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Freitag, 21. November 2008 10:54
Wie schön wäre es, wenn es in jeder Pfarrei eine Tanzgruppe gäbe
Nach eigenen Klagen leidet ihr Engagement leider oft unter der kritischen Einstellung konservativer Kirchenangestellter und Gottesdienstbesuchern.
Bärbel Berger tanzt für den 'Kölner Stadt-Anzeiger' im Altenburger Dom.
Bärbel Berger tanzt für den ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ im Altenburger Dom.
(kreuz.net) Bärbel Berger (70) praktiziert und unterrichtet meditativen Tanz.

„Getanzt habe ich immer schon gerne, aber mit 49 hatte ich endlich den Mut, eine Ausbildung zu machen“ – erinnerte sie sich kürzlich vor dem ‘Kölner Stadt-Anzeiger’.

Frau Berger stammt ursprünglich aus Schlesien. Sie ist verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern, und wohnt seit 1969 in Blecher – einem Ortsteil der Gemeinde Odenthal im Südwesten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Ihre Leidenschaft für „Sacred Dance“ war nach einem Kurs mit einer Ordensfrau geweckt worden.

Drei Jahre lang fuhr die gelernte Industriekauffrau und begeisterte Flötistin regelmäßig zu den Seminaren nach Hannover.

Ihre Abschlußarbeit schrieb sie zum Thema „Tanz im Gottesdienst“.

„Lange Zeit habe ich in der Kirche gelitten, weil alles nur über den Kopf läuft“- fährt sie vor der Zeitung fort: „Ich wollte mit Händen und Füßen beten und fühlte mich gefesselt.“

Als sie im Jahr 1987 vom Liturgieausschuß der Pfarrgemeinde Altenberg gebeten wurde, zu Fronleichnam mit einer Gruppe einen Gabentanz aufzuführen, konnte sie ihr Glück kaum fassen.

Seitdem ist sie mit verschiedenen Gruppen in Gotteshäusern aufgetreten. Sie hat Besuchern von Kirchen- und Katholikentagen Schrittfolgen beigebracht – sogar eine Tanzreise auf die griechische Insel Lesbos organisiert.

Als die Katholische Frauengemeinschaft der Stadt Köln in der dortigen Kathedrale ihr neunzigjähriges Bestehen feierte, tanzte Frau Berger mit 25 Gleichgesinnten um den Altar.

Bereits vor zehn Jahren tanzte sie beim Weltgebetstag spontan mit rund sechzig Frauen zum Altar.

Doch nach eigenen Klagen leidet ihr „Engagement leidet oft unter der kritischen Einstellung konservativer Kirchenangestellter und Gottesdienstbesuchern“:

„Wie schön wäre es, wenn es in jeder Pfarrei eine Tanzgruppe gäbe, die zu den verschiedenen liturgischen Anlässen im Gottesdienst auftritt, so daß in den Menschen auch etwas in Bewegung kommt.“

Schließlich finde der Mensch nirgends so „zu sich selber“ wie beim Tanz. Das liegt nach Angaben von Frau Berger vor allem an der Wiederholung der Schrittfolgen.

Ihre Tanzkurse führt sie zum Teil gemeinsam mit ihrem Mann Hubert Leo (75) durch, der sich mit Yoga und Chi-Gong beschäftigt.

Neben den angeblich klassischen Tänzen zu Ostern, Pfingsten, Erntedank oder Advent bringt sie auch mal die Finnische Messe oder die Misa Latina Americana in Bewegung.

Daneben beschäftigt sie sich auch mit orientalischem Bauchtanz oder japanischen Heilströmen.

Bei ihren Reisen besuchte sie beispielsweise ein spirituelles Zentrum in Brasilien oder lernte in Indien einen Pater kennen, der die Bibel tanzt.

Der nächste Workshop von Bärbel Berger findet dieses Wochenende im Geistlichen Zentrum der Schwestern vom guten Hirten in Bad Honnef statt.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 118 Lesermeinungen:
Mittwoch, 26. November 2008 16:29
Seefeldt: Russischer Kirchengesang
Kurz zum russischen Kirchengesang: Der ist meistens ein einfacher, aber wunderschöner mehrstimmiger Gesang eigener Prägung, der erheblich zur Schönheit russischer Gottesdienste beiträgt. Von „durchkomponiert“ möchte ich da kaum schreiben – viele Russen haben es einfach in sich, auf eine Melodie sofort mehrstimmig einzusetzen.

In Deutschland werden übrigens katholische Messen in byzantinischem Ritus gefeiert, mit Gesang in deutscher Sprache, musikalisch aber russischer Prägung.

Diese Seite gibt Zeit und Ort solcher
Gottesdienste im Raum Rhein-Main/Aschaffenburg
an.
Auch andernorts gibt es solche Gottesdienste -beispielsweise in Hannover und Würzburg- doch kenne ich die dortigen Termine nicht.

Meiner Meinung nach ist der russische Kirchengesang mindestens so schön wie der gregorianische Choral, beide aber viel schöner als der einstimmige Kirchengesang andernorts.
Einmal war ich in einer griechisch-orthodoxen Vesper und fand diese doch arg enttäuschend.
Dienstag, 25. November 2008 20:30
Kunstmaler: Herr Guttenberger
jetzt habe ich wieder was gelernt – nämlich über den Chor.

