10:23:22 | Donnerstag, 10. März 2005
St. Pölten
Nachdem Bischof Klaus Küng von St. Pölten letzten Freitag die Namen der neuen Leitung seines Priesterseminars vorstellte, scheint jetzt auch der neue Spiritual kurz vor seiner Ernennung zu stehen.
(kreuz.net, St. Pölten) Nach dem unrühmlichen Ende von Bischof Krenn ist die Diözese Sankt Pölten
im Begriff, unter der Leitung ihres neuen Opus-Dei-Bischofs eine scharfe Kurve nach links zu drehen. Bischof
Küng hat sich bisher als treuer Willensvollstrecker der mächtigen progressiven Koalition erwiesen, die
in den letztjährigen Wirren von St. Pölten einen vernichtenden Sieg davongetragen hat.
Nachdem die
Ernennung der neuen linksgerichteten Seminarleitung ohne nennenswerte Proteste über die Bühne gegangen
ist, scheint sich nun der Bischof ein Herz zu fassen und auch die dritte Position im Seminar, mit einem
Kandidaten der Linken zu besetzen.
Neuer Spiritual im Priesterseminar von St. Pölten soll Pater Columban
Luser OSB werden. Pater Luser ist Konventuale der großen Benediktinerabtei Göttweig unweit von St. Pölten.
Zum selben Kloster gehört auch der berühmte Pater Udo Fischer, der jahrelang im offenen und öffentlichen
Konflikt mit Diözesanbischof Krenn lebte und erst
kürzlich vom neuen Diözesanbischof rehabilitiert
wurde.
Das Herkunftskloster von Pater Columban Luser ist zugleich auch jene Abtei, in die der ehemalige
Erzbischof von Wien, Hans-Hermann Kardinal Groer, damals noch Wiener Diözesanpriester, mit einer Gruppe
von Gefolgsleuten aus der Legion Mariens eintrat.
Die Legion Mariens ist eine in Irland vom Laien Frank
Duff gegründete Apostolatsgruppe, die in der Zeit von Kardinal Groer in Österreich sehr bedeutsam war
und viele Berufungen hervorbrachte. Die Legion organisiert sich innerhalb der Pfarreien und arbeitet zusammen
mit dem Diözesanklerus für die Verbreitung des katholischen Glaubens.
In der Folge des Eintritts der
Groer-Gruppe erlebte das Stift Göttweig einen großen Zulauf an Berufungen. Pater Groer wurde kurze Zeit
später von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Wien und später zum Kardinal ernannt. In den 90er
Jahren wurde der Kardinal immer lauter mit Beschuldigungen konfrontiert, die ihm sexuelles Fehlverhalten
seinen Zöglingen gegenüber vorwarfen. Der Kardinal räumte schließlich seinen Stuhl und lebte bis zu
seinem Tod zurückgezogen im Zisterzienserinnenkloster Marienfeld bei Maria Roggendorf knapp 100 Kilometer
nordöstlich von St. Pölten.
Seit dem Skandal um die Person von Kardinal Groer begann der Haussegen
im Stift Göttweig immer schiefer zu hängen. Viele Mönche verließen das Kloster oder richteten sich
theologisch neu aus. Hohe Wellen warf der Abt von Göttweig, als er während einer Fernsehdiskussion mit
Bischof Krenn im Österreichischen Rundfunk, höchstpersönlich ein Telefax ins Studio schickte, auf dem
er seinen Diözesanbischof zum Rücktritt aufforderte.
Pater Columban ist ein Teil der Vergangenheit
des Benediktinerklosters Göttweig. Der Pater galt früher als sehr fromm und war als Priester sehr in
der Legion Mariens engagiert. Für die Legion nahm er viele Mühen auf sich. Kardinal Groer schätzte
ihn sehr. Als Groer geistlicher Leiter der Legion war, ernannte er Pater Columban zu seinem Sekretär.
Später wurde Pater Columban selber der geistliche Leiter des Senatus der Legion Mariens in Österreich.
Der „Senatus“ ist das oberste Leitungsgremium der Legion Mariens in einem Land.
Die Anschuldigungen gegen
Kardinal Groer ließen viele Göttweiger Patres, die früher treueste Weggefährten des Erzbischofs gewesen
waren, umfallen. Der bekannteste von ihnen ist der Pfarrer und linkskatholische Publizist Pater Udo Fischer,
der in seinen frommen Tagen der einzige Benediktiner war, der auf der Wiener Universität im schlichten
Mönchshabit einherschritt.
Im Sog des Groer-Skandals scheint auch Pater Columban das Lager gewechselt
zu haben. Formell hat er sich zwar nie von der Legion getrennt, aber seit Längerem übt er in ihr keine
Funktionen mehr aus. Pater Columban machte aus seiner Gegnerschaft gegen Bischof Krenn kein Geheimnis,
auch wenn er sich nicht so ausdrucksstark äußerte wie sein Mitbruder Pater Udo Fischer.
Gegenwärtig
ist Pater Columban der Leiter des Exerzitienhauses seines Heimatklosters. Vermutlich wurde seine neue
Funktion im Priesterseminar deshalb nicht zusammen mit der Ernennung des neuen Regens und Subregens von
St. Pölten bekanntgegeben, weil der Bischof die Freistellung des Paters durch seinen Abt abwarten muß.
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Marcel 16:09:01 | Montag, 11. April 2005
#12
chato † 10:56:16 | Sonntag, 13. März 2005
#11
thomas 10:24:58 | Sonntag, 13. März 2005
#10
Sulpicius 16:33:05 | Freitag, 11. März 2005
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Sulpicius 14:32:46 | Donnerstag, 10. März 2005
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ottaviani 14:14:18 | Donnerstag, 10. März 2005
#6
Sulpicius 14:01:12 | Donnerstag, 10. März 2005
#5
Catholicus 11:33:01 | Donnerstag, 10. März 2005
#4
Sulpicius 11:16:06 | Donnerstag, 10. März 2005
#3
muntu 11:10:23 | Donnerstag, 10. März 2005
#2
GerdEric 11:02:28 | Donnerstag, 10. März 2005
#1
Sulpicius 10:48:37 | Donnerstag, 10. März 2005