Der Papst äußert sich erneut zur Zelebrationsrichtung
Mehr als ein fauler Kompromiß? Ein kleines Kreuzlein auf dem Altar löst die Probleme mit dem nach dem Konzil illegal in die Katholische Liturgie eingeführten protestantischen Mahltisch nicht.
(kreuz.net) In den nächsten Tagen erscheint ein Band der gesammelten Werke von Papst Benedikt XVI. im
Buchhandel.
Michael Karger veröffentlichte für die deutsche Zeitung ‘Tagespost’ eine Rezension.
Die sechzehnbändige Reihe wird auf Wunsch Papst Benedikt XVI. unter dem Verfassernamen Joseph Ratzinger publiziert.
Als erstes erscheint der 11. Band. Er beinhaltet die Texte über die Liturgie und die Kirchenmusik. Seinen Hauptteil bildet die Monographie „Der Geist der Liturgie“ aus dem Jahr 2000.
Benedikt XVI. hat für den Band ein Vorwort geschrieben.
Darin erklärt er, warum die Veröffentlichung seiner Schriften mit der Liturgie beginnt. Es liege an der „Prioritätenordnung des Konzils“ und auch an seiner eigenen Biographie:
„Die Liturgie der Kirche war für mich seit meiner Kindheit zentrale Wirklichkeit meines Lebens und ist in der Schule von Lehrern wie Schmaus, Söhngen, Pascher, Guardini auch Zentrum meines theologischen Mühens geworden.
Als Fach habe ich Fundamentaltheologie gewählt, weil ich zuallererst der Frage auf den Grund gehen wollte: Warum glauben wir?
Aber in diese Frage war die Frage nach der rechten Antwort auf Gott und so die Frage nach dem Gottesdienst von Anfang an miteingeschlossen.“
Eine Erfindung der Moderne
Benedikt XVI. bedauert, daß sich die meisten Rezensenten seines Buches „Der Geist der Liturgie“ auf das Thema der Zelebrationsrichtung beschränkt haben.
Trotzdem schreibt er in dem Vorwort selber erneut zu dieser Frage:
„Der Gedanke, daß Priester und Volk sich beim Gebet gegenseitig anschauen sollten, ist erst in der Moderne entstanden und der alten Christenheit völlig fremd.
Priester und Volk beteten ja nicht zueinander, sondern zum einen Herrn hin.
Deshalb schauen sie beim Gebet in dieselbe Richtung: entweder nach Osten als kosmisches Symbol für den kommenden Herrn oder, wo dies nicht möglich war, auf ein Apsisbild Christi, auf ein Kreuz oder einfach gemeinsam nach oben.“
Der Papst freut sich, daß sich angeblich der Vorschlag durchsetze „nicht neue Umbauten zu machen, sondern einfach das Kreuz in die Mitte des Altares zu stellen, auf das Priester und Gläubige gemeinsam hinschauen, um sich so auf den Herrn hinführen zu lassen, zu dem wir alle miteinander beten.“
Aufbau des neuen Buches, des 11. Bandes
Der 11. Band der Gesamtausgabe über die Liturgie gliedert sich in fünf Teile.
Der erste Teil beinhaltet als Kernstück die Monographie „Der Geist der Liturgie“.
Der zweite Teil trägt den Titel „Typos-Mysterium-Sakrament“ und enthält Darlegungen über die Sakramente.
Der dritte Teil ist mit „die Feier der Eucharistie – Quelle und Höhepunkt christlichen Lebens“ überschrieben. Hier werden Einzelthemen wie die Bedeutung des Sonntags, der Opferbegriff, die Struktur der Messe, die Liturgiesprache, und ähnliche behandelt.
Ferner sind eucharistische Predigten und vier Betrachtungen zum Fronleichnamsfest enthalten.
Der vierte Teil steht unter der Überschrift „Theologie der Kirchenmusik“.
Der Titel des letzten Teiles lautet „Weiterführende Perspektiven“. Er enthält Texte, die unmittelbar nach „Der Geist der Liturgie“ entstanden sind.
Die Bände der Gesammelten Werke
Die Bände I. und II. der Gesammelten Werke Joseph Ratzingers enthalten die Dissertation über das Kirchenverständnis beim Heiligen Augustinus († 430) und seine Habilitation über das Geschichts- und Offenbarungsverständnis beim Heiligen Bonaventura († 1274).
