Abtreibungspille
Novartis soll ein tödliches Abtreibungspräparat aus dem Sortiment werfen
Der Deutsche „Bundesverband Lebensrecht“ fordert von der Leitung des großen Schweizerischen Pharmakonzerns Novartis, die Produktion der lebensgefährlichen Abtreibungschemikalie „Duofem“ einzustellen.
(kreuz.net/ALfA, Berlin) Kürzlich hat der Basler Pharmariese Novartis International AG die deutsche Firma Hexal, einen Produzenten von patentfreien Medikamenten, aufgekauft. Zu deren Produktepalette gehört auch das Präparat „Duofem“, das für seine frühabtreibende Wirkung bekannt ist und als „Pille danach“ gegen menschliche Kleinstkinder eingesetzt wird.

Der „Bundesverband Lebensrecht“ hat jetzt die Konzernleitung von Novartis aufgefordert, den Verkauf dieses tödlichen Präparates einzustellen. Das erklärte die Vorsitzende des „Bundesverbandes“, Dr. med. Claudia Kaminski, in einer Pressemitteilung am 4. März in Köln.

Die von Novartis im Februar 2005 gekaufte Firma Hexal AG ist der zweitgrößte deutsche Hersteller von patentfreien Medikamenten.

Hexal AG vertreibt auch das berüchtigte Präparat „Duofem“, das den gefährlichen Wirkstoff Levonorgestrel enthält. „Duofem“ gehört zur Gruppe der Nidationshemmer, die eingesetzt werden, um die Einnistung einer befruchteten menschlichen Eizelle in die Gebärmutter der Frau zu verhindern. Dadurch wird ein bereits gezeugter ungeborener Mensch getötet.

Wie Frau Dr. Kaminski in ihrer Stellungnahme ausführt, wird die nidationshemmende Wirkung von Duofem von der Firma Hexal sprachlich verschleiert. Es sei jedoch klar, daß das Präparat die absichtliche Tötung eines Menschen im Frühstadium seiner Entwicklung zum Ziel habe.

Dagegen sei ein ähnlicher menschlicher Embryo, der nicht durch einen ehelichen Akt, sondern durch eine künstliche Befruchtung im Reagenzglas gezeugt wurde, durch das Deutsche Embryonenschutzgesetz umfassend vor Mißbrauch geschützt.

In seinem firmeninternen Verhaltenscode verpflichtet sich der Novartis-Konzern, die Menschenrechte zu achten und ein ethisches Verhalten zu unterstützen. Dazu zähle – so Dr. Kaminski – auch die Achtung der Menschenwürde und des Lebensrechts ungeborener Kinder.

Der fortgesetzte Vertrieb der ‘Pille danach’ durch die Firma Hexal stehe hierzu in einem eklatanten Widerspruch. Es sei im Interesse von Novartis, diesen Widerspruch zu beseitigen, so die Verbandsvorsitzende weiter.

Da die Verhinderung des Weiterlebens gezeugter Menschen die höchste Stufe des Mißbrauchs darstelle, fordert der „Bundesverband Lebensrecht“ den Pharmakonzern Novartis auf, eine diesbezüglich existierende Gesetzeslücke nicht zur Erzielung von Profit auszunützen, indem ein gefährliches Präparat vertrieben wird, das ungeborene Menschen tötet.

Frau Dr. med. Claudia Kaminski weist weiter auf Aussagen der Firma Hexal hin, wonach die genaue Wirkungsweise des umstrittenen Präparats „Duofem“ unbekannt sei. Für Mütter, die ihr Kind mit „Duofem“ töten wollten, bestehe darum auch ein erhebliches persönliches Gesundheitsrisiko.

Die in der Packung beigelegte Information über das tödliche Präparat verweist auch ausdrücklich auf die hohe Hormondosierung sowie auf die zahlreichen möglichen Neben- und Wechselwirkungen des Chemikats.
      
21 Lesermeinungen
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#22   Benedikt   18:56:23 | Dienstag, 11. April 2006
@ diekritischhinterfragende
Ich frage mich ernsthaft wie man ein solches Verbot rechtfertigen kann, oder Argumente dafür finden kann.
