Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?
Ein israelischer Historiker hat gesagt, was moderne – von den Päpsten gelobte – kritische Bibelexegeten und Historiker schon lange wußten. Jetzt ist er sich seines Lebens nicht mehr sicher.
(kreuz.net) Die Palästinenser sind die echten Kinder Israels. Das erklärt der israelische Historiker
Schlomo Sand (62) nach Angaben der Webseite ‘heise.de’.
Sand wurde in Linz als Kind polnischer Juden geboren. Die Familie emigrierte im Jahr 1948 nach Israel. Jetzt unterrichtet er an der Universität Tel Aviv.
Seit den 60er Jahren gehört Sand zur israelischen Linken, die dem jüdischen Nationalismus kritisch gegenübersteht.
Mit seinem neuesten Buch „Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?“ sorgt er gegenwärtig für lebhafte Diskussionen. Das Werk steht in Israel auf der Bestsellerliste.
Sand zerpflückt darin die nationalen und nationalistischen Entstehungsmythen Israels.
Seither versuchen Rollkommandos, Sands Vorlesungsveranstaltungen zu sprengen. Drohbriefe und Beschimpfungen gehören zum täglichen Brot des Historikers.
Mythen statt Geschichte?
Seine Ausflüge in die israelische Geschichte mußte sich Sand aufsparen, bis er unkündbarer Ordinarius geworden war: „Man muß einen Preis zahlen im akademischen Leben Israels, wenn man solche Meinungen vertritt“ – erklärt er.
Nach Sand ist die Entstehungsgeschichte der Juden nicht mit Dokumenten zu belegen.
Das fängt für ihn mit der biblischen Geschichte vom Auszug aus Ägypten an.
Dieser im 13. Jahrhundert vor Christus angesiedelte Exodus sei durch keinerlei ägyptische Chroniken belegt. Palästina gehörte damals zum Verwaltungsgebiet Ägyptens.
Auch für die Existenz der goldenen Königreiche Davids und Salomos finden sich angeblich keine archäologischen Belege.
Sand Aussagen stimmen hier völlig mit den Ergebnissen der im protestantischen Raum entstandenen historisch-kritischen Methode überein, die von den Päpsten – zuletzt von Benedikt XVI. – hochgelobt worden ist.
Im Jahre 70 nach Christus haben nach Sand Aufstände fundamentalistischer jüdischer Sekten gegen die römische Besatzungsmacht stattgefunden.
Keine Vertreibung der Juden durch die Römer
Die anschließende Vertreibung und Verstreuung der Juden in alle Himmelsrichtungen ist für ihn ebenfalls eine reine Erfindung.
Die Römer hätten keine Völker ins Exil getrieben – und seien dazu logistisch gar nicht in der Lage gewesen.
Bis auf die Rädelsführer der Aufstände sei niemand außer Landes geschafft worden.
Die meisten Juden seien als Bauern unter fremder Oberherrschaft im Lande geblieben. Später hätten sie den islamischen Glauben angenommen und sich mit anderen Völkern vermischt.
Die Nachkommen dieser Juden sind heute somit jene Palästinenser, die von den Einwanderern und ihrer mächtigen Armee blutig unterdrückt werden.
Das Ergebnis der jüdischen Mission
Die Neusiedler haben nach Sand mit den antiken Israeliten nichts zu tun. Sie sind vielmehr Nachfahren jüdisch missionierter Völker.
Denn zwischen dem ersten Jahrhundert vor Christus und dem vierten Jahrhundert nach Christus schwärmten jüdische Missionare in alle Regionen des Mittelmeerraumes aus.
Neben unzähligen jüdischen Minderheitsgemeinschaften wurden ganze Königreiche zum Judentum bekehrt – zum Beispiel das Reich Himya im Gebiet des heutigen Jemen.
Ein anderes missioniertes Königtum befand sich im heutigen Kurdistan.
Im sechsten nachchristlichen Jahrhundert entstand im Maghreb ein jüdisch bekehrtes Berberreich, dessen Überreste in den folgenden Jahrhunderten die iberischen Kalifate wesentlich beeinflußt haben.
Ungefähr zur selben Zeit übernahm das halbnomadische Turkvolk der Chasaren den mosaischen Glauben.
Das Chasarenreich erstreckte sich über das Gebiet der heutigen Ukraine.
Als die Mongolen das Reich der Chasaren auslöschten, vermischten sich die Chasaren mit jüdisch missionierten Slawen und angeblich mit deutsch-jüdischen Flüchtlingen der Pogrome von Mainz und Worms.