In Band III sind die Schriften über Glaube und Vernunft sowie über die geistigen Grundlagen Europas gesammelt.
Band IV enthält die Auslegung des Glaubensbekenntnisses „Einführung in das Christentum“.
Band V behandelt die Schöpfungslehre, die Anthropologie, die Gnadenlehre und die Mariologie.
In Band VI ist das Jesusbuch des Papstes abgedruckt sowie Schriften zur Christologie.
In Band VII finden sich die Äußerungen Joseph Ratzingers über das Zweiten Vatikanum.
Band VIII befaßt sich mit der Ekklesiologie und der Ökumene.
In Band IX stehen Texte über die Erkenntnislehre und die Hermeneutik.
Der Band X ist den Themen Auferstehung und Ewiges Leben gewidmet.
Band XI behandelt die Liturgie und die Kirchenmusik.
In Band XII. finden sich die Texte zum Priesteramt.
Der Band XIII enthält zahlreiche Interviews und Interviewbücher.
In Band XIV sind die Predigten Joseph Ratzingers veröffentlicht.
Der Band XV ist den autobiographischen Zeugnissen gewidmet.
Im Band XVI ist schließlich eine vollständige Bibliographie der auf Deutsch erschienen Texte Joseph Ratzingers abgedruckt.
© Titelbild: Ammar Abd Rabbo, CC
Michael Karger veröffentlichte für die deutsche Zeitung ‘Tagespost’ eine Rezension.
Die sechzehnbändige Reihe wird auf Wunsch Papst Benedikt XVI. unter dem Verfassernamen Joseph Ratzinger publiziert.
Als erstes erscheint der 11. Band. Er beinhaltet die Texte über die Liturgie und die Kirchenmusik. Seinen Hauptteil bildet die Monographie „Der Geist der Liturgie“ aus dem Jahr 2000.
Benedikt XVI. hat für den Band ein Vorwort geschrieben.
Darin erklärt er, warum die Veröffentlichung seiner Schriften mit der Liturgie beginnt. Es liege an der „Prioritätenordnung des Konzils“ und auch an seiner eigenen Biographie:
„Die Liturgie der Kirche war für mich seit meiner Kindheit zentrale Wirklichkeit meines Lebens und ist in der Schule von Lehrern wie Schmaus, Söhngen, Pascher, Guardini auch Zentrum meines theologischen Mühens geworden.
Als Fach habe ich Fundamentaltheologie gewählt, weil ich zuallererst der Frage auf den Grund gehen wollte: Warum glauben wir?
Aber in diese Frage war die Frage nach der rechten Antwort auf Gott und so die Frage nach dem Gottesdienst von Anfang an miteingeschlossen.“
Eine Erfindung der Moderne
Benedikt XVI. bedauert, daß sich die meisten Rezensenten seines Buches „Der Geist der Liturgie“ auf das Thema der Zelebrationsrichtung beschränkt haben.
Trotzdem schreibt er in dem Vorwort selber erneut zu dieser Frage:
„Der Gedanke, daß Priester und Volk sich beim Gebet gegenseitig anschauen sollten, ist erst in der Moderne entstanden und der alten Christenheit völlig fremd.
Priester und Volk beteten ja nicht zueinander, sondern zum einen Herrn hin.
Deshalb schauen sie beim Gebet in dieselbe Richtung: entweder nach Osten als kosmisches Symbol für den kommenden Herrn oder, wo dies nicht möglich war, auf ein Apsisbild Christi, auf ein Kreuz oder einfach gemeinsam nach oben.“
Der Papst freut sich, daß sich angeblich der Vorschlag durchsetze „nicht neue Umbauten zu machen, sondern einfach das Kreuz in die Mitte des Altares zu stellen, auf das Priester und Gläubige gemeinsam hinschauen, um sich so auf den Herrn hinführen zu lassen, zu dem wir alle miteinander beten.“
Aufbau des neuen Buches, des 11. Bandes
Der 11. Band der Gesamtausgabe über die Liturgie gliedert sich in fünf Teile.
Der erste Teil beinhaltet als Kernstück die Monographie „Der Geist der Liturgie“.
Der zweite Teil trägt den Titel „Typos-Mysterium-Sakrament“ und enthält Darlegungen über die Sakramente.