Aus welchen Gründen dies geschehen kann wurde Ihnen doch hier bereits zur Genüge erläutert.
Die Menschen die gegen das Mittel sind, sind ja nicht gezwungen es anzuwenden.
Mit dieser Begründung können Sie das ganze Strafrecht über die Klinge springen lassen. Es ist in einer freiheitlichen Gesellschaft immer erlaubt, gegen gewisse Tendenzen und Entwicklungen zu protestieren oder sie kritisch zu hinterfragen. Das Verbot obliegt ja gar nicht dieser Gruppe, das obliegt dem Staat. Es geht also nur um eine Forderung. Wer meint, dass menschliches Leben unbedingt geschützt werden müsse, der kann sich sehr wohl auch in der Öffentlichkeit dafür einsetzen.
Ihr Argument ist nicht stichhaltig. Jede Antiraucherkampagne, jeder Tipp für gesundes Ernähren usw. wären dann illegitim. Zeemlich absurd.
Sie wollen keine freiheitliche Gesellschaft sondern eine, in der man Ihnen sagt, was Sie hören wollen.
wer ist „jmd.“?
Na der Frühembryo, der auch bereits Mensch ist. Nur aus Gründen der Beweisbarkeit gilt das nicht als Schwangerschaftsabbruch!
Etwas sehr wages! Wir reden über etwas das sein könnte. Das ist doch absurd!
Was Sie hier schreiben ist absurd. Das Präparat ist darauf ausgelegt, Frühabgänge auszulösen. Von einer bloßen Möglichkeit im Sinne von „könnte sein“ hat sich das weit entfernt.
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#21   diekritischhinterfragende   18:27:59 | Dienstag, 11. April 2006
Ein Verbot steht entgegengesetz einer Freiheit!
Ich frage mich ernsthaft wie man ein solches Verbot rechtfertigen kann, oder Argumente dafür finden kann. Man kann klar den Standpunkt vertreten das solche Mittel schlecht sind und nicht verwedet werden sollten.
Aber ein Verbot würde andere Menschen, die den anderen Standpunkt vertreten, in ihrer Freiheit beschneiden.
Damit zwingt man andere Menschen nach den Gesetzen des eigenen Glaubens zu leben.
Diesen Satz kann man nicht umkehren! Die Menschen die gegen das Mittel sind, sind ja nicht gezwungen es anzuwenden.
Das kann nicht sein. Selbst wenn man irgendwelche Grungesetze so interpretiert das ein solches Medikament
jmd. das Recht auf Leben nimmt, bleibt die Frage offen,
wer ist „jmd.“? Etwas sehr wages! Wir reden über etwas das sein könnte. Das ist doch absurd!
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#20   Benedikt   17:35:23 | Dienstag, 11. April 2006
@ diekritischhinterfragende
Also, lieg ich da falsch wenn ich behaupte es sei vermessen ein Verbot zu fordern das ganz andere Leute betrifft?
Definitiv. Ansonsten müssten Sie es auch für vermessen erklären, wenn jemand gegen ein solches Verbot wäre. Es könnte zu dieser Frage dann kein pro – contra Diskussion mehr stattfinden, ein Meinungsprozess wäre unmöglich.
Wenn ich die Tötung von ungeborenem Leben verhindern will dann geh ich doch eigentlich lieber daran, die Menschen davon zu überzeugen, dass es schlecht sei dies zu tun und nehme ihnen nicht die Möglichkeit dazu.
Da haben Sie selbstverständlich Recht. Der Protest kann nur ein Teil des Kampfes sein. Auch schafft ein Verbot die Sache ja nicht aus der Welt. Ein Unrechtsbewusstsein muss geschaffen werden. Doch das muss sich auch darin ausdrücken, dass man gegen solche Präparate protestiert, schon allein um kundzutun, dass es sich hier um keine unumstrittene Sache handelt.
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#18   diekritischhinterfragende   16:58:32 | Dienstag, 11. April 2006
Vom Thema abgekommen
Deusexmachina hat schon recht, ursprünglich ging es mir nicht um die Meinung der katholischen Kirche sondern eher darum das solche Kampagnen in den Alltag nicht katholischer eingreifen wollen. Das hat mich halt etwas stutzig gemacht, weil das durchaus ein Widerspruch zu den eigentlichen Grundsätzen ist.
