Laser-Mönche
Katastrophale Löhne
Eines schönen Tages wollte ein US-amerikanischer Zisterzensierpater Patronen für seinen Laserdrucker bestellen. Das war der Anfang einer Revolution.
Werbebild auf der Webseite der Laser Monks.
Werbebild auf der Webseite der Laser Monks.
(kreuz.net) Bernard McCoy ist der am schlechtesten bezahlte CEO der USA, obwohl seine Firma Millionenumsätze macht.

CEO – Chief Executive Officer – ist eine Bezeichnung für den Vorstand eines Unternehmens oder für den Vorsitzenden der Geschäftsleitung.

Der Grund für das miserable Gehalt: Bernard McCoy ist in Wahrheit Pater Bernard McCoy. Er gehört zur Zisterzienserabtei Our Lady of Spring Bank im US-Bundesstaat Wisconsin.

In dem Kloster leben neun Mönche. Die Firma, die Pater Bernard zusammen mit ihnen betreibt, nennt sich ‘LaserMonks.com’. Sie vertreibt im Online-Verkauf Tinte und Toner für Druckgeräte.

„Eines Tages wollte ich im Internet, Toner für den Drucker unseres Klosters bestellen“ – erinnert sich der Pater auf der Webseite seiner Firma: „Da stellte ich fest, daß die Margen für Tinte sündhaft hoch waren.“

Die Nachforschungen des Paters ergaben, daß die Margen teilweise bei tausend bis zweitausend Prozent lagen: „Ich stelle auch fest, daß es Unternehmen gab, die neue Patronen und wiederaufgeladene Patronen zu einem Bruchteil der Markennamen produzierten.“

Dann begann es im Kopf des Mönches zu arbeiten: „Stell’ Dir das Geld vor, mit dem wir Schulen, Kirchen und andere Organisationen retten könnten, wenn wir direkt mit den Produzenten zusammenarbeiten und die Zwischenhändler ausschalten könnten.“

Das war die Geburt von ‘LaserMonks.com’.

Die Firma erwirtschaftet jährlich etwa 4.5 Millionen Dollar – 3.2 Millionen Euro. Davon werden 150.000 Dollar für die Bedürfnisse des Klosters verwendet. Der Rest geht an gute Zwecke.

Pater Bernard studierte vor seinem Klostereintritt Astrophysik an der Georgia Tech University.

Er besitzt ein gutes Geschäftstalent. Während seines zweiten Studienjahres organisierte er vom Münzentelephon seines Studentenwohnheim aus eine Import-Export-Firma mit Kontakten in dreißig Länder.

Doch im Jahr 1991 erhielt er einen Anruf Gottes: Danach trat er ins Kloster ein und wurde Priester.

Zuvor hatten die Mönche der Abtei etwa 25 Jahre lang Gott um eine bessere Einkommensquelle gebeten.

Sie probierten es mit Pilzkulturen, Weihnachtsbaum-Plantagen, mit einer Golfanlage und einem Kongreßzentrum. Doch diese Tätigkeit ließ sich mit dem weltabgeschiedenen Mönchsleben nicht gut vereinbaren.

Pater Bernard betet den halben Tag. Während der anderen Hälfte des Tages betreibt er sein Unternehmen:

„Es gibt unter amerikanischen Christen solche, die glauben, daß Geld verdorben ist“ – erklärt der Geistliche.

Doch der Mönch und Unternehmer beweist anhand des Erfolges von ‘LaserMonks.com’ das Gegenteil: „Geld ist ein Mittel, mit dem man anderen viel Gutes tun kann.“

Am Anfang trauten die Mönche der Zukunft ihrer neuen Firma nicht. Es gibt in den USA Dutzende ähnlicher Unternehmen. Im ersten Jahr verkaufte das Kloster gerade mal Ware im Wert von 2.000 Dollar.

Doch dann schalteten die Mönche eine Werbeagentur ein. Im Jahr 2003 schossen die Verkäufe um 700% in die Höhe. In den nächsten beiden Jahren verdoppelten sie sich jeweils.

Im Jahr 2008 hofft Pater Bernard die Verkäufe zu verdreifachen: „Unsere Kunden sparen dreißig bis sechzig Prozent.“

Ein Grund für die billigen Preise: Die Mönche, die im Unternehmen arbeiten, bekommen kein Gehalt.

„Auch wenn wir eine Lohnerhöhung bekämen, würden wir immer noch nichts verdienen“ – erklärt ein Mönch, der gerade mit dem Verpacken einer Sendung beschäftigt ist, augenzwinkernd.

