12:12:36 | Montag, 20. Oktober 2008
Sie war die Schauspielerin mit dem Engelblick. Doch dann nahm ihr Leben eine ganz unerwartete Wende. Heute feiert sie ihren siebzigsten Geburtstag.

Auf Fanseiten werden die Jugendfotos von Dolores Hart zusammengetragen.
(kreuz.net) Geboren wurde sie am 20. Oktober 1938 als Dolores Hicks in Chicago im US-Bundesstaat Illinois.
Sie war das einzige Kind ihrer katholischen Eltern. Der irisch-stämmige Vater, Bert Hicks, war Schauspieler.
Die Mutter besaß italienische Vorfahren. Der bekannte US-Tenor und Schauspieler Mario Lanza († 1959)
war ihr Onkel.
Schon früh war Dolores mit den Eheproblemen ihrer Eltern konfrontiert. Obwohl diese katholisch
waren, trennten sie sich. Später kam es sogar zur Scheidung.
Angesichts der auch nach der Scheidung
anhaltenden Streitereien ihrer Eltern, schrieb die siebenjährige Dolores einen Brief an ihre Großmutter
und bat sie, bei ihr leben zu dürfen.
Die Großmutter war einverstanden, und Dolores
zog von Los Angeles nach Chicago.
Der Großvater arbeitete in einem Kino, wo er Filme projizierte. Seine
Leidenschaft für Filme beeinflußte Dolores’ Entscheidung, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten
und auch Schauspielerin zu werden.
Als achtzehnjährige erhielt Dolores ihre erste Nebenrolle im Film
‘Loving You’ – deutsch: Gold aus heißer Kehle – von Elvis Presley († 1977). Sie trat dort unter dem Künstlernamen
Dolores Hart auf. Unter diesem Namen sollte sie berühmt werden.
‘Youtube’: Dolores HartSpäter erinnerte
sich Dolores: „Ich hatte keine Ahnung, wer Elvis Presley war. Als ich ihm zum ersten Mal begegnete, war
er ein charmanter Junge mit langen Koteletten. Er hätte nicht freundlicher sein können. Er sprang herbei
und sagte: »Guten Tag, Miss Dolores.« Er und Gary Cooper waren die einzigen in Hollywood, die mich so
genannt haben.“
Nach ihrem ersten Film bekam Dolores viele Angebote. Es folgten zwei weitere Produktionen,
bis sie im Jahr 1958 erneut mit Elvis Presley im Film „King Creole“ auftrat.
Im Jahr 1959 wurde sie mit
dem „Theatre World Award“ und später mit weiteren Preise ausgezeichnet.
Während der Dreharbeiten zu
ihrem fünften Film „The Plunderers“ – deutsch: Die Plünderer – im Jahr 1959 hörte sie beim Blick in
den Spiegel zum ersten Mal eine innere Stimme: „You’re really enjoying this, but you’re not going to do
this much longer“ – Das gefällt dir wirklich, aber du wirst es nicht mehr lange tun.
Danach folgte ihr
Debüt am Broadway in New York. Sie stand dort für das Theaterstück „The Pleasure of His Company“ auf
der Bühne.
Dieses Engagement erstreckte sich über einen Zeitraum von neun Monaten. Danach fühlte sich
Dolores total erschöpft.
Eine Freundin empfahl ihr den Rückzug in ein Kloster im US-Bundesstaat Connecticut.
Nach anfänglichem Zögern trat sie die Reise an. Sie fand in dem Kloster einen großen Frieden.
Von
nun an reiste sie zweimal jährlich dorthin, um Ruhe zu finden und Kraft zu tanken.
Im Jahr 1960 bekam
Dolores eine Hauptrolle in „Where the Boys Are“ – deutsch: Dazu gehören zwei – eine Komödie, in der
es um Teenager während der Frühlingsferien geht. Der Film erlangte Kultstatus.
Dolores spielt darin
eine hübsche Studentin, die bei den Vertretern des anderen Geschlechtes Interesse weckt und damit nicht
zu Schlage kommt.
Danach folgten noch vier weitere Streifen. In ihrer zehnten und letzten Rolle im Film
„Come Fly with Me“ – deutsch: Flieg mit mir ins Glück – aus dem Jahr 1963 spielte sie das weibliche Gegenstück
zu Hugh O’Brian (83).
‘Youtube’: Dolores Hart & Elvis PresleyMit 25 Jahren beschloß Dolores der Filmindustrie
den Rücken zu kehren. Sie trennte sich auch von ihrem Verlobten Don Robinson, einem Geschäftsmann aus
Los Angeles.
Danach trat sie in die geschlossene Benediktinerinnen-Abtei Regina Laudis in Bethlehem im
US-Bundesstaat Connecticut ein. Dort lebt sie seither und singt achtmal am Tag das lateinische Stundengebet.
Inzwischen ist die Ehrwürdige Mutter Dolores Hart im Kloster zur Priorin – der zweiten Leitungsfunktion
nach der Äbtissin – aufgestiegen.
Nach 43 Jahren im geschlossenen Kloster besuchte sie im Jahr 2006
Hollywood, um auf die periphere Neuropathie aufmerksam zu machen.
Es handelt sich um eine Erkrankung
des äußeren Nervensystems, die in den USA weitverbreitet ist. Auch Mutter Dolores leidet daran.
In
den letzten Jahren wurde sie als einzige Klosterfrau Mitglied der „Academy of Motion Picture Arts and
Sciences“. Das gibt ihr auch das Recht, über die Vergabe eines Oscars abzustimmen.
Mit Don Robinson,
der noch immer in Los Angeles lebt und nie geheiratet hat, verbindet sie noch heute eine enge Freundschaft.
Er besucht sie regelmäßig und sagt, daß ihre Liebe zueinander unverändert sei – wenn auch auf eine
andere Weise, als er sich dies als junger Mann vorgestellt hatte:
„Wir sind zusammen alt geworden, wie
es auch in einer Ehe gewesen wäre. Sie bedeutet mir alles.“
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