Ob es falsch oder richtig ist einem Kind die Chance auf Leben zu nehmen ist ja eine andere Frage, die jeder mit sich selbst zu klären hat.
Natürlich hab ich mich schlecht ausgedrückt und mich in dem Moment zu Äußerungen zu ganz anderen Themen mit denen ich da so plötzlich konfrontiert worden bin hinreißen lassen. Da war es klar das die Diskussion ausschweift und auf die falsche Bahn gerät.
Also, lieg ich da falsch wenn ich behaupte es sei vermessen ein Verbot zu fordern das ganz andere Leute betrifft?
Wenn ich die Tötung von ungeborenem Leben verhindern will dann geh ich doch eigentlich lieber daran, die Menschen davon zu überzeugen, dass es schlecht sei dies zu tun und nehme ihnen nicht die Möglichkeit dazu.
Wenn ich solche Verbote fordere, ändere ich nicht die Meinung der Menschen, ich zwinge sie eher zu schlimmeren Maßnahmen. Oder seht ihr das anders?
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#17   Benedikt   16:23:52 | Dienstag, 11. April 2006
@ deusexmachina
Sind Sie sicher, dass Sie den Disput richtig verstanden haben?
Es ging bei der von Ihnen zitierten Passage nicht darum, dass anderen aufgezwungen werden soll, wie sie zu leben haben.
Die „Hinterfragende“ wandte ein, dass auch gegensätzliche Meinungen akzeptiert werden müssten. Gleichzeitig ließ ihre Diktion erkennen, dass die Kampagne gegen das Präparat vermessen sei. Dabei stellt diese Kampagne auch nur eine Meinungsäußerung bzw Forderung dar, die – nach der von ihr selbst geäußerten Auffassung – mithin genauso akzeptiert werden muss wie die der Gegenseite.
Ansonsten haben wir das Prinzip „Ich darf dafür sein und ihr nicht dagegen“. Das wäre aber wohl zu einfach. Daher ist es natürlich logisch, dass man die Forderungen der Kampagne ablehnt, diesen Forderungen aber die Legitimität zu bestreiten ist einseitig.
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#16   diekritischhinterfragende   15:51:50 | Dienstag, 11. April 2006
@Benedikt
Ja, ich glaube wirklich ich habe mein Hauptziel aus den Augen verloren und meine Einwände sind echt für den Eimer.
Ich hab ja eure Meinung von Anfang an nicht respektiert
und dann verlangt das man meine akzeptiert,
dabei tut ihr das ja eigentlich. Da ist wohl eine Entschuldigung fällig. Da ich echt noch keine Ahnung habe und mich noch viel zu wenig mit solchen Themen wie Abtreibung beschäftigt hab. Ist es wohl eher vermessen von mir mich so zu äußern! Danke das Sie mir das mal klar gemacht haben.
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#15   deusexmachina   15:47:17 | Dienstag, 11. April 2006
@Benedikt
„Nun: Diese Forderung ist genau so eine Meinungsäußerung, die Sie nach eigener Aussage eigentlich akzeptieren müssten.“
Ähm, nicht ganz. Ein solches Verbot betrifft auch ANDERE Menschen, ob sie es nun wollen oder nicht. Demgegenüber betrifft es z.B. Sie absolut überhaupt nicht, wenn eine solche existiert – Ihnen bzw. Ihrer Partnerin steht die Verwendung vollkommen frei.
Das habe ich schon mehrfach versucht, Ihnen deutlich zu machen: Dass katholische Begehrlichkeiten die Eigenschaft haben, anderen (auch NICHTkatholiken, wohlgemerkt!) die auf der Basis der eigenen Paradigmen beruhenden Werturteile aufzwingen zu wollen.
Das läuft nach dem Schema ab:
Ein Nichtkatholik: „Ich will selbst entscheiden, wie ich lebe“
Darauf der Katholik: „Genau, und ich will auch nur selbst entscheiden, wie DU lebst – das nennt man Demokratie.“
Das ist übrigens der Primärgund, warum mich Kirche interessiert – weil sie uns dazu zwingt. Ob zu Recht, darf man bezweifeln.
