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Montag, 7. März 2005 15:41
Ein lustiges Team
Letzten Freitag hat Bischof Klaus Küng von St. Pölten die neue Führungsmannschaft für sein Priesterseminar in der niederösterreichischen Landeshauptstadt vorgestellt. Der Opus-Dei-Bischof setzt auf die progressistische Karte. Vom Gay-Regen(s) in die Opus-Dei-Traufe?
Dom zu St. Pölten
Dom zu St. Pölten
(kreuz.net, St. Pölten) Im Schutz des Wochenendes und der Regionalwahlen hat Bischof Klaus Küng von St. Pölten die Direktion seines Priesterseminars ausgewechselt. Nach dem kurzen Gastspiel von Pater Werner Schmid, der sich als Ausbildner der St. Josefsgemeinschaft in Kleinhain bei St. Pölten bewährt hat aber im diözesanen Priesterseminar nie wirklich zum Zug kam, sollen jetzt im Alumnat andere Saiten aufgezogen werden.

Schon länger wurden Bedenken gegen den am Freitag ernannten neuen Regens des St. Pöltener Priesterseminars, Dr. Anton Leichtfried, vorgetragen. Leichtfried war seit Wochen als möglicher Kandidat im Gespräch. Jetzt wird bekannt, daß auch der neue Subregens Dr. Gerhard Reitzinger, der gegenwärtig als Kaplan in der Dompfarrei zu St. Pölten wirkt, nicht unumstritten ist.

Bereits in seinem ersten Kaplansjahr soll Reitzinger an einer Jugendmesse im Dom zu St. Pölten teilgenommen haben. Bei diesem Anlaß wurden – statt den üblichen Hostien – Brotstückchen in Körbchen konsekriert. Offensichtlich überschätzte jemand die benötigte Menge, sodaß die Brotstücke im Laufe des Gottesdienstes nicht alle konsumiert werden konnten. Darum tauchte nach der Messe die Frage auf, was mit den zahlreich übriggebliebenen konsekrierten Brotstücken getan werden sollte.

Geschnittene Brotstückchen haben den bekannten Nachteil, schnell hart und somit für den menschlichen Konsum ungeeignet zu werden, während die üblicherweise verwendeten Hostien eine viel längere Haltbarkeit aufweisen. Außerdem passen im Handel erhältliche Brotkörbe nur schwer in die kirchlichen Tabernakel, die für andersförmige Hostienbehälter konstruiert sind.

Somit war guter Rat teuer. Der eifrige Kaplan, der damals in einer Landpfarrei stationiert war, soll die Idee gehabt haben, die übriggebliebenen konsekrierten Brotstücke ins nahegelegene Alumnat zu tragen, damit sie dort von den Seminaristen zum Frühstück verspeist werden könnten.

Offenbar wurde das vorgeschlagene Sakrileg nicht ausgeführt, weil, wie es scheint, jemand dazukam, der sich gegen diese praxisorientierte Lösung wandte. Was mit den konsekrierten Brotstücken geschah, ist nicht bekannt.

Der neue Subregens und Ausbildner der zukünftigen Priester der Diözese St. Pölten scheint generell ein eher lockeres Verhältnis zum Allerheiligsten Altarsakrament an den Tag zu legen. Unlängst wurde Dr. Reitzinger in der Bischofskirche von St. Pölten gesehen, wie er sich in völliger Zivilkleidung und ohne Stola am ausgesetzten Allerheiligsten zu schaffen machte. Auf diese Weise ergriff Dr. Reitzinger die Monstranz, gab damit den Segen und räumte das liturgische Gerät ohne viele Zeremonien anschließend vom Altar.

Zivilkleidung meint in diesem Fall Jacke oder Pullover. Priester in der Katholischen Kirche sind nach dem dort gültigen Kirchenrecht dazu verpflichtet, Priesterkleidung zu tragen und für kultische Funktionen besondere liturgische Gewänder zu benützen, die in der kirchlichen Fachsprache „Paramente“ genannt werden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 7 Lesermeinungen:
Montag, 7. März 2005 21:36
turk: Bischof Krenn förderte diese Priester
Tja, sollte der Bericht oben zutreffen – was bei kreuz.net immer sehr zu bezweifeln ist – dann muß ganz klar gesagt werden, daß Bischof Krenn sowohl Leichtfried als auch Reitzinger durch Doktoratsstudien besonders gefördert hat. Jetzt Bischof Küng daher irgendetwas „kirchenpolitisch“ zu unterstellen, ist ziemlich lächerlich. Wenn aber sogar der großartige Bischof Krenn diese Priester akademisch förderte, was erwarten dann bestimmte Utopisten von anderen Bischöfen?

Wichtiger wäre es daher, auch Dr. Reitzinger positiv zu bestärken, daß er niemals mehr auf solche Ideen kommt.
Montag, 7. März 2005 21:36
Yersinia: @dolfus: bitte um Erklärung, wie das zusammengeht, dass
das II. Vatikanische Konzil ja von Priestern, Bischöfen, Kardinälen getragen wurde, die alle „noch ein richtiges Priesterseminar“ gesehen haben?
Montag, 7. März 2005 21:04
Dolfus: Woher sollen sie’s denn wissen
Die Priester der reformiert-katholischen Kirche waren doch allesamt nie in einem richtigen Priesterseminar, obwohl Priesterseminar draufstand und es auch juristisch als eines anerkannt war, wie seit Paul VI. so üblich.

Vom Priestertum hat so keiner eine Ahnung, obwohl gültig geweiht. Inwiefern ihre reformiert gefeierten Messen gültig sind, müßte man mal theologisch klären, es würde mich persönlich interessieren.

Ansonsten muß man Bischof Küng verstehen, daß er weiß, daß er von der Krenn-Jagdgesellschaft mit ihren Freunden in der Medienmafia umgeben ist.

Eigentlich müßte man es mit den deutschen Diözesen wie mit der FPÖ machen: auflösen und neu gründen. Wer gebraucht wird, muß sich neu bewerben.
Montag, 7. März 2005 20:09
Yersinia: na, wenn man sonst keine Sorgen hat
als eine „praxisorientierte Problemlösung“ eines jungen Kaplans so herauszustellen, soll es einem sonst gut gehen; aber Sorgen macht diese „unversöhnliche Brüderlichkeit“, die da von manchen Konservativen betrieben wird; wie schon einmal geschrieben: wenn es dem Ego passt, wird der Bischof unterstütz; wenn man andere Ziele verfolgt, scheint beinahe jeder an den Haaren herbeigezogene Anlaß recht zu sein für eine Kampagne; aber vielleicht ist es auch wichtig, jeden kleinsten Anlaß unheimlich wichtig zu nehmen – da wird jenen, die in christlicher Liebe als Gegner entlarvt werden, hoffentlich auch bald unheimlich in der katholischen Kirche.
Montag, 7. März 2005 17:00
Paul Mayer: Was hat denn damals Altbischof Krenn
unternommen, als die Brotstücke (hoffentlich ungültig) konsekriert wurden?
Das würde ich sehr gerne wissen!
Wer hat denn denn die Drs. Leichtfried und Reitzinger geweiht? Muss der Bischof nicht die Weihekandidaten vorher einem Art Skrutinium unterziehen?
Montag, 7. März 2005 16:18
Sulpicius: Paßt ja…
…zum „Opus Dei“
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