13:47:34 | Dienstag, 18. November 2008
Vor einigen Jahren sägte er erfolgreich am Stuhl des damaligen Diözesanbischofs. Jetzt hat er seine Trickkiste erneut aufgemacht.

Weihbischof Paul Vollmar
© Bistum Chur(kreuz.net, Zürich) Der Journalist Michael Meier – zuständig für die antikirchliche Berichterstattung
bei der kirchenfeindlichen Züricher Lokalzeitung ‘Tages-Anzeiger’ – hatte gestern Grund zum Klagen.
Eine Gruppe von staatskirchlichen Laienfunktionären aus dem Kanton Zürich wollte mit dem dort stationierten
Weihbischof Paul Vollmar (74) eine – wie man sich ausdrückte – „Wallfahrt nach Rom“ machen.
Weihbischof
Vollmar gilt als Willensvollstrecker und Hampelmann der Züricher Funktionärskirche. Der Kanton Zürich
gehört kirchlich zum Bistum Chur.
Die Gruppe um Weihbischof Vollmar wurde im Jahr 1997 Jahren bekannt,
als sie Papst Johannes Paul II. in die Knie zwang und die Absetzung des damaligen Bischofs von Chur, Mons.
Wolfgang Haas, durchsetzte.
Nicht nur zum Beten nach RomNach Angaben von Meier plante die Züricher
Delegation bei den „einflußreichsten Behörden im Vatikan“ vorzusprechen. Sie wollte sich vor allem im
Staatssekretariat und in der Glaubenskongregation zeigen.
Dabei hätten sie – Zitat – „unser Deutschschweizer
System“ gepriesen, das angeblich gute Resultate hervorbringe.
Der Kanton Zürich gehört zu den kirchlich
am meisten heruntergekommenen Gebieten der Schweiz.
Das „duale System“ besteht darin, daß der katholischen
Hierarchie eine Körperschaft gegenübersteht, welche die Kirchengelder kontrolliert. Das führt in der
Praxis dazu, daß Bischöfe und Priester diesen Gremien auf Gedeih und Verderben ausgeliefert sind.
Meier
bezeichnet diese Unterwerfung der Kirche unter eine Geld-Knechtschaft als „weltweit einzigartig“.
Heulen
und ZähneknirschenDann muß er mit Bischof Vitus Huonder von Chur schimpfen. Denn dieser möchte den
Einfluß der auf Geld beruhenden Funktionärskirchen zurückbinden.
Dagegen stehe der wallfahrtswillige
Weihbischof Vollmar „voll“ hinter dem dualen System – weiß Meier.
Dann kommt die schlechte Nachricht.
Die Pilgerpläne des Weihbischofs gingen in die Hosen. Der Bischof von Chur habe die Reise über den päpstlichen
Nuntius abgeblockt – muß Meier ernüchtert mitteilen.
Die Zürcher Delegation werde im Vatikan nicht
empfangen.
Den Wallfahrern bleibt jetzt nur noch Heulen und Zähneknirschen. Meier zitiert einen Kirchenfunktionär:
„Wir können das nur zähneknirschend zur Kenntnis nehmen“.
Die wahren AbsichtenDann verrät der Journalist
die wahre Absicht der gescheiterten Romreise. Die Funktionäre wollten sich im Vatikan für die Erhaltung
des bisherigen Regimes einsetzen.
Dieses bestand darin, daß es im Bistum Chur für eine Diözese gleich
drei Generalvikare gab, von denen einer – Weihbischof Vollmar – immer noch in Zürich residiert. Doch
mit dessen bevorstehender Pensionierung werden sich die Dinge ändern.
Die Züricher Funktionäre würden
aber gerne den gegenwärtigen Zustand mit einem – gut manipulierbaren – Weihbischof, der gleichzeitig
auch Generalvikar wäre, erhalten.
Als Kandidat schwebt ihnen der gegenwärtige Regens des Churer Priesterseminars
und zukünftige Bischofsvikar für Zürich,
Hw. Josef Annen, vor.
Dagegen hat Bischof Huonder angekündigt,
daß er für die einzelnen Bistumsteile zukünftig nur noch Bischofsvikare ernennen wird.
Die ganze Wahrheit
Die ganze Wahrheit über die Züricher Pilger kam erst mit einer gestern vom Churer Ordinariat veröffentlichten
Stellungnahme ans Licht.
Darin deckt der Churer Domkapitular Christoph Casetti interessante Hintergründe
auf:
Weihbischof Vollmar habe bei der Oktober-Sitzung des Bischofsrats mitgeteilt, er werde mit einigen
Züricher Laienfunktionären eine „Wallfahrt“ nach Rom unternehmen. Bischof Huonder möge dafür an die
„Zürcher Pilger ein schriftliches Wort der Ermunterung“ richten.
Doch das war eine weihbischöfliche
List: Denn in der Folge wurde das Churer Ordinariat – so die Stellungnahme – von Dritten informiert, „daß
eine Zürcher Delegation an verschiedenen Stellen der Römischen Kurie um Gesprächstermine nachgesucht
habe“.
Bischofsvikar Casetti: „Bischof Vitus ist der Auffassung, daß auch im Umgang mit der Kurie der
Dienstweg eingehalten werden soll. Es ist nicht angebracht, am Bischof vorbei Verhandlungen in eigener
Sache zu führen.“
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Hank 01:14:50 | Mittwoch, 19. November 2008