18:09:37 | Dienstag, 25. November 2008
Die armen Schweizer sind es gewohnt, in der Kirche das große Maul zu führen. Doch den zahlreichen deutschen Pastoralreferenten in ihrem Land scheinen sie nicht gewachsen zu sein.

Aus besseren Schweizer Zeiten: Die barocke Jesuitenkirche in Luzern.
© Jessica G, CC(kreuz.net) Die Schweiz ist nicht nur für deutsche Ärzte, Architekten und Ingenieure attraktiv. Auch
deutsche Theologen – vor allem Pastoralreferenten – strömen ins Land.
Jetzt fühlen sich viele Gläubige
und Kirchenangestellte überrannt. Das berichtete die ‘Basler Zeitung’ am 20. November.
Die Katholische
Kirche beschäftigt in der Schweiz 1700 Priester. Davon sind nach einer Statistik aus dem Jahr 2005 rund
220 Ausländer.
Zudem arbeiteten zusätzlich 560 Pastoralassistenten – von der Zeitung als „theologische
Laienpriester“ erklärt – in den Kirchen.
Im Klerus ist die Präsenz deutscher Priester nur gering. Im
bevölkerungsreichen Kanton Zürich zum Beispiel sind von 71 Priestern nur fünf Deutsche.
Dagegen kommen
bei den meist verheirateten und hochbezahlten Pastoralreferenten 54 von 92 aus Deutschland.
Ein Vertreter
einer kirchlichen Personalombudsstelle im Kanton Zürich erklärt vor der Zeitung: „Viele deutsche Seelsorger
arbeiten hier. Das führt gehäuft zu Konflikten“.
Mitarbeiter hätten sich in mehreren Fällen über
deutsche Arroganz beklagt: „Sie fühlen sich wehrlos und schikaniert.“
Doch dabei handle es sich in erster
Linie um ein Kommunikationsproblem, das man lösen könne.
Thomas Englberger vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen
Institut in St. Gallen sekundiert: „Es löst bei den Schweizern Unbehagen aus, wenn die Seelsorge fest
in deutscher Hand ist.“ Englberger ist selber Deutscher.
Er sieht den Grund in Mentalitätsunterschieden.
In der Schweiz komme es nicht gut an, wenn ein Seelsorger meine, alle Entscheide allein treffen zu können:
„Hier werden diese mit Pfarreiräten und Kirchenverwaltungen rückgesprochen.“
Englberger sieht den Kern
der Konflikte zwischen den deutschen Pastoralreferenten und den Schweizer Gläubigen in einer unterschiedlich
ausgeprägten Autoritätshörigkeit.
In Deutschland würde der Bischof die Seelsorger ohne Einbezug des
Kirchenvolkes einstellen.
In der Schweiz sei das anders: „Hier werden die Seelsorger von den Kirchgemeinden
angestellt.“
In Deutschland dürfe man es sich nicht mit dem Bistum verderben – in der Schweiz nicht
mit den Gremien der Pfarrei.
Daß zukünftig weniger deutsche Pastoralreferenten in die Schweiz strömen,
ist nach Angaben der Zeitung nicht zu erwarten.
Denn in der Schweiz gehen Leute unter 75 kaum mehr in
die Kirche. Entsprechend gibt es auch keine jungen Menschen, die kirchliche Berufe ergreifen würden.
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#10
Kilian 00:24:48 | Donnerstag, 27. November 2008
#9
golfi 00:19:03 | Donnerstag, 27. November 2008
#8
derLeser 22:40:24 | Dienstag, 25. November 2008
#7
clarissa colonia 21:55:16 | Dienstag, 25. November 2008
#6
pneumat 21:39:24 | Dienstag, 25. November 2008
#5
clarissa colonia 20:36:28 | Dienstag, 25. November 2008
#4
Kunstmaler † 20:25:59 | Dienstag, 25. November 2008
#3
pneumat 20:19:55 | Dienstag, 25. November 2008
#2
Lutheraner 20:13:45 | Dienstag, 25. November 2008