Ungarn
Sie wollen die Sprache des Satans sprechen
Die Priester haben eigenwillige Zulassungsbedingungen zum Sakrament der Firmung aufgestellt. Von Mónika Török.
Ungarische Reihenhäuser
Ungarische Reihenhäuser
© Csaba Bajkó, CC
(kreuz.net) Seit Anfang Mai ist Pfarrer Augustin Pascariu von Faraoani in Ostrumänien damit beschäftigt, die ungarische Sprache auszurotten.

Ihm zur Seite steht der Pfarrer von Cleja, Hw. Cristi Hodea.

Faraoani und Cleja sind Gemeinden im ostrumänischen Distrikt Bacau. Die dortige Bevölkerung ist zu einem sehr großen Teil ungarischsprechend. Faraoani heißt Ungarisch Forrófalva und Cleja Klézse.

Stein des Anstosses sind für die Priester die außerschulischen Ungarisch-Stunden. Die beiden Geistlichen setzen alles daran, daß sich die ungarischsprachigen Kinder von dem Unterricht abmelden.

Um ihr Ansinnen durchzusetzen, haben sie den ungarischstämmigen Firmlingen gedroht, sie nicht zu dem Sakrament zuzulassen, wenn sie die Stunden weiterhin besuchen.

Ein Blick in die malerische Landschaft Ungarns
Ein Blick in die malerische Landschaft Ungarns
© Csaba Bajkó, CC
Trotz dieser massiven Einschüchterungskampagne gab es dennoch Schüler, die ihr Ansuchen um Ungarisch-Unterricht nicht zurückgezogen haben.

Deshalb stellten die beiden Priester den Kindern schließlich eine 24-Stunden-Frist.

Die beiden Geistlichen beschlossen, sich sogar höchstpersönlich vor dem Schulsekretariat einzufinden, um zu sehen, wer den Ungarisch-Unterricht besucht und wer sich davon abmeldet.

Den Besuch des Unterrichtes wollen die Priester als positiven Hinweis dafür interpretieren, daß sich die betreffenden Kinder nicht firmen lassen möchten.

Von den 46 ungarischstämmigen Kinder des Ortes Klézse haben sich viele inzwischen vom Ungarisch-Unterricht abgemeldet. Gleichzeitig erzählten sie den Lehrern weinend, daß sie die Stunden gerne besucht hätten.

Sie wagen das aber nicht, weil die Firmung für die Gemeinde von Klézse sehr wichtig ist.

Die Ungarisch-Lehrerin Angéla Istók besuchte die Priester auch persönlich.

Bei der Unterredung wurde ihr offen gesagt, daß die Abmeldung von ihren Sprachstunden eine Bedingung für den Besuch des Firmunterrichtes sei.

Die Priester sind entschlossen, alles zu unternehmen, damit dieser Unterricht abgeschafft wird.

Ungarischstämmige Lehrer und Eltern fuhren am vergangenen 23. Mai sogar in den lokalen Hauptort Iasi, um mit dem dortigen Bischof, Mons. Petru Gherghel (68), während seiner regulären Sprechstunde über das Problem zu sprechen.

Bischof Gherghel hat in der Vergangenheit öffentlich erklärt, daß die ungarische Sprache die „Sprache des Satans“ sei.

Leider war der Bischof nicht zu erreichen. Den Lehrern und Eltern blieb nichts anderes übrig, als im bischöflichen Sekretariat einen Brief zurückzulassen und den Bischof um einen neuen Termin zu bitten.
      
