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Dienstag, 7. Oktober 2008 19:33
Merkwürdig, ärgerlich und notwendig
Ein deutscher Bischof hat im Klima einer allgemeinen Sexgeilheit eine Lanze für den Zölibat gebrochen: „Die Ehe ist kein Heilmittel gegen sexuelle Abartigkeiten.“
Weihbischof Hans-Jochen Jaschke von Hamburg
Weihbischof Hans-Jochen Jaschke von Hamburg
(kreuz.net, Hamburg) Am 13. September verfaßte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke für das Hamburger Tageszeitung ‘Abendblatt’ einen Artikel zum Zölibat.

In den Ferien sei er gefragt worden, warum er den Zölibat befürworte – beginnt der Weihbischof: „Ist das nicht längst überholt? So kriegt ihr doch keine Leute mehr. Und was hört man alles von den katholischen Priestern.“

Mons. Jaschke kann verstehen, daß der Zölibat gerade heute viele Leute reizt.

Der eheliche Sexualakt sei öffentlich und lautstark in aller Munde: „Da muß so etwas wie der Zölibat fremd und merkwürdig erscheinen.“

Der Weihbischof erklärt ferner, daß die große Menge nicht für den Zölibat bestimmt sei und rät den Menschen zu heiraten: „Ehe und Familie tun ihnen gut“ jubelt er, ohne auf das Problem der Massenscheidungen einzugehen.

Dennoch lasse sich der Zölibat nicht aus dem Christentum wegdiskutieren. Christus habe die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen in Matthäus 19 empfohlen.

Auch der Heilige Paulus vertrete den Zölibat im ersten Korintherbrief. Er verstehe die Ehelosigkeit „nicht für die große Zahl, sondern für Menschen, die sich eigens rufen lassen, immer in Freiheit, ohne Druck“.

Wer sind die Zölibatären?
Der Weihbischof beschreibt die Zölibatären mit drei Merkmalen. Sie seien solche, die

1. „ihr Herz und alle Kräfte freihaben wollen für die Sache Gottes und der Menschen.

2. auf die eigene Familie verzichten, um für eine große Familie von Menschen da zu sein.

3. mit den Alleingelassenen und Einsamen solidarisieren und Zeit für sie haben.“


Anbiederungen an die Abgefallenen
Für Mons. Jaschke ist der Zölibat ein „heilsames Zeichen in einer Welt, die nicht in sich selber aufgeht“.

Gleichzeitig fordert er in der Kirche mehr Verständnis und Hilfe für jene, die sich mit dem Zölibat „schwer tun oder scheitern“: „Hier muß und kann noch vieles besser werden“ – glaubt er.

Der Weihbischof findet, daß die evangelische Ehelosigkeit eine, aber nicht die einzige, „notwendige, ärgerliche christliche Zumutungen“ sei:

„Aber der Zölibat bleibt eines der Markenzeichen eines Christentums, das sich dieser Welt nicht anpassen soll.“

Zum von den Medien hochgeschaukelten Thema Skandale erklärt Mons. Jaschke, daß es schlimm sei, wenn Priester negative Schlagzeilen machen:

„Aber auch die Ehe ist kein Heilmittel gegen sexuelle Abartigkeiten. Keiner soll sicher sein, nicht selber zu versagen – ob verheiratet oder ehelos.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 125 Lesermeinungen:
Dienstag, 14. Oktober 2008 19:47
Kolumnist †: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 14. Oktober 2008 19:44
Benedikt: Greinacher
Ich werde da immer wieder an den Ausspruch von dem bekannten Pastoraltheologen Norbert Geinacher erinnert, der einmal im Fokus geschrieben hat, daß drei Viertel der momentanen Priesteramtskandidaten komische Leute sind und für die Seelsorge ungeeignet seien. Das besagt doch nun wirklich alles und wird mir auch immer wieder bestätigt.