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#14   Benedikt   15:37:17 | Dienstag, 11. April 2006
@ diekritischhinterfragende
Aber es hat doch jeder das Recht eine Schwangerschaft zu verhindern, denn im Fall von diesem Medikament wird keine Schwangerschaft abgebrochen.
Der Artikel spricht von „Pille danach“. Das ist mE schon ein Schwangerschaftsabbruch, wenn auch aus beweistechnischen Gründen nicht strafrechtlich relevant.
Natürlich kann man seinen Standpunkt vertreten und versuchen anderen Menschen seine Beweggründe zu vermitteln. Aber wenn jmd. anderer Meinung ist, muss man auch diese Akzeptieren.
So ein Medikament zu verbieten ist schon eine heftige Forderung und ziemlich vermessen.
Also erstmal sind es ja im Endeffekt nicht die Katholiken oder Unterstützer dieser Kampagne, die das Präparat verbieten. Zweitens: Sie sind der Auffassung, dass man die Meinung des anderen akzeptieren muss. Gleichzeitig halten sie die Forderung nach dem Verbot für vermessen. Nun: Diese Forderung ist genau so eine Meinungsäußerung, die Sie nach eigener Aussage eigentlich akzeptieren müssten.
Aber wenn man kein anderes Problem hat
Na hören Sie mal… was würden Sie sagen, wenn der Staat die Vergewaltigungstatbestände streichen würde und den Protest mit den Worten „habt ihr sonst keine Probleme“ abtun würde?
sich das Leben nach Möglichkeit zu erleichtern und schön zu gestalten.
Darf er ja auch. Dann muss er eben auf die Zeugung verzichten. Aber lockerer Spaß ohne Verantwortung – das ist fast nie möglich, warum also ausgerechnet in dieser Frage?
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#13   diekritischhinterfragende   14:57:39 | Dienstag, 11. April 2006
@Benedikt
Vielen Dank das du dich mit meinen Fragen beschäftigt hast.
Ich merke schon das ich mir ein bisschen mehr Gedanken machen und mir mit den Formulierungen mehr Mühe geben
sollte. Nun ja du hast schon Recht, ein Kind ist kein Auto
und hat das Recht auf Leben. Aber es hat doch jeder das Recht eine Schwangerschaft zu verhindern, denn im Fall von diesem Medikament wird keine Schwangerschaft abgebrochen.
Natürlich kann man seinen Standpunkt vertreten und versuchen anderen Menschen seine Beweggründe zu vermitteln. Aber wenn jmd. anderer Meinung ist, muss man auch diese Akzeptieren.
So ein Medikament zu verbieten ist schon eine heftige Forderung und ziemlich vermessen.
Aber wenn man kein anderes Problem hat und nachts keinen Schlaf mehr findet weil man daran denken muss wie unverantwortlich manche Leute mit ihrem Körper und ihrem Leben umgehen…
Außerdem ist das ja nicht das eigenliche Problem!
Das Problem ist in dem Fall wohl eher die Natur des Menschen! Denn man strebt ständig danach sich das Leben nach Möglichkeit zu erleichtern und schön zu gestalten. Verwerflich! Und dafür auch noch über Leichen…eh…ungezeugtes Leben zu gehen! Grausam!
Das Leben ist ja so einfach warum machen die Leute sowas?…
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#12   Benedikt   12:10:46 | Dienstag, 11. April 2006
@ diekritischhinterfragende
Wenn Ihr Nickname Programm ist, dann sollten Sie auch mal Dinge hinterfragen, die SIE persönlich für sakrosankt halten, zB die Abtreibung.
Ist es rechtens, wenn man Kindern im Mutterschoß die Chance verweigert, die man selber erhalten hat?
Ist es rechtens, dass man Kinder aus selbstsüchtigen Motiven (Karriere, Freizeit, Freiheit) abtreibt (=tötet)?
Ich bin voll für nächstenliebe
Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber mE bedeutet Nächstenliebe auch die Liebe gegenüber dem ungeborenen Mensch.
ein Medikament verbieten wollt, das viel Leid und Unglück verhindern kann?
