Homos versuchen in Frankreich die freie Meinungsäußerung zu kriminalisieren. Steht den Franzosen ein Maulkorb-Gesetz bevor?
(kreuz.net, Lourdes/Frankreich) Der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Jean-Pierre Bernard
Ricard (60), Erzbischof von Bordeaux, hielt gestern zur Eröffnung der Herbstversammlung der Bischofskonferenz
in Lourdes (Südfrankreich) ein bewegendes Plädoyer für die Meinungsfreiheit und gegen die Homo-Ehe.
„In den drei Jahren als Präsident der französischen Bischofskonferenz habe ich eines gelernt“, meinte
der Erzbischof mit einem Lächeln, „wenn man nicht laut und deutlich redet, wird man nicht gehört.“
Darum fand Erzbischof Ricard in seiner gestrigen Rede deutliche Worte. Er verstand seinen Vortrag als
Antwort auf Strömungen, die versuchen, der Religion in der Öffentlichkeit den Mund zu verbieten.
Der
Präsident der Bischofskonferenz wies darauf hin, daß das Gesetz vom März dieses Jahres, welches das
Tragen sichtbarer religiöser Zeichen an öffentlichen Schulen verbietet, mehrere indirekte Auswirkungen
auf das französische Sozialleben gehabt habe. Das System des katholischen Religionsunterrichtes an öffentlichen
Schulen sei zwar anerkannt, werde aber häufig Verdächtigungen ausgesetzt und habe immer größere Schwierigkeiten
zu überleben und normal zu funktionieren.
Die öffentlichen Schulen Frankreichs kennen keinen regulären
Religionsunterricht. Dieser ist dort nur möglich, wenn die Eltern, die gesetzlichen Vertreter oder die
älteren Schüler vor Beginn des Schuljahres bei der Schulleitung individuelle Anträge darauf stellen.
In Frankreich gibt es nach den Worten des Erzbischofs Vertreter eines engstirnigen und sturen Laizismus,
welche die Religion der Proselytenmacherei anklagten, sobald sich diese in der Öffentlichkeit melde.
„Es kann ohne die freie Meinungsäußerung keine Religionsfreiheit geben.“ Die freie Meinungsäußerung
gelte nicht nur im persönlichen Umgang, sondern auch in der Öffentlichkeit. „Wir leben in einer pluralistischen
Gesellschaft, in einer Gesellschaft der Debatte, in welcher die verschiedenen Meinungen Ausdruck finden
müssen.“
Der Erzbischof äußerte die Befürchtung, daß das Recht auf freie Meinungsäußerung in Frankreich
schon bald in Gefahr geraten könnte. Er spielte dabei auf ein Gesetzesprojekt im französischen Parlament
an, das „den Kampf gegen diskriminierende Äußerungen sexistischen und homophoben Charakters“ zum Inhalt
hat.
„Wird man noch sagen können, daß Heterosexualität und Homosexualität nicht auf einer Ebene stehen,
oder daß die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die heiraten und eine Familie gründen, die
Gesellschaft anders betreffen, als ein homosexuelles Paar? Wird man die „Ehe“ zwischen zwei Personen des
gleichen Geschlechtes oder deren Recht zur Adoption ablehnen dürfen, ohne wegen „Diskriminierung“ verfolgt
zu werden?“
„Diese Fragen sind zu schwerwiegend, als daß man sie einer Diskussion entziehen dürfte.
Die Fundamente unserer Gesellschaft stehen auf dem Spiel.“ „Die öffentliche Diskussion muß legal bleiben.
Das vorgeschlagene Gesetz tendiert dagegen dazu, die Meinungsfreiheit dort einzuschränken, wo die freie
Diskussion erhalten bleiben muß.“
Email-Adressen der Empfänger
1 Lesermeinung
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
„Französischer Erzbischof redet Klartext“ und? – hat ihn wer gehört? hat eine/r der „eigentlich“ Adressierten
die persönliche Einstellung zur Thematik gewandelt?