18:22:31 | Montag, 27. Oktober 2008
In der offiziellen katholischen Medienarbeit werden die beiden Wörter „solid“ und „weichgespült“ offenbar als Synonyme verwendet.
(kreuz.net) „Druckerschwärze und Kamera, Mikrofon und Mattscheibe, Plakate und Lautsprecher erreichen
für sich noch nichts. Sie können sogar abspenstig machen. Auch muß nicht jeder predigen oder missionarisch
verkündigen. Dies ist Sache des Apostels.“
Das erklärte Karl Kardinal Lehmann am 24. September bei
einer Predigt vor der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda.
Bernhard Müller –
den Chefredakteur des monatlich erscheinenden katholischen
‘Pur-Magazins’ haben diese Worte frustriert:
„Sieht so bischöfliche Ermutigung für das katholische Laienapostalat aus?“ – fragt er in der jüngsten
Ausgabe seiner Zeitschrift.
Statt das Apostolat engagierter Gläubiger zu würdigen, würden sie von
den Bischöfen oft ignoriert.
Müller erinnert sich an den Medien-Studientag während der September-Tagung
der Deutschen Bischöfe in Fulda. Dort sei kein lobendes Wort für das Medienapostolat katholischer Laien
gefallen.
Als Beispiele solcher Initiativen nennt Müller die neokonservative Spendensammel-Webseite
‘kath.net’ oder das katholische Greisen-Fernsehen K-TV.
Er zitiert die deutsche ‘Katholische Nachrichtenagentur’,
die bezüglich der katholischen Internet-Präsenz von „Wildwuchs“ redet, dem die offizielle kirchliche
Langweile-Seite ‘katholisch.de’ außer angeblich „solider Information“ nichts entgegenhalten könne.
Gähn-Themen im VordergrundMüllers Fazit: „Einige Bischöfe wollen offenbar, daß das gesamte kirchliche
und katholische Medienfeld nur noch von »Profis« beherrscht wird, die sie eingesetzt und auf ihrer Gehaltsliste
haben.“
Doch vielen dieser kirchlich angestellten Journalisten fehle die „Vorliebe für das speziell
Katholische“.
Ihr missionarischer Eifer richten sie nahezu ausschließlich auf Themen wie Ökumene, umwelt-
und entwicklungspolitische Debatten oder Einbürgerungsfragen:
„Dieser in der katholischen Medienlandschaft
weit verbreitete kirchenamtliche Funktionärsjournalismus schämt sich allzu oft des katholischen Glaubens
mehr als er ihn bekennt.“
Nach Müller ist auch mancher Kirchenredakteur neidisch auf die im weltlichen
Bereich angestellten Journalisten: „Daher auch das ständige Bemühen nicht als katholisch, sondern als
weltoffen wahrgenommen zu werden.“
Deshalb wundert sich Müller nicht, daß „jedes Profil“ verlorengehe:
„Verwundern muß allerdings, daß die Bischöfe nach weit mehr als zwanzig Jahren einschlägiger Erfahrung
nicht sehen wollen, wohin ihre subventionierte Medienarbeit führt.“
Hauptsache, es eckt nicht anMüller
nennt als Beispiel die jahrzehntelange bischöfliche Ablehnung eines eigenen Fernsehsenders. Begründung:
Die vertraglich gesicherte Präsenz in den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern reiche vollkommen.
Doch nach den – angeblich – unerwartet hohen Einschaltquoten von Privatinitiativen wie K-TV und EWTN
werde man in kirchlichen Medienkreisen unruhig:
„Man will offenbar nicht länger dulden, daß solche
Apostolats-Sender das Bild der katholischen Kirche bei den deutschen Fernsehzuschauern prägen.“
Müller
gesteht ein, daß bei diesen Sendern „vieles“ verbesserungswürdig sei.
Doch statt ihnen zu mehr Professionalität
zu verhelfen, wolle man Millionen bereitstellen, „um mit hochbezahlten Funktionärsjournalisten ein weichgespültes
Evangelium auf die Fernsehschirme und ins Internet zu stellen.“
Das führt – so Müller – zu einer Kirche,
die nicht mehr aneckt, und zu einem Glaube, für den man nicht mehr verspottet und kritisiert wird: „Ein
Programm zum Abschalten also.“
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#9
Dr. Guillotin 14:41:30 | Dienstag, 28. Oktober 2008
#8
franziskus 11:22:18 | Dienstag, 28. Oktober 2008
#6
franziskus 10:18:25 | Dienstag, 28. Oktober 2008
#5
Seminarist 23:44:12 | Montag, 27. Oktober 2008
#4
Gotthard 23:14:09 | Montag, 27. Oktober 2008
#2
Confiteor 20:24:37 | Montag, 27. Oktober 2008
#1
Sirilo 18:47:40 | Montag, 27. Oktober 2008