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Freitag, 10. Oktober 2008 11:50
Schwer zu entwirren
Wenn er an Papst Pius XII. denkt, beginnt ein kleiner ungläubiger deutscher Theaterschreiber sogar an den Teufel zu glauben. Von Ingo Langner.
Papst Pius XII.
Papst Pius XII.
(kreuz.net) Am 9. Oktober 2008 jährte sich der fünfzigste Todestag von Papst Pius XII. Das ist der richtige Zeitpunkt, um endlich mit der großen Schwarzen Legende vom „Papst, der geschwiegen hat“ aufzuräumen.

Die Legende hat sich trotz der schwergewichtigen Gegenbeweise bis heute gehalten. Das zeigt nur einmal mehr, daß Erdachtes langlebiger und profitabler ist als historische Folgen.

„Papst Pius XII. hat mit Sicherheit nicht geschwiegen. Er hat sehr vielfältig gesprochen“.

Mit zwei kurzen Sätzen hat der Potsdamer Historiker Thomas Brechenmacher (44) eine jahrzehntelange Debatte beendet.

Die Wahrheit über Pius XII., die der ausgewiesene Kenner der Vatikanischen Archive in meiner ARD-Fernsehdokumentation „Benedikt XVI. – Eine deutsche Geschichte“ aussprach, haben 2007 zwei Millionen Zuschauer gehört.

Brechenmachers Wahrheitsfindung fußt auf seriöser wissenschaftlicher Forschung.

Das ist mithin das exakte Gegenteil von dem, was Autoren vom Schlage eines Daniel Goldhagen oder John Cornwell publizieren.

Obwohl man es also inzwischen längst besser wissen könnte, halten immer noch Menschen an der Legende vom angeblich schweigenden Papst fest.

Einer davon heißt Rolf Hochhuth . Er hat die „Schwarze Legende“ erfunden und 1963 in seinem Theaterstück „Der Stellvertreter“ in die Welt gesetzt.

Noch im vergangenen Jahr, als das Wochenmagazin ‘Der Spiegel’ Hochhuth die Gelegenheit gab, sich zu korrigieren, war Rolf Hochhuth extrem uneinsichtig und argumentierte aggressiv:„Er war ein satanischer Feigling“.

Mit „Er“ ist jener Eugenio Maria Giuseppe Pacelli gemeint, der am 2. März 1876 in Rom geboren und 1899 zum Priester geweiht wurde – der in Theologie und Jura promoviert worden ist – der Professor für Kanonisches Recht und für kirchliche Diplomatie war – der am 13. Mai 1917 zum Bischof geweiht wurde und als Apostolischer Nuntius im Königreich Bayern für einen Frieden im Ersten Weltkrieg eintrat.

Pius XII. als Nuntius in Deutschland und als PapstPius XII. als Nuntius in Deutschland und als PapstKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 8 Bildern zu starten.

Im Jahr 1929 zum Kardinal ernannt übernahm er bald darauf das Amt des Kardinalstaatssekretärs und wurde 1939 zum Papst gewählt.

Er übte das Petrusamt auf eine solche Weise aus, daß Millionen Gläubige ihn bis zu seinem Tod am 9. Oktober 1958 für die ideale Verkörperung eines Papstes hielten.

Um so heftiger war der jähe Absturz nur sechs Jahre nach Pacellis Tod. Wie ist das zu erklären?

Die Antwort ist kompliziert, weil die Irrungen über die eine große Lüge Menschenherzen erreicht, schwer zu entwirren sind.

Der Verfasser ist ein Berliner Dokumentarfilmer und Publizist.

Nächstes Mal: Man brauchte einen „moralisch angeschlagenen“ Vatikan
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 45 Lesermeinungen:
Montag, 13. Oktober 2008 22:28
Gotthard: @r.ruhrgebietler
zu einer trid. Messe gehen Sie nicht.
Ich wüßte auch nicht, warum ich zu einer Messe im außerordentlichen Ritus gehen sollte. Die Messe im ordentlichen Ritus verbindet mich mit der Weltkirche und dem Papst – und ist für die richtige Art die Mitte meines Glaubens zu feiern.
Von Dir hätte ich dennoch gerne die Antwort auf meine Frage, was der Unterschied zwischen Zelebrieren und Feiern ist…
Montag, 13. Oktober 2008 12:32
r.ruhrgebietler: Gotthard – SIE
Ich werde es Ihnen nicht erklären. Sie würden es nicht verstehen und zu einer trid. Messe gehen Sie nicht. Sie gehören bilisch gesehen zu denen, bei denen das Wort Gottes auf Stein gefallen ist.
Montag, 13. Oktober 2008 11:21
Gotthard: @r.ruhrgebietler
Ich frage mich immer, was in der Opfermesse zu feiern ist! Dort wird zelebriert.

Er kläre mir doch bitte einmal das Wort „zelebrieren“ … und versuche dafür einen deutschen Begriff zu finden!
Montag, 13. Oktober 2008 07:50
r.ruhrgebietler: @Bernd Stromberg – Ihre Formulierung deutet auf ganz anderes!
den außerordentlichen Usus der römischen Liturgiewie abschätzig!
schwierigen und sehr komischen Personen wie etwa IhnenIch kann mir Ihrer Geringschätzuung meiner Person sehr gut leben! Wenn ich dadurch Ihre Seele für den Himmel retten konnte, habe ich mein Ziel erreicht!

liturgischer Mißbrauch – mal ganz frei heraus: gibt es den im „außerordenlichen Ritus“ nicht auch? Hier und da? Wer lange genug sucht wird bestimmt etwas finden…

Ohne jede Frage kann der Usus ordinarius sehr würdig und erhaben gefeiert werden.Ich frage mich immer, was in der Opfermesse zu feiern ist! Dort wird zelebriert. Und genau das macht den ganz wesentlichen Unterschied deutlich.

Das Sie mein nicht verstehen wollen ist ganz klar. Sie könnten aus der Bequemlichkeit erwachen – gar Ihren Seelenzustand so sehen, wie Jesus Christus ihn jetzt sieht – doof gelaufen, was??

Die Nächstenliebe gebietet mir, Ihnen und Ihresgleichen immer wieder Klötze auf dem Weg in die Hölle zu legen, daß Sie wachen werden und sich aufmachen in den Himmel zu gelangen.

Niemals NOM – wie der werte GvG hier so oft geschrieben hat! Und er hat Recht damit!

PS: Der Papst ist das Oberhaupt der hlg. röm.- kath. Kirche! Aber er ist nicht unfehlbar in allen Dingen! ( Negativbeispiele: Johannes XXIII, Paul VI, JP-II)
Montag, 13. Oktober 2008 00:56
Quaestor †: Die Redaktion hat heute die ungerechtfertigte Sperrung von aleph zurückgenommen! Das ist gut so!!!
Ebenso wie aleph hat exodus sich gegen die Verbreitung von volksverhetzenden, nazistischen postings eines carlosroberto durch kreuz.net eingesetzt und wurde dafür gesperrt!
Deshalb fordere ich analogerweise die Rücknahme der Sperrung von
exodus!!!
Samstag, 11. Oktober 2008 17:12
Benedikt: @ Earendil
Wie war das eigentlich – hat Jesus jemals seine Worte gemildert aus „verantwortungsvoller Sorge“ um seine Jünger?

Das kann man doch als Grundprinzip Pius’ XII. bezeichnen.
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