Universität Stuttgart.

Die Schwerpunkte von Rohrmosers Arbeit lagen auf den Gebieten der Religionsphilosophie, der Philosophie des Politischen und der Theorie der Gesellschaft.

Rohrmosers Vorlesungen – die er bis zuletzt neben seiner Vortragsarbeit regelmäßig hielt – waren bis zum Schuß gut besucht.

Der Verstorbene war ein Universalgelehrter, wie man ihn heute kaum noch findet. Er hielt alle seine Vorträge und Vorlesungen in freier Rede.

Zu seinem Genie gehörte nicht nur das klare und elementarisierte Erklären komplexer Sachverhalte, sondern auch ein großer theologischer Weitblick.

Rohrmoser war stets bestrebt die Erkenntnisse seiner Arbeit auch außerhalb des Wissenschaftsbetriebes Interessierten zu vermitteln.

Seine große Sorge galt – so sein Schüler Professor Harald Seubert in einem Nachruf – „der Wiederherstellung der genuin christlichen Frage in der Moderne: Ohne sie droht, wie er wußte, der Kultur Selbstzerstörung und Rückfall in Barbarei und Totalitarismus.“

So sah Rohrmoser die Alternativen der Zukunft in den Gegensätzen „Christentum oder Barbarei“.

Weil Rohrmoser bekennender lutherischer Christ war und nur in einer „konservativen Theologie“ – also einer Theologie die an die Wurzeln geht und fest auf den Herrn und Heiland vertraut – das Heil erkennen konnte, empfing ihn sogar Papst Johannes Paul II.

Von den zahlreichen Schriften und Büchern Rohrmosers verteilte allein der Verein ‘Die Wende’, der nach einer Idee Rohrmosers gegründet wurde, über 150.000 Stück.
      
