Nein, die Apokalypse ist nicht einfach ein Computerspiel
130.000 Flugblätter und 100 Werbeplakate sollen die Genfer Katholiken dazu bringen, der Kirche mehr Geld zu überweisen. Die Kirche setzt ihre Hoffnung mit dieser Werbeaktion auch auf Menschen, die von der Kirche nichts mehr erhoffen.
(kreuz.net, Genf) Die katholische Kirche im traditionell protestantischen Westschweizer Kanton Genf sucht
Wege aus ihrer Finanzmisere. Im Kanton des Johannes Calvin gibt es keine Kirchensteuer. Darum soll der
Franken dort durch eine großangelegte öffentliche Werbekampagne ins Rollen gebracht werden. Von Mitte
Februar bis Mitte März erscheinen in den Verkehrsmitteln der Genfer Verkehrsbetriebe relativ unahnsehnliche
Werbeträger. Die Agentur ‘Label Communication’ führt damit einen bereits 2002 begonnenen Ausbau der
katholischen Kommunikationsstrategie im Calvinkanton fort.
Seit drei Jahren setzt das Unternehmen nach
eigenen Angaben auf hintersinnigen Humor. Dem Betrachter werde die uneigennützige Rolle der katholischen
Kirche vermittelt. Gleichzeitig soll ein Bild der desolaten finanziellen Situation der Genfer Landeskirche
dargestellt werden.
Nicht alle Schweizer Kantone kennen die Kirchensteuer. Zu ihnen gehört der Kanton
Genf. Die dortigen Pfarreien sind ganz auf die Beiträge der immer weniger werdenden Gläubigen und auf
die Unterstützung von anderen kantonalen Landeskirchen angewiesen, deren Kassen besser gefüllt sind.
Die Genfer Protestanten erhalten zum Beispiel viel Geld aus Zürich, wo die obligatorischen Kirchenbeiträge
immer noch für einen satten Steuersegen sorgen.
Die Genfer Spendenaktionen sind in der Vergangenheit
nicht fruchtlos geblieben. In den vergangenen drei Jahren konnte – so die beauftragte Agentur – ein Defizit
von 3 Millionen Franken (knapp 2 Millionen Euro) ausgeglichen werden. Dank der Kampagne schreibe die Kirche
mittlerweile sogar wieder katholisch schwarze Zahlen.
Für die Kampagne dieses Jahres hat sich die Agentur
eine Verbindung aus Text- und Bildsprache ausgedacht. Sieben biblische Namen werden mit – für Schweizerische
Verhältnisse – provokativen Slogans kombiniert. Sie sollen auf die Präsenz der katholischen Kirche im
Kanton Genf verweisen. Man möchte mit den Plakaten auch ein facettenreiches Bild einer Kirche vermitteln,
die allen Menschen offenstehe.
Insgesamt setzt die Kampagne in den Bussen und Straßenbahnen der Genfer
Verkehrsbetriebe 100 Werbeträger ein. In jeden katholischen Haushalt wird ein Flugblatt flattern. 130.000
Werbefolder sollen so verteilt werden. In den Medien wird es fünf große Anzeigen geben.
Unter Schweizer
Katholiken, die für finanzielle Belange generell ein großes Verständnis zeigen, stößt die Aktion
vor allem auf positive Reaktionen.
Vereinzelt wurde darauf hingewiesen, daß hier mit einer relativ geist-
und gottlosen Kampagne um Geld und sonst nichts geworben werde. Die Kirche mache vor allem dann auf sich
aufmerksam, wenn ihr der Franken ausgehe. Das sei ein Hinweis darauf, daß die Krise der Kirche im Kanton
Genf und in der Schweiz allgemein keine Krise des Geldes, sondern des Glaubens sei, den man bei der Aktion
tunlichst aus dem Spiel lasse.
Das Evangelium fordere die Gläubigen auf, zuerst das Reich Gottes zu
suchen. Der Rest werde dann nachgeliefert. In der Schweizer Kirche fehle das Verlangen nach ersterem und
darum mangle es auch am zweiten.
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1 Lesermeinung
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#1 Athanasius 00:23:07 | Donnerstag, 10. März 2005
Ich gebe dem Kommentar einzelner Katholiken die diese Geldkampagne abweisen, auch meine Einstimmung. Man
soll den Schweizer Diözesen das Geld absagen bis man wieder den unverfälschten Glauben verkündigt.
Das wird wohl erst sein, wenn die ganze Kirche und der ganze Kirchenbesuch weg ist. Der Modernismus ist
wie eine Worme in einem Apfel. Er frisst, er frisst, bis der Apfel ganz verzährt ist. Dann muss er was
neues. Bis zum Zeitpunkt einer Wende zum traditionellen Glauben unserer Väter sage ich den Schweizerischen
Diözesen sowie den Niederländischen und Amerikanischen (mit ihren Pfarrkonfiskationen um Sexgeld zu
bezahlen): VERRECKE! (Redaktion, entschuldigen meine Wortwahl.)