45 Lesermeinungen
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#46   Marcell   17:20:49 | Samstag, 15. November 2008
Die Hymne der Tschangos
Tschango-Ungar, Tschango-Ungar,
Was wurdest du, Tschango-Ungar,
Du bist nun ein armer Vogel,
Abgelehnt und schon begraben.
In Wüste dich du siedeltest,
Die du als Land bezeichnetest,
Kein Land, keine Heim hast du schon,
An dich denkt nur der gute Gott.
Last fremder Sprach belastet dich,
Italiener treiben dich *
Du kannst weder singen, beichten,
Noch in Muttersprache beten.
Gott, was wird mit uns passieren,
Unser Kinder gehn verloren,
Die unser Väter bewahrten,
Unser Sprache sie vernichten.
Wir hören, dass Ungarn besteht,
Unser Gott, mögst du es auch segn,
Damit sie barmherzig werden,
Uns nicht verloren gehn lassen!
Weil wir auch Ungaren sind,
Aus Asien kamen noch wir,
O, unser Gott, hilf unser Los,
Verlier nicht den armen Tschango!
(gegen 1920)
*: Nach dem Ersten Weltkrieg organisierte der Vatikan eine Mission, deren Ziel war, die orthodoxe Rumänen so zum katholischen Glaube bekehren, dass sie aus den katholischen Tschango-Ungarn katholische Rumänen machen, also ihre ungarische Kultur vernichten. Heutzutage ist es auch nicht erlaubt, die ungarische Muttersprache zu verwenden oder zu unterrichten. Seit 1920 hat der Vatikan „leider“ noch keine Lösung „gefunden“.
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#44   Marcell   16:05:47 | Mittwoch, 12. November 2008
Noch schlimmer
Es wurde gefragt, ob die Lage in Rumänien wirklich so schlecht ist. Es ist noch schlimmer! In Sieberbürgen ist es ein wenig anders, aber in Moldawien will sowohl der Staat, als auch die Bistum die ungarische Minderheit vernichten! Das ist total gegen Menschenrechte. Hier die Geschichte auf englisch:
www.csango.ro/arhen019.htm
Es ist zu klären, dass der Begriff „Tschango“ zwei Bedeutungen hat: einerseits „römisch-katholische Rumäne“, andererseits „ungarsprachige in Moldawien“. Im Artikel wird die letzte Bedeutung verwendet. Hier mehr über die Tschangos:
de.wikipedia.org/wiki/Tschangos
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#43   ValachusCatholicus   16:39:00 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Presshäuser
@Gerhard
Tatsächlich, fällt mir jetzt auch auf. Solche Kellergassen gibt es auch im nordwestlichen Rumänien, im Sathmarer Land. Haben aber sowieso nichts mit dem Text zu tun.
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#42   JMX   16:18:54 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Nicht zu vergessen,
daß man von den finno-ugrischen Sprachen spricht, Finnland und auch z.B. Estland gehört also zu diesem „Sprachraum“. Das macht insgesamt ca. 25 Mio. Sprecher.
de.wikipedia.org/…no-ugrische_Sprachen
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#41   Seefeldt   16:15:14 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Ungarisch …
wird von über 13,5 Millionen Menschen gesprochen.
Allein in Ungarn leben etwas über 10 Millionen Menschen, hinzu kommen noch Ungarischsprecher in Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Serbien, Österreich und der Ukraine.
Ungarisch ist eine vollwertige Sprache, und es gibt herrliche ungarische Werke.
Zum Vergleich: In der Schweiz leben 7,59 Millionen Menschen, in Österreich etwas über 8,3 Millionen.
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#40   Gerard   12:54:36 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Ungarische Reihenhäuser? Oder doch Presshäuser?
Danke für die teilweise sehr interessanten Beiträge.
Ich kann aber als Ostöstereicher und Abkömmling einer Winzerfamilie bei bestem Willen nicht glauben, dass es sich bei dem Foto um ungarische Reihenhäuser handelt.
DAS IST EINFACH EINE KELLERGASSE MIT PRESSHÄUSERN, wie sie im östlichen Österreich, in Südmähren und in der Slowakei ab Ende des 18.Jahrdhunderts (ab Josef II.) zuhauf errichtet wurden.
Diese Ansammlung von Kellern samt Presshäusern, die zumesit etwas außerhalb der Wohndörfer liegen, nennt man auch „DÖRFER OHNE RAUCHFANG“.
Daher meine ketzerische Frage: Haben ungarische Reihenhäuser keine Herd- oder Heizstellen (siehe Bild)?
Fazit: Das Foto stellt Anderes als angegeben dar.
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#39   JMX   11:30:25 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Nationalisten im Priesterrock
eindeutiger
Fall von schwerer geistiger Umnachtung bei den Priestern, anders ist das wirklich nicht zu erklären das Verhalten…
Deswegen sind es ja auch Priester… :-D
Scherz beiseite, das sind einfach nationalistisch eingestellte Leute, das gab und gibt es im Klerus gar nicht so selten. Gerade auf dem Balkan. :-S
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#38   Plays-with-Fire   11:20:23 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
eindeutiger
Fall von schwerer geistiger Umnachtung bei den Priestern, anders ist das wirklich nicht zu erklären das Verhalten…
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#37   paramedic   05:25:14 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
… mir geht das Gimpfte hoch …
… wobei ich mir natürlich bei dem Geschreibsel der Redaktion nicht sicher sein kann, ob das alles nicht ein ganz gewaltiger Fake ist – es kommt mir nämlich das geschilderte so unglaublich vor, dass ich es glatt nicht glauben kann – sollte es aber wahr sein, sollte mit dem Bischof genau so verfahren werden wie mit Bischof Krenn (der ja auch wegen Unzumutbarkeit dem Bischofsamt gegenüber zurückgetreten werden musste) und mit den beiden „Pfaffen“ genauso wie mit Küchl und Rothe – was aber zu befürchten ist, ist, gesetzt des Falles nochmal, dass der Vatikan sich womöglich auch so viel Zeit läßt wie bei den ersteren Herren und dann ist ja sehr viel zerstört…
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#36   Franz Kappes   04:23:48 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
@gdrw
Englisch? Chinesisch? Spanisch? Arabisch?
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#35   Gehe den rechten Weg   03:10:12 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Vollsprache statt Paprika-Sprech

