Deutschland
Das Schlußlicht
Im Bistum Aachen gibt es noch drei Priester auf 10.000 Katholiken. Aber wenn man bedenkt, daß keine zehn Prozent des Kirchenvolkes noch praktiziert, besteht kein Anlaß zur Beunruhigung.
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© Flickr-Benützer „me_maya“, CC
(kreuz.net, Aachen) In keinem anderen deutschen Bistum gibt es so wenige Priester wie in der Diözese Aachen.

Das berichtete die ‘Aachener Zeitung’ am 22. September.

Nach der jüngsten Berechnung der deutschen Bischofskonferenz kommen in Aachen drei Priester auf 10.000 Katholiken – Tendenz sinkend.

Schon im Jahr 2017 werden nur noch 175 der gegenwärtig 344 Priester im aktiven Dienst sein – davon in der Stadt Aachen nur noch zwölf.

Für Köln weist die Statistik immerhin noch 3,7 Priester aus, für Berlin 5,7.

Der Bundesdurchschnitt liegt bei 4,3 pro 10.000 Gläubige. Damit rückt die Beauftragung von Laien noch stärker ins Interesse des Aachener Generalvikariats:

„Über 200 ehrenamtliche Mitarbeiter haben mittlerweile eine Beauftragung für den Beerdigungsdienst“ – zitiert die ‘Aachener Zeitung’ Hw. Rolf-Peter Cremer, den Leiter der Hauptabteilung Pastoral, Schule und Bildung.

Hw. Cremer kündigt an, daß man Seminare für die Trauerpastoral und für Wortgottesdienstleiter weiter ausbauen will:

„Meiner Erfahrung nach ist den Gläubigen doch ein guter Wortgottesdienst lieber als eine Messe mit einem alten Pater, der gerade noch die Arme ausbreiten kann.“

Den Leuten sei „doch nicht wichtig“, ob ein Pfarrer oder Diakon kommt: „Den Menschen ist wichtig, daß überhaupt jemand von der Kirche kommt“.

Zudem sollen ab 2010 wieder Pastoral- und Gemeindereferenten ausgebildet werden.

Diese Ausbildung war 2003 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gestrichen worden.

Derzeit arbeiten in der Diözese 184 Gemeindereferenten und 99 Pastoralreferenten.

Nach aktuellen Prognosen der Bistumsleitung bleiben davon bis 2022 noch 139 Stellen für Gemeinde- und 56 für Pastoralreferenten übrig.

Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen will künftig Laien auch häufiger zur Leitung von Gemeinden heranziehen.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Ubbo_Emmius   09:17:10 | Donnerstag, 9. Oktober 2008
Dafür auch noch Kirchensteuer?
Von dieser Unsäglichkeit habe ich erst jetzt erfahren. Das Ganze wirft bei mir aber wieder die Frage auf, ob man (ich) es mit seinem Gewissen wirklich vereinbaren kann, dass diese Herren auch noch die Kirchensteuer erhalten (wohne z.B. im Bistum Aachen).
Gruende dagegen gibt es genug – ich nenne nur ‘donum vitae’, ZdK,…
Ungluecklicherweise kann in Deutschland das Zahlen der Kirchensteuer nur durch einen formalen Kirchenaustritt (beim Staat) erreicht werden. Es wird Zeit, dass dieses alte Relikt endlich geändert wird!
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#17   welli   22:07:13 | Donnerstag, 25. September 2008
@Heinz-Josef
Mir ist ein Priester auch lieber als ein Laie.
Die „Öscher“ haben halt nur den Karneval im Kopf!
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#16   Uriel   19:32:59 | Donnerstag, 25. September 2008
wenn die Leute dann lieber WGD haben…
dann ist es die falsche Reaktion sie ihnen zu geben. Vielmehr muss hier wieder ein Verständnis für den Wert und Verlangen nach der heiligen Eucharistiefeier geweckt werden. Kaum auszudenken, wenn man jedem gerade aktuellen Trend in Bezug auf Liturgie nacheifert, der irgendwie scheinheilig begründet ist. (Achtung: Ironie) Waren Adam und Eva nicht im Paradies als sie rein von der Urschuld waren, die unsere Herr Jesus Christus ja doch getilgt hat, nackt? Ich wage mir gar nicht vorzustellen welchen Einfluss, dass auf die Liturgie haben könnte? :-#
Kurz: Bedeutung der Eucharistie stärken und Konzentration von Einzelmeinungen weg auf den Herrn (was dann ja alle Meinungen einschließt)
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#15   carolusmagnus   19:12:34 | Donnerstag, 25. September 2008
Ganze Arbeit…
„Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen will künftig Laien auch häufiger zur Leitung von Gemeinden heranziehen.“
Unser Vorschlag: Vielleicht sollte man im Bistum Aachen künftig auch Laien zur Leitung des Bistums heranziehen – schlimmer kann es ja wohl nicht mehr werden. Da haben die Herren Cremer und Mussinghoff schon ganze Arbeit geleistet…
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#14   für die Kirche   16:53:32 | Donnerstag, 25. September 2008
Zynismus
Im Artikel steht: „Meiner Erfahrung nach ist den Gläubigen doch ein guter Wortgottesdienst lieber als eine Messe mit einem alten Pater, der gerade noch die Arme ausbreiten kann.“
Zynischer kann man die Situation in manchen Dioziösen nicht mehr beschreiben.
Die richtige Lösung meines Achtens wäre aber nicht, daß man Laien für Gottesdienste heranziehen soll, sondern daß man mehr junge Leute für den Priesterberuf begeistern soll. Außerdem sollen die Priester eher von der Verwaltung entlastet werden und vorwiegend für Messe lesen gestellt werden.
Die Verwaltung können wirklich die Laien machen.
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#13   Franz Kappes   14:55:39 | Donnerstag, 25. September 2008
Herr Jung
… ist jetzt zu haben. O:)
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#12   Heinz Josef   14:54:23 | Donnerstag, 25. September 2008
Was tut Jesus am Kreuz anderes als die Arme auszubreiten
„Meiner Erfahrung nach ist den Gläubigen doch ein guter Wortgottesdienst lieber als eine Messe mit einem alten Pater, der gerade noch die Arme ausbreiten kann.“
Die Unkenntnis dieses Mannes kann schon wüternd machen. Was feiern wir denn in der Messe? Die Erhöhung des Gottessohnes am Kreuz, oder bildlich ausgedrückt: Wir feiern den, der am Kreuz die Arme ausbreitet um alle an sich zu ziehen. Jesus kann nur noch die Hände ausbreiten am Holze des Kreuzes und das bringt den Sieg über Hölle, Tod und Teufel. „Lieber jemand der nur noch die Arme ausbreiten kann …“ Der Priester der wie der Herr ohnmächtig da steht ist sicher eine bessere Predigt als wortgewaltige Besserwisserei. Ich kann mich noch gut an diese Predigt ohne Worte von Papst Johannes Paul II erinnern.
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#11   Franz Kappes   14:47:05 | Donnerstag, 25. September 2008
Drei Priester
Ich finde die Ausbeute gar nicht so schlecht. Wenn es gute Priester sind, sollte das kein Problem darstellen.
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#10   Heinz Josef   14:45:32 | Donnerstag, 25. September 2008
Da täuschst Du Dich lieber GV
„Meiner Erfahrung nach ist den Gläubigen doch ein guter Wortgottesdienst lieber als eine Messe mit einem alten Pater, der gerade noch die Arme ausbreiten kann.“
Das ist definitiv falsch. Die Gemeinden in denen alte Priester noch da sind und die Messe feiern sind für diesen Dienst sehr dankbar. Sie ziehen eine Eucharistiefeier einem Wortgottesdienst vor, wenn sie die Wahl haben. Dennoch gibt es Situationen in denen Wortgottesdienste mehr Sinn machen als eine Hl. Messe.