Die Ostjuden sind nach Sand ebenso wenig Nachkommen einer jüdischen Diaspora aus Palästina wie die spanischen Sepharden oder die mosaischen Jemeniten.
Keine neuen Ergebnisse
Diese Tatsachen sind vor Sand durchaus nicht unbekannt gewesen.
Sogar führende jüdische Nationalisten wußten, daß die Palästinenser die Nachkommen der Israeliten sind.
Der aus der Ukraine stammende Yitzhak Ben-Zvi († 1963) – später zweiter Präsident des Staates Israel – erklärte im Jahr 1929:
„Die überwältigende Mehrheit der Kleinbauern haben ihren Ursprung nicht bei den arabischen Eroberern, sondern eher, vor diesen, in den jüdischen Bauern, die reich an Zahl waren und die Mehrheit beim Aufbau des Landes stellten.“
Auch daß die Chasaren keine völkischen Juden waren, ist allgemein bekannt.
Noch bis zur Zeit des Nationalismus galt das Judentum darum als ein rein religiöses Phänomen.
Das jüdische Volk entstand in der Epoche des Nationalismus
Als jedoch in Deutschland der Nationalismus an Boden gewann, verschoben sich auch in der jüdischen Gemeinschaft die Akzente.
In Deutschland formierte sich der Nationalstaatsgedanke, der untrennbar mit der Vorstellung einer homogenen Herrenrasse verbunden war.
In den USA formierte sich entsprechend die Auffassung, die nationale Herrenrasse in Nordamerika sei die Nordic Race, bestehend aus blonden, blauäugigen Nachkommen der Engländer, Deutschen und Skandinavier.
Diese vom US-Rassentheoretiker Madison Grant († 1937) formulierte Auffassung floß ein in die Einwanderungs-, Sterilisierungs-, Apartheids- und Heiratsverbotsgesetze der Vereinigten Staaten.
Die Radikalisierung des Nationalstaatsgedankens wurde von der jüdisch nationalistischen Gemeinschaft übernommen.
Der deutsch-jüdische Historiker Heinrich Graetz († 1891) deutete das Judentum zunehmend als nationalistische Bewegung.
Blüte biologischer Rassentheorien
Sand konstatiert einen seit den 60er Jahren stärker werdenden Biologismus in der israelischen Debatte über ein angebliches jüdisches Nationalvolk:
„Die »Herkunft der Völker« ist inzwischen ein akzeptiertes und beliebtes Forschungsfeld der Molekularbiologie.“
Die offiziell festgeschriebene Definition der israelischen Demokratie als „jüdisch“ hindere so mindestens ein Fünftel der Staatsbürger daran, sich mit Israel zu identifizieren.
Hier ist nach Sand eine Spannung programmiert, die der kleine Staat auf Dauer nicht aushalten werde. Israel verfüge über keine Existenz als jüdischer Staat:
„Wenn das Land nicht eine offene, multikulturelle Gesellschaft wird, ist ein Kosovo in Galiläa zu befürchten“ – so Sand.
Sand wurde in Linz als Kind polnischer Juden geboren. Die Familie emigrierte im Jahr 1948 nach Israel. Jetzt unterrichtet er an der Universität Tel Aviv.
Seit den 60er Jahren gehört Sand zur israelischen Linken, die dem jüdischen Nationalismus kritisch gegenübersteht.
Mit seinem neuesten Buch „Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?“ sorgt er gegenwärtig für lebhafte Diskussionen. Das Werk steht in Israel auf der Bestsellerliste.
Sand zerpflückt darin die nationalen und nationalistischen Entstehungsmythen Israels.
Seither versuchen Rollkommandos, Sands Vorlesungsveranstaltungen zu sprengen. Drohbriefe und Beschimpfungen gehören zum täglichen Brot des Historikers.
Mythen statt Geschichte?
Seine Ausflüge in die israelische Geschichte mußte sich Sand aufsparen, bis er unkündbarer Ordinarius geworden war: „Man muß einen Preis zahlen im akademischen Leben Israels, wenn man solche Meinungen vertritt“ – erklärt er.
Nach Sand ist die Entstehungsgeschichte der Juden nicht mit Dokumenten zu belegen.
Das fängt für ihn mit der biblischen Geschichte vom Auszug aus Ägypten an.