14 Lesermeinungen
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#14   Dr. Lothar Ziegler   08:06:00 | Donnerstag, 25. September 2008
Prof. Rohrmoser wollte im WS2008/09 Vorlesungen halten
Der Tod, die Abberufung kam für ihn und seine über Jahrzehnte treue aufmerksame Hörerschaft (ca. 80-100 Männer und Frauen, Alter bis 85 J, keine Studenten) mehr als überraschend. „So Gott will und die Füße mich noch tragen , sehen wir uns am 20.Okt.2008 wieder“. Welcher Professor lehrt noch im 81. Lebensjahr und hat eine solche treue Schar gscheiter und verständnisvoller Leute um sich herum. Ich gehörte seit 2001 dazu und wollte ihm auch weiterhin jeden Montag um 17 Uhr und Freitag um 14 Uhr zuhören. Auch Popperianer/Krit. Rationalisten können von ihm lernen. Ich ging bei Popper/Albert in die Schule. Popper/Rohrmoser kennen das Elend der Philosophie und vor allem das „Elend der Frankfurterschule“. Habermas mein Gott Habermas, auch Du hättest zweimal die Woche die Reise nach Stuttgart an die Uni Hohenheim machen können. Jetzt ist es zu spät. – Der Kommentator Earendil (welch ein Name) gehört wohl zur Frankfurterschule, er kann auch nicht katholisch sein. Er versteckt sich, nennt seinen Namen nicht, solche Typen mochte Rohrmoser und Jesus Christus, Paulus, Luther bestimmt nicht.
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#13   Major Kong   22:33:44 | Mittwoch, 24. September 2008
R.I.P.
Ohne den Verstorbenen und sein Oeuvre näher zu kennen, sei ihm ein gnädiger Richter und friedliches Ruhen gewünscht. Vielleicht gehörte er trotz seines protest. Bekenntnisses zur Seele der Kirche, wie es der Hl. Papst Pius X. in seinem Katechismus formulierte.
Allgemein fällt auf, daß akademisch geartete konservative Kulturkritik in Deutschland auf eher trockenen Boden fällt. Nichts desto trotz sind neue Ansätze konservativer Kulturkritik jenseits bürgerlich-bundesrepublikanischer Gemütlichkeit greifbar ohne dabei ins proletarisch-revolutionäre zu kippen. Man muss sie nur suchen, da sie derzeit eher biedermeieresk daher kommen.
Einige der vorstehenden Kommentare hingegen zeigen eine äußert proletarische bisweilen gar totalitäre Haltung, die mich schaudern lässt. Da scheint sich ein Barbar zum Zeichen des Heils zu deuten, eigenartig.
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#12   Aliatus   11:40:16 | Mittwoch, 24. September 2008
Subproletarische Belästigungen
„Der olle (…), da sage noch einer, hier gäbe es keine guten Nachrichten…“
Sollte die Redaktion den User „Earendil“ aufgrund dieses Beitrags nicht sperren, kann nur gefolgert werden, daß Gosse und der zur Rottung zielende Jargon der Gosse gewollt ist.
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#11   Strepto von Kokke   10:58:55 | Mittwoch, 24. September 2008
@…
Der Tod des bekennenden Lutheraners kam überraschend.
Ja, plötzlich und unerwartet mit 80 Jahren.
–---------
@R. Wilden
Ich bedaure seinen Tod sehr.
Paulus hat den Tod herbeigesehnt, so vielleicht auch Rohrmoser.
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#10   SignumSalutis   23:55:13 | Dienstag, 23. September 2008
Oh, oh,
Oh, siehe da, Fr. Wilden,
begehen Sie nicht in Köln z. Zt. unfreiwilligen Ramadan, weil Ihresgleichen niemand mehr beliefert? :-D :-D :-D
SignSal
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#9   Regina Wilden   23:50:41 | Dienstag, 23. September 2008
Professor Rohrmoser
Ich hatte Gelegenheit, Herrn Prof. Rohrmoser kennenzulernen und einen sehr guten Vortrag von ihm zu hören.
Ich bedaure seinen Tod sehr.
Über einige unqualifizierte und verächtliche Kommentare hier bin ich bestürzt.
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#8   Rodolfo Panetta   22:51:44 | Dienstag, 23. September 2008
Rohrmoser war zu bürgerlich angepaßt
Die Verhältnisse in unserem Staat entwickelten sich weit schlimmer, als Rohrmoser einzuräumen bereit war. Letztlich hat der Professor bis zuletzt die politischen Schreibtischtäter unseres Landes geschützt. Gegen bessere Erkenntnis?
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#7   karljosef   21:23:45 | Dienstag, 23. September 2008
Dem Statement ist zuzustimmen.
Aber der Professeor blieb Protestant.
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#6   Gotthard   19:41:15 | Dienstag, 23. September 2008
Glück gehabt
Weil Rohrmoser bekennender lutherischer Christ war und nur in einer „konservativen Theologie“ – also einer Theologie die an die Wurzeln geht und fest auf den Herrn und Heiland vertraut – das Heil erkennen konnte, empfing ihn sogar Papst Johannes Paul II.
hat JP II. das auch genau überprüft?
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#5   JMX   19:10:32 | Dienstag, 23. September 2008
Tarnen
sich mittlerweile die Theologen als Sozialphilosophen? o.O
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#4   Jesuit †   18:59:36 | Dienstag, 23. September 2008
Wie gut,
dass dieser Späth-Kappes hier niemanden interessiert!
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#3   Earendil   18:57:43 | Dienstag, 23. September 2008
Der olle Rechtsausleger Rohrmoser ist tot?
Na, da sage noch einer, hier gäbe es keine guten Nachrichten… >:)
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#2   Jesuit †   18:06:50 | Dienstag, 23. September 2008
Übrigens!
Es war in einer Münchner Bäckerei, direkt am Viktualienmarkt.
„Guten Tag, ich hätte gerne vier Schrippen.“
„Vier woas?“
„SCHRI-PP-EN“
„Woas? Des gibt’s hier net.“
„Doch, ich seh’ sie doch. Da, die runden Dinger, sie sind essbar. Auch Brötchen genannt.“
„Gute Frau. Des heißt hier Semmeln. Si san in Boiern, Kruxifix no a moal.“
„Okay, dann halt Semmeln.“
„Pass auf, sonst kriegst glei a Watschn. Schleich di, bläder Saubraiss.“
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#1   derLeser   17:28:51 | Dienstag, 23. September 2008
die Frage heißt NICHT
konservative oder liberale Theologie, Modernismus oder Konservativismus, sondern schlicht und einfach WAHRHEIT oder LÜGE.
Zuallererst muß der Blickwinkel der theologischen Ausgangsfragestellungen wieder zurechtgerückt werden.
Diese darf nicht mehr heissen: Wie muss Theologie sein um zeitgeistlich von nutzen zu sein (auf Kosten der WAHRHEIT), sondern wie wird sie der WAHRHEIT am Gerechtesten
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