Kirchenverkauf
Der kirchliche Zusammenbruch fordert sein nächstes Opfer
Während sich die Kirche in Gottlosigkeiten verzettelt, werden ihre Gebäude von Gruppierungen übernommen, die irgendwelche diffuse Spiritualitäten pflegen.
Das Missionshaus Sankt Kilian in Lebenhan
Das Missionshaus Sankt Kilian in Lebenhan
© Pressefotos Bistum Würzburg
(kreuz.net) Die Deutsche Ordensprovinz der Missionare von der Heiligen Familie hat am 11. November 2008 das Missionshaus Sankt Kilian verkauft.

Das Gebäude befindet sich in Lebenhan – einem Ortsteil der Stadt Bad Neustadt an der Saale im unterfränkischen Landkreises Rhön-Grabfeld, etwa 62 Kilometer nordöstlich von Würzburg.

Ab dem 1. Dezember wird eine gemeinnützige Stiftung mit dem phantasievollen Namen „Weltkulturerbe der Weisheitslehren“ das ehemalige Missionshaus nutzen.

Zweck der Stiftung ist die Durchführung und Förderung von „interdisziplinärer Forschung auf den Gebieten der Philosophie, Psychologie, Theologie, der Naturwissenschaften und der Medizin.“

Die relativ undurchschaubare Stiftung scheint mit dem Budapester Systemtheoretiker Ervin László (76) und dem von ihm gegründeten „Club of Budapest“ in Zusammenhang zu stehen. Dieser vertritt eine synkretistische Weltanschauung und möchte eine „globale Bewußtseinsbildung“ fördern und leugnet die Unsterblichkeit der Seele sowie das Leben nach dem Tod.

Gartenansicht der Klosteranlage in Lebenhan
Gartenansicht der Klosteranlage in Lebenhan
© Pressefotos Bistum Würzburg
Ehrenmitglieder des Clubs sind zum Beispiel der Dalai Lama, der ehemalige tschechische Präsident Vaclav Havel, der heterodoxe Theologe Hans Küng oder der südafrikanische Anglikanerbischof Desmond Tutu.

Fast drei Jahre lang hat die Ordensprovinz der Missionare von der Heiligen Familie über eine Maklerfirma nach einem Käufer für das Anwesen gesucht.

Jetzt steht die Profanierung der Klosterkirche an, die nach Angaben der Webseite der Diözese Würzburg künftig „anders genutzt“ wird.

Bischof Friedhelm Hofmann von Würzburg hat die Profanierung bereits genehmigt.

In seinem Auftrag zelebriert Generalvikar Karl Hillenbrand am Christkönigssonntag, dem 23. November, um 16.00 Uhr in der Klosterkirche die letzte Heilige Messe.

Am Schluß der Messe wird das Profanierungsdekret des Bischofs verlesen.

Die ansäßigen Ordensmänner ziehen danach an unterschiedliche Orte um.

Die Anlage war ursprünglich im Jahr 1246 für die Verwalter des Bischöflichen Salzforstes errichtet worden.

Daraus entstand schließlich ein Herrensitz, den die Missionare von der Heiligen Familie im Jahr 1919 kauften, um dort ein Missionshaus zu errichten.

Aus dem stattlichen Bau wurde eine Missionsschule mit Internat, die bis 1978 viele Priester und Missionare hervorbrachte. 1978 wurde die Schule aufgegeben.

In jüngster Zeit war das Kloster Lebenhan der Mittelpunkt für die Patres, die in verschiedenen umliegenden Orten die Seelsorge ausüben. Zudem hatten einige alte Ordensbrüder in Sankt Kilian ihr Zuhause.

In den ehemaligen Schulräumen hielten die Diözese Würzburg und verschiedene Gruppen religiöse Treffen und Tagungen ab.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Galatea   20:24:13 | Sonntag, 16. November 2008
Sehr geehrter Herr Copertino,
Begriffe wie „Panpsychismus“ oder „Substanzmonismus mit – hier muss ich nachlesen – Eigenschaftsdualismus klingen für mich wie aus der Alchemistenwerkstatt der Schaumschlägerei.
Danke für Ihren Beitrag, man lernt nie aus. Auch für das Chesterton-Zitat, denn es gibt keinen Blödsinn auf der Welt, der einem nicht schon selbst eingefallen wäre.
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#6   Copertino   20:14:05 | Sonntag, 16. November 2008
Ervin Laszlo…
…der Begründer des Clubs of Budapest, ist ein klassischer New Age Prophet und reiht sich perfekt in die Linie von Fritjof Capra und Konsorten ein. Eine Biographie hier:
de.wikipedia.org/…vin_L%C3%A1szl%C3%B3
Oder wie sich der gute alte Gilbert K. Chesterton ausdrückt: „In neun von zehn Fällen sind, was wir als ‘neue Ideen’ bezeichnen, bloss alte Irrtümer.“
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#5   Confiteor   16:24:27 | Sonntag, 16. November 2008
Heinrich von Ofterdingen
Sie müssen nicht antworten, wenn es Ihnen schwer fällt, wie es den Anschein hat… Haben Sie sich heute morgen bei der Messer verhaspelt?
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#4   ratzeputz †   15:12:59 | Sonntag, 16. November 2008
Volkstrauertag!
Auch diese wehrlosen und unschuldigen Frauen haben das Gedächtnis der Christen verdient:
www.osthessen-news.de/beitrag_C.php?id=1157794
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#3   Franz Kappes   13:49:29 | Sonntag, 16. November 2008
Der Wind und der Sturm
„Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten.“ (Ho 8,7)
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#2   HeinrichvonOfterdingen   13:21:48 | Sonntag, 16. November 2008
Lieber Confiteor,
bei Ihnen sind es wohl eher Konfusitäten als Diffusitäten. Nun ja das eine schließt ja das andere nicht aus.
Es gibt auch Leben außerhalb der katholischen Kirche. Falls sich das noch nicht herumgesprochen haben sollte in Insiderkreisen…?
… aber kein geistiges Leben. Nur ungeistiges.
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#1   Confiteor   12:19:07 | Sonntag, 16. November 2008
Diffusitäten
Während sich die Kirche in Gottlosigkeiten verzettelt, werden ihre Gebäude von Gruppierungen übernommen, die irgendwelche diffuse Spiritualitäten pflegen.
Über Diffusitäten :-D :-D :-D lässt sich sehr wohl streiten. Gerade hier im Forum. Da muss man nicht argwöhnisch die Einrichtung im ehemaligen Kloster Lebenhan zu beäugen. Es gibt auch Leben außerhalb der katholischen Kirche. Falls sich das noch nicht herumgesprochen haben sollte in Insiderkreisen…? :-) :-)
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