Dieser im 13. Jahrhundert vor Christus angesiedelte Exodus sei durch keinerlei ägyptische Chroniken belegt. Palästina gehörte damals zum Verwaltungsgebiet Ägyptens.
Auch für die Existenz der goldenen Königreiche Davids und Salomos finden sich angeblich keine archäologischen Belege.
Sand Aussagen stimmen hier völlig mit den Ergebnissen der im protestantischen Raum entstandenen historisch-kritischen Methode überein, die von den Päpsten – zuletzt von Benedikt XVI. – hochgelobt worden ist.
Im Jahre 70 nach Christus haben nach Sand Aufstände fundamentalistischer jüdischer Sekten gegen die römische Besatzungsmacht stattgefunden.
Keine Vertreibung der Juden durch die Römer
Die anschließende Vertreibung und Verstreuung der Juden in alle Himmelsrichtungen ist für ihn ebenfalls eine reine Erfindung.
Die Römer hätten keine Völker ins Exil getrieben – und seien dazu logistisch gar nicht in der Lage gewesen.
Bis auf die Rädelsführer der Aufstände sei niemand außer Landes geschafft worden.
Die meisten Juden seien als Bauern unter fremder Oberherrschaft im Lande geblieben. Später hätten sie den islamischen Glauben angenommen und sich mit anderen Völkern vermischt.
Die Nachkommen dieser Juden sind heute somit jene Palästinenser, die von den Einwanderern und ihrer mächtigen Armee blutig unterdrückt werden.
Das Ergebnis der jüdischen Mission
Die Neusiedler haben nach Sand mit den antiken Israeliten nichts zu tun. Sie sind vielmehr Nachfahren jüdisch missionierter Völker.
Denn zwischen dem ersten Jahrhundert vor Christus und dem vierten Jahrhundert nach Christus schwärmten jüdische Missionare in alle Regionen des Mittelmeerraumes aus.
Neben unzähligen jüdischen Minderheitsgemeinschaften wurden ganze Königreiche zum Judentum bekehrt – zum Beispiel das Reich Himya im Gebiet des heutigen Jemen.
Ein anderes missioniertes Königtum befand sich im heutigen Kurdistan.
Im sechsten nachchristlichen Jahrhundert entstand im Maghreb ein jüdisch bekehrtes Berberreich, dessen Überreste in den folgenden Jahrhunderten die iberischen Kalifate wesentlich beeinflußt haben.
Ungefähr zur selben Zeit übernahm das halbnomadische Turkvolk der Chasaren den mosaischen Glauben.
Das Chasarenreich erstreckte sich über das Gebiet der heutigen Ukraine.
Als die Mongolen das Reich der Chasaren auslöschten, vermischten sich die Chasaren mit jüdisch missionierten Slawen und angeblich mit deutsch-jüdischen Flüchtlingen der Pogrome von Mainz und Worms.
Die Ostjuden sind nach Sand ebenso wenig Nachkommen einer jüdischen Diaspora aus Palästina wie die spanischen Sepharden oder die mosaischen Jemeniten.
Keine neuen Ergebnisse
Diese Tatsachen sind vor Sand durchaus nicht unbekannt gewesen.
Sogar führende jüdische Nationalisten wußten, daß die Palästinenser die Nachkommen der Israeliten sind.
Der aus der Ukraine stammende Yitzhak Ben-Zvi († 1963) – später zweiter Präsident des Staates Israel – erklärte im Jahr 1929:
„Die überwältigende Mehrheit der Kleinbauern haben ihren Ursprung nicht bei den arabischen Eroberern, sondern eher, vor diesen, in den jüdischen Bauern, die reich an Zahl waren und die Mehrheit beim Aufbau des Landes stellten.“
Auch daß die Chasaren keine völkischen Juden waren, ist allgemein bekannt.
Noch bis zur Zeit des Nationalismus galt das Judentum darum als ein rein religiöses Phänomen.
Das jüdische Volk entstand in der Epoche des Nationalismus
Als jedoch in Deutschland der Nationalismus an Boden gewann, verschoben sich auch in der jüdischen Gemeinschaft die Akzente.
In Deutschland formierte sich der Nationalstaatsgedanke, der untrennbar mit der Vorstellung einer homogenen Herrenrasse verbunden war.
In den USA formierte sich entsprechend die Auffassung, die nationale Herrenrasse in Nordamerika sei die Nordic Race, bestehend aus blonden, blauäugigen Nachkommen der Engländer, Deutschen und Skandinavier.
