Medizin
Sogar Polizeischutz mußte er in Anspruch nehmen
Die Situation entspannte sich erst, als er im November 2003 die in dicke weiße Socken gehüllten Füße von Papst Johannes Paul II. massieren durfte. Von Eva-Maria Burghausen.
Pater Josef Eugster auf einem Buchdeckel.
Pater Josef Eugster auf einem Buchdeckel.
(kreuz.net) Keiner wandelt so direkt auf den Spuren Jesu wie Pater Josef Eugster (67) . Trotzdem hatte er lange Zeit Auseinandersetzungen mit seinen Oberen.

Erst als er am 26. November 2003 die in dicke weiße Socken gehüllten Füße von Papst Johannes Paul II. massieren durfte, entspannte sich die Situation: „Seit dem Papstbesuch ist kein Bischof mehr gegen meine Arbeit“ – schmunzelt Pater Eugster und fügt augenzwinkernd hinzu: „Dabei hat Jesus doch auch zuerst die Kranken geheilt und dann seine Botschaft verkündet.“

Kraftlose Predigten

Pater Josef Eugster wurde vor 38 Jahren von der Schweizer Bethlehem-Mission in der Zentralschweizer Ortschaft Immensee nach Osttaiwan geschickt, um die Chinesen zu bekehren.

Er merkte aber bald, daß er seine Gläubigen nach einem harten Tagwerk mit seinen Predigten nicht zu fesseln vermochte: „Manche schliefen vor Müdigkeit ein“ – erinnert er sich.

Andere waren abgelenkt von wichtigen persönlichen Problemen – ihrer angeschlagenen Gesundheit etwa.

Der Ostschweizer war ratlos. Er wollte seinen Schäfchen helfen, hatte ihren Sorgen aber nichts entgegenzusetzen als das Wort und den gelegentlichen Transport von Kranken ins Spital.

Ganz im Stillen betete der Pater und bat Gott um Hilfe. Sie kam in der Form einer schmerzhaften rheumatischen Erkrankung in den Knien und eines Ordensbruders aus Immensee, der Kenntnisse von der Fußreflexzonenmassage besaß.

Der Bruder drückte dem Pater ein Buch der Schweizerin Hedi Masafret über diese alternative Heilmethode in die Hand. Der Pater machte sich ans Werk.

Erste Widerstände

Schon bald wurde Pater Eugster als Fußreflexzonen-Masseur bekannt – bis ihm diese Tätigkeit vom Gesundheitsminister in Taiwan untersagt wurde. Der Geistliche war den Ärzten und Apotheken ein Dorn im Auge.

Denn je mehr Füße er massierte, desto weniger Umsatz machten sie. Sogar Polizeischutz mußte er zeitweise in Anspruch nehmen.

Doch er konnte auf die Unterstützung vieler Menschen zählen, die von der Fußreflexzonenmassage profitiert hatten.

Erst die Vorladung von Pater Eugster beim Vizepräsidenten von Taiwan und eine Massage der Füße des Politikers änderten die Situation.

Fortan durfte der Priester offiziell massieren. Mittlerweile ist seine Reflexologie-Schule in Taiwan Teil des nationalen Gesundheitswesens.

Eine zweite Hand

Heute sagt Pater Eugster: „Reflexologie ist die große Ergänzung zur Schulmedizin – sie gibt ihr eine zweite Hand.“

Der Geistliche – inzwischen in Fernost bekannt wie ein Superstar – hat einen großen Traum: „In jeder Familie weltweit sollte ein Mitglied die Fußreflexzonenmassage kennen. Das sparte viel Schmerz, Leid und Geld.“

Diese Methode, die jedermann nach kurzer Zeit anwenden könne, gehöre allen Menschen – insbesondere den Armen, die sich keine medizinischen Behandlungen leisten können.

In den vergangenen Jahren hat sich Pater Eugster seinem großen Ziel genähert und Tausende von Reflexologen auf allen Kontinenten ausgebildet.

Meistens geht das so: Jemand hat gesundheitliche Probleme und wird sie dank Pater Eugsters Massagen los. Er ist begeistert und lädt den Pater ein, in seine Region – irgendwo auf der Welt – zu kommen und die Methode zu lehren.

Der Schneeball-Effekt sorgt dafür, daß sich die Fußreflexzonenmassage wie von selber verbreitet.

In Fernost gibt es mittlerweile Millionen Ausgebildeter. Auch in Europa wird die Methode des Paters bereits recht stark verbreitet.

Noch am Anfang steht das Missionsgebiet Afrika. Dabei wäre die Alternativmedizin des Paters auf dem Schwarzen Kontinent eine wertvolle Hilfe für die arme Bevölkerung.

