In einer Pressemitteilung informierten die österreichischen Bischöfe über ihre Frühjahrsvollversammlung. Sieben Themenbereiche sollen es gewesen sein und viel Schwelgen in Allgemeinplätzen.
(kreuz.net) Die Bischöfe berieten zuerst über die Zweidrittelmehrheit, die im österreichischen Parlament
für die Beschließung neuer Schulgesetze notwendig ist. Sie sprachen sich nicht generell gegen deren
Abschaffung aus, möchten aber Eckpunkte des österreichischen Schulwesens in die Verfassung geschrieben
sehen.
Nach dem Ansinnen der Bischöfe sollten dort mindestens ein eventuell modernisierter Zielparagraph
des Schulorganisationsgesetzes sowie der konfessionelle Religionsunterricht als Pflichtgegenstand und
der Bestand des konfessionellen Schulwesens festgeschrieben sein.
In Sachen Liturgie bekannten die Bischöfe,
daß es in Österreich vielerorts eigenmächtige Veränderungen gebe, die den ohnedies sehr weiten vorgeschriebenen
liturgischen Rahmen durchbrächen: „Solche Überschreitungen gefährden über kurz oder lang die Einheit
und den Frieden in der Kirche und dies gerade bei jener heiligen Feier, die eine der Hauptquellen für
Einheit und Frieden sein soll.“
Die Bischöfe bekräftigten einige Gemeinplätze zur Zelebration der
Messe: Ohne Priester gebe es keine gültige Eucharistiefeier. Die Verkündigung des Meßevangeliums sei
dem Priester oder Diakon vorbehalten. Das eucharistische Hochgebet werde von den zelebrierenden Priestern
gesprochen. Die liturgische Gemeinde bekräftige es durch Akklamationen und das abschließende Amen.
Der Empfang der Heiligen Kommunion bedürfe der Ehrfurcht, die ausdrücke, daß Christus in den Gestalten
von Brot und Wein wirklich gegenwärtig sei. Niemand solle unvorbereitet zum Altar hinzutreten. Die reuevolle
Abkehr von Sünden und das Bußsakrament als Befreiung von schwerer Sünde seien eine Voraussetzung für
einen fruchtbaren Empfang der Kommunion. Der Empfang der Kommunion sei ebenso in die Hand wie in den Mund
möglich.
An den staatlichen österreichischen Jubiläen des Jahres 2005 werde sich die Kirche durch
Gedenkmessen und Festgottesdienste sowie andere Veranstaltungen beteiligen.
Österreich gedenkt heuer
des 60. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs. Sieben schwierige Jahre später erstand die Zweite
Republik. Vor 50 Jahren wurde der Staatsvertrag unterzeichnet, durch den das Land seine Freiheit und Souveränität
erlangte. Vor zehn Jahren trat Österreich schließlich der EU bei.
In der Frage der internationalen
Entwicklungszusammenarbeit begrüßen die Bischöfe Initiativen, die sich um das Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele
der UNO bemühen.
Die Bischöfe laden ferner die Jugendlichen des Landes zum 20. Weltjugendtag nach Köln
ein. Der zuständige Weihbischof von Graz, Mons. Franz Lackner, stellte das Programm des Weltjugendtags
vor und betonte, daß Köln ein tiefes spirituelles Erlebnis werde: „Im Miteinander von jungen Leuten
aus aller Welt wird Kirche als Gemeinschaft der an Christus Glaubenden sichtbar.“
Ein Jahr nach der „Wallfahrt
der Völker“ in Mariazell werden diesen Mai im bosnischen Kupres die acht Glocken geweiht, die zum ersten
Mal bei der „Wallfahrt der Völker“ in Mariazell erklangen. Sie sollen zukünftig der dortigen wiederaufgebauten
Kirche der Heiligen Familie dienen. Die acht Glocken symbolisieren die acht Teilnehmerländer des Mitteleuropäischen
Katholikentags und stellen ein Geschenk der katholischen Kirche Österreichs an die bosnischen Katholiken
dar. Christoph Kardinal Schönborn wird samt einer Delegation der Österreichischen Bischofskonferenz
nach Kupres reisen.
Für die Österreichische Bischofskonferenz ist 2006/07 die Vertiefung der Kontakte
zur katholischen Kirche in Ungarn eine Priorität.
Im letzten Punkt ihrer Beratungen sorgten sich die
Bischöfe um das Heilige Land. Die dortigen Christen hätten nur dann eine Überlebenschance, wenn der
Frieden einkehre. Es dürfe nicht geschehen, daß im Geburtsland der Kirche nur mehr die Steine von Christus
reden würden, während die „lebendigen Steine“ der christlichen Gemeinden immer mehr an den Rand gedrängt
würden.
Die Bischöfe ermutigten zu vermehrten Pilgerreisen an die Heiligen Stätten.
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