„Komische Leute“, soso. Der Mann ist halt Pastoraltheologe und kein Psychologe. Schuster bleib bei deinem Leisten, kann ich da nur sagen.
Dienstag, 14. Oktober 2008 19:33
Elijahu: Pastoraltheologen sollten mal lieber den Mund halten oder sonst
„Ich werde da immer wieder an den Ausspruch von dem bekannten Pastoraltheologen Norbert Geinacher erinnert, der einmal im Fokus geschrieben hat, daß drei Viertel der momentanen Priesteramtskandidaten komische Leute sind und für die Seelsorge ungeeignet seien. “

Da massen sich Laien solche Urteile über zukünftige Priester an, die in diesen finsteren Zeiten noch den Mut besitzen sich durch eine schwulenverseuchte und vom Glauben abgefallene 68er-Kirche bis zur Weihe durchzukämpfen.

Aber wir wissen ja alle was von solchen „Pastoraltheologen“ zu halten ist: die würden am liebsten das Priestertum abschaffen um dann selber Messe spielen zu können und sich einen dicken Gehaltsscheck vom Bistum in die Tasche zu stecken.

Man sollte den Pastoraltheologen als erstes Mal alle Gelder streichen und die in die Priesterausbildung stecken; mal gucken wie viele von diesen bezahlten unnützen Hirten dann noch ihrer „Berufung“ nachkommen werden, der Kirche auf der Tasche zu liegen.
Dienstag, 14. Oktober 2008 18:42
SOWAS: hmm…
„drei Viertel der momentanen Priesteramtskandidaten komische Leute sind und für die Seelsorge ungeeignet seien“

das hält aber niemanden davon ab, diese kandidaten trotzdem zu weihen…

aber bezüglich des Zölibats: Ich glaube nicht, dass die Abschaffung dessen das Problem des Priestermangels beheben würde… In der ev. Kirche gibt es eben keine Pastoren im Überfluss… Außerdem bekommt man dann im Fall einer Scheidung ein nicht ganz kleines Problem, wie das heute schon bei den anderen pastoralen Berufen der Fall ist…
Ich denke, dass es ein strukturelles Problem ist, dass wir immer weniger Priester haben… Und so lange die Gläubigenzahlen sinken, wird es auch keine Anstürme auf die Seminare geben… So lange das „Klima“ nicht da ist, in dem Berufungen reifen können, so lange wird sich da auch wenig tun…
Schaut euch doch mal die Menschen an, die sich auf den Weg machen, aus welchen sozialen Milieus sie stammen… Das sind kaum Leute aus der Stadt… sondern aus katholischen Milieus…
ich meine das nicht wertend, sondern es ist eine bloße feststellung…
Freitag, 10. Oktober 2008 11:19
Kunstmaler: @Joberens
Tja, man kann halt’net alles haben im Leben
Freitag, 10. Oktober 2008 11:15
joberens: Kunstmaler Hauptvoraussetzung Pflichtzölibat
Fakt ist aber, daß keiner, der sich zum Priestertum berufen fühlt, dieses erreichen kann, ohne sich das unsinnige Pflichtzölibat aufschwatzen zu lassen, auch wenn er noch so intelligent, fromm und geeignet ist.

So ist das Pflichtzölibat doch eindeutig und einwandfrei erste und Hauptvorausetzung für das kath. Priestertum und nicht nur die Quanität sondern, und vor allem, auch die Qualität der Priester leidet unter dieser unsinnigen Hauptvoraussetzung.

Viele der heutigen Neupriester sind doch derart ungeeignet und unbeholfen, daß sie einem schon fast leid tun können.

Ich werde da immer wieder an den Ausspruch von dem bekannten Pastoraltheologen Norbert Geinacher erinnert, der einmal im Fokus geschrieben hat, daß drei Viertel der momentanen Priesteramtskandidaten komische Leute sind und für die Seelsorge ungeeignet seien. Das besagt doch nun wirklich alles und wird mir auch immer wieder bestätigt.

Das unsinnige, mit nichts zu begründende Pflichtzölibat kann doch nicht für so wichtig genommen werden, daß man ihm die Seelsorge, die Quantität und Qualität der Priester zu opfern bereit ist?

Leider muß ich auch hier wieder an die ev. Kirche erinnern. Dort gibt es Pastoren im Überfluß und nur die Allerbesten haben eine Chance, diesen Beruf ausüben zu können.

Sollte Rom nicht endlich davon zu lernen versuchen anstatt ihr das Kirche sein absprechen zu wollen??????

Josef Berens
(als einfacher, denkender Katholik)
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