13:37:45 | Sonntag, 19. Oktober 2008
Im Jahr 1984 wird er zum Koadjutor, des Erzbischofs ernannt – völlig überraschend, wie der Erzbischof heute erklärt: „Damit hatte ich gar nicht gerechnet.“

Erzbischof Michael Meier SVD (80)
© Pressebilder Steyler Missionare(kreuz.net) Erzbischof Michael Meier SVD (80) arbeitet seit 46 Jahren in Papua Neuguinea. Heute feiert
der Steyler Missionar seinen achtzigsten Geburtstag.
Der Erzbischof stammt aus Wolfshausen bei Regensburg.
Schon als Kind lernt er die Arbeit der Steyler Missionare durch deren Zeitschrift ‘stadtgottes’ kennen.
„Damals war für mich klar, daß ich bei den Steylern mitarbeiten wollte. Ich wollte in die Mission“ –
erinnert sich der Erzbischof.
Im Jahr 1950 begann der 22jährige Abiturient sein Noviziat in Sankt Augustin
und wurde 1957 zusammen mit 18 weiteren Weihekandidaten zum Priester geweiht.
Dann folgte der Missionseinsatz:
„Ich wollte immer nach Papua Neuguinea. Und mein Wunsch ging in Erfüllung.“
1962 kam Pater Meier auf
Papua Neuguinea an. Dort wurde er noch von dem legendären Missionar Pater Ross eingeführt.

Missionserzbischof Meier
© Pressebilder Steyler Missionare Hitze und
SchwüleAcht Jahre arbeitete Pater Meier als Lehrer für Kirchengeschichte in Port Moresby an der Südküste.
Doch das tropische Klima machte ihm schwer zu schaffen:
„Als Europäer hat man schwer mit der Hitze und
Schwüle zu kämpfen. Die Hitze schädigte meine Gesundheit so stark, daß ich 1970 ins klimatisch bessere
Hochland umsiedeln mußte.“
Dort begann der Pater, sich um die Jugendlichen in der Erzdiözese Mount
Hagen zu kümmern: „Die Situation im Hochland war eine ganz andere als an der Küste“, erklärt er.
Es
wurde eine intensive Jugendarbeit gestartet. „Es war wichtig, den jungen Menschen Raum zu ihrer Entwicklung
zu bieten. So begann der Bau eines Jugendzentrums, das genau das garantieren sollte.“
Neben der Jugendarbeit
übernahm Pater Meier ab 1973 als Generalvikar auch pastorale Aufgaben.
Im Jahr 1984 wird Pater Meier
zum Koadjutor, des Erzbischofs ernannt – völlig überraschend, wie der jetzige Erzbischof erklärt: „Damit
hatte ich gar nicht gerechnet.“
1987 folgt die Ernennung zum Erzbischof von Mount Hagen: „Mit meinem
Amtsantritt begann, wenn man das so sagen kann, eine weitere Phase der Kirche in Mount Hagen.“
Nicht
nur KlerikerDie Struktur der Diözese verlangte ein neues Konzept. Die einzelnen Aufgaben innerhalb
der Gemeinden mußten neu verteilt werden: „Es war uns wichtig, daß nicht nur wir Kleriker mit der Kirchenarbeit
zu tun hatten“ – erklärt der Erzbischof:
„Es wurden Basisgruppen gegründet, die auf allen Ebenen der
kirchlichen Arbeit mitwirken.“
Zu den Aufgaben der Diözese gehören besonders die Förderung geistlicher
Berufe, die Schulbildung, Krankenfürsorge und Betreuung der HIV- und AIDS-Patienten.
Die Zeiten waren
nicht immer leicht. Zu Schwierigkeiten beim Aufbau der Gemeinde kam im Jahr 2004 eine schwere Krankheit,
die eine Operation in Deutschland erforderlich machte.
Es sah für den Erzbischof nicht gut aus, aber
mit eisernem Willen und Gottvertrauen war er nach einigen Monaten wieder gesund.
Zweiter Abschied von
DeutschlandZunächst wollte er für seinen Ruhestand in Deutschland bleiben: „Aber mein Herz hing zu
sehr an meiner Gemeinde in Mount Hagen.“
Deswegen kehrte er im Mai 2007 wieder in seine geliebt Diözese
zurück.
Im März 2007 würdigt die Regierung von Papua Neuguinea seinen Dienst in der Katholischen Kirche
und in der Gemeinde von Mount Hagen. Der Erzbischof erhielt den Ehrentitel „Chief“- die zweithöchste
Auszeichnung des Landes und die höchste Auszeichnung, die einem Ausländer verliehen werden kann.
„Ich
danke Gott, daß er mich zu diesem meinem Lebensweg in der Weltmission berufen hat“ – erklärt der Erzbischof
rückblickend:
„Doch auch meinen Angehörigen und der Steyler Ordensfamilie schulde ich tausend Dank
für ihre Unterstützung durch Gebet und Spenden.“
Trotz seiner achtzig Jahre nimmt Mons. Meier noch
seelsorgerische Aufgaben wahr.
Den Kontakt zu Deutschland hält er aufrecht und berichtet regelmäßig
von seiner Mitarbeit in der Pfarrei St. Paul.
Was wünscht er sich für die Zukunft? „Ich hoffe, daß
die Kirche von Mount Hagen hinhorcht auf die Führung Gottes für ihren weiteren Weg“, sagt er:
„Die
Begeisterung der Menschen ist da.“
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