Der dritte Teil ist mit „die Feier der Eucharistie – Quelle und Höhepunkt christlichen Lebens“ überschrieben. Hier werden Einzelthemen wie die Bedeutung des Sonntags, der Opferbegriff, die Struktur der Messe, die Liturgiesprache, und ähnliche behandelt.
Ferner sind eucharistische Predigten und vier Betrachtungen zum Fronleichnamsfest enthalten.
Der vierte Teil steht unter der Überschrift „Theologie der Kirchenmusik“.
Der Titel des letzten Teiles lautet „Weiterführende Perspektiven“. Er enthält Texte, die unmittelbar nach „Der Geist der Liturgie“ entstanden sind.
Die Bände der Gesammelten Werke
Die Bände I. und II. der Gesammelten Werke Joseph Ratzingers enthalten die Dissertation über das Kirchenverständnis beim Heiligen Augustinus († 430) und seine Habilitation über das Geschichts- und Offenbarungsverständnis beim Heiligen Bonaventura († 1274).
In Band III sind die Schriften über Glaube und Vernunft sowie über die geistigen Grundlagen Europas gesammelt.
Band IV enthält die Auslegung des Glaubensbekenntnisses „Einführung in das Christentum“.
Band V behandelt die Schöpfungslehre, die Anthropologie, die Gnadenlehre und die Mariologie.
In Band VI ist das Jesusbuch des Papstes abgedruckt sowie Schriften zur Christologie.
In Band VII finden sich die Äußerungen Joseph Ratzingers über das Zweiten Vatikanum.
Band VIII befaßt sich mit der Ekklesiologie und der Ökumene.
In Band IX stehen Texte über die Erkenntnislehre und die Hermeneutik.
Der Band X ist den Themen Auferstehung und Ewiges Leben gewidmet.
Band XI behandelt die Liturgie und die Kirchenmusik.
In Band XII. finden sich die Texte zum Priesteramt.
Der Band XIII enthält zahlreiche Interviews und Interviewbücher.
In Band XIV sind die Predigten Joseph Ratzingers veröffentlicht.
Der Band XV ist den autobiographischen Zeugnissen gewidmet.
Im Band XVI ist schließlich eine vollständige Bibliographie der auf Deutsch erschienen Texte Joseph Ratzingers abgedruckt.
© Titelbild: Ammar Abd Rabbo, CC
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Mittwoch, 15. Oktober 2008 15:20
Freinsberg: @ Defensor
>>Offensichtlich haben die Hochaltäre in den Bischofskirchen nämlich einen Tabernakel.<<
Hochaltäre in Bischofskirchen sollen schon laut dem alten Caeremoniale episcoporum keinen Tabernakel haben.
Hochaltäre in Bischofskirchen sollen schon laut dem alten Caeremoniale episcoporum keinen Tabernakel haben.
Dienstag, 14. Oktober 2008 20:05
Kolumnist †: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 14. Oktober 2008 06:50
r.ruhrgebietler: @joberens – Danke, wir haben verstanden
Wir sollten doch auch endlich zur Kenntnis zu nehmen versuchen daß es keinen heiligen Vater auf Erden
gibt.
Dieser Anspruch dürfte doch Gott allein zustehen.
Josef Berens
als einfacher, denkender KatholikSie beweisen sich und allen Leserinnen/Lesern, daß Sie sich schon nicht selber für röm.-kath. halten.
Danke, wir haben verstanden.
Dieser Anspruch dürfte doch Gott allein zustehen.
Josef Berens
als einfacher, denkender KatholikSie beweisen sich und allen Leserinnen/Lesern, daß Sie sich schon nicht selber für röm.-kath. halten.
Danke, wir haben verstanden.
Dienstag, 14. Oktober 2008 00:19
Defensor Fidei: @ Benedikt
Das halte ich für diskussionswürdig
Wo die Grenze genau gezogen werden muß, ist nur schwer zu bestimmen. Wenn ein Priester ausdrücklich nur eine Gedächtnisfeier begehen und nicht opfern will, dann besteht jedenfalls die große Gefahr, daß er auch nicht wandeln möchte.
Die Realpräsenz macht nämlich nur bei der Opfertheologie wirklich Sinn. Da Kreuzesopfer und Meßopfer seinem Wesen nach ja identisch sind, braucht man in der Messe neben dem primär identischen Opferpriester auch die identische Opfergabe. Nur hierfür ist die Wandlung in den Leib und das Blut Christi zwingend erforderlich.
