Blasphemie
Der gekreuzigte Christus als Sockenhändler
Eine blasphemische Werbeaktion eines französischen Modehauses erhitzt derzeit die katholischen Gemüter Frankreichs. Ein Fotograph hat Christus und seine bärtigen Jünger ausgewechselt. Womit wohl?
kreuz.net, Paris) Die Katholische Kirche in Frankreich hat am Donnerstag eine gerichtliche Verfügung beantragt, um eine blasphemische Werbung zu verbieten. Die Werbung basiert auf der berühmten Darstellung des Letzten Abendmahles des italienischen Meisters Leonardo da Vinci.

Eine Parodie des Gemäldes soll als Werbeträger für das französische Modehaus „Marithe et Francois Girbaud“ herhalten. Sie zeigt anstelle von Christus und den Aposteln anziehende weibliche Fotomodelle in Designerkleidung. Eine der Ersatzapostelinnen hält in ihrem Arm einen für einen öffentlichen Auftritt ungenügend bekleideten Herrn in Jeans.

Der Rechtsvertreter der katholischen Kirche, Thierry Massis, erklärt vor der Presse: „Wenn man die Fundamente einer Religion trivialisiert und das Heilige angreift, dann ist das eine unerträgliche Gewaltausübung.“ Diese stelle eine große Gefahr für die heranwachsende Generation dar: „Morgen“ – so der Rechtsvertreter – „wird Christus am Kreuz Socken verkaufen“.

Die Gegner des Verbotes der Werbekampagne bezeichneten die Maßnahme als „Zensur“. Die Werbung basiere auf einem Bild und nicht auf der Bibel. Es gebe auf der Darstellung nichts, was die katholische Religion angreife. Die Absicht des Photos sei lediglich, den Platz von Frauen in der modernen Gesellschaft zu zeigen. Es handle sich um eine Reflektion über sich ändernde Wertvorstellungen.

Bereits 1998 wurde das berühmte Bild von Leonardo da Vincis – zum Ärgernis der Kirche – für die Werbung mißbraucht. Damals warb der deutsche Autohersteller „Volkswagen“ mit dem Spruch: „Freut euch, es ist ein neuer Golf geboren.“
      
1 Lesermeinung
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#1   Sulpicius   11:56:34 | Freitag, 11. März 2005
Meiner Erinnerung nach…
… gab es das gleiche schon mal in Deutschland in den achtziger Jahren, wo die Darstellung noch weit ordinärer war. Der Werbe“gag“ ist also auch noch bloß abgekupfert…
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