Pater Eugster gibt diesem Kontinent deshalb auch eine hohe Priorität. Erst kürzlich bildete er in Sambia drei Wochen lang Einheimische aus: „Ich lege alles andere zur Seite, wenn ich in ein solches Land gehen kann“.

Die Reise ist – wie so oft – durch einen dort wirkenden Missionarskollegen eingefädelt worden: „In den drei Wochen kann ich viele Menschen ausbilden und damit einen guten Grundstein legen.“

Zuerzeit ist Pater Eugster in seiner Schweizer Heimat. Danach startet er eine Vortragsreihe in Österreich und Deutschland.

Riesiger Erfolg

„Innerhalb von zwei Monate habe ich auf vier Kontinenten gearbeitet und geschult“ – sagt der Pater, der die herkömmliche Fußreflexzonenmassage mit chinesischer Lehre zu einer eigenen Methode weiterentwickelt hat.

Kein Wunder, daß seine Bücher in chinesischer Sprache mehr als fünfzig Auflagen erlebt haben und millionenfach verkauft wurden, ehe vor einem Jahr das erste Buch in deutscher Sprache erschien.

Wäre Pater Eugster kein Geistlicher, sondern ein geschäftstüchtiger Manager – könnte er in einem Palast residieren. Doch er hockt zufrieden in einem bescheidenen Pfarrhaus:

„Ich habe keine Zeit, reich zu werden, sondern eine Pfarrei mit acht Kirchen in drei Sprachen zu betreuen. Das sind achtzig Prozent meiner Arbeit. Der Rest gehört der Verbreitung der Fußreflexzonenmassage.“

Sagt’s und fliegt nach Afrika.

Kostenlose Vorträge:

Vortrag: 15.Oktober, 19.00-20.30 Uhr im Gasthof Rössle in 89150 Laichingen
Einführungskurs: 16.Oktober, 13.00-20.00 Uhr im Hotel Zum Ochsen 89180 Berghülen
Seminar: 18. und 19.Oktober von 9.00 bis 17.00 Uhr im Hotel Zum Ochsen 89180 Berghülen.
      
23 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#26   Colombe de la paix   19:33:21 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Pass auf!
Man sperrt DIch gleich!
Redaktion benachrichtigen
#24   Colombe de la paix   19:23:06 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Ich brauch
auch Polizeischutz1
Redaktion benachrichtigen
#22   Gehe den rechten Weg   16:27:07 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
@Ultramontanus

