Man brauchte einen „moralisch angeschlagenen“ Vatikan
Das Stück von Rolf Hochhuth gegen Papst Pius XII. gehörte in den Theatern der kommunistischen Diktaturen des Ostblocks zum Pflichtprogramm. Von Ingo Langner.

Denn die hat den Marxismus seit seinen Geburtswehen im 19. Jahrhundert als das verdammt, was er ist: eine menschenfeindliche Irrlehre, die in den Abgrund führt.
Daran hielt Pius XII. fest. Das haben ihm die Kommunisten nie verziehen – und Linke aller Couleur auch nicht.
Als 1933 in Deutschland dem roten Totalitarismus ein braunes Spiegelbild gegenübertrat, gaben die Bolschewiki die Parole aus: Antikommunismus führt zum Faschismus.
Dieser propagandistische Unsinn schloß alle aus, die sich vom Lügengespinst aus dem Totenhaus von Marx, Engels, Lenin und Stalin nicht auf irgendeine Weise hatten irre machen lassen.
Zwar gelang es Stalin nicht, sein Reich über den Eisernen Vorhang hinweg weiter nach Westen auszudehnen. Aber westliche Intellektuelle hat er gleichwohl erreicht.
Als der deutsche Theaterschreiber Rolf Hochhuth (77) am Berliner Kurfürstendamm seinen „Stellvertreter“ vom Kommunisten und Regisseur Erwin Piscator († 1966) uraufführen ließ, machten dessen radikale Strichfassung und brillante Regie ein über weite Strecken papierraschelndes Drama in hochfahrender Schillerpose zu einem grandiosen Erfolg, der die westliche Welt erfaßte und an den Theatern des Ostblocks zum Pflichtprogramm wurde.
Trotz Archipel Gulag und Todesstreifen ist die antikatholische kommunistische Saat in Westeuropa geistig so fürchterlich fruchtbar geworden, daß nur noch historisch wirklich Gebildete und standhafte Konservative die Mär vom schweigenden Papst entschieden zurückwiesen.
Warum ausgerechnet Rolf Hochhuth, also ein deutscher Lektor, der bisher bloß mit einer Wilhelm-Busch-Gesamtausgabe hervorgetreten war, die deutsche Schuld an der Shoa dem Vatikan in die Schuhe schob, wollte eine kompakte Majorität nicht wirklich wissen.
Man hatte für diese seltsame Volte sogar eine klammheimliche Sympathie.
Einer Allianz aus sehr unterschiedlichen Kreisen war der nach 1945 größer gewordene katholische Einfluß erst in den drei Westzonen und später in der Bundesrepublik ein Dorn im Auge.
Der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher († 1952) hielt den Vatikan für die fünfte Besatzungsmacht Deutschlands. Einflußreiche protestantische Kirchenmänner dachten ähnlich.
In gewissen kulturtragenden Kreisen war der antirömische Effekt so stark, daß Leute wie der Schriftsteller Günter Grass, dessen eigene Biographie bekanntlich eine SS-Rune ziert, uns bis heute den Unsinn von „Adenauer und der katholische Mief“ auftischen.
Damit versuchten sie, ihren Weg aus den angeblich bleiernen Dunkelkammern von Kirche und Religion ins strahlende Licht der atheistischen Aufklärung plausibel zu machen.
Ideologischer Furor und realpolitisches Kalkül war der Boden, auf dem die Legende vom schweigenden Papst wachsen und Frucht tragen konnte.
Auf die Seite des Furors gehörten Leute wie Fritz J. Raddatz (77), damals wichtigster Mann beim Rowohlt-Verlag, der nach seiner Blitzkarriere in Ostberlin nach 1958 in Hamburg eine noch fulminantere zweite hinlegte, und für Hochhuth zum Propagandachef wurde, der den Welterfolg des „Stellvertreters“ organisierte.
Auf der Seite des Kalküls standen all jene Staaten, deren Interesse es war, lieber mit einem moralisch angeschlagenen Vatikan zu verhandeln.
Aus diesen beiden höchst unterschiedlichen Quellen ergoß sich buchstäblich über Nacht ein mächtiger Fluß, der auch jene Zeitgenossen fortriß, die immer und überall mit dem Strom schwimmen und nicht gegen ihn.
Der Verfasser ist ein Berliner Dokumentarfilmer und Publizist.
Nächstes Mal: Nutzlose päpstliche Eitelkeitsshow
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Montag, 13. Oktober 2008 00:54
Quaestor †: Von der Redaktion entfernt
Sonntag, 12. Oktober 2008 17:56
karljosef: Lutheraner, Sie sind nicht ehrlich.
Sie haben Links mit Fotos angegeben. Dort werden Geistlihe mit „ Römischen Gruß „(Rechter Arm gehoben,
Flache Hand) gezeigt. Sie wollen damit sagen dass die katholische Kirche mit Hitler paktiert hat.
Nur ihre Fotos passen nicht , den auf einem hebt ein protestantische Geistlicher den Arm, und auf den anderen Foto tragen alle Militärs eindeutig spanische Uniformen somit ist es ein spanisches Foto.
Wenn sie Fotos aus dem Netz zeigen, dann mit korrekter Quellenangabe.
Nur ihre Fotos passen nicht , den auf einem hebt ein protestantische Geistlicher den Arm, und auf den anderen Foto tragen alle Militärs eindeutig spanische Uniformen somit ist es ein spanisches Foto.