„Stein des Anstosses sind für die Priester die außerschulischen Ungarisch-Stunden.“
Wieso Ungarisch?!
Warum lernen die Kinder nicht Deutsch?
Mit dem Erlernen einer tief verwurzelten Vollsprache wären
die Kinder doch weitaus besser beraten, als mit dem
Büffeln eines nur von wenigen Tausend Menschen
gestammelten Paprka-Sprech.
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#34   pfarrverweser1   03:04:04 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Sine ira et studio,
aber diese „Priester“ gehören samt ihrem „Bischof“ nach Dschibuti versetzt. Dort können sie ja dann schauen, wie weit sie mit ihrem Rumänisch kommen! Auf solche faschistoiden Elemente kann die katholische Kirche gerne verzichten!
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#33   ValachusCatholicus   00:49:01 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
@sacerdos helveticus. Zu Ihrer zweiten Frage
Nein, Tages und Wochenzeitungen in ungarischer Sprache gibt es für diese Gegend nicht, nur in Bukarest und in den meisten Städten jenseits der Karpaten (in Siebenbürgen und im Banat). Es gibt auch ungarischsprachige Fernsehsendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die extra für die ungarische Minderheit in Rumänien produziert werden und die landesweit ausgestrahlt werden. Die Katholiken der Südmoldau gelten aber offiziell nicht als Ungarn, weil die jüngeren Jahrgänge die Sprache nicht mehr beherrschen und weil man sich leider auf die Statistiken der katholischen Diözese Jassy verlässt.
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#32   freddie schenk   00:44:44 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Danke Großwildjäger
Aber ich meinte in unserem Tröt. Hat sich aber bereits erledigt. ;-)
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#31   Großwildjäger   00:42:53 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Ist schon…
…da, Freddie!
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#30   freddie schenk   00:40:03 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Bitte eine Brücke
für analog. Danke.
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#29   ValachusCatholicus   00:34:56 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Schwierig, die osteuropäischen Verhältnisse!
Heute sprechen die meisten rumänisch. Kirche und Schule haben ihrem Dialekt den Rest gegeben. Bei einer Marienwallfahrt in Cacica, einer polnischen Siedlung in der Südbukowina habe ich allerdings alte Frauen aus der Gegend erlebt, die ihre Lieder auf Ungarisch sangen. Ihre Volkstracht war der rumänischen sehr ähnlich, Ihre Lieder sangen sie aber in jenem archaischen ungarischen Dialekt. Mag sein dass es wirklich Csángos (d.h. Mischlinge) sind, und dass die Wahrheit über ihre Herkunft irgendwo in der Mitte liegt.
Sie sollten auch wissen, dass sich Rumänen und Ungarn besonders gerne immer wieder z.B. durch schlechte Presse gegenseitig eines auswischen wollen. Das ist bei uns so eine Art Volkssport. Gibt es übrigens auch zwischen Bulgaren und Rumänen. Ist aber eher als harmloser Zeitvertreib einzustufen. Außerdem ist Frau Monika Török eine hervorragende Dokumentarfilmerin.
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#28   sacerdos helveticus   00:27:26 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
@valachus catholicus
Interessante Information über die politische Dimension der Sache.
Im Prinzip hätten die Katholiken dort ja sogar das Recht, eine Seelsorge in ihrer Muttersprache zu erhalten.
Was sprechen die Leute in dieser Gegend denn für gewöhnlich (zum Beispiel zu Hause) ? Rumänisch oder Ungarisch (bzw. ihren ungarischen Dialekt)?
