Requiem
Patristiker und Augustinusforscher verstorben
Der Tod kam überraschend – nur wenige Monat nach seiner Emeritierung als Hochschullehrer.
Bekehrung des Augustinus. Er ist dem Befehl "Nimm und lies" die Bibel gefolgt.
Bekehrung des Augustinus. Er ist dem Befehl „Nimm und lies“ die Bibel gefolgt.
(kreuz.net) Am 24. Oktober starb unerwartet Hw. Wilhelm Geerlings.

Der Geistliche war bis zu seiner Emeritierung vor wenigen Monaten Inhaber des Lehrstuhls für Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Bekannt wurde Hw. Geerlings als Augustinus-Experte und mit der Reihe „Fontes Christiani“.

Der Verstorbene wurde am 28. November 1941 in der Stadt Oberhausen im westlichen Ruhrgebiet geboren.

Nach dem Abitur im Jahr 1962 studierte er in Bonn und München Theologie und Klassische Philologie. Er wurde 1973 zum Priester des Bistums Aachen geweiht.

Später setzte er seine Studien in Tübingen fort, wo er 1977 promoviert wurde und sich 1980 habilitierte.

Bereits vor Abschluß der Habilitation wurde er nach Bochum zur Probevorlesung eingeladen.

Im Jahr 1981 übernahm er dort den Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie übernahm, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 innehatte.

In seiner Bochumer Zeit entfaltete Hw. Geerlings ein breites wissenschaftliches Werk.

Mit der Ausgabe der ‘Fontes Christiani’, jeweils im Originaltext und mit deutscher Übersetzung, werden christliche Quelltexte aus Antike und Mittelalter erschlossen.

Im Oktober 2008 erschien der 100. Band, der auf der Frankfurter Buchmesse von Karl Kardinal Lehmann von Mainz vorgestellt wurde.

Hw. Geerlings hat sich auch sehr mit dem Heiligen Augustinus befaßt. Ihm widmete er bereits seine Dissertation. Dazu hat er neben eigenen Publikationen auch eine Werkausgabe initiiert.

Zu den von Hw. Geerlings herausgegebenen Standardwerken gehört das ‘Lexikon für antike Christliche Literatur’.

Das Lexikon hat mehrere Auflagen sowie eine Reihe von Übersetzungen erlebt.

Hw. Geerlings hat in der Universität vielfältige Kontakte aufgebaut und gepflegt. Diese mündeten in interdisziplinären Ringvorlesungen.

Diese Kontakte schlugen sich auch in dem Graduiertenkolleg „Der Kommentar in Antike und Mittelalter“ nieder.

In den letzten Jahren hat Hw. Geerlings außerdem maßgeblich am von der Pressestelle der Ruhr-Universität gestalteten Akademischen Online-Adventskalender als Berater und Autor mitgewirkt.

Der Verstorbene war als lebensfroher Hochschullehrer bei Kollegen und Studenten äußerst beliebt. Er hat eine Vielzahl von Schülern, Doktoranden und Habilitanden.

Sein Blick für Nachwuchswissenschaftler, seine Förderung und die produktive Atmosphäre an seinem Lehrstuhl trugen dazu bei, daß seine Schüler schnell Rufe erhielten.

Heute besetzen sie Lehrstühle in München, Frankfurt, Trier, Bamberg, Siegen und Rom. Selbst in Ghana lehrt ein Schüler von Hw. Geerlings.
      
