Gentechnik
Britische Halbrumänen
Die EU will die industrielle Verwendung von Kinderzellen nicht unterstützen. Statt dessen soll die Forschung mit Blut aus der Nabelschnur gefördert werden. Gerüchte zum Handel mit Eizellen aus Rumänien werden geprüft: In Großbritannien sind bereits 1000 importierte Halbrumänen geboren.
(kreuz.net, Straßburg) Am Donnerstag stimmte das EU-Parlament gegen eine finanzielle Unterstützung von Experimenten mit Kleinstkindern. Mit einer Mehrheit von 307 zu 199 Stimmen wurde entschieden, die industrielle Erzeugung und Tötung von Kindern in den ersten Lebenstagen nicht zu fördern.

Die Resolution verweist auf die Verantwortung der einzelnen Staaten: Die EU-Staaten, in denen Experimente mit Kinderzellen erlaubt sind, sollen diese aus dem nationalen Haushalt finanzieren. Die EU wolle dagegen ethisch unbedenkliche Projekte, wie die Forschung mit Stammzellen unterstützen, die von erwachsenen Menschen oder aus dem Nabelschnurblut gewonnen werden.

Der Vorsitzende der „Arbeitsgruppe Bioethik“ und Europaabgeordnete der deutschen Christdemokraten, Dr. Peter Liese, meinte zum Entschluß: „Dieses Votum ist ein deutliches Signal an die Europäische Kommission, die am 6. April ihren Vorschlag für das nächste Forschungsrahmenprogramm vorlegen soll. Leider hat das Parlament in der letzten Legislaturperiode nicht die Kraft gehabt, verbrauchende Embryonenforschung und embryonale Stammzellforschung von der europäischen Forschungsförderung auszuschließen.“

Jetzt, so Liese, sei die Position klar: „Wir müssen uns auf die Alternativen konzentrieren, die nicht nur ethisch vertretbarer sind, sondern auch in der Praxis schon zu Erfolgen bei Patienten geführt haben.“

Am Donnerstag betonten die Europaabgeordneten auch das Verbot des Handels mit menschlichen Eizellen.

An Großbritannien und Rumänien ging der Appell, sich zu Presseberichten zu äußern, nach denen rumänische Frauen als Eizellenlieferanten für kinderlose Briten Verwendung finden. Englische Unternehmen hätten den Rumäninnen für gespendete Eizellen bis zu 1.400 Euro angeboten.

Schon letzten Dezember meldete der ‘Britische Rundfunk’, daß Samenzellen britischer Männer nach Rumänien verfrachtet und damit Eizellen örtlicher Spenderinnen befruchtet worden seien. Die Kinder seien anschließend nach Großbritannien transportiert und den zukünftigen britischen Müttern eingepflanzt worden.

Die Londoner Regierung bestätigte, daß die Verfrachtungen genehmigt worden seien. Von einer Bezahlung wisse man nichts. Nachdem die Spenderinnen ihre Eizellen angeblich unentgeltlich verschenkt hätten, sei nicht gegen EU-Richtlinien verstoßen worden.

Die rumänische EU-Vertretung erklärte, daß eine Klinik in Bukarest Eizellen illegal gesammelt und befruchtet habe. Es seien diesbezüglich bereits Ermittlungen im Gang.

Insgesamt sprechen die Presseberichte von 1000 britischen Babys mit rumänischen Muttergenen. Da die Kindererzeugung im Reagenzglas häufig scheitert, liegt die Zahl der tatsächlich auf diesem Weg produzierten Kinder im Dunkeln.
      
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