Gibt es auch ungarische Zeitungen/Zeitschriften dort?
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#27   ValachusCatholicus   00:20:30 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Dubito, ergo cogito
Stimmt, HW sacerdos helveticus! Ich hoffe, Sie glauben jetzt nicht dass ich die beiden verteidige. Als Journalist gehe ich nur etwas vorsichtig mit der Information um. Aber es ist für mich doch unglaublich dass sich katholischer Geistlicher so etwas einfallen lassen könnten. Interessant ist außerdem, dass der Beitrag gerade jetzt erscheint, nachdem sich im April 2008 der Präsident der rumänischen Abgeordnetenkammer Bogdan Olteanu und die Vorsitzende des ungarischen Parlaments, Frau Katalin Szilli, in diese Gegend begeben hatten, eben um eine Lösung zur abhaltung von ungarischsprachigen Gottesdienste zu suchen. Beide Politiker wollen mit diesem Anliegen im Vatikan vorsprechen, hieß es damals. Was daraus geworden ist, weißich leider nicht. Die Fakten, auf die sich Frau Tõrök beruft, sollen sich knapp ein Monat darauf ereignet haben. Bilder von dieser Politikertournée, die übrigens auch über Faraoani ging, finden Sie unter
www.forum-catolic.cnet.ro/viewtopic.php?f=26&t=2316 . Für eine deutsche Zusammenfassung des rumänischen Textes stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
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#26   sacerdos helveticus   00:14:13 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
Warum Zweigel?
Wieso haben Sie Zwweifel, dass die Im Artikel dargestellten Faken stimmen?
Sie würden sich ja auch nach Ihrer Auffassung mehr oder weniger mit der Politik der Diözese decken?
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#25   ValachusCatholicus   23:49:16 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Einige Erläuterungen (III)
Im letzteren Fall tat dies nicht mehr die Kirche, sondern das Standesamt. János wurde Ioan, Pál vurde zu Paul oder Pavel, Rab wurde zu Robu (so heißt auch der jetzige Erzbischof von Bukarest, Ioan Robu). Dies ist auch die offizielle Politik der Jasssyer Bischöfe schon seit 1884 gewesen, obwohl 99% des lateinischen Klerus’ im Bistum Jassy und im Erzbistum Bukarest mittlerweile aus diesem Gebiet stammen, und offensichtlich ungarische Vorfahren haben. Unter der Schirmherrschaft der Diözese Jassy ist übrigens vor Kurzem auch der zweite Band der umfangreichen Monographie „Catolicii din Moldova“ die beweisen soll, dass die Katholiken in der Umgebung von Bacãu und Roman rumänischer Herkunft seien, und dass die ungarische Sprache bloß über die aus Siebenbürgen kommenden Gesangbüchern (!) hier heimisch wurde. Der Name des Bischofs Petru Gherghel lässt sich übrigens auch leicht vom ungarischen Gergely ableiten, (dt. Gregor, rum. Grigore). Falls also es wirklich so sein sollte, wie Frau Monika Török berichtet, dann setzen die beiden Pfarrer nur etwas plump und total verantwortungslos die Politik ihres Vorgesetzten um. Ich wiederhole, falls es so sein sollte!
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#24   sacerdos helveticus   23:47:33 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Klerikale Anmassung!
Mit welchem Recht versucht die Kirche dort, die Katholiken eines Teils ihrer Identität zu berauben, wozu auch die Kenntnis von Geschichte und Sprache gehört?
Der Artikel berichtet ja, dass die Kinder scheinbar gerne Ungarisch lernen.
Sie gaben ja selber zu, dass das Bistum versuche, die Bevölkerung zu rumänisieren.
Das (auch von der Diözese gedeckte?) Verhalten der Priester ist eine Frechheit. Man sollte gegen diese Priester Beschwerde erheben, falls sie völlig widerrechtlich den Empfang der Sakramente von politisch-nationalistischen Voraussetzungen abhängig machen! Wahrscheinlich haben solche Priester den Beruf verfehlt!