Dieses Medikament tötet. Das würde ich eher als Leid und Elend bezeichnen.
aus der ein Kind heranwächst, das keine Zukunft hat
Es ist doch absurd, wenn man schon für ein Ungeborenes feststellt, dass es keine Zukunft habe. Woher weiß man das? Hellseherei? Zeitreise? Berühmte Personen der Geschichte stammten aus erbärmlichen Verhältnissen.
das von den Eltern nicht gewollt ist,
Sie reden über einen Menschen wie über ein Auto. Wenn die Eltern sich außerstande sehen, das Kind zu erziehen, dann sollen sie es zur Adoption freigeben. Was kann das Kind für das Unvermögen? Wenn das ein legitimes Motiv wäre, dann könnte man das Kind ja auch nach der Geburt töten.
Aber leider sind ja nicht alle katholisch und eurer Meinung!
Ja und? Deshalb darf man doch trotzdem seine Meinung und Ziele vertreten!
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#11   diekritischhinterfragende   16:00:51 | Montag, 10. April 2006
Verzweifelte Frage nach Toleranz
Also, ich respektiere euren glauben und die Meinungsfreiheit ist mir wichtig. Ich bin voll für nächstenliebe und möchte keinen Streit, aber findet ihr nicht auch das ihr Menschen mit anderem glauben und anderer Meinung in ihrer Freiheit beschneidet, indem ihr ein Medikament verbieten wollt, das viel Leid und Unglück verhindern kann? Wenn ihr der Meinung seit es sei verwerflich einer Schwangerschaft vorzubeugen (die ja erst mit der Einnistung der Eizelle beginnt) aus der ein Kind heranwächst, das keine Zukunft hat und das von den Eltern nicht gewollt ist, dann verwendet diese Medikamente nicht. Katholiken die aufrichtig glauben brauchen solche „tödlichen Abtreibungspräparate“ ja gar nicht. Aber leider sind ja nicht alle katholisch und eurer Meinung! Seit ihr anderen Religionen und Meinungen gegenüber so intolerant? Das kommt mir irgendwie so vor. Da widersprecht ihr eucht doch irgendwie.
Ich glaube nicht, dass Gott euch in dem Vorhaben unterstützen würde.
Ich hätte da mal gerne eine ehrliche Stellungnahme, in der ihr mir erklärt, wie ihr so eine Auseinandersetzung mit
andersgläubigen Mitmenschen rechtfertigt.
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#10   GerdEric   20:26:07 | Mittwoch, 9. März 2005
in dem Zusammmenhang
hat ein Tier eine Seele?
darf man es dann schlachte?
darf man mit ihm experimentieren?
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#9   Catholicus   17:12:21 | Mittwoch, 9. März 2005
@Sebastian
Lieber Sebastian!
Insofern der Mensch eine Einheit aus Leib und Seele ist und die Seele in philosophisch-theologischer Betrachtung die „Form des Leibes“ („anima forma corporis“) darstellt, läßt sich eine Wechselbeziehung der jeweiligen Aspekte des Menschseins herstellen. D.h. konkret: Wenn nun die genetische Prägung der befruchteten Eizelle ganz eindeutig die eines neuen Menschen ist, dann ist anzunehmen (und es gibt, soweit ich das sehe, keinen vernünftigen Einwand dagegen), dass ab dem Augenblick des Vorliegens dieser neuen biologischen Wirklichkeit auch die geistige Seele des Menschen gegeben ist. Die Geistseele ist freilich nicht einfach das Resultat der Biologie (auch wenn sie der biologischen Wirklichkeit entspricht), sondern wird – wie die Kirche lehrt – bei jedem Menschen unmittelbar von Gott erschaffen. So kann jeder von uns ganz persönlich sagen: Gott hat mich gewollt und bejaht; er liebt mich und lenkt mein Leben!
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#8   sebastian   17:05:12 | Mittwoch, 9. März 2005
@ Catholicus
Lieber Catholicus,
vielen Dank für Ihre fundierten und hilfreichen Anmerkungen. Ich persönlich finde es im Ausgangspunkt richtig, dass Sie die (offenbar von mir so halbwegs zutreffend geschilderte) mittelalterliche Lehre von der Sukzessivbeseelung kritisch hinterfragen.