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#9   noch ein Landorganist   14:25:28 | Donnerstag, 25. September 2008
@ für die Kirche
Bitte, ich bin nicht „Landorganist“ ich bin „noch ein Landorganist“.
Dass es bitte nicht zu Verwechslungen mit dieser Tutwurst kommt :-)
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#8   Bellarmino   14:25:18 | Donnerstag, 25. September 2008
also,
ich war auch sehr über die worte des gv schockiert. egal nun ob nom oder heilige messe, aber verständnis(im sinne von verstehen) scheint mir der für beides nicht zu haben. das sind aussagen, die unglaublich weh tun. :'(
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#7   für die Kirche   14:15:24 | Donnerstag, 25. September 2008
@Landorganist
Was Sie gerade sagten, stimmt!
Es ist eine derartige Altersdiskriminierung!
Ich kenne viele Priester über 60, manche sind bereits 80, aber sie sind im Durchschnitt besser als ihre jüngere Kollegen.
Meiner Erfahrung nach sind die Priester im Alter zwischen 40 und 50 die schlechtesten. (aber das kann ja Zufall sein).
Die jüngeren sind mittlerweile wieder besser.
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#6   noch ein Landorganist   14:08:38 | Donnerstag, 25. September 2008
bäh…
„Meiner Erfahrung nach ist den Gläubigen doch ein guter Wortgottesdienst lieber als eine Messe mit einem alten Pater, der gerade noch die Arme ausbreiten kann.“
Nur ein widerwärtiges und arrogantes Arschloch zieht so über ältere Priester her! Vielleicht wird Herr Cremer ja notgeschlachtet, wenn er seine Gelenke mal nicht mehr wie ein Jüngling um sich werfen kann. Das würde seiner Einstellung entsprechen.
Als ersten Schritt der „Laien statt Priester-Initiative“ sollte man mal den stinkenden Kopf des Fisches abhacken und wegwerfen. Und der Fisch besteht vielerorts fast nur noch aus Kopf.
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#5   zwobbel   14:03:05 | Donnerstag, 25. September 2008
Berlin ist ja angeblich auch „Hochburg der Erzkatholiken“ :-)
:-)
Aachen wird wohl mit diesem Bock als Gärtner wieder ins Heidentum zurück sinken. :-( Schlimm so einer, wie der Mussinghof :'(
Das es in (relativen Zahlen!) noch mehr Priester in Berlin gibt liegt u.a. auch am internationalen Seminar der Neos. :-$
Allerdings ist Card. Sterzinsky kein Dummer und auch nicht so unfromm wie die meisten seiner Amtsbrüder!
;-)
Anläßlich des Besuches der Reliquien der kleinen hl. Therese :(3 hatte er das Erzbistum zu einem 40-tägigem Gebet aufgerufen. Die Gläubigen haben sehr engagiert mitgemacht und tatsächlich im Wortsinn rund um die Uhr gebetet.
(„bis die Schwarte kracht“) :-D
Und wie mir jetzt im „Buschfunk zugetrommelt“ wurde:
Mindestens eine Frucht dieser Gebete beginnt gerade als Knospe. Einziger Makel des jungen Mannes scheint zu sein, daß er den alten Ritus mag. :-O
Tja, Risiko. Damit hätte Eminenz rechnen müssen. o^/
(Sorry für die vielen smilies, mir war gerade so :-# )
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#4   Strepto von Kokke   13:40:45 | Donnerstag, 25. September 2008
@Stimme …
OK, ich vergaß, soweit ist es ja bereits.
Ach so, Sie wurden zum Erztrottel des Erzbistums geweiht.
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#3   bertcd   13:32:16 | Donnerstag, 25. September 2008
Gemeindeleitung
Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen will künftig Laien auch häufiger zur Leitung von Gemeinden heranziehen…
Wenn er damit die Leitung der Gemeinde in Finanz- und Vermögensfragen meint (Kirchenvorstand), ist da nichts gegen zu sagen, denn es gibt oft genug in den Gemeinden aktive Laien, die hier besser am Platz sind als Priester, die sich um die Sakramentenspendung und die Seelsorge kümmern sollten…nur wird es immer schwieriger, wenn das alles ehrenamtlich erfolgen soll…ich stelle häufig fest, dass in Bistumsleitungen die Meinung vorherrscht, die Laien müssten ehrenamtlich arbeiten…das wird in Zukunft angesichts der überbordenden Bürokratie in der deutschen Kirche kaum (noch) funktionieren
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#2   stimme der vernunft †   13:30:42 | Donnerstag, 25. September 2008
Leitungspositionen
Wenn man unbedingt will, dass alle leitungspositionen von geweihten Häuptern besetzt werde, dann muss man halt in Gottes namen hergehen und Greti und Pleti weihen.
OK, ich vergaß, soweit ist es ja bereits. :-D
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#1   Strepto von Kokke   13:24:37 | Donnerstag, 25. September 2008
@haha
Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen will künftig Laien auch häufiger zur Leitung von Gemeinden heranziehen.
Die Berufung von Laien in kirchliche Führungspositionen sind die schöngeredete Bankrotterklärung des Unternehmens.
Herr Bischof gehen Sie in Urlaub! Ich übernehme Ihren Job, denn mehr als ein Job ist es nicht mehr. Personelle Missstände managen kann ich auch.
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