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#23   clarissa colonia   23:44:59 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Danke, werter valachus catholicus,
für Ihre ebenso kenntnisreichen wie erhellenden Erläuterungen. Sie machen die Situation näherungsweise verständlich. Ebenso möchte ich dem Hw. vorschreibenden sacerdos in seiner Stellungnahme zustimmen; danke auch hierfür.
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#22   ValachusCatholicus   23:18:52 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Einige Erläuterungen (II)
Das Dorf Faraoani liegt in einer katholischen Enklave im Süden der Provinz Moldau (nicht zu verwechseln mit der benachbarten Republik Moldawien!), Zentrum dieses Gebietes sind die Städte Bacãu und Roman. Die Katholiken in der Moldau werden meist als Csángos (rum. ceangãi) bezeichnet. Dieses ungarische Wort bedeutet svw. „Mischling“, deshalb wird es von den Moldauer Katholiken meist abgelehnt. Sie sind höchstwahrscheinlich Nachfahren magyarischer Stämme, die im Laufe der Jahrhunderte ihr archaisches ungarisches Dialekt inmitten einer rumänischspracheigen Mehrheit erhalten haben. Im 16. Jahrhundert, als die Reformation in Siebenbürgen wütete, behielten sie ihren katholischen Glauben, ab dem 17. Jahrhundert wurden sie als katholische Diaspora in einem mehrheitlich orthodoxen Umfeld von Franziskaner-Konventualen betreut. Erst Ende des 19. Jahrhunderts, als der Heilige Stuhl die Diözese Jassy errichtete, kam es zum Konflikt zwischen den Konventualen und dem Bistum. Seither unternimmt das Bistum Jassy alles, um die sogenannten Csángos zu rumänisieren. Die alten, zu klein gewordenen Kirchen wurden abgerissen und durch größere ersetzt, die entweder im Geist des Historismus gestaltet wurden (bis 1944) oder, hauptsächlich nach 1990, wie postkonziliäre Versammlungshallen aussehen. Viele ungarische Vor- und Familiennamen wurden sowohl vor dem zweiten Weltkrieg als auch während der kommunistischen Herrschaft rumänisiert.
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#21   sacerdos helveticus   23:18:07 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Amtsanmassung
Vielen Dank für die Informationen.
Das Engagement der Priester ist aber in jedem Falldeplaziert und eine Amtsanmassung.
Es geht einen Pfarrer absolut nichts an, welche und viewiele Sprachen die Schüler (freiwillig!) lernen, ebenso nicht welches Musikinstrument ein Kind lernt oder welchen Sport es betreibt.
Teilnahme bzw. Nichtteilnahme am Ungarischunterricht zur Voraussetzung für den Empfang des Firmsakramentes zu machen, ist eine Überschreitung der Kompetenzen und ein Klerikalismus übelster Art!
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#20   ValachusCatholicus   23:11:27 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Einige Erläuterungen (I)
Offenbar bedarf es einiger Klärungen, denn der Artikel von Frau Mónika Török setzt Vorwissen voraus und vermittelt so gut wie null an Hintergrundinformation. Und einige Lesermeinungen machen dies nur allzu deutlich. Was ich auch als total verwirrend empfinde, ist die Illustrierung des Beitrags mit Bildern aus Ungarn, was darauf schliessen lassen könnte, dass womöglich Frau Török nicht einmal an Ort und Stelle gewesen ist. Das will ich aber gar nicht erst vermuten.
