15:56:36 | Donnerstag, 2. Oktober 2008
Was sich kürzlich im Bistum Basel zugetragen hat, wäre beim Staat oder in jedem privaten Betrieb völlig undenkbar gewesen. Von Dr. Lukas Brühwiler-Frésey.

Auszug der „Gemeinsamen Erklärung“ zur Versöhnung des Basler Bischofs Kurt Koch mit dem Röschenzer Pfarradministrator Franz Sabo.
(kreuz.net) Bischof Kurt Koch von Basel und Hw. Franz Sabo von Röschenz
haben sich versöhnt .
Die Stellungnahmen
zur gemeinsamen Erklärung der beiden reichten in den Medien von Überraschung bis zum Urteil, daß der
Bischof klein beigegeben habe.
Eines steht außer Diskussion: Hätte sich Hw. Sabo als Beamter oder in
einem privaten Betrieb – gar als Journalist – ähnlich aufgeführt und seinen Arbeitgeber beleidigt und
dem öffentlichen Gespött preisgegeben, wäre er nie wieder angestellt worden.
Staat, Wirtschaft und
Medien kennen das Prinzip der Vergebung und Versöhnung nicht wirklich.
Pfarradministrator Sabo hat nach
Angaben des Bistums seine angebliche „Treue zum katholischen Glauben“ und seine angebliche „Loyalität
gegenüber dem Bischof von Basel“ bekundet.
Gemäß der gemeinsamen Erklärung wird es keine weiteren
Informationen über die persönlichen Gespräche zwischen Bischof Koch und Hw. Sabo gegeben.
Der Bistumssprecher
machte trotzdem weitere Angaben: „Es ist wie die Parabel des verlorenen Sohns“ – erklärte Giuseppe Garcia
gemäß einer Meldung der Schweizer ‘Katholischen Internationalen Presseagentur’ vom 30. September 2008.
Der Bischof habe bei Sabo einen Wandel der Ansichten – eine Umkehr – feststellen können.
Loyalität
und Treue zum katholischen Glauben seien vereinbart worden, erklärte Garcia gleichentags gegenüber Radio
Vatikan.
Die Zukunft wird zeigen, ob es sich hier um mehr als ein Lippenbekenntnis handelt und ob sich
Hw. Sabo an die Abmachungen halten wird.
Von einer Reue – wie sie in der Parabel vom Verlorenen Sohn
zentral ist – verlautete bisher nichts.
Gleichwohl ist es mehr oder weniger nachvollziehbar, daß Bischof
Koch den Streit nicht weiterführen wollte.
Die staatskirchenrechtlichen Aspekte solcher Konfliktsfälle
sind damit freilich nicht im geringsten gelöst.
In manchen Stellungnahmen hat der Bischof in der Vergangenheit
dargelegt, wie er das Verhältnis zwischen Kirche und Staat sieht. Anschließend heulten die Wölfe.
Doch die Kirche muß – gerade in einem Staat, der sich für freiheitlich hält – ihre Freiheit behalten
dürfen.
Hier bleibt „viel Arbeit zu tun“ – wie der Basler Bistumssprecher richtig beifügte.
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#3
Heinz Josef 19:54:54 | Montag, 6. Oktober 2008
#2
st.georg 19:38:50 | Donnerstag, 2. Oktober 2008
#1
No Comment 17:52:22 | Donnerstag, 2. Oktober 2008