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Herzensanliegen + Immerhin + Ungültiger Volkswille? + Treulose Juden + Die Wahrheit gepachtet
Herzensanliegen

Vatikan. Klöster sind spirituelle Oasen. Das erklärte Papst Benedikt XVI. in einer gestrigen Ansprache vor den Mitgliedern der ‘Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens’. Der Heilige Vater sagte, daß ihm das Mönchtum besonders am Herzen liege. Wer in einer Kloster eintrete, wolle lernen, „in ruhiger und dauerhafter Brudergemeinschaft zum echten Schüler Jesu zu werden.“

Immerhin

Mexiko. Die mexikanische Bischofskonferenz hat bereits seit Ostern dieses Jahres die Konsekrationsformel im Neuen Ritus an drei Stellen geändert. Die bisherige Formulierung „Tomad y comed todos de el esto es mi Cuerpo“ heißt neu: „Tomen y comen todos de el etc.“. Die bisherige Übersetzung „Tomad y bebed todos de el [etc.] que será derramado para vosotros y para todos“ heißt neu: „Tomen y beban todos de el [etc.] que será derramado para ustedes y para muchos“. Diese neue Übersetzung korrigiert den „pro multis“ Fehler in der Kelchformel und schwächt das aktivisch übersetzte Nehmen ab zu einem in der kirchlichen Tradition verankerten eher passivisch verstandenen – früher im Deutschen mit „nehmet hin“ übersetzt.

Ungültiger Volkswille?

USA. Das Oberste Gericht in Kalifornien wird die vom Volk abgewählten Privilegien für Homo-Paarungen erneut verhandeln. Am 4. November stimmten 52 Prozent des Volkes für die Abschaffung der Homo-Privilegien. Mehrere Sodomisten legten gegen das Ergebnis Berufung ein. Nun wird das Gericht über den Volkswillen zu Gericht sitzen. Anhörungen sind für März geplant. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger rechnet damit, daß das Gericht die Volksabstimmung für ungültig erklärt.

Treulose Juden

Italien. Am 17. Januar, dem „Tag des Judentums“, wird der italienische Rabbinerverband keine gemeinsamen Projekte mehr mit der Kirche veranstalten. Der Präsident der Vereinigung, Guiseppe Laras, nannte als Vorwand die Karfreitagsbitte für die Juden im Alten Ritus. Der Rabbiner äußerte sich vor der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’. Die Zusammenarbeit werde ausgesetzt, bis der angebliche Konflikt bereinigt sei. Der Präfekt der Bischofskongregation, Giovanni Battista Kardinal Re, ist zuversichtlich, daß die italienischen Rabbiner ihre Entscheidung revidieren.

Die Wahrheit gepachtet

Deutschland. Multireligiöse Feiern bergen die Gefahr, daß der Unterschied zwischen den Religionen verschwimmt. Das erklärte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst von Limburg vor der ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’: „Das Verständnis Gottes ist nun einmal unterschiedlich.“ Der Bischof möchte „keine Religion abwerten“. Aber: „Wir wären keine katholischen Christen, wenn wir nicht meinten, daß die Fülle der Gotteserkenntnis in unserem Glauben aufleuchtet.“
      