Damit tun Sie etwas, was für manche „Traditionalisten“ (nach meinem oberflächlichen Eindruck) ein Tabu ist: die Überprüfung einer jahrhundelang in der Kirche befolgten Lehre vor dem Hintergrund moderner wissenschaftlicher Erkenntnis. Nur darf man sich dann natürlich nicht jeweils die Rosinen „herauspicken“ und (je nach „Gusto“) im einen Fall für die Tradition, im anderen für die Revision votieren… Aber dieser Vorwurf ist selbstverständlich nicht an Sie gerichtet.
In der Sache habe ich mit Ihrer Argumentation dennoch eine Schwierigkeit: naturwissenschaftliche (genetische, embryologische) Erkenntnisse mögen unser Wissen von den biologischen Vorgängen zu Beginn des Lebens erweitern. Doch taugt dieses Wissen wirklich, um etwas über die Seele – oder anders gesagt: über das „Mensch-sein“ – auszusagen?
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#7   Catholicus   15:59:47 | Mittwoch, 9. März 2005
@Sebastian
Aufgrund der unzureichenden medizinischen Kenntnisse und einer philosophischen Anthropologie, die diese Daten im Anschluß an Aristoteles in bestimmter Weise interpretierte, wurde tatsächlich lange Zeit von vielen (nicht allen) katholischen Theologen die sog. Sukzessivbeseelung vertreten. Demgemäß würde der Mensch am Anfang eine „anima vegetativa“ erhalten, nach einiger Zeit die „anima sensitiva“ und schließlich die eigentliche Geistseele („anima intellectiva“). Diese Auffassung hatte die Konsequenz, dass im kirchlichen Strafrecht die für Abtreibung gültige Exkommunikation vom 12.-19. Jh. nur ab dem Zeitraum, ab welchem man davon ausging, dass die Geistseele präsent war, angewandt wurde. Jedoch: Auch für den Zeitraum vor der Beseelung mit der „anima intellectiva“ war es von Seiten der Kirche nicht erlaubt, ein ungeborenes Kind zu töten; es gab zwar keine Exkommunikation dafür, wohl aber andere kirchliche Strafsanktionen unterschiedlichen Ausmaßes. Aus heutiger Sicht scheint es, gestützt insbesondere auf die Ergebnisse der Genetik und der Embryologie, nicht mehr möglich, die Sukzessivbeseelung zu vertreten. Es ist vielmehr von der Simultanbeseelung in dem Sinn auszugehen, dass aber der Vereinigung von Ei- und Samenzelle in der Zygote bereits der neue Mensch sowohl in seiner biologischen Grundverfaßtheit (genetisch) wie auch hinsichtlich seiner Ausstattung mit einer geistigen Seele vorliegt. Der Mensch wird nicht zur Person, sondern er ist Person von Anfang an und entwickelt sich als Person, deren Recht auf Leben vom ersten Augenblick der Existenz an unbedingt zu achten und zu schützen ist!
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#6   GerdEric   15:29:38 | Mittwoch, 9. März 2005
Grundsätzlich
bin ich gegen Abtreibung.
Wer Sex hat,
will (abgesehen von Homosexuellen) Nachkommen zeugen.
Wer dem Trieb nicht widerstehen kann,
sollte über medizinischen Eingriff nachdenken,
dies sollte dann über soziale Unterstützung geleistet werden.
Wer Karrieregründe hat,
muss Gott bitten,
die Sünde (der Abtreibung) zu vergeben
(Verhütung ist keine Sünde).
Fremde haben nicht über einen Abbruch zu entscheiden.
Was die Kirche wann für richtig erachtet,
muss sie schon anhand nachprüfbarer Fakten beweisen.
Wenn Kirche seinen Anhängern den Segen der Kinder nicht erklären konnte,
dann hat Kirche massiv im Grundsätzlichen versagt!
