12:52:07 | Dienstag, 4. November 2008
Die Liturgiereformer sind nicht die einzigen, die ihr Heil in der Verwendung einer Kindersprache für Erwachsene suchen.

In Großbritannien sollen Ausdrücke wie „vice versa“, „pro rata“ oder „via“ nicht mehr benützt werden.
© Abstractions Art, CC(kreuz.net) Eine Anzahl von Ortsräten in Großbritannien haben ihren Mitarbeitern verboten, lateinische
Wörter und Wendungen zu benützen. Der Grund: Diese könnten die Leute verwirren.
Das berichtete der
‘Britische Rundfunk’ am Montag.
Die britischen Ortsräte sind Teil der Regionalverwaltung und widmen
sich der Bereitstellung bestimmter Dienstleistungen.
In Zukunft sollen Ausdrücke wie „vice versa“, „pro
rata“ oder „via“ weder mündlich noch schriftlich verwendet werden.
Einige Ortsräte haben die lateinische
Sprache als „elitistisch“ und „diskriminatorisch“ bezeichnet – vor allem für Einwohner, bei denen Englisch
nicht die Muttersprache ist.
Der Ortsrat von Bournemouth – eine Küstenstadt in Südengland – hat sogar
eine Liste von 18 lateinischen Wendungen zusammengestellt und die Mitarbeiter aufgefordert, diese in amtlichen
Mitteilungen nicht mehr zu gebrauchen.
Ein Sprecher des Ortsrates versuchte, die Maßnahme zu relativieren:
„Wir empfehlen, diese Ausdrücke nicht zu verwenden, besonders wenn sich ein Schreiben an Leute richtet,
deren erste Sprache nicht Englisch ist.“
Allerdings führt ein vom Ortsrat zusammengestellter „Leitfaden
für einfache Sprache“ Latein unter der Überschrift „Zu vermeiden“ auf.
Andere Ortsräte haben Ausdrücke
wie „QED“, „ad hoc“, „bona fide“, „ad lib“ oder „quid pro quo“ verboten.
Die Bestimmungen haben Latinisten
in Rage versetzt.
Professor Mary Beard von der Universität Cambridge erklärte, daß die Maßnahmen
ein sprachliches Äquivalent zur ethnischen Säuberung seien.
Dagegen wurden die Anordnungen von der
Gruppierung „Kampagne für einfaches Englisch“ begrüßt. Sie erklärte, daß Beamte die lateinischen
Ausdrücke nur verwenden würden, um sich wichtig zu machen.
Ein Sprecher der Vereinigung erklärte,
daß das Verbot in Zukunft verhindern werde, daß Leute die lateinische Abkürzung „e.g.“ – exempli gratia =
zum Beispiel – mit dem englischen Wort für Ei – „egg“ verwechselten.
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Beweihräucherer † 11:11:18 | Mittwoch, 5. November 2008
#16
clarissa colonia 21:27:24 | Dienstag, 4. November 2008
#15
HeinrichvonOfterdingen 21:23:23 | Dienstag, 4. November 2008
#14
Vineta 21:04:34 | Dienstag, 4. November 2008
#13
HBR 20:11:43 | Dienstag, 4. November 2008
#12
Fragender 19:33:29 | Dienstag, 4. November 2008
#11
Samurai 19:10:44 | Dienstag, 4. November 2008
#10
Burgorus 18:24:02 | Dienstag, 4. November 2008
#9
Amanda 17:50:28 | Dienstag, 4. November 2008
#8
Samurai 17:40:15 | Dienstag, 4. November 2008
#7
Sirilo 16:09:30 | Dienstag, 4. November 2008
#6
Burgorus 15:40:52 | Dienstag, 4. November 2008
#5
freddie schenk 14:40:33 | Dienstag, 4. November 2008
#4
noch ein Landorganist 14:14:18 | Dienstag, 4. November 2008
#3
Freinsberg 13:37:49 | Dienstag, 4. November 2008
#2
Pünktchen 13:27:15 | Dienstag, 4. November 2008
#1
Amanda 13:12:27 | Dienstag, 4. November 2008