Das Dorf Faraoani gehört der Diözese Iasi (dt. Jassy) an, einer der sechs lateinischen Diözesen Rumänienes (es gibt weitere sechs katholische Eparchien byzantinischen Ritus’). Sowohl die Iasi als auch die Erzdiözese Bukarest liegen außerhalb des Karpatenbogens, haben mit der Vielsprachigkeit der siebenbürgischen (Karlsburg/Gyulafehérvár/Alba Iulia, Großwardein/Nagyvárad/Oradea, Sathmar/Szathmárnémeti/Satu Mare) bzw. Banater (Temeswar/Temesvár/Timisoara) Kirchensprengel eher wenig am Hut. In den beiden Diözesen wird der Gottesdienst fast ausschließlich in rumänischer Sprache gehalten (Ausnahme macht die Landeshauptstadt Bukarest, wo es katholische Sonn- und Feiertagsgottesdienste in ungarisch, deutsch, italienisch, französisch, englisch, polnisch und arabisch gibt).
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#19   Lutheraner   22:14:02 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Nachtrag: Putin
Und Zar Nicolaus II. ist kürzlich vom Obersten Gerichtshof Russlands in aller Form rehabilitiert und als Opfer der politischen Unterdrückung in der Sowjetunion anerkannt worden! Haben Sie sich je mit dem Kommunismus beschäftigt? Ich empfehle www.epochtimes.de ! Da finden sie alles!
Die EU unterstützt das kommunistische China trotz KZs, Israel trotz der häßlichen Unterdrückung der Palästinenser, den Irak- und Afganistankrieg trotz Illegalität und 1,2 Mill. Toten, Georgien trotz der Aufrüstung durch die Israeliten un der 150 israelitischen Armeeberater, und trotzdem Sakaschwili einen Völkermord in Südossetien begehen wollte, die Aufstellung von Raketenstellungen an Russalnds Grenzen zur angebl. Abwehr iranischer Interkontinentalraketen (so wahrscheinlich wie irakische Masenvernichtungswafen), welche sich mit einer Kurbel gegen Russland wenden ließen und mit allerlei Raketen bestückt werden könnten.
Es gab Vereinbarungen zwischen dem Westen und Russland, daß die Nato in den freigegebenen Sowjet-Gebieten nichts zu suchen hat. Und jetzt trampelt sie dort mit großen Füßen drinnen herum und lädt alle ein, Mitglied zu werden!
Glaubwürdigkeitsdefizit nennt man sowas, Herr Bischoff. Russland will nicht unter die Räder kommen, hat alles Recht, seine Sicherheitsinteressen zu wahren.
USA, Israel und EU – das sind die Kriegstrieber. Muß man dafür Beweise liefern, oder können Sie selber fernsehen gucken?
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#18   Ultramontanus   22:08:01 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Hallöle Alois Bischof,
den KGB gibt es seit fast 17 Jahren, nämlich seit dem 6. November ‘91, nicht mehr.
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#17   Alois Bischof   21:57:29 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Deswegen unterstützt Russland
unter dem KGB-Agenten Wladimir Putin wohl auch:
1) Venezuela des Kommunisten Chavéz
2) Kuba des Kommunisten Castro
3) Nordkorea des Kommunisten Kim-Jong-Il
4) Vietnam unter kommunistischer Regierung.
Antikommunistisch ist er nicht. Er will nur den nostalgischen Sowjetplatzwirtschaftskommunismus des Dschuganow nicht haben. Übrigens erhält Putin von den Kommunisten rege Zustimmung in manchen Angelegenheiten. Natürlich ist der KGB klug. Klüger wie Ihre Theorien, Lutheraner. Sie haben schon zuviel von den Neuen Rechten, der Alain de Benoîts und Julius Evolas, geschluckt, die ja Putin als angeblichen Befreier Europas vom amerikanisch-liberalen Joch begrüssen wollen.
Putins Haltung wird dadurch zusammengefasst: „Wer sagt, er bedauere den Zerfall der Sowjetunion nicht, hat kein Herz. Wer den Sowjetsystem so wie es war zurückhaben möchte, hat keinen Verstand.“ „Das Zusammenbrechen der Sowjetunion war die grösste Katastrophe des 20. Jahrhunderts.“ Alles Zitate aus dem Munde Putins. Natürlich weiss der KGB, dass die Sowjetunion pleite war – und dass Jeltsin die Sache noch verschlimmert hat (deswegen die Angriffe gegen ihn). Aber man weiß auch, daß man durch Tarnung des Systems und der Machthaber und wenn man nur lange genug wartet, die Westmächte belügen kann, und dass man die USA und NATO-Staaten zum Tode wirtschaften kann, bei diesem Kasinokapitalistischen System des Westens. Putin mag sympathisch sein, er dient auch nur dem größeren Ziele. Sie werden’s schon spüren.
