19:57:53 | Mittwoch, 29. Oktober 2008
Die beiden Ordensleute meldeten sich nicht am Telephon. Nachdem die Türe zu ihrer Wohnung aufgebrochen worden war, wurde eine grauenhafte Bluttat entdeckt.

Wohnung der ermordeten Jesuiten
(kreuz.net) In Moskau sind zwei Jesuitenpatres brutal ermordet worden. Das berichtete die russische Agentur
‘Interfax’ heute.
Bei den beiden Toten handelt es sich um Pater Otto Messmer (47) und Pater Victor Betancourt
(42).
Die beiden Jesuiten starben nach Angaben der Polizei in der Folge von Schlägen auf den Kopf und
von Messerstichen.
Nach Angaben des Sprechers der Erzbischöflichen Kurie in Moskau, Hw. Igor Kowalewski,
hatten die beiden Priester zuvor nicht auf Telefonanrufe reagiert.
Daraufhin ließen besorgte Mitbrüder
am Dienstag abend gegen 21.00 Uhr die Wohnungstür aufbrechen. Dabei wurden die toten Priester entdeckt.
Die Wohnung der Jesuiten befindet sich im Haus Nummer 19 an der bekannten Pietrowka Straße im Zentrum
Moskaus.

Leichnam eines der Jesuiten
Über den Todeszeitpunkt der beiden Patres gibt es verschiedene Versioen.
Die Polizei geht
davon aus, daß die beiden Geistlichen mindestens 24 Stunden vor ihrer Entdeckung umgebracht wurden.
Es kursieren sogar Vermutungen, daß Pater Betancourt möglicherweise bereits letzte Woche getötet wurde,
weil er am vergangenen Sonntag nicht zur Heiligen Messe erschien.
Die Gläubigen gingen offenbar davon
aus, daß er durch eine Krankheit verhindert sei.
Das zweite Opfer, Pater Messmer, kehrte erst am Montag
abend von Deutschland nach Moskau zurück. Die Polizei vermutet, daß er beim Betreten der Wohnung ermordet
wurde.
Die beiden Jesuiten waren Projektpartner des katholischen deutschen Osteuropa-Hilfswerkes ‘Renovabis’
in Rußland.
Pater Messmer war seit dem Jahr 2002 der Obere der Jesuiten in Rußland. Er wurde im Jahr
1961 in eine kinderreiche deutschstämmige Familien hinein geboren.
Seine Jugend verbracht er in der
Industriemetropole Karaganda in Kasachstan.

Die Jesuiten wohnten an der bekannten Pietrowka Straße
Das Land grenzt im Norden und Westen an Rußland und im Südosten
an die Volksrepublik China.
Im September 1982 trat Pater Messmer bei den Jesuiten ein und wurde im Mai
1988 zum Priester geweiht.
Pater Victor Betancourt Ruiz stammte aus Ecuador. Er trat im September 1984
in die Gesellschaft Jesu ein und studierte in Argentinien und Deutschland.
In Rußland war er für die
Vorbereitung der Kandidaten für die Gesellschaft Jesu verantwortlich. Er wirkte erst seit einigen Jahren
in Rußland.
Der Pater lehrte auch am Moskauer Institut für Theologie, Philosophie und Geschichte Sankt
Thomas.
Beide Priester waren auch in der katholischen Kirche Saint Louis des Français in Moskau tätig.
Es kursieren Informationen, wonach der Mörder ein aus Lateinamerika kommender Ausländer gewesen sein
könnte, der bei seiner Tat betrunken war.
Er soll angeblich 40 bis 45 Jahre alt sein.
In den letzten
Jahren wurden immer wieder katholische Priester in Rußland ermordet.
Am 29. November 2000 wurde der
polnische Priester, Hw. Krzysztof Niemyjski, in der Stadt Astrachan an der Wolga mit einer unbekannten
Substanz vergiftet.
Am 15. April 2001 ermordete ein Obdachloser Hw. Jan Frackiewicz in der Ortschaft
Jarzew in Siberien. Der Priester hatte seinem Mörder zuvor geholfen.
Am 18. Januar 2005 wurde der aus
der Slowakei stammende Pfarrer Jan Hermanowskzy in der Stadt Brjansk – 380 Kilometer südwestlich von
Moskau – getötet.
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Franz Kappes 09:47:55 | Freitag, 31. Oktober 2008