18:24:25 | Freitag, 17. Oktober 2008
Eines schönen Tages wollte ein US-amerikanischer Zisterzensierpater Patronen für seinen Laserdrucker bestellen. Das war der Anfang einer Revolution.

Werbebild auf der Webseite der Laser Monks.
(kreuz.net) Bernard McCoy ist der am schlechtesten bezahlte CEO der USA, obwohl seine Firma Millionenumsätze
macht.
CEO – Chief Executive Officer – ist eine Bezeichnung für den Vorstand eines Unternehmens oder
für den Vorsitzenden der Geschäftsleitung.
Der Grund für das miserable Gehalt: Bernard McCoy ist in
Wahrheit Pater Bernard McCoy. Er gehört zur Zisterzienserabtei Our Lady of Spring Bank im US-Bundesstaat
Wisconsin.
In dem Kloster leben neun Mönche. Die Firma, die Pater Bernard zusammen mit ihnen betreibt,
nennt sich
‘LaserMonks.com’. Sie vertreibt im Online-Verkauf Tinte und Toner für Druckgeräte.
„Eines
Tages wollte ich im Internet, Toner für den Drucker unseres Klosters bestellen“ – erinnert sich der Pater
auf der Webseite seiner Firma: „Da stellte ich fest, daß die Margen für Tinte sündhaft hoch waren.“
Die Nachforschungen des Paters ergaben, daß die Margen teilweise bei tausend bis zweitausend Prozent
lagen: „Ich stelle auch fest, daß es Unternehmen gab, die neue Patronen und wiederaufgeladene Patronen
zu einem Bruchteil der Markennamen produzierten.“
Dann begann es im Kopf des Mönches zu arbeiten: „Stell’
Dir das Geld vor, mit dem wir Schulen, Kirchen und andere Organisationen retten könnten, wenn wir direkt
mit den Produzenten zusammenarbeiten und die Zwischenhändler ausschalten könnten.“
Das war die Geburt
von ‘LaserMonks.com’.
Die Firma erwirtschaftet jährlich etwa 4.5 Millionen Dollar – 3.2 Millionen Euro.
Davon werden 150.000 Dollar für die Bedürfnisse des Klosters verwendet. Der Rest geht an gute Zwecke.
Pater Bernard studierte vor seinem Klostereintritt Astrophysik an der Georgia Tech University.
Er besitzt
ein gutes Geschäftstalent. Während seines zweiten Studienjahres organisierte er vom Münzentelephon
seines Studentenwohnheim aus eine Import-Export-Firma mit Kontakten in dreißig Länder.
Doch im Jahr
1991 erhielt er einen Anruf Gottes: Danach trat er ins Kloster ein und wurde Priester.
Zuvor hatten die
Mönche der Abtei etwa 25 Jahre lang Gott um eine bessere Einkommensquelle gebeten.
Sie probierten es
mit Pilzkulturen, Weihnachtsbaum-Plantagen, mit einer Golfanlage und einem Kongreßzentrum. Doch diese
Tätigkeit ließ sich mit dem weltabgeschiedenen Mönchsleben nicht gut vereinbaren.
Pater Bernard betet
den halben Tag. Während der anderen Hälfte des Tages betreibt er sein Unternehmen:
„Es gibt unter amerikanischen
Christen solche, die glauben, daß Geld verdorben ist“ – erklärt der Geistliche.
Doch der Mönch und
Unternehmer beweist anhand des Erfolges von ‘LaserMonks.com’ das Gegenteil: „Geld ist ein Mittel, mit
dem man anderen viel Gutes tun kann.“
Am Anfang trauten die Mönche der Zukunft ihrer neuen Firma nicht.
Es gibt in den USA Dutzende ähnlicher Unternehmen. Im ersten Jahr verkaufte das Kloster gerade mal Ware
im Wert von 2.000 Dollar.
Doch dann schalteten die Mönche eine Werbeagentur ein. Im Jahr 2003 schossen
die Verkäufe um 700% in die Höhe. In den nächsten beiden Jahren verdoppelten sie sich jeweils.
Im
Jahr 2008 hofft Pater Bernard die Verkäufe zu verdreifachen: „Unsere Kunden sparen dreißig bis sechzig
Prozent.“
Ein Grund für die billigen Preise: Die Mönche, die im Unternehmen arbeiten, bekommen kein
Gehalt.
„Auch wenn wir eine Lohnerhöhung bekämen, würden wir immer noch nichts verdienen“ – erklärt
ein Mönch, der gerade mit dem Verpacken einer Sendung beschäftigt ist, augenzwinkernd.
„Und welche
Sonderzulagen gibt’s?“ – bohrt ein Journalist weiter: „Friede“ – antwortet der Mönch.
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#12
Gotthard 16:29:28 | Samstag, 18. Oktober 2008
#6
Elijahu † 08:55:30 | Samstag, 18. Oktober 2008
#3
Stephanus 03:44:13 | Samstag, 18. Oktober 2008
#2
Romulus 21:24:39 | Freitag, 17. Oktober 2008