Kinderabtreibung
Sind die Deutschen das Problem?
Die armen Schweizer sind es gewohnt, in der Kirche das große Maul zu führen. Doch den zahlreichen deutschen Pastoralreferenten in ihrem Land scheinen sie nicht gewachsen zu sein.
Aus besseren Schweizer Zeiten: Die barocke Jesuitenkirche in Luzern.
Aus besseren Schweizer Zeiten: Die barocke Jesuitenkirche in Luzern.
© Jessica G, CC
(kreuz.net) Die Schweiz ist nicht nur für deutsche Ärzte, Architekten und Ingenieure attraktiv. Auch deutsche Theologen – vor allem Pastoralreferenten – strömen ins Land.

Jetzt fühlen sich viele Gläubige und Kirchenangestellte überrannt. Das berichtete die ‘Basler Zeitung’ am 20. November.

Die Katholische Kirche beschäftigt in der Schweiz 1700 Priester. Davon sind nach einer Statistik aus dem Jahr 2005 rund 220 Ausländer.

Zudem arbeiteten zusätzlich 560 Pastoralassistenten – von der Zeitung als „theologische Laienpriester“ erklärt – in den Kirchen.

Im Klerus ist die Präsenz deutscher Priester nur gering. Im bevölkerungsreichen Kanton Zürich zum Beispiel sind von 71 Priestern nur fünf Deutsche.

Dagegen kommen bei den meist verheirateten und hochbezahlten Pastoralreferenten 54 von 92 aus Deutschland.

Ein Vertreter einer kirchlichen Personalombudsstelle im Kanton Zürich erklärt vor der Zeitung: „Viele deutsche Seelsorger arbeiten hier. Das führt gehäuft zu Konflikten“.

Mitarbeiter hätten sich in mehreren Fällen über deutsche Arroganz beklagt: „Sie fühlen sich wehrlos und schikaniert.“

Doch dabei handle es sich in erster Linie um ein Kommunikationsproblem, das man lösen könne.

Thomas Englberger vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen sekundiert: „Es löst bei den Schweizern Unbehagen aus, wenn die Seelsorge fest in deutscher Hand ist.“ Englberger ist selber Deutscher.

Er sieht den Grund in Mentalitätsunterschieden. In der Schweiz komme es nicht gut an, wenn ein Seelsorger meine, alle Entscheide allein treffen zu können: „Hier werden diese mit Pfarreiräten und Kirchenverwaltungen rückgesprochen.“

Englberger sieht den Kern der Konflikte zwischen den deutschen Pastoralreferenten und den Schweizer Gläubigen in einer unterschiedlich ausgeprägten Autoritätshörigkeit.

In Deutschland würde der Bischof die Seelsorger ohne Einbezug des Kirchenvolkes einstellen.

In der Schweiz sei das anders: „Hier werden die Seelsorger von den Kirchgemeinden angestellt.“

In Deutschland dürfe man es sich nicht mit dem Bistum verderben – in der Schweiz nicht mit den Gremien der Pfarrei.

Daß zukünftig weniger deutsche Pastoralreferenten in die Schweiz strömen, ist nach Angaben der Zeitung nicht zu erwarten.

Denn in der Schweiz gehen Leute unter 75 kaum mehr in die Kirche. Entsprechend gibt es auch keine jungen Menschen, die kirchliche Berufe ergreifen würden.
      
9 Lesermeinungen
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#10   Kilian   00:24:48 | Donnerstag, 27. November 2008
@derLeser
schämt man sich nicht schon heute dafür?
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#9   golfi   00:19:03 | Donnerstag, 27. November 2008
Wann werden unsere Bischöfe wach,
wann schaffen sie diesen Blödsinn, siehe „derLeser“, nun
endlich ab? Der kath. Glaube könnte dann wieder leichter
erblühen,aber man hat den den Eindruck das dieses, in die
heutige Weltanschauung, nicht
wünschenswert ist, ja unbequem.
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#8   derLeser   22:40:24 | Dienstag, 25. November 2008
„Pastoralreferenten“
„Pastoralassistenten“
„theologische Laienpriester“
„kirchlichen Personalombudsstelle“
„Pastoralsoziologischen Institut“ :-D
„Pfarreiräten und Kirchenverwaltungen“
in einigen Jährchen wir man sich für diese Begriffe und den dahinterstehenden Entartungen zutodeschämen
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#7   clarissa colonia   21:55:16 | Dienstag, 25. November 2008
Sie, mein Allerwertester,
habe ich ja auch nicht um die Blindenheilung gebeten, das stünde wohl kaum in Ihrer Macht; nur einen Hinweis erbat ich von Ihnen für den Weg meiner fortschreitenden Erkenntnis.
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#6   pneumat   21:39:24 | Dienstag, 25. November 2008
die Meinungsfreiheit
„dann unterrichten Sie uns doch mal ganz ungeniert, was man hier nicht sagen darf „ – die Blinden kann nur Christus heilen.
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#5   clarissa colonia   20:36:28 | Dienstag, 25. November 2008
Na, werte Pneumatik,
dann unterrichten Sie uns doch mal ganz ungeniert, was man hier nicht sagen darf und was dieses phänomenale Forum so trefflich auszugleichen imstande ist?
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#4   Kunstmaler †   20:25:59 | Dienstag, 25. November 2008
lala – das kommt immer
darauf an mit wem O:) oder :-! man sich unterhält.
Es ist immer der Einzelne auf den es ankommt bei einer Unterhaltung und wenn Sie diesen finden, dann werden Sie auch Respekt und Achtung finden. :-]
ebenfalls Danke für kreuz.net :(3
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#3   pneumat   20:19:55 | Dienstag, 25. November 2008
Dank für das Kreuz.net
In Deutschland gibt es keine wahre Meinungsfreiheit. Das kreuz.net gleicht diesen Mangel einigermaßen gut aus.
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#2   Lutheraner   20:13:45 | Dienstag, 25. November 2008
@ lala
kreuz.net ist ein ungnädiges Lager. Entweder, ihr Wille wird gebrochen, dann werden Sie in der Gemeinheit versinken, oder Sie werden sich finden und lernen dann viel über die Menschen.
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