„Und welche Sonderzulagen gibt’s?“ – bohrt ein Journalist weiter: „Friede“ – antwortet der Mönch.
      
15 Lesermeinungen
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#15   LandorganistII   13:53:34 | Montag, 20. Oktober 2008
Also jetzt
muss ich doch mal eine Lanze für Möpse brechen. Wie sagte es schon so trefflich Loriot: „Ein Leben ohne Mops ist möglich aber sinnlos!“ In diesem Sinne…
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#14   HeinrichvonOfterdingen   20:58:39 | Sonntag, 19. Oktober 2008
Lieber JosefBerens,
Von dem Geld könnte man gut ein Mopsheft kaufen. oder auch zwei. Aber hier sind ja alle so verklemmt!
… kaufen Sie sich das Heft. Ich verstehe zwar nicht, wie jemand auf solche Häßlichkeiten wie Möpse de.wikipedia.org/wiki/Bild:Mops2.JPG stehen kann, aber etwas anderes als Geschmacksverirrungen hätte ich von Ihnen auch nicht erwartet.
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#13   JosefBermann   20:39:56 | Sonntag, 19. Oktober 2008
Geld/Mopsheft
Von dem Geld könnte man gut ein Mopsheft kaufen. oder auch zwei. Aber hier sind ja alle so verklemmt!
Jeder der denkt, muss doch erkennen, was man mit soviel Geld machen kann. Aber der Papst tötet lieber Kinder in Afrika, da beißt die Maus kein Faden ab.
JosefBerens
als einfacher, denkende Katholik)
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#12   Gotthard   16:29:28 | Samstag, 18. Oktober 2008
Gehalt
diese neun Mönche bekommen doch ein Gehalt für ihre Arbeit: 150.000 $ pro Jahr gehen an ihr Kloster – das macht rund 16.600 $ pro Kopf pro Jahr.
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#11   Beatus Theophilus_89   12:00:14 | Samstag, 18. Oktober 2008
Olée, sagt der Prediger
:-] Da haben sich ja Mönche was feines Ausgedacht! :-]
Da soll noch einer sagen, die katholische Kirche sei nicht geschäftstüchtig! :-#
Tintenpatronen für einen guten Zweck! TOLL :-)
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#10   Franz Kappes   11:47:53 | Samstag, 18. Oktober 2008
@Desperatus
Meinen Sie? Würde Sie Ihre Meinung bitte begründen? Die „Alte Messe“ ist die außerordentliche Form des einen Ritus, der seit der Liturgiereform von Papst Paul VI. in ordentlicher Form vorliegt.
Immer schön bei der Wahrheit bleiben. Auch auf kreuz.net. o^/
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#9   Desperatus †   11:22:29 | Samstag, 18. Oktober 2008
Lieder
wird aus diesem Artikel nicht klar, ob der Pater auch die alte Messe liest…
Das wäre doch enorm wichtig, denn sonst ist das alles des Teufels.
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#8   möchtegern-kathole   10:45:13 | Samstag, 18. Oktober 2008
Ora et Labora
Der Mann macht genau das richtige. Beten und arbeiten. Das sollten wir alle tun. Dann braucht man auch keinen Kapitalstock – „Kapitalstock“ heisst ja lediglich, dass man von den Zinsen lebt, also von der Arbeit anderer Menschen.
Trotzdem stimme ich Elijahu zu, dass große Vermögen in Privathand gut sind. Der Besitzer sollte jedoch nur soviel entnehmen, wie er an (Verwaltungs-) Arbeit auch reinsteckt. Große Vermögen in Privathand sind dann gut, wenn sich die Besitzer um ihr Vermögen kümmern, sich darum sorgen dass alles rund läuft. Ihr Besitz soll ihnen nicht Konsum werden, sondern Verantwortung für die Menschen, die darin arbeiten, die darin wohnen usw. Einige der Industriellenfamilien Europas und darüber hinaus waren gute Beispiele, wie Firmen jahrhundertelang funktionieren, Krisen überstanden, ihren Arbeitern Lohn und Brot geben, schon vor 1870 soziale Dienste anboten und sich wirklich um ihre Menschen sorgten und kümmerten.
Genau daran krankt ja unser Wirtschaftssystem, dass die Manager nur angemietetes Personal sind, die oft viel weniger lang CEO sind, als die Menschen in ihren Unternehmen arbeiten. Dementsprechend sind sie nur auf lügende Zahlen aus, und nicht auf eine tatsächlich funktionierende Firma, Bank, Wohnungssammlung etc.
