Am 6. März starb in Santiago de Chile die Präsidentin der „Chilenischen Kommunistischen Partei“ an einem langen Krebsleiden. Monsignore Alfonso Baeza pries die Genossin als ein „großer Mensch und eine große Politikerin.“
(kreuz.net, Santiago de Chile) Frau Gladys Marin, die kämpferische Führerin der „Chilenischen Kommunistischen
Partei“ starb vor rund einer Woche an einem längeren Krebsleiden. Sie war 63 Jahre alt.
Frau Marin war
die Tochter eines Bauern und trat mit 16 Jahren in die Kommunistische Partei ein. Zunächst verband sie
ihre radikale politische Tätigkeit mit der Mitarbeit in katholischen Gruppen ihrer Heimatstadt Talagante.
Talagante befindet sich südwestlich von Santiago de Chile.
Der Tod der kommunistischen Führerin wurde
am Sonntag vom Generalsekretär ihrer Partei bekanntgegeben: „Einige Stunden, nachdem sie ins Koma fiel,
starb unsere geliebte Genossin und Präsidentin unserer Partei.“
Schon seit anderthalb Jahren litt Frau
Marin an einem Gehirntumor und unterzog sich deswegen in Schweden auch einer Hirnoperation. Zweimal begab
sich die Genossin als persönlicher Gast des kommunistischen Diktators Fidel Castro zur Erholung nach
Kuba.
In der Zeit des von der Sowjetunion unterstützten marxistischen Präsidenten Salvador Allende
war Frau Marin während dreier aufeinanderfolgender Legislaturperioden Mitglied des chilenischen Parlamentes.
1973 wurde Präsident Allende durch einen von General Augusto Pinochet angeführten Militärputsch entmachtet
und getötet. Der Staatsstreich wäre ohne die Unterstützung der USA nicht möglich gewesen.
Nach dem
Staatsstreich tauchte Genossin Marin unter. Nach einer Zeit beantragte sie in der Niederländischen Botschaft
in Santiago de Chile politisches Asyl. Danach lebte sie fast zwanzig Jahre in Amsterdam im Exil. Ihr Ehemann
wurde während der Zeit der Militärdiktatur verhaftet und verschwand für immer.
Im Jahre 1998 kam für
die Kommunistin die Gelegenheit zur Rache. Frau Marin war die erste, die General Pinochet wegen der Menschenrechtsverletzungen
während seiner Amtszeit verklagte. Das war der Auslöser für die rechtlichen Schwierigkeiten, in denen
sich der ehemalige chilenische Präsident seither befindet.
Frau Marin blieb bis zum Ende ihres Lebens
eine unverbesserliche Kommunistin. Auch nach dem Zusammenbruch des Sowjetblocks verhinderte sie in ihrer
Partei jede Art von Reformen. Sie wandte sie sich gegen die Mittelinksregierung, die 1990 auf Pinochet
folgte.
Die Chilenischen Kommunisten nahmen auch den DDR-Diktator und langjährigen Führer der „Sozialistischen
Deutschen Einheitspartei“, Erich Honegger, auf. Seine Witwe Margot lebt heute noch in Chile.
Monsignore
Alfonso Baeza, ein Priester der Erzdiözese Santiago de Chile, der in der Zeit von General Pinochet als
Menschenrechtskämpfer aktiv war, nannte die Altkommunistin Marin „einen großen Menschen“ und eine Frau,
die unablässig „für Gerechtigkeit und Frieden“ gekämpft habe.
Monsignore Baeza ist Bischofsvikar für
die soziale Pastoral in der Erzdiözese Santiago de Chile.
Am vergangenen Samstag besuchte der Priester
noch die sterbende Genossin in ihrem Haus in einem Mittelklaßviertel in Santiago de Chile. Monsignore
Baeza, der im Auftrag des Erzbischofs von Santiago, Francisco Javier Kardinal Errázuriz (71), handelte,
konnte die Sterbende allerdings nicht sehen, sondern unterhielt sich mit ihrem Sohn.
Nach seinem Besuch
erklärte der Priester, daß er nicht gedenke, die Sterbende noch einmal aufzusuchen: „Wenn ich sie nicht
sehen kann, lohnt es sich nicht. Ich glaube auch nicht, daß die Familie eine geistliche Begleitung benötigt.“
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