Requiem
Brutaler Mord an zwei Jesuiten in Moskau
Die beiden Ordensleute meldeten sich nicht am Telephon. Nachdem die Türe zu ihrer Wohnung aufgebrochen worden war, wurde eine grauenhafte Bluttat entdeckt.
Wohnung der ermordeten Jesuiten
Wohnung der ermordeten Jesuiten
(kreuz.net) In Moskau sind zwei Jesuitenpatres brutal ermordet worden. Das berichtete die russische Agentur ‘Interfax’ heute.

Bei den beiden Toten handelt es sich um Pater Otto Messmer (47) und Pater Victor Betancourt (42).

Die beiden Jesuiten starben nach Angaben der Polizei in der Folge von Schlägen auf den Kopf und von Messerstichen.

Nach Angaben des Sprechers der Erzbischöflichen Kurie in Moskau, Hw. Igor Kowalewski, hatten die beiden Priester zuvor nicht auf Telefonanrufe reagiert.

Daraufhin ließen besorgte Mitbrüder am Dienstag abend gegen 21.00 Uhr die Wohnungstür aufbrechen. Dabei wurden die toten Priester entdeckt.

Die Wohnung der Jesuiten befindet sich im Haus Nummer 19 an der bekannten Pietrowka Straße im Zentrum Moskaus.

Leichnam eines der Jesuiten
Leichnam eines der Jesuiten
Über den Todeszeitpunkt der beiden Patres gibt es verschiedene Versioen.

Die Polizei geht davon aus, daß die beiden Geistlichen mindestens 24 Stunden vor ihrer Entdeckung umgebracht wurden.

Es kursieren sogar Vermutungen, daß Pater Betancourt möglicherweise bereits letzte Woche getötet wurde, weil er am vergangenen Sonntag nicht zur Heiligen Messe erschien.

Die Gläubigen gingen offenbar davon aus, daß er durch eine Krankheit verhindert sei.

Das zweite Opfer, Pater Messmer, kehrte erst am Montag abend von Deutschland nach Moskau zurück. Die Polizei vermutet, daß er beim Betreten der Wohnung ermordet wurde.

Die beiden Jesuiten waren Projektpartner des katholischen deutschen Osteuropa-Hilfswerkes ‘Renovabis’ in Rußland.

Pater Messmer war seit dem Jahr 2002 der Obere der Jesuiten in Rußland. Er wurde im Jahr 1961 in eine kinderreiche deutschstämmige Familien hinein geboren.

Seine Jugend verbracht er in der Industriemetropole Karaganda in Kasachstan.

Die Jesuiten wohnten an der bekannten Pietrowka Straße
Die Jesuiten wohnten an der bekannten Pietrowka Straße
Das Land grenzt im Norden und Westen an Rußland und im Südosten an die Volksrepublik China.

Im September 1982 trat Pater Messmer bei den Jesuiten ein und wurde im Mai 1988 zum Priester geweiht.

Pater Victor Betancourt Ruiz stammte aus Ecuador. Er trat im September 1984 in die Gesellschaft Jesu ein und studierte in Argentinien und Deutschland.

In Rußland war er für die Vorbereitung der Kandidaten für die Gesellschaft Jesu verantwortlich. Er wirkte erst seit einigen Jahren in Rußland.

Der Pater lehrte auch am Moskauer Institut für Theologie, Philosophie und Geschichte Sankt Thomas.

Beide Priester waren auch in der katholischen Kirche Saint Louis des Français in Moskau tätig.

Es kursieren Informationen, wonach der Mörder ein aus Lateinamerika kommender Ausländer gewesen sein könnte, der bei seiner Tat betrunken war.

Er soll angeblich 40 bis 45 Jahre alt sein.

In den letzten Jahren wurden immer wieder katholische Priester in Rußland ermordet.

Am 29. November 2000 wurde der polnische Priester, Hw. Krzysztof Niemyjski, in der Stadt Astrachan an der Wolga mit einer unbekannten Substanz vergiftet.

Am 15. April 2001 ermordete ein Obdachloser Hw. Jan Frackiewicz in der Ortschaft Jarzew in Siberien. Der Priester hatte seinem Mörder zuvor geholfen.

Am 18. Januar 2005 wurde der aus der Slowakei stammende Pfarrer Jan Hermanowskzy in der Stadt Brjansk – 380 Kilometer südwestlich von Moskau – getötet.
      
2 Lesermeinungen
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#2   Franz Kappes   09:47:55 | Freitag, 31. Oktober 2008
Wir sind Legion
Das nutzt gar nichts. R.I.P.
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#1   kritischerbeobachter   21:40:56 | Mittwoch, 29. Oktober 2008
R.i.P. – Präfation aus dem Weihegebet 1954.
„Wahrhaft würdig ist es und recht, Dich, heiliger Vater, ewiger Gott, Herr des Himmels und der Welt, in der hohen Freude unseres Herzens zu preisen; denn Du hast uns, die durch Adams Schuld verlorenen Evaskinder, nicht verstoßen, sondern Deinen vielgeliebten Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, vom Himmel herabgesandt in den Schoß Mariens, der reinsten Jungfrau. Ihr, der unbefleckt Empfangenen, hast Du durch den Mund des Engels die Botschaft verkündet; Du hast sie bereit gefunden als Deine allergetreueste Magd. – Preis und Dank sei Dir, daß Du sie auch uns durch Deinen Sohn zur Mutter gegeben und nach Vollendung ihrer Pilgerschaft glorreich mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hast.
Zu ihr, der Zuflucht des Menschengeschlechtes, erheben wir, die Abgesandten aus allen Stämmen unsres deutschen Volkes, am Grabe unseres heiligen Schutzpatrones, Deines Bischofs und Blutzeugen Bonifatius, unsre Seele voll Vertrauen. Wir weihen uns ihrem makellosen Herzen, auf daß wir Dich, unseren Herrn und Gott, lieben, wie sie Dich geliebt hat: aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus all unsren Kräften. Ihr weihen wir unsre Familien, ihrem mütterlichen Schutz empfehlen wir unser Volk: dieses Volk mit seinen Sünden und Nöten, mit seiner Hoffnung und Bereitschaft…“
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