Nochmals Danke für die Zusatzinfo!
Dienstag, 25. November 2008 20:26
Jörg Guttenberger, Köln: Kunstmaler: liturgischer Tanz, Chor
Mit ihrem genannten Chorverständnis stehen Sie zwar voll in unserer derzeitigen westlichen Tradition. Ursprünglich – und in allen Ostkirchenn ist es noch heute so – ist der Chor bzw. die Schola unabdingbarer Bestandteil einer Liturgie (hl. Messe bzw.Stundengebet) Es gab und gibt dort ausschließlich die missa cantata!

Nach alter und dortiger Auffassung gehören Wort und Musik zusammen, wie die beiden Themen eines symphonischen Satzes: das Wort ist deutlicher, als die Musik, aber die Musik geht tiefer, als da Wort. Beide gemeinsam bilden also das Ganze.

Die durchkomponierten Liturgien sind allerdings eine westliche Erfindung und heute durch westlichen Einfluß auch im Rußland üblich. Ansonsten entspricht östliche Kirchenmusik unserem gregoranischen Choral, von Antiochien kommend unterschiedlich entwickelt. Lediglich die Kopten und Äthiopier haben eine eigene Musiktradition, jedoch ebenfalls einstimmig. Mehrstimmige Musik wird allgemein als weltlich abgelehnt.

Bei der genannten Andacht im Kölner Dom sind die Tänzer den Akathistos singend eingezogen.

Ich vermute, wir sind im Wesentlichen einer Meinung. Herzlichen Dank für den Austausch und Ihre positive Kritik meiner sonstigen Stellungnahmen.
Dienstag, 25. November 2008 17:21
Kunstmaler: Herr Guttenberger
Verzeihen Sie, dass ich erst jetzt antworte.

Beifallklatschen ist natürlich mit jeder Liturgie – sei es Eucharistiefeier, sei es Stundengebt – völig unvereinbar.

Darin sind wir uns also einig.

Chormusik: hier besteht natürlich ein Unterschied. Der Chor singt ja im Hintergrund, quasi zur Untermalung der feierlichen Stimmung. Wie schon erwähnt – Musiker bewundere ich sehr. Und es gibt doch nichts Schöneres als sakrale Musik!

Liturgischer Tanz: wie ich sehen kann, haben Sie ja auch schon negative Erfahrungen gemacht – deshalb können Sie mich ja verstehen.

Schade, dass ich den Tanz der erstgennanten Gruppe nicht gesehen habe – da ich Ihre Einträge im kreuz.net gelesen habe (die mir sehr gut gefallen haben!) und ich Ihren Geist nun erfassen kann, hätte mir diese Tanzgruppe sicher gefallen.

Selbdarstellung: da müssen Sie mich schon verstehen – wenn man in einer Narzissengesellschaft aufgewachsen ist, dann urteilt man vielleicht auch oft zu vorschnell – das sehe ich gerne ein.
Dennoch muss man immer zwischen Selbstdarstellung und Bescheidenheit unterscheiden können, vor allem, wenn es sich um eine Hl. Messe handelt.

Vielen Dank noch für die Diskussion.
Montag, 24. November 2008 23:30
Jörg Guttenberger, Köln: Kunstmaler: liturgischer Tanz
Wenn Sie liturgischen Tanz in der abendländischen Liturgie ablehnen, ist das natürlich in Ordnung. Schließlich stellt sich die Frage, inwieweit eine solche Praxis mit unserer Tradition vereinbar ist, ohne diese Frage damit in der einen oder anderen Richtung abschließend beantworten zu wollen.

Die Gruppe, die im Kölner Dom – mit angemessener Kleidung – getanzt hat, ist nicht irgendwie herumgehoppst, sondern hat einen würdigen Schreittanz aufgeführt. Der Vorwurf von Selbstgefälligkeit oder Selbstdarstellungsvermögen tut dieser Gruppe ganz sicher Unrecht. Der Hymnus Akathistos (als ausgezeichnete Schallplatte unter dem Titel „Das Geheimnis der Gottesmutter“ im Tabor-Verlag erschienen, und daher im Schallplattenhandel erhältlich) verträgt einfach kein Hoppsen. Die Gruppe hat im Übrigen die auf der genannten Schallplatte zu hörende deutsche Fassung gesungen.

Die andere erwähnte Gruppe hat schon wegen ihrer Sportkledung – für Männlein und Weiblein gleich – mein Mißfallen erregt. Von Würde war da nichts zu spüren. Zu alllem Überfluß ist die letztgenannte Gruppe auch noch im Rahmen eines ökumenischen Brückenweges in der Trinitatiskirche aufgetreten.

Interessiert hätte mich, wie Sie nach Erlebnis der erstgenannten Gruppe über liturgischen Tanz denken würden.

Beifallklatschen ist natürlich mit jeder Liturgie – sei es Eucharistiefeier, sei es Stundengebt – völig unvereinbar.
Montag, 24. November 2008 21:41
Kunstmaler: aber nicht doch, Hr.Spee
ebenfalls
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