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#5   sebastian   14:33:18 | Mittwoch, 9. März 2005
@ sttn
Tja, du hast völlig recht – wenn es denn stimmt…
Ich bin z.B. nicht sicher, ob auch die Abtreibung des „unbelebten“ Foetus unter eine (dann aber vermutlich deutliche mildere) Strafe gestellt wurde. Auch dies würde aber z.B. die IVF und die Frage der Stammzellenforschung in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Deswegen bin ich sehr auf weitere Beiträge gespannt – und natürlich auch darauf, ob eine sachliche Diskussion zu diesen Fragen hier möglich ist!
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#4   sttn   14:04:42 | Mittwoch, 9. März 2005
@sebastian…
Dann sind aber die heutigen Regellungen in der BRD teilweise sogar strenger als es die katholische Kirche über viele Jahrhunderte gesehen hat.
Die Zwangsberatung, die vor jedem Eingriff notwendig ist bietet eine gute Möglichkeit die Abtreibung noch zu verhindern. Leider darf es offizielle katholische Kirche den Frauen hier nciht mit Rat und Tat zu Seite stehen.
Danke für den Beitrag … ich finde ihn sehr interessant.
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#3   GerdEric   11:30:57 | Mittwoch, 9. März 2005
als etwas Gutes und Notwendiges beschrieben …
abgesehen von der penetranten Art Sebastians,
verstehe ich Deine Aussage nicht.
mfg
Augustchen
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#2   Gallowglas   11:25:54 | Mittwoch, 9. März 2005
@sebastian
Du hast recht, Abtreibung wird von der RKK erst seit kurzem als negativ bewertet (mit Ausnahme der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts) … Thomas von Aquin hat nicht nur den Zeitpunkt vorgegeben, wann ein Foetus ein Mensch wird, er hat auch (typisch christlich) festgelegt, daß weibliche Foeten wesentlich später Menschen werden, als Männliche …
Aber die derzeitige Position der Kirche ist schon anhand der Bibel nicht nachzuvollziehen, denn schon dort wird das Töten von Kindern (geboren oder ungeboren spielt keine Rolle) als etwas Gutes und Notwendiges beschrieben …
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#1   sebastian   09:33:23 | Mittwoch, 9. März 2005
Abtreibung in der Kirchengeschichte
Vor einiger Zeit bin ich auf eine Frage gestoßen, auf die ich hier vor einigen Tagen überhaupt keine inhaltliche Antwort bekommen habe. Vielleicht passt der obige Artikel zu einem weiteren Versuch.
Ich habe gelesen, dass die katholische Kirche erst seit relativ kurzer Zeit (ca. 1870) die Abtreibung unter die jetzt geltende strenge Strafandrohung gestellt hat (Exkommunikation als Tatstrafe; anders übrigens als bei Mord und Totschlag – selbst an einem Säugling!).
Vorher (also mit kurzen Ausnahmen auch im gesamten Mittelalter) sei es (in Anlehnung an Thomas von Aquin) darauf angekommen, ob der Fetus schon „beseelt“ (animatus) oder noch „unbeseelt“ (inanimatus) gewesen sei. Dies habe davon abgehangen, wieviel Zeit seit der Empfängnis vergangen sei. Praktisch habe dies zu einer Straflosigkeit der Abtreibung bis maximal zum 80. Tag geführt.
Stimmte dies, dann hätte die Kirche jahrhundelang eine Art „Fristenregelung“ praktiziert – mit praktisch ähnlichen Konsequenzen wie das geltende deutsche Strafrecht (zumindest in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten). Vor diesem Hintergrund (wenn er denn zutreffend ist) müsste man ja zumindest über Formen der künstlichen Befruchtung und der Stammzellentherapie (vielleicht sogar der „Pille danach“) auch aus kirchlicher Sicht neu nachdenken. Auch wäre u.U. zweifelhaft, ob die geltende Regel – jede Abtreibung wiegt schwerer als Mord oder Totschlag – haltbar ist. Denn was jahrhundertelange Praxis in der Kirche war, würde doch durch die – zeitbedingte? – Entscheidung eines Papstes (hier wohl: Pius IX.) nicht automatisch an Gewicht verlieren.
Eine selektive „Entrümpelung“ (je nach politischer Vorliebe) indes dürfte für Traditionalisten eigentlich nicht die Lösung sein. Oder doch?
Weiß jemand mehr?
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