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Montag, 7. März 2005 09:54
kreuzmeldungen
Stummer Segen + Frühjahrskonferenz + Kreuzweg + „Es wäre an der Zeit“ + Priestersterben + Künstliche Besamung
Stummer Segen

Vatikan. Gestern mittag hat sich Papst Johannes Paul II. während des traditionellen Angelus-Gebets den Gläubigen zum zweiten Mal seit seinem Luftröhrenschnitt am 24. Februar von seinem Klinikfenster aus gezeigt. Das Fenster blieb geschlossen. Der Papst segnete die Gläubigen eifrig, war aber im Gesicht deutlich von seiner Krankheit gekennzeichnet. Da er nach seiner Operation Sprechverbot hat, sprach er die Worte des Segens nicht laut aus. Gleichzeitig leitete Erzbischof Leonardo Sandri, der zweite Mann im vatikanischen Staatssekretariat, den Angelus auf dem Petersplatz und verlas Grußworte des Heiligen Vaters. Der Staatssekretär selbst stand an der Seite des Papstes in der Gemelli-Klinik. Johannes Paul II. bedankte sich für die vielen Besuche und Genesungswünsche, die er seit seinem Klinikaufenthalt erhalten hat. Ein besonders tröstliches Zeichen sei für ihn die Anteilnahme von Vertretern anderer Religionen.

Frühjahrskonferenz

Österreich. Die österreichischen Bischöfe beginnen heute im Benediktinerstift Lambach in Oberösterreich mit ihrer viertägigen Frühjahrskonferenz. Dies meldet der „Österreichiche Rundfunk“ heute Montag. Als Schwerpunkte sollen die Themen Mission und Entwicklungszusammenarbeit behandelt werden. Am Freitag wird der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Christoph Kardinal Schönborn, bei eine Pressekonferenz in Wien über die Ergebnisse berichten.

Kreuzweg

Vatikan. Joseph Kardinal Ratzinger, der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, wird heuer die Meditationen für die Kreuzwegandacht schreiben, die am Karfreitagabend – normalerweise im Beisein des Papstes – am Kolosseum gehalten wird. Das kündigte der Kardinal gestern mittag in einem Interview mit der staatlichen italienischen Fernsehstation ‘Rai’ an. Die Betrachtungen des Leidensweges Christi werden sich an dem Satz aus der Heiligen Schrift „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“ orientieren. Die Verfasser des Textes des päpstlichen Kreuzweges am Kolosseum in der römischen Innenstadt wechseln jedes Jahr.

Priestersterben

Österreich. Das Osttirol muß in den kommenden Jahren einen extremen Rückgang an Priestern befürchten. Laut einem Bericht des „Österreichischen Rundfunks“ wird es in diesem Teil Österreichs in zehn Jahren nur mehr drei Pfarrer geben, die jünger als 70 Jahre alt sind. Aus diesem Grund wird ein einziger Pfarrer in Zukunft fünf Pfarreien zu betreuen haben. Auch eine größere Mitarbeit der Laien ist gefragt. Laien sollen in Zukunft Prozessionen und Begräbnisse leiten. Auf Beerdigungen mit Messen sowie auf Einzeltaufen werden die Osttiroler in Zukunft verzichten müssen.

„Es wäre an der Zeit“

Deutschland. Nach einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ vom 1. März haben sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, für die Überprüfung der gesetzlichen Bestimmungen zur Kinderabtreibung ausgesprochen. Das Bundesverfassungsgericht von 1993 sieht eine Überprüfung des Gesetzes unter dem Aspekt des Lebensschutzes vor. Eine Überprüfung „wäre eigentlich an der Zeit“, erklärte Kardinal Lehmann. Gleichzeitig beteuerte der Mainzer Bischof, es gebe sehr viele Kräfte, „die einfach nicht wollen, daß das Thema wieder in die Debatte kommt“.

Künstliche Besamung

Schweden. Schwedische Frauen, die in einem staatlich anerkannten Homo-Konkubinat leben, haben ab dem 1. Juli das Recht auf künstliche Besamung. Damit ermöglicht der Schwedische Staat solchen Frauen, dieselben Ansprüche auf kostenlose Hilfe für künstliche Befruchtung zu stellen wie kinderlose Ehefrauen.
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