14 Lesermeinungen
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#18   Perpetua79   17:20:10 | Samstag, 1. November 2008
Wir werden ihn vermissen!
Für die Studenten die Hw. Geerlings haben hören „dürfen“, war es eine Freude ihn zum Dozenten zu haben!
Es ist falsch die Würdigung eines Menschen (die zudem ohne Polemik und Hähme auskommt!), der von vielen geschätzt und gemocht worden ist, gleich mit einem feindlichen Unterton anzugreifen. Vor allem dann, wenn man keine Ahnung über seine Person hat.
Sein viel zu früher Tod ist wahrlich ein Schock.
Möge er in Frieden ruhen!
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#17   theologos   18:43:49 | Freitag, 31. Oktober 2008
Wie alt und wie erfolgreich?
Wenn der werte Marranenjäger schon Pius V. persönlich kannte, dann wäre es doch sehr interessant zu erfahren, wieviele Marranen er nicht nur gejagt, sondern auch zur Strecke gebracht hat. Wäre es vermessen, diese Frage einfach einmal in den Raum (oder sonstwohin) zu stellen? O:)
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#16   Freinsberg   13:45:27 | Freitag, 31. Oktober 2008
@florianklaus
Dass sein Missale das allein seligmachende ist. o^/
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#15   Heinz Josef   13:44:29 | Freitag, 31. Oktober 2008
@marranenjäger
über Martin Luther brauchen wir nicht zu streiten, aber was ist mit Thomas von Aquin? Hab ich Sie recht verstanden, dass Sie diesem Heiligen der Katholischen Kirche die Todsünde der Völlerei vorwerfen?
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#14   Florianklaus   13:30:55 | Freitag, 31. Oktober 2008
@maronenkleber
was erzählt Pius V. denn sonst noch so?
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#13   Freinsberg   13:27:26 | Freitag, 31. Oktober 2008
@ marranenjäger
Dies wurde mir von Pius V. offenbart.
Haben Sie Visionen?
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#12   Pünktchen   13:18:27 | Freitag, 31. Oktober 2008
Marranenjäger
Dies wurde mir von Pius V. offenbart.
Wer hätte gedacht, daß Sie schon so alt sind! :-S
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#10   Heinz Josef   12:56:18 | Freitag, 31. Oktober 2008
@marranenjäger
was halten Sie eigerntlich vom größten Katholischen Theologen aller Zeiten, dem heiligen Thomas von Aquin, der ja angeblich auch nicht mager war?
Man erzählt sich, dass man an der Tischplatte eine Ausbuchtung aussägen musste, damit er sich setzen konnte. Ich begrüße die leibfreundliche lebensbejahende Theologie des Hl. Thomas von Aquin.
P.S. Auch wenn Sie es nicht für möglich halten, Protestanten betreiben Theologie. Allerdings hätte es dem seligen Dr. Martin Luther gut getan neben Augustinus auch Thomas zu studieren!
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#9   Wandregisel   12:47:51 | Freitag, 31. Oktober 2008
requiescat in pace
Nach langer und schwerer Krankheit ist ein großer Wissenschaftler von uns gegangen. Alle, die ihn kannten, werden ihn vermissen!
Herr, gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm.
P.S. Mich wundert nur wie es zu +net geschafft hat. Aber solch großen Geistern muss man wohl einfach Respekt zollen…
Danke dafür an +net.
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#7   für die Kirche   12:46:49 | Freitag, 31. Oktober 2008
@Heinz Josef: Martin Luther interessiert mich
doch auch.
Habe aber bisher keine Gelegenheit gehabt, mich näher mit der protestantischen Theologie zu beschäftigen.
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#5   Heinz Josef   12:44:25 | Freitag, 31. Oktober 2008
Auch schon der Dr. Martin Luther hatte sich sehr
intensiev mit der Theologie des Hl. Augustinus beschäftigt. Wir feiern hier in Thüringen übrigens das Reformationsfest. Wäre auch mal ne Würdigung wert.
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#4   Confiteor   12:43:10 | Freitag, 31. Oktober 2008
Marranenjäger
Der Mensch stirbt, auch wenn er Patristiker und Augustinusforscher.
Kein Menschen verstirbt: Alle Menschen müssen sterben. Sie wohl oder haben Sie einen Passierschein für Unsterblichkeit? :-) :-) :-)
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#3   für die Kirche   12:42:27 | Freitag, 31. Oktober 2008
@Gotthard: noch schöner wäre, daß
alle 68-Theologen wie Hw. Geerling sich mit den großen Kirchenvätern beschäftigen.
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#1   Gotthard   12:36:29 | Freitag, 31. Oktober 2008
ganz toll!
Es geht also doch!
Ein Alt-68er Theologe wird überaus positiv gewürdigt.
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Es wurden 5 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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