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#16   Lutheraner   21:35:46 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Alois Bischof – Putin
Ihre antirussische Polemik ist fehl am Platze. Wenn Sie sich bitte informieren würden: In Russland sind nicht nur sämtliche Bücher von Alexander Solschenizyn erhältlich, die Kommunisten wurden in Bausch und Bogen abgewählt.
Nur hierzulande beschwerten sich Politiker und ihre journalistischen Hofschranzen lautstark, daß sei ja alles nicht mit rechten Dingen zugedanken und undemokratisch.
Mewedjew ist mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt worden, und wie Peter Scholl-Latour und Gabriele Krone-Schmalz als beste Russland-Kenner bestätigten, war die Wahl trotz einiger kleinerer Ungereimtheiten völlig korrekt.
Die Russen haben die Nase vom Kommunismus. Sie haben Putin indirekt gewählt, damit der nicht nur mit der Mafia aufräumt, sondern auch der Kommunismus chancenlos bleibt. Alles in allem normale Zustände im Osten, anders als bei uns.
Entweder also, Sie sind uninformiert, oder sie schlagen in die Kerbe des mainstreams, nicht weil sie Kommunismus bekämpfen wollen, sondern weil Sie bedauern, daß er weg ist.
Was ist es?
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#15   Arkanum/kreuts.net †   21:28:52 | Dienstag, 21. Oktober 2008
eigentlich…
waren die Invektiven von Bischof Gherghel nicht gegen die rumänische, sondern gegen die ungarische Sprache gerichtet.
Die ist nun freilich genausowenig satanisch, im schlimmsten Fall nur verteufelt schwer zu lernen.
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#14   Alois Bischof   21:16:53 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Übrigens ist es übertrieben
die rumänische Sprache, die sich de facto schon seit 1843 als Liturgiesprache der rumänischen griechisch-katholischen unierten Kirche bewiesen hat, als „Sprache Satans“ zu bezeichnen.
Genauso schlimm ist es wenn der lateinische Bischof von Jaßenmarkt (Iaşi, Region Moldawien, Rumänien) sich weigert die Beschwerden der ungarischen Minderheit Siebenbürgen ernst zu nehmen.
Kann Bischof Martin Roos aus Temeschburg nicht hergeflogen oder gefahren werden zur Firmung?
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#13   Major Kong   20:42:50 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Modernismus einmal anders!
Unterstellt, daß die Angaben in o.g. Artikel zutreffen, ist das ein sehr treffendes Beispiel dafür, daß auch der Klerus außerhalb des deutschen Sprachraums mitunter extrem vom Modernismus befallen ist. Während sich dies in Deutschland in einer überbordenden Huldigung an den Liberalismus in Staat und Gesellschaft sowie dem Ökumenismus äußert, ist es anderswo der Bazillus des Nationalismus. Alles Kinder von 1789, die in Opposition zur kirchlichen Wahrheit stehen.
Leider wird Alois Bischofs Vorschlag eines ausländischen Bischofs wohl nicht realisierbar sein, da dürfte ein Konkordat entgegenstehen. Interessant sind übrigens die Weihespender …ww.catholic-hierarchy.org/…ishop/bgherghel.html des Ortsbischofs ^-^ .
@Gallowglas
Ihre Einlassung ist mit purer Logik zu wiederlegen. Sie reden wirr.
@Jena-boy
Wieviel weiß man über die Hl. Kirche, wenn man zwischen sozialistischen Plattenbauten aufwächst?