Diese vom US-Rassentheoretiker Madison Grant († 1937) formulierte Auffassung floß ein in die Einwanderungs-, Sterilisierungs-, Apartheids- und Heiratsverbotsgesetze der Vereinigten Staaten.
Die Radikalisierung des Nationalstaatsgedankens wurde von der jüdisch nationalistischen Gemeinschaft übernommen.
Der deutsch-jüdische Historiker Heinrich Graetz († 1891) deutete das Judentum zunehmend als nationalistische Bewegung.
Blüte biologischer Rassentheorien
Sand konstatiert einen seit den 60er Jahren stärker werdenden Biologismus in der israelischen Debatte über ein angebliches jüdisches Nationalvolk:
„Die »Herkunft der Völker« ist inzwischen ein akzeptiertes und beliebtes Forschungsfeld der Molekularbiologie.“
Die offiziell festgeschriebene Definition der israelischen Demokratie als „jüdisch“ hindere so mindestens ein Fünftel der Staatsbürger daran, sich mit Israel zu identifizieren.
Hier ist nach Sand eine Spannung programmiert, die der kleine Staat auf Dauer nicht aushalten werde. Israel verfüge über keine Existenz als jüdischer Staat:
„Wenn das Land nicht eine offene, multikulturelle Gesellschaft wird, ist ein Kosovo in Galiläa zu befürchten“ – so Sand.
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Sonntag, 16. November 2008 23:09
Marcelus: Gott segne diese friedliebenden Repräsentanten des jüdischen Volkes
und führe sie zur Erkenntnis dass Gott Seinen Christus bereits gesandt hat, der die Menschheit bereits erlöst hat, und wiederkommen wird, um Gericht zu halten über die Lebenden und die Toten.
Freitag, 14. November 2008 09:55
Antipacelli: @Confiteor: Der Kern der Halchischen Lehre ist der semitische Rassismus der Gestalt,
dass Nichtjuden als Tiere und nur Juden als Menschen bezeichnet werden. Aus diesem Grundirrtum leiten
sich eine Vielzahl weiterer Irrtümer ab, wie
– der Wahn, das von Gott zu Herrschaft über alle anderen Völker der Erde bestimmte Volk zu sein,
– der Wahn, zu meinen, alle Länder und Güter der Welt gehörten diesem „auserwählten Volk“
– zweierlei Maß im Fall von Mord, Ehebruch, sexueller Missbrauch an Minderjährigern usw. (Juden werden in der Regel freigesprochen!)
usw. usw.
– der Wahn, das von Gott zu Herrschaft über alle anderen Völker der Erde bestimmte Volk zu sein,
– der Wahn, zu meinen, alle Länder und Güter der Welt gehörten diesem „auserwählten Volk“
– zweierlei Maß im Fall von Mord, Ehebruch, sexueller Missbrauch an Minderjährigern usw. (Juden werden in der Regel freigesprochen!)
usw. usw.
Donnerstag, 13. November 2008 21:24
Marcelus: Die sogenannten »Beweise« der Historikkritizismusschriftexegeten
entpuppen sich bis jetzt immer noch als reine Vermutungen und willkürliche Behauptungen, ohne konkrete
Beweise,
und genauso unkonkret wie auch die von diesen kritisierten Umstände in den biblischen Texten;
und dasselbe gilt für die völlig beweislosen Tausendmaltausendredaktionentheorien, die man sogar den neutestamentlichen Gemeindebriefen unterschieben will.
und genauso unkonkret wie auch die von diesen kritisierten Umstände in den biblischen Texten;
und dasselbe gilt für die völlig beweislosen Tausendmaltausendredaktionentheorien, die man sogar den neutestamentlichen Gemeindebriefen unterschieben will.
Donnerstag, 13. November 2008 14:17
Confiteor: Das ist aber
doch nicht negativ zu werten, wenn ein Jude die Halacha befolgt…?
Manche Christen und auch Katholiken leben auch außerhalb der Bibel und tragen an Fronleichnam trotzdem den Himmel…
Manche Christen und auch Katholiken leben auch außerhalb der Bibel und tragen an Fronleichnam trotzdem den Himmel…
Donnerstag, 13. November 2008 14:12
Antipacelli: @Confiteor: Halacha-Juden sind Juden, die das jüdische Religionsgesetz,
die sogenannte Halacha, befolgen.
Donnerstag, 13. November 2008 13:57
Confiteor: Was sind denn
Halacha-Juden…?
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