Röschenz
Schillernde Versöhnung
Was sich kürzlich im Bistum Basel zugetragen hat, wäre beim Staat oder in jedem privaten Betrieb völlig undenkbar gewesen. Von Dr. Lukas Brühwiler-Frésey.
Auszug der "Gemeinsamen Erklärung" zur Versöhnung des Basler Bischofs Kurt Koch mit dem Röschenzer Pfarradministrator Franz Sabo.
Auszug der „Gemeinsamen Erklärung“ zur Versöhnung des Basler Bischofs Kurt Koch mit dem Röschenzer Pfarradministrator Franz Sabo.
(kreuz.net) Bischof Kurt Koch von Basel und Hw. Franz Sabo von Röschenz haben sich versöhnt .

Die Stellungnahmen zur gemeinsamen Erklärung der beiden reichten in den Medien von Überraschung bis zum Urteil, daß der Bischof klein beigegeben habe.

Eines steht außer Diskussion: Hätte sich Hw. Sabo als Beamter oder in einem privaten Betrieb – gar als Journalist – ähnlich aufgeführt und seinen Arbeitgeber beleidigt und dem öffentlichen Gespött preisgegeben, wäre er nie wieder angestellt worden.

Staat, Wirtschaft und Medien kennen das Prinzip der Vergebung und Versöhnung nicht wirklich.

Pfarradministrator Sabo hat nach Angaben des Bistums seine angebliche „Treue zum katholischen Glauben“ und seine angebliche „Loyalität gegenüber dem Bischof von Basel“ bekundet.

Gemäß der gemeinsamen Erklärung wird es keine weiteren Informationen über die persönlichen Gespräche zwischen Bischof Koch und Hw. Sabo gegeben.

Der Bistumssprecher machte trotzdem weitere Angaben: „Es ist wie die Parabel des verlorenen Sohns“ – erklärte Giuseppe Garcia gemäß einer Meldung der Schweizer ‘Katholischen Internationalen Presseagentur’ vom 30. September 2008.

Der Bischof habe bei Sabo einen Wandel der Ansichten – eine Umkehr – feststellen können.

Loyalität und Treue zum katholischen Glauben seien vereinbart worden, erklärte Garcia gleichentags gegenüber Radio Vatikan.

Die Zukunft wird zeigen, ob es sich hier um mehr als ein Lippenbekenntnis handelt und ob sich Hw. Sabo an die Abmachungen halten wird.

Von einer Reue – wie sie in der Parabel vom Verlorenen Sohn zentral ist – verlautete bisher nichts.

Gleichwohl ist es mehr oder weniger nachvollziehbar, daß Bischof Koch den Streit nicht weiterführen wollte.

Die staatskirchenrechtlichen Aspekte solcher Konfliktsfälle sind damit freilich nicht im geringsten gelöst.

In manchen Stellungnahmen hat der Bischof in der Vergangenheit dargelegt, wie er das Verhältnis zwischen Kirche und Staat sieht. Anschließend heulten die Wölfe.

Doch die Kirche muß – gerade in einem Staat, der sich für freiheitlich hält – ihre Freiheit behalten dürfen.

Hier bleibt „viel Arbeit zu tun“ – wie der Basler Bistumssprecher richtig beifügte.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Heinz Josef   19:54:54 | Montag, 6. Oktober 2008
Wann werden endlich die antisemitischen Schmirereien eines carlosalberto gelöscht, und er selbst au…
Wann werden endlich die antisemitischen Schmirereien eines carlosalberto gelöscht, und er selbst auch, statt die Postings derer die dagegen protestieren!
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#2   st.georg   19:38:50 | Donnerstag, 2. Oktober 2008
@ no comment
Andrea Kardinal Cordero Lanza di Montezemolo …wenn schon, dann richtig ! ^-^
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#1   No Comment   17:52:22 | Donnerstag, 2. Oktober 2008
Das Wappen ist doof.
So sehr Koch-Texte uns begeistern können; bei dem Wappen hätte Kard. Montezemulo, versierter Heraldiker, nach nachjustieren müssen: Koch mützen und Löffel zu „dem“ Spruch… Viele Köche verderben auch den vorrangigen Brei, Christi.
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