12 Lesermeinungen
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#12   proetcontra   19:47:34 | Sonntag, 23. November 2008
clarissa colonia
schreibt:
das über den Volkswillen urteilt, als ein Volksgerichtshof, der ihn vollstreckt!
Ich frage mich, ob das Letzte ohne ersteres möglich ist… o.O
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#11   pneumat   20:11:38 | Samstag, 22. November 2008
Der Papst: „Klöster sind spirituelle Oasen“
Formal sind das richtige und aktuelle Worte. Doch es wird von Vatikan aus nichts gemacht, um das Klöster-Sterben anzuhalten. Das Klosterleben ist für Christentum wie ein Kraftwerk, das das Blut des Geistes und der Liebe über die Adern der Christenheit pumpt. Wenn Mönchtum stark und lebendig bleibt, dann auch so bleibt die Kirche bzw. ihre Glieder, und umgekehrt. Grade seit der „Säkularisation“ und der parallelen Vernichtung des Klosterlebens begann der rapide Niedergang des westlichen Christentums. Die meisten katholischen Klöster heute haben keinen Nachwuchs, leben eine lässige Form der Mönchsregel, noch schlimmer die „Oasen“ werden oft zu Unzucht-Oasen, daher kein Geist noch seine guten Früchte.
Anders in der Ostkirche. Die Mönchstradition blüht auf, viele jungen Akademiker und sogar Professoren besteigen den Engelsweg des Mönchtums. Hier bleibt die Hoffnung für die ganze heruntergekommene „zivilisierte“ Welt.
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#10   Seefeldt   17:57:58 | Freitag, 21. November 2008
Hinkender Vergleich
1)
Das deutsche Grundgesetz hat Grundrechte, die überhaupt nicht geändert werden können.
2)
Zwischen Gleichbehandlung und Wahlrecht ist zu unterscheiden.
Beim Wahlrecht sind keineswegs alle Deutschen gleich, da gibt es nämlich Altersgrenzen …
3)
In einer Republik steht es doch am ehesten dem Volk zu, die Verfassung zu ändern.
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#9   Jena-boy †   15:50:49 | Freitag, 21. November 2008
Naja, wie hätte sich es verhalten,
wenn in der Verfassung steht, dass alle Menschen vom Gesetzgeber gleichbehandelt werden müssen, und auf einmal ein Verfassungsreferendum stattfindet, was in die Verfassung schreibt, dass nur Männer wählen dürfen?
Das ist nicht rechtens, da erst dieser Gleichheitsgrundsatz aufgeboben werden müsste, bevor die Verfassung diesen Artikel bekäme.
So gaz Neutral und mit Logik gesagt.
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#8   Seefeldt   15:45:25 | Freitag, 21. November 2008
Nicht eben demokratisch
Besser ein Gericht, das über den Volkswillen urteilt, als ein Volksgerichtshof, der ihn vollstreckt!
Oh, wie „demokratisch“!
>:)
Nebenbei bemerkt: Der Volksgerichtshof vollstreckte nicht den Volkswillen, sondern den Willen der Machthaber. Der Name „Volksgerichtshof“ war Schwindel.
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#7   Job   14:42:50 | Freitag, 21. November 2008
@ Lorenz
Soweit ich mich erinnere, wird in Lateinamerika tatsächlich immer „Ustedes“ statt „Vosotros“ (2. Person Plural) verwandet. Nicht nur als Höflichkeitsform.
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#6   clarissa colonia   12:12:47 | Freitag, 21. November 2008
Besser ein Gericht,
das über den Volkswillen urteilt, als ein Volksgerichtshof, der ihn vollstreckt!
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#5   semperubique   11:16:10 | Freitag, 21. November 2008
@Lorenz
Die Übersetzung stimmt schon. In Lateinamerika gebraucht man die Höflichkeitsform tatsächlich sehr viel häufiger als in Spanien. Die Pluralformen der 2. Person (vosotros, -as) sind praktisch unbekannt.
So trägt die neue Übersetzung auch ein wenig zur Inkulturation bei. O:)
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#4   Wandregisel   11:08:19 | Freitag, 21. November 2008
Schöne Worte des Papstes
Besonders, dass er gegenüber den Orden in der Welt das Spirituelle des Mönchtums betont. :-)
Damit will ich nichts gegen die anderen, aktiven Kongregationen gesagt haben, aber manchmal bekomme ich das Gefühl, dass der Ursprüngliche Ansatz des Mönchtums gern vergessen wird.
Leider wurde der schönste Satz hier unter den Tisch fallen gelassen: Mögen die Klöster immer mehr Oasen des einfachen Lebens sein, wo man die Faszination der Vereinigung mit Christus spürt und wo die Gotteswahl eingebettet ist in ein konstantes Klima der Stille und Kontemplation.
@Pascal: Lesen sie doch einfach den kompletten Text, dann müssten sie nicht solche Fragen stellen.
Oh, und noch ein kurzer Nachtrag: Der Begriff „Nonnentum“ hat sich einfach nie so wirklich durchgesetzt, so dass „Mönchtum“ subsumierend verwendet wird. Aber niemand hindert sie daran die Kirchengeschichte korrekt zu gendern. ;-)
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#3   Lorenz   10:49:38 | Freitag, 21. November 2008
Übersetze ich falsch?
Warum heisst es in Mexiko jetzt „nehmen Sie und trinken Sie alle von Ihm der für Sie dahingegeben“.
Zurück zur alten Formulierung aber sprachlich wie unter Diplomaten?
Oder wird das in Lateiamerika anders verstanden als in Spanien?
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#2   Pascal123   09:29:37 | Freitag, 21. November 2008
Nonnen
Hat der Papst auch was zu den Nonnen gesagt.
Meist sind es doch gerade die Nonnen die in Krankenhäusern, Slums und Elendsviertel wahre Nächstenliebe verrrichten.
Liegen die dem Papst nicht am Herzen????
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#1   semperubique   08:55:30 | Freitag, 21. November 2008
Kleine Korrektur zu »Immerhin«
»Tomen y coman« heißt es natürlich.
o^/
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