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#7   Colombe de la paix   08:57:29 | Samstag, 18. Oktober 2008
Ah Elijahu
heute schon gestylt??
Und siehst Du wieder hübsch aus?! :-D ;-)
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#6   Elijahu †   08:55:30 | Samstag, 18. Oktober 2008
Mönche…
…leben vom Kapitalstock den ihr Orden über Jahrhunderte, ja über Jahrtausende aufgebaut hat. Daran ist nichts auszusetzen, es gibt ja auch Familien mit sehr viel Grundbesitz und Kapital, da sagt auch niemand was (ausser die Kommunistenbrut) Nicht jeder Mensch ist nunmal gezwungen sich von Monatslohn zu Monatslohn zu hangeln.
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#5   r.ruhrgebietler   07:39:46 | Samstag, 18. Oktober 2008
weiss gar nicht warum der Wirbel!
Die deutsche Bundesregierung kann mal ebend das 500 Milliarden Euro Rettungspaket schnüren. Woher stammt das Geld? Frisch gedruckt?? Den kleine Arbeiter mal wieder aus der Tasch gelogen? Statt die Steuerlast für die erwerbstätigen drastisch zu senken wird bald weiter erhöht! Denn 500 mrd. € wollen ja schließlich erwirtschaftete werden.
Da wird der Mönch das notwendige Geld doch mal eben vor der Türe eines Supermarktes mit der Wanderklampfe ersingen können – oder nicht??
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#4   Franz Kappes   06:10:44 | Samstag, 18. Oktober 2008
Was passiert mit dem Geld?
Was mich nach der Lektüre des Artikel interessieren würde – was passiert mit den Millionen? Gibt es einen Verwendungsnachweis? Oder bin ich jetzt ein Zweifler?
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#3   Stephanus   03:44:13 | Samstag, 18. Oktober 2008
Da gibt es aber einen Haken…
wenn die mönche mal ein wenig mehr nachdenken würden, als nur ans geld, dann kämen sie darauf, daß sie unter Umständen fleißigen Familienvätern die Arbeit wegnehmen und so viele unschuldige Mitchristen ins Verderben stürzen.
als christlicher Familienvater kann ich auf den Lohn für meine Arbeit und ich bestehe auf einem gerechten Lohn für meine Arbeit als Alleinverdiener, nicht verzichten.
das sollten die frommen Mönche auch so machen. sie könnten dann ihren persönlichen Gehalt ja für caritative Zwecke verwenden.
Wenn nämlich die notwendigen Steuern, Sozialabgaben usw,dazu die Abschreibung für die Betriebsstrukturen usw, dazu der Nettolohn in der Kalkulation auftauchen würden, dann wäre es an mir, meine Kalkulation um sündhafte Gewinnmarchen zu bereinigen, wollte ich am Markt bestehen.
So aber habe ich, da kann ich rechnen wie ich will, keinerlei Chance!!!
Wir wollen hoffen, daß sie das in Wirklichkeit auch so machen und der Artikel dies ob seiner Kürze nur unerwähnt ließ.
????
Zum Schluß ein Tip: Wie wäre es denn, wenn die Mönche wieder das machen würden was ihre Mitbrüder all die Jahrhunderte vor ihnen auch erfolgreich gemacht haben: Seelsorge, Seelsorge und wieder Seelsorge! Das kann als Lehrer (da bekomme ich auch einen Gehalt) geschehen oder als Landwirtschaftsmeister in all den landpflegerischen Traditionen, als Medicus mit den Erträgen des Kräutergartens,Predigen von Exercitien u.v.m.
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#2   Romulus   21:24:39 | Freitag, 17. Oktober 2008
Klasse!
Die Firma erwirtschaftet jährlich etwa 4.5 Millionen Dollar – 3.2 Millionen Euro. Davon werden 150.000 Dollar für die Bedürfnisse des Klosters verwendet. Der Rest geht an gute Zwecke.
Genau so macht man es richtig. Die FSSPX wäre gut beraten, Ähnliches zu tun! Dann könnten sie ganz anders auftreten als nur als Bittsteller anzuklopfen…
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#1   SignumSalutis †   20:19:39 | Freitag, 17. Oktober 2008
cool!
o^/ o^/ o^/ leider gibts die Laser-Mönche nicht in Deutschland o^/
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