14:42:01 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Die Situation entspannte sich erst, als er im November 2003 die in dicke weiße Socken gehüllten Füße von Papst Johannes Paul II. massieren durfte. Von Eva-Maria Burghausen.

Pater Josef Eugster auf einem Buchdeckel.
(kreuz.net) Keiner wandelt so direkt auf den Spuren Jesu wie
Pater Josef Eugster (67) . Trotzdem hatte
er lange Zeit Auseinandersetzungen mit seinen Oberen.
Erst als er am 26. November 2003 die in dicke weiße
Socken gehüllten Füße von Papst Johannes Paul II. massieren durfte, entspannte sich die Situation:
„Seit dem Papstbesuch ist kein Bischof mehr gegen meine Arbeit“ – schmunzelt Pater Eugster und fügt augenzwinkernd
hinzu: „Dabei hat Jesus doch auch zuerst die Kranken geheilt und dann seine Botschaft verkündet.“
Kraftlose
PredigtenPater Josef Eugster wurde vor 38 Jahren von der Schweizer Bethlehem-Mission in der Zentralschweizer
Ortschaft Immensee nach Osttaiwan geschickt, um die Chinesen zu bekehren.
Er merkte aber bald, daß er
seine Gläubigen nach einem harten Tagwerk mit seinen Predigten nicht zu fesseln vermochte: „Manche schliefen
vor Müdigkeit ein“ – erinnert er sich.
Andere waren abgelenkt von wichtigen persönlichen Problemen –
ihrer angeschlagenen Gesundheit etwa.
Der Ostschweizer war ratlos. Er wollte seinen Schäfchen helfen,
hatte ihren Sorgen aber nichts entgegenzusetzen als das Wort und den gelegentlichen Transport von Kranken
ins Spital.
Ganz im Stillen betete der Pater und bat Gott um Hilfe. Sie kam in der Form einer schmerzhaften
rheumatischen Erkrankung in den Knien und eines Ordensbruders aus Immensee, der Kenntnisse von der Fußreflexzonenmassage
besaß.
Der Bruder drückte dem Pater ein Buch der Schweizerin Hedi Masafret über diese alternative
Heilmethode in die Hand. Der Pater machte sich ans Werk.
Erste WiderständeSchon bald wurde Pater Eugster
als Fußreflexzonen-Masseur bekannt – bis ihm diese Tätigkeit vom Gesundheitsminister in Taiwan untersagt
wurde. Der Geistliche war den Ärzten und Apotheken ein Dorn im Auge.
Denn je mehr Füße er massierte,
desto weniger Umsatz machten sie. Sogar Polizeischutz mußte er zeitweise in Anspruch nehmen.
Doch er
konnte auf die Unterstützung vieler Menschen zählen, die von der Fußreflexzonenmassage profitiert hatten.
Erst die Vorladung von Pater Eugster beim Vizepräsidenten von Taiwan und eine Massage der Füße des
Politikers änderten die Situation.
Fortan durfte der Priester offiziell massieren. Mittlerweile ist
seine Reflexologie-Schule in Taiwan Teil des nationalen Gesundheitswesens.
Eine zweite HandHeute sagt
Pater Eugster: „Reflexologie ist die große Ergänzung zur Schulmedizin – sie gibt ihr eine zweite Hand.“
Der Geistliche – inzwischen in Fernost bekannt wie ein Superstar – hat einen großen Traum: „In jeder
Familie weltweit sollte ein Mitglied die Fußreflexzonenmassage kennen. Das sparte viel Schmerz, Leid
und Geld.“
Diese Methode, die jedermann nach kurzer Zeit anwenden könne, gehöre allen Menschen – insbesondere
den Armen, die sich keine medizinischen Behandlungen leisten können.
In den vergangenen Jahren hat sich
Pater Eugster seinem großen Ziel genähert und Tausende von Reflexologen auf allen Kontinenten ausgebildet.
Meistens geht das so: Jemand hat gesundheitliche Probleme und wird sie dank Pater Eugsters Massagen los.
Er ist begeistert und lädt den Pater ein, in seine Region – irgendwo auf der Welt – zu kommen und die
Methode zu lehren.
Der Schneeball-Effekt sorgt dafür, daß sich die Fußreflexzonenmassage wie von selber
verbreitet.
In Fernost gibt es mittlerweile Millionen Ausgebildeter. Auch in Europa wird die Methode
des Paters bereits recht stark verbreitet.
Noch am Anfang steht das Missionsgebiet Afrika. Dabei wäre
die Alternativmedizin des Paters auf dem Schwarzen Kontinent eine wertvolle Hilfe für die arme Bevölkerung.
Pater Eugster gibt diesem Kontinent deshalb auch eine hohe Priorität. Erst kürzlich bildete er in Sambia
drei Wochen lang Einheimische aus: „Ich lege alles andere zur Seite, wenn ich in ein solches Land gehen
kann“.
Die Reise ist – wie so oft – durch einen dort wirkenden Missionarskollegen eingefädelt worden:
„In den drei Wochen kann ich viele Menschen ausbilden und damit einen guten Grundstein legen.“
Zuerzeit
ist Pater Eugster in seiner Schweizer Heimat. Danach startet er eine Vortragsreihe in Österreich und
Deutschland.
Riesiger Erfolg„Innerhalb von zwei Monate habe ich auf vier Kontinenten gearbeitet und
geschult“ – sagt der Pater, der die herkömmliche Fußreflexzonenmassage mit chinesischer Lehre zu einer
eigenen Methode weiterentwickelt hat.
Kein Wunder, daß seine Bücher in chinesischer Sprache mehr als
fünfzig Auflagen erlebt haben und millionenfach verkauft wurden, ehe vor einem Jahr das erste Buch in
deutscher Sprache erschien.
Wäre Pater Eugster kein Geistlicher, sondern ein geschäftstüchtiger Manager –
könnte er in einem Palast residieren. Doch er hockt zufrieden in einem bescheidenen Pfarrhaus:
„Ich
habe keine Zeit, reich zu werden, sondern eine Pfarrei mit acht Kirchen in drei Sprachen zu betreuen.
Das sind achtzig Prozent meiner Arbeit. Der Rest gehört der Verbreitung der Fußreflexzonenmassage.“
Sagt’s und fliegt nach Afrika.
Kostenlose Vorträge:
Vortrag: 15.Oktober, 19.00-20.30 Uhr im Gasthof
Rössle in 89150 Laichingen
Einführungskurs: 16.Oktober, 13.00-20.00 Uhr im Hotel Zum Ochsen 89180 Berghülen
Seminar: 18. und 19.Oktober von 9.00 bis 17.00 Uhr im Hotel Zum Ochsen 89180 Berghülen.
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