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#12   Amanda   19:27:10 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Was die „Eigenwilligkeit“
der Argumentation angeht, schlagen andere User mich noch um Längen, liebe(r) JMX!
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#11   JMX   19:22:19 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Und das von einer, die
„Argumente“ wie diese bringt:
Solche wie Du werden leider niemals auszurotten sein.
:-!
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#10   Amanda   19:20:03 | Dienstag, 21. Oktober 2008
@Gallowglas
Ihre Argumentation ist unter aller Kanone.
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#9   Gallowglas   19:18:16 | Dienstag, 21. Oktober 2008
@amanda
Wie unglaublich christlich!
Andere Sorgen haben die nicht?!
Wieso, ist doch nur die logische Fortsetzung des Vorgehens unserer Fundi-Freunde … wenn schon die Messe nicht mehr in Landessprache gehalten werden darf, ist es doch nur logisch, wenn man als 2. Schritt auch die Landessprache an sich auszurotten versucht …
Redaktion benachrichtigen
#8   Rüdesheim   18:51:05 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Alois Bischof
Heute verstehen die Leute wenigstens die Sprache!
Redaktion benachrichtigen
#7   clarissa colonia   18:50:46 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Ist bekannt,
wo die Vorbehalte dieser rumänischen (?) Priester gegen die ungarischstämmige und -sprachige Minderheit herrühren?
Die Abmeldung vom Ungarischunterricht scheint mir eine waghalsig weite Interpretation der für den Sakramentenempfang erforderlichen recta dispositio zu sein (can. 889 § 2).
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#6   Alois Bischof   18:48:44 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Der Vatikan
sollte einfach einen volksdeutschen lateinischen Bischof hinschicken (ich nehme an es handelt sich um ungarische Katholiken des lateinischen Ritus, nicht des byzantinischen) aus Siebenbürgen, da gibt es Bischof Roos und andere.
Immer wieder dieser Nationalismus in Osteuropa während einer Wirtschaftskrise. Gleich bekommen wir wieder einen Antonescu und dann überrollt uns schon wieder die Rote Armee, dann unter Putin? Das darf alles nicht wiederholt werden.
Einfach ungarisch respektieren. Übrigens zeigte sich das Latein als sehr menschenfreudig im Siebenbürger vor 1945, da Ungarn, Rumänen des Lateinischen Ritus sowie katholische Volksdeutsche (Siebenbürger Sachsen und Banatendeutsche) gemeinsam vom gleichen Bischof das Sakrament der Firmung in der gleichen heiligen Sprache der Hl. Römischen Kirche empfangen durften und konnten. Aber heute?
Redaktion benachrichtigen
#5   Colombe de la paix   18:14:40 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Ratzeputz
wer davon ist derLeser?1
der war auf der Beerdigung !!!
Redaktion benachrichtigen
#4   ratzeputz †   18:12:09 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Haiders schwule Freunde!!!!!
www.bild.de/…-nennt-es-liebe.html
Wo bleibt der flammende Aufschrei des ach so katholischen hetz.net gegen diesen Todsünder!
Redaktion benachrichtigen
#3   Amanda   18:10:42 | Dienstag, 21. Oktober 2008
@Jena-boy
Solche wie Du werden leider niemals auszurotten sein.
Redaktion benachrichtigen
#2   Jena-boy †   18:03:27 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Die Kirche rottet sich selber aus!
WEITER SO! :)3 :)3 :)3
Redaktion benachrichtigen
#1   Amanda   18:02:33 | Dienstag, 21. Oktober 2008
Wie unglaublich christlich!
Andere Sorgen haben die nicht?!
Redaktion benachrichtigen
Es wurde eine Lesermeinung von der Redaktion entfernt
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