„Was sagen Sie dann dazu, dass Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat? Oder ist das unverdächtig?“
Nun geben Sie sich nicht naiver, als Sie sind.
Sie als Kreuz.net – Leser wissen doch ganz genau, wie
schnell hier manche Redakteure der Häretiker-Fraktion mit
durch die Blume gesprochenen Andeutungen die Kirchenführung
zu diskreditieren versuchen.
Wollen Sie für diese irrgläubigen Schmierschreiber am Ende
noch die Lanze brechen?
Redaktion benachrichtigen
#21   aufrechterkatholik   16:26:30 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Ach, mein lieber Freund
Heinrich von O ist auch wieder hier! Seien Sie marianisch gegrüßt! Freuen Sie sich über tägliche Rosenkranzandachten! Und sühnen Sie fleißig für die vielen Sünden, die hier geschrieben werden! Ihr eifriger Verehrer der virgo prius ac posterius!
Redaktion benachrichtigen
#20   Jesuit †   16:17:27 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Noa!!!!!!!!!!!
Im Germanicum zu Rom!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Redaktion benachrichtigen
#19   HeinrichvonOfterdingen   16:16:34 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Lieber Jesuit,
haben Sie das Bairische in der Volkshochschule gelernt?
Redaktion benachrichtigen
#17   freddie schenk   15:37:48 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Edding kein Problem
Aber obs die Stelle gibt … ich weiß nich. Aber danke für dein Angebot. muss ich wohl doch allein mit’m joberens losziehen. Aber ich bin sicher: Ihr werdet von uns hören. ganz bestimmt. Ja. Ganz sicher!
Redaktion benachrichtigen
#16   Amanda   15:34:55 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
@freddie
Nein, aber ich besitze sensible Hände und würde mich gerne zur Fußmassage zur Verfügung stellen, sofern man mir jenen Punkt, der Auswirkungen auf die Hirntätigkeit hat, auf Joberens’ Fußsohlen mit rotem Edding markiert.
Redaktion benachrichtigen
#15   für die Kirche   15:34:46 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
@Jesuit: nein, ein altdeutsches
Wurde in dem dreißigjährigen Krieg angewendet.
Redaktion benachrichtigen
#14   Jesuit †   15:32:01 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Das ist aber
eine jüdische Methode, igittigitt!
Redaktion benachrichtigen
#13   für die Kirche   15:31:02 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
@Jesuit: alternative Therapie
Es gibt noch ein anderes Verfahren:
man bindet einem auf einer Bank, reibt Salz auf seine Fußsohlen.
Dann bindet man die Ziegen los, und die leckern dann am Sohlen den Salz ab…
Redaktion benachrichtigen
#12   freddie schenk   15:29:48 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
@ einfache, denkende Amanda
Ich hab den herrn berens auch schon gebeten, dass ich mit ihm kooperieren darf … und zwar hier:
Mittwoch, 1. Oktober 2008 13:32
„Mein Bruder wollte Anstreicher werden“
Was könnten wir drei zusammen doch für eine berenssche katholische Kirchenbewegung ans rollen bringen. Machst du auch mit? Bitte!
Redaktion benachrichtigen
#11   Amanda   15:29:10 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Ganz sicher gibt es auch dort
einen Punkt, der stimuliert werden kann, um die Gehirntätigkeit anzuregen. Das wäre Joberens zu empfehlen.
Redaktion benachrichtigen
#10   Jesuit †   15:27:58 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Nöööö!
Der Fußsohlen!!!!!!!!!!!!!!!!
Redaktion benachrichtigen
#9   Amanda   15:27:26 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Vielleicht regt das Kraulen der Kopfhaut
die Gehirntätigkeit an?
Redaktion benachrichtigen
#8   Jesuit †   15:26:16 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Wau…
da meld ich mich auch an! Zum großen Kraulen!
Redaktion benachrichtigen
#7   freddie schenk   15:25:29 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Joberens
meldet sich gerade hier an:
Seminar: 18. und 19.Oktober von 9.00 bis 17.00 Uhr im Hotel Zum Ochsen89180 Berghülen.
Redaktion benachrichtigen
#6   Amanda   15:25:03 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Bekanntlich hat sich Jesus
zu allem, was ihm wichtig erschien, geäußert. Zur Fußmassage hat er nichts gesagt. Und wenn er doch etwas dazu gesagt hätte, dann wäre es in Theologenkreisen höchst umstritten, ob man ihm diese Worte nicht in den Mund gelegt hat. Da beißt die Maus keinen Faden ab, und da können sich die Herren in Purpur mal ein Beispiel dran nehmen, die den wackeren Pater menschseinsbeschneidend an der Ausübung seines Handwerks zu hindern suchten.
Amanda
(einfache, denkende Katholikin)
Redaktion benachrichtigen
#5   kritischerbeobachter   15:19:52 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Wo bleibt
eigentlich joberens? Der müsste doch hier auch sein Süppchen kochen.
Redaktion benachrichtigen
#4   Ultramontanus   15:19:35 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
@Gehe den rechten Weg:
Was sagen Sie dann dazu, dass Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat? Oder ist das unverdächtig?
Redaktion benachrichtigen
#3   Jesuit †   15:16:30 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Würd mir
gern auch mal von dem Typ die Fußsohlen graulen lassen!
Redaktion benachrichtigen
#2   Gehe den rechten Weg   15:08:19 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Warme Füsse?
„Die Situation entspannte sich erst, als er im November 2003 die in dicke weiße Socken gehüllten Füße von Papst Johannes Paul II. massieren durfte.“
Was soll das?
Unterstellt Kreuz.net den beiden homoerotische Handlungen?!?
So eine Berichterstattung ist unter aller Kanone!
Redaktion benachrichtigen
#1   Jesuit †   14:44:01 | Mittwoch, 1. Oktober 2008
Zu dem Pater
müsst ich wohl mal mit meinem eingewachsenen Zehennagel!
Redaktion benachrichtigen
Es wurden 3 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
Weiterlesen:
GentechnikSteht der Weltuntergang bevor? GentechnikFremd im eigenen Körper GentechnikSchlimmer als Mord GentechnikBeide Brüste amputieren? SamenspendeSie sind zwischen 19 und 35 Jahre alt? GentechnikVoll daneben PhysikStärker als ein Radiosender ForschungGottlosigkeit ist abnormal Für immer ein KindGrüße von Frankenstein GentechnikGeisteskrankheiten nehmen stark zu GentechnikDer Kardinal sorgt sich um alles Gentechnik„Bereiten Sie sich vor, ferngesteuert zu werden. Ich wurde es.“ GentechnikEin Sohlenfänger GentechnikDas Gespenst der Unfruchtbarkeit Gentechnik„Der Braten ist fertig, dreh ihn um und iß“
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net