Für eine Gedächtnisfeier reicht nun aber auch jede andere Form der Präsenz aus. Es liegt deshalb nahe, daß ein Priester, der sich von der Meßopfertheologie verabschiedet hat, auch die zwingende Notwendigkeit der Wandlung nicht mehr erkennt oder sie nicht vollziehen will, weil er darin keinen Sinn mehr sieht bzw. nicht mehr daran glaubt. Der Wille zur Wandlung und der Wille ein Opfer darzubringen stehen also in einer Art Wechselwirkung zueinander.
Insofern ist die Gültigkeit zumindest höchst fraglich. Wir können uns nicht mehr absolut sicher sein. Was uns lediglich bleibt, ist die Hoffnung.
Was übrigens die Übertragung des Allerheiligsten in den Bischofskirchen angeht, so gibt es ein Indiz, das die Richtigkeit meiner gestern geäußerten Vermutung bestärkt. Offensichtlich haben die Hochaltäre in den Bischofskirchen nämlich einen Tabernakel. Dieser macht aber nur Sinn, wenn er auch verwendet wir…
Wo die Grenze genau gezogen werden muß, ist nur schwer zu bestimmen. Wenn ein Priester ausdrücklich nur eine Gedächtnisfeier begehen und nicht opfern will, dann besteht jedenfalls die große Gefahr, daß er auch nicht wandeln möchte.
Die Realpräsenz macht nämlich nur bei der Opfertheologie wirklich Sinn. Da Kreuzesopfer und Meßopfer seinem Wesen nach ja identisch sind, braucht man in der Messe neben dem primär identischen Opferpriester auch die identische Opfergabe. Nur hierfür ist die Wandlung in den Leib und das Blut Christi zwingend erforderlich.
Für eine Gedächtnisfeier reicht nun aber auch jede andere Form der Präsenz aus. Es liegt deshalb nahe, daß ein Priester, der sich von der Meßopfertheologie verabschiedet hat, auch die zwingende Notwendigkeit der Wandlung nicht mehr erkennt oder sie nicht vollziehen will, weil er darin keinen Sinn mehr sieht bzw. nicht mehr daran glaubt. Der Wille zur Wandlung und der Wille ein Opfer darzubringen stehen also in einer Art Wechselwirkung zueinander.
Insofern ist die Gültigkeit zumindest höchst fraglich. Wir können uns nicht mehr absolut sicher sein. Was uns lediglich bleibt, ist die Hoffnung.
Was übrigens die Übertragung des Allerheiligsten in den Bischofskirchen angeht, so gibt es ein Indiz, das die Richtigkeit meiner gestern geäußerten Vermutung bestärkt. Offensichtlich haben die Hochaltäre in den Bischofskirchen nämlich einen Tabernakel. Dieser macht aber nur Sinn, wenn er auch verwendet wir…
Montag, 13. Oktober 2008 15:43
Benedikt: @ Defensor Fidei
Wenn ein Priester nun aber offensichtlich lediglich eine Gedächtnisfeier abhalten will, ist die Intention
höchst fraglich.
Das halte ich für diskussionswürdig. Richtig ist, dass der Priester dann sicher einem Irrtum über die Messtheologie unterliegt. Doch wenn er Brot und Wein in Fleisch und Blut Jesu Christi wandeln will, so kommt es darauf mE nicht an. Anders würde man sehr wohl die rechte Messtheologie zur Bedingung für die Gültigkeit des Sakraments machen.
Ja, aber die Kommunion gehört nicht zum Wesen der Meßfeier. Es ist nicht Teil des Opfers, sondern zwingende Folge.
Aha. Danke.
Das halte ich für diskussionswürdig. Richtig ist, dass der Priester dann sicher einem Irrtum über die Messtheologie unterliegt. Doch wenn er Brot und Wein in Fleisch und Blut Jesu Christi wandeln will, so kommt es darauf mE nicht an. Anders würde man sehr wohl die rechte Messtheologie zur Bedingung für die Gültigkeit des Sakraments machen.
Ja, aber die Kommunion gehört nicht zum Wesen der Meßfeier. Es ist nicht Teil des Opfers, sondern zwingende Folge.
Aha. Danke.
Montag, 13. Oktober 2008 15:42
Quaestor †: Der Brüller des Tages!!!!
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