Wenn sie Fotos aus dem Netz zeigen, dann mit korrekter Quellenangabe.
Sonntag, 12. Oktober 2008 12:56
Earendil: @Genoveva
Ich halte mal fest, dass Sie Rechtsstaat und Demokratie als „Mitte“ denunzieren, gegen die man aus guten
Gründen sein kann.
Wenn Sie „denunzieren“ durch „bezeichnen“ ersetzen und vor Demokratie noch „bürgerliche“ setzen, dann ja.
„Frieden und Brot für alle!“ ist eben was gänzlich anderes als „Die Juden sind unser Unglück!“Das eine ist so wenig die Essenz des Kommunismus, wie das zweite die des Faschismus.
Nunja, es trifft aber in beiden Fällen wesentliche Kernpunkte. (Die zweite „Essenz“ betrifft natürlich nur den NS, nicht Faschismus allgemein.)
Und Ihre 100 Mio. Toten sind völlig aus der Luft gegriffen. Die realen Zahlen sind schon schlimm genug, da braucht man nicht solche grotesken Übertreibungen.
Wenn Sie „denunzieren“ durch „bezeichnen“ ersetzen und vor Demokratie noch „bürgerliche“ setzen, dann ja.
„Frieden und Brot für alle!“ ist eben was gänzlich anderes als „Die Juden sind unser Unglück!“Das eine ist so wenig die Essenz des Kommunismus, wie das zweite die des Faschismus.
Nunja, es trifft aber in beiden Fällen wesentliche Kernpunkte. (Die zweite „Essenz“ betrifft natürlich nur den NS, nicht Faschismus allgemein.)
Und Ihre 100 Mio. Toten sind völlig aus der Luft gegriffen. Die realen Zahlen sind schon schlimm genug, da braucht man nicht solche grotesken Übertreibungen.
Sonntag, 12. Oktober 2008 10:41
Marcelus: Die Feinde der Kirche brauchen natürlich einen moralisch angeschlagenen Vatikan bzw.
eine moralische angeschlagene Papstkurie,
am besten den Papst selbst.
Und da brauchte man über viele Jahrhunderte hinweg, als der Papst auch weltlicher Papstkönig war, nicht viel erfinden, nachdem der Papstthron, der gleichzeitig bis 1870 D.E.Z. ein weltlicher, durch Wahl zu besetzender Königsthron war, nicht lange zu suchen,
weder in der Papstkurie, noch im Papsttum selbst.
Und in dieser Zeit der weltlich-despotischen Herrschaft des Papsttums und der Papsttumsmonarchen in Europa hat sich das Papsttum und die Kirche natürlich auch viele Feinde gemacht.
Seit dem seligen Papst Pius IX. hatte die Kirche allerdings ausschließlich moralisch integere, zumindest persönlich moralisch integere Päpste, von denen die meisten auch heiliggesprochen werden könnten.
Und daß gerade die Menschheit den Verleumdungen der totalitaristischen Kommunisten und Protestanten, der persönlichen Stalin-, Roosevelt- und Churchill-Nachfolger glaubt, ist aber auch nicht verwundernswert, nachdem diese die Massenmedien kontrollieren, seit dem Untergang der Goebbels-Massenmedienkontrolle, die vom selben Schlag war, und Pius XI. und XII. ebenso verleumdete, wie dies Goebbels’ Kollegen aus Protestantismus und Kommunismus nach 1945 in Deutschland taten und immer noch tun.
am besten den Papst selbst.
Und da brauchte man über viele Jahrhunderte hinweg, als der Papst auch weltlicher Papstkönig war, nicht viel erfinden, nachdem der Papstthron, der gleichzeitig bis 1870 D.E.Z. ein weltlicher, durch Wahl zu besetzender Königsthron war, nicht lange zu suchen,
weder in der Papstkurie, noch im Papsttum selbst.
Und in dieser Zeit der weltlich-despotischen Herrschaft des Papsttums und der Papsttumsmonarchen in Europa hat sich das Papsttum und die Kirche natürlich auch viele Feinde gemacht.
Seit dem seligen Papst Pius IX. hatte die Kirche allerdings ausschließlich moralisch integere, zumindest persönlich moralisch integere Päpste, von denen die meisten auch heiliggesprochen werden könnten.
Und daß gerade die Menschheit den Verleumdungen der totalitaristischen Kommunisten und Protestanten, der persönlichen Stalin-, Roosevelt- und Churchill-Nachfolger glaubt, ist aber auch nicht verwundernswert, nachdem diese die Massenmedien kontrollieren, seit dem Untergang der Goebbels-Massenmedienkontrolle, die vom selben Schlag war, und Pius XI. und XII. ebenso verleumdete, wie dies Goebbels’ Kollegen aus Protestantismus und Kommunismus nach 1945 in Deutschland taten und immer noch tun.
Sonntag, 12. Oktober 2008 09:19
karljosef: Lutheraner
Sonntag, 12. Oktober 2008 08:44
Heinz Josef: Es geht Lutheraner
nicht um die historische Wahrheit sondern er benutzt historishe Dokumente (Fotos etc.) um mit dieser seine eigene Geschichtsinterpretation zu belegen. Auch wenn es historisch nicht wahr ist, Hauptsache man kann damit die Kirche bekämpfen.
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