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Sonntag, 6. März 2005 11:17
Die Schwestern des Papstes
Tobiana, Germana, Fernanda, Matylda und Eufrosyana – keine Heiligenlitanei, sondern die klingenden Namen der Klosterfrauen, die sich in den apostolischen Gemächern und in der Gemelli-Klinik um das Wohl des Papstes kümmern.
(kreuz.net, Rom) Jeder Papst besitzt eine Gruppe von Schwestern, die sich um seinen Haushalt kümmern. Johannes Paul II. hat seine Klosterfrauen aus Polen mitgebracht. Sie dienten ihm schon, als er noch Erzbischof von Krakau war. Die fünf Schwestern heißen Tobiana, Germana, Fernanda, Matylda und Eufrosyana und gehören zur Kongregation der „Dienerinnen des Heiligsten Herzens Jesu“. Die Kongregation wurde 1894 vom polnischen Priester Józef Sebastian Peczar gegründet, der 1991 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.

Auf den römischen Straßen fallen die dunklen Ordenskleider der fünf Haushälterinnen des Papstes von weitem auf. Ihr Markenzeichen ist der erhöhte Schleier und die rötlichen Garnituren im Stoff.

Schwester Germana ist die Köchin. Berühmt sind ihre polnischen Spezialitäten. Früher hatte sie oft Gelegenheit, für ein erlauchtes Publikum zu kochen, weil der Papst in jüngeren Jahren sehr häufig zu Arbeitsessen einlud. Nur einmal, als der Papst von einem Besuch in den italienischen Abruzzen einen Korb kostbarer Trüffel nach Hause brachte, griff Schwester Germana in den falschen Topf. Die Klosterfrau hatte keine Erfahrung im Kochen solch erhabener Speisen, versuchte es aber trotzdem. Die teuren Pilze mußten schließlich weggeworfen werden.

Mit dem Einzug des slawischen Papstes in den Vatikan hat auch die polnische Küche in den apostolischen Gemäuern Eingang gefunden – nicht immer zur eitlen Freude der Italiener, die für Kartoffeln, Kohl, Sauerkraut und Sauerrahm nicht viel übrig haben.

Schwester Tobiana ist ausgebildete Ärztin und zugleich die ‘Krankenschwester’ des Heiligen Vaters. Sie läßt ihn nur selten aus den Augen. Außerdem wirkt sie als Assistentin des apostolischen Leibarztes Dr. Renato Buzzonetti. Der Papst und Schwester Tobiana sind inzwischen ein eingespieltes Team. Worte sind für ihre Verständigung fast keine mehr nötig. Gegenwärtig wohnt Schwester Tobiana zusammen mit Schwester Germana in der päpstlichen Krankenwohnung in der Gemelli-Klinik. Das Zimmer der Schwestern ist jenem des Papstes direkt gegenüber.

Schwester Fernanda ist die Kellermeisterin des Papstes. Sie sorgt sich um den Einkauf der Lebensmittel für den päpstlichen Haushalt. Die päpstliche Garderobe ist schließlich der Verantwortungsbereich von Schwester Matylda. Für die private Korrespondenz des Heiligen Vaters ist Schwester Eufrosyna zuständig.
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