17:41:07 | Sonntag, 5. Oktober 2008
Der Sekretär des Patriarchen von Konstantinopel kann sich eine gemeinsame Meßfeier mit den Katholiken vorstellen. Die Differenzen seien nicht unüberbrückbar.

Links: Göttliche Liturgie
Rechts: Alte Messe
© Heidemarie Seblatnig, Szenen aus dem Dokumentarfilm(kreuz.net, Wien) „Die Säule und das Fundament: Christen in der Türkei“ – lautet der Titel eines jüngsten
Films der Wiener Regisseurin und Drehbuchautorin Heidemarie Seblatnig.
Der Film möchte den Dialog fördern
und den kulturellen Wandel in einer sich islamisierenden Gesellschaft thematisieren – erklärt Frau Seblatnig
auf ihrer Webseite.
Die Regisseurin befragte für den Film kirchliche und muselmanische Würdenträger
in der Türkei und in Österreich.
Sie filmte in den türkischen Städten Istanbul, Izmir, Ephesus, Iskenderun
sowie an verschiedenen Schauplätzen in Österreich.
Als besonderes Anliegen des Dokumentarfilms nennt
Frau Seblatnig, daß „der geplante EU-Beitritt der Türkei auch Thema einer interkulturellen Auseinandersetzung
wird, und nicht nur eine politische Frage darstellt“.

Szenen aus dem Film
© Heidemarie Seblatnig, Szenen aus dem DokumentarfilmSie möchte, daß der im Film beispielhaft geführten
Dialog auf die Gesellschaft übertragen wird und das gegenseitige Verständnis von Christen und Moslems
fördert.
Gemeinsame Messe mit den Orthodoxen?Der Sekretär des orthodoxen Patriarchen Bartholomäus
I. von Konstantinopel, Pater Dositheos Anagnostopulos, sprach mit Frau Seblatnig über die Liturgie.
Frau Seblatnig zeigt dazu Einspielungen der orthodoxen Göttlichen Liturgie und der – Alten – Messe.
Die katholische Kirche habe aus verschiedenen Gründen die Liturgie verkürzt – erklärt Anagnostopulos.
Trotzdem fühle sich ein Orthodoxer in der katholischen Messe zuhause – und umgekehrt: „Das wichtigste
ist, daß wir das Mysterium der Heiligen Eucharistie nicht verändert haben.“
Die Kommunion bedeute für
ihn dasselbe wie für einen Katholiken: „Die Gemeinsamkeit ist da.“
Pater Gerhard Winkler
Die Teilnehmer
der Kreuzzüge fühlten sich als Pilger, nicht als Eroberer.
Die Orthodoxen und die Katholiken hätten –
im Gegensatz zur protestantischen Welt – keine unüberbrückbaren Veränderungen am Glaubensgut vorgenommen.
Für einer gemeinsamen Meßfeier zwischen Katholiken und Orthodoxen sieht Anagnostopulos keine großen
Schwierigkeiten: „Ich bete dafür.“
Weiter StellungnahmenDer emeritierte Kirchenhistoriker von Salzburg,
Zisterzienserpater Gerhard Winkler, äußerte sich im Film über die Kreuzzüge.
Diese „bewaffnete Pilgerschaft“
sollte – so der Pater – den freien Zugang zu Jerusalem sichern: „Die Kreuzritter haben sich als Pilger
gefühlt, nicht als Eroberer.“
Bischof Elmar Fischer von Feldkirch will überprüfen, ob der Koran mit
der österreichischen Verfassung vereinbar sei.
Der scheidende Apostolische Nuntius von Österreich,
Erzbischof Edmond Farhat, erinnert an die im Islam verlangte Kopfsteuer.
Im Koran stehe, daß Christen,
die nicht zum Islam abfallen, Steuern bezahlen müssen. Deshalb seien die meisten Christen im Nahen Osten
konvertiert – bedauert der Nuntius.
Der apostolische Vikar von Istanbul, Bischof Louis Pelâtre (68),
fordert im Film, daß die Kirche in der Türkei als Rechtsperson anerkannt werde.
Die Türken verweigerten
das unter dem Vorwand der Laizität des Landes.
Bischof Luigi Padovese (61), Apostolischer Vikar von
Anatolien, möchte, daß die Christen, „obwohl wir wenige sind“ an den Orten bleiben, wo das Christentum
geboren ist.
„Die Säule und das Fundament“
Christen in der Türkei
Eine Filmdokumentation von Heidemarie
Seblatnig,
Österreich – Türkei 2007/08
Organisation: Arhan Kardas
Kamera: Onur Demir
Produktion: Heidemarie
Seblatnig/ Cinecraft Wien
Bestellung für 10 Euro plus Porto unter dvd@gloria.tv
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#15
Exodus † 15:03:05 | Dienstag, 7. Oktober 2008
#13
Exodus † 14:35:16 | Dienstag, 7. Oktober 2008
#12
Aleph † 13:17:36 | Dienstag, 7. Oktober 2008
#9
Exodus † 00:58:54 | Dienstag, 7. Oktober 2008
#6
Freinsberg 16:27:17 | Montag, 6. Oktober 2008
#4
Freinsberg 10:18:37 | Montag, 6. Oktober 2008
#3
karljosef 10:18:09 | Montag, 6. Oktober 2008
#1
Heinz Josef 18:20:15 | Sonntag, 5. Oktober 2008