Kirchlicher Niedergang
Das Gegenteil ist der Fall
In Großbritannien verwerfen die Leute nicht die Kirchen, sondern das zahn- und ziellose Agieren einer halbherzigen Geistlichkeit, die mit ihren Gott-liebt-mich-sowieso-Sprüchen den Glauben ausverkauft und Probleme mit dem Rückgrat hat.
(kreuz.net, London) Ein ökumenisches Meinungsforschungsinstitut befragte im vergangenen Jahr 14.000 Briten nach den Gründen für den sinkenden Kirchenbesuch im Land. Die Forscher erwarteten die üblichen Stellungnahmen: daß die christliche Morallehre dem modernen Menschen nicht mehr entspräche oder Werte wie Religion generell zum alten Eisen gelegt würden. Doch, sie wurden überrascht: Das Gegenteil war der Fall.

Der überwiegende Anteil der Befragten rief die Kirchen auf „die moralischen Werte mit Nachdruck, Mut und Überzeugung zu verteidigen“. Die christlichen Vertreter sollten aufhören angesichts des moralischen und gesellschaftlichen Zusammenbruchs zu schweigen oder sich auf halbherzige Leerformeln zu beschränken.

„Die Befragten sprachen wie mit einer Stimme. Das ist ein deutliches Zeichen, daß sich die breite Masse in Großbritannien und Irland in moralischen Belangen mißverstanden und nicht vertreten fühlt“, erklärten die Präsentatoren der Umfrage.

Die Menschen seien entsetzt, daß die moralischen Werte und die Schätze des Glaubens innerhalb und außerhalb ihrer Kirchen auf den Kopf gestellt würden. Sie würden erwarten, daß die Kirchen in diesen Belangen eine tragende Rolle übernehmen und kämpfen.

Die Umfrage stellte einfache Fragen, die so formuliert waren, daß plakative Ja/Nein Antworten nicht möglich waren. Das Ergebnis zeigt, daß in der Bevölkerung Frustration und Zorn über die Kirchen in Irland und Großbritannien herrscht.

Häufig hörten die Organisatoren der Umfrage Äußerungen wie: „Warum wurde eine solche Umfrage nicht früher gemacht. Wir haben auch etwas zu sagen.“ „Warum sollen wir in eine Kirche gehen, die nichts anderes verkündet als die Welt?“ „Man getraut sich nicht mehr, seinen Glauben zu bekennen. Warum machen uns die Religionsvertreter durch ihr Beispiel keinen Mut?“

Spektakuläre 91 Prozent der Befragten glauben, daß der Verfall der traditionellen Moral und der christlichen Lehre die Ursache für das Ausbluten der britischen Pfarreien ist. Das Fehlen einer Apologetik, das heißt, einer erklärenden Verteidigung des christlichen Glaubens, wird als ein Hauptgrund für den Zusammenbruch gesehen.

„Es ist ein moderner Mythos,“, schrieb ein Befragter, „daß die Leute dieses Landes das Christentum verworfen haben. Sie wurden schlichtweg zuwenig darin unterrichtet, um es annehmen oder ablehnen zu können.“

Tausende von Befragten beklagten das Versäumnis der Kirchen, die Heiligkeit Gottes und die moralische Bekehrung zu verkündigen. Die Kirchen beschränkten sich heute darauf, eine billige Vergebung à la ‘Gott liebt mich sowieso’ – zu verbreiten: „Es scheint keine Verpflichtung mehr zu geben, am kirchlichen Leben teilzunehmen oder ein sittliches Leben zu führen.“

Die überwältigende Mehrheit der Antworten sprach sich strikte gegen die Weihe von Homosexuellen aus. Die Kirchen seien durch die Akzeptanz homosexueller Kleriker für den Zuwachs der Pädophilieskandale verantwortlich.

Gegenwärtig befindet sich die Führung der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft wegen der Frage der Homosexualität in einer schweren Krise.

In der Umfrage kamen auch mehrere Kleriker zu Wort, die sich als nicht praktizierende Homosexuelle bekannten. Sie äußerten die Auffassung, daß die kirchlichen Unterstützungen der ausgelebten Homosexualität es ihnen zusätzlich schwer mache, die Keuschheit zu leben:

„Wenn ganze Teile der Kirche plötzlich behaupten, daß mein Kampf, keusch zu bleiben, umsonst war, und daß es völlig in Ordnung gewesen wäre, der Versuchung nachzugeben, wird mein persönliches Kreuz geleugnet und mein Glaubenszeugnis für Christus verspottet.“

2000 Umfragebögen sprachen sich für eine Rückkehr zu traditionellen Formen der Liturgie aus. Die Befragten kritisierten besonders Jugendmessen mit Konzertcharakter. Diese Art der Evangelisation habe keine Früchte getragen und treue Kirchengänger vertrieben ohne neue dazuzugewinnen.

Mehr als 450 Befragte erklärten, daß sie regelmäßig weite Strecken zurücklegten, um einer traditionellen Meßzelebration beizuwohnen. In 1500 Fällen wurden Klagen über die moderne Liturgie geäußert, die „mehr an die Unterhaltungsindustrie erinnert, als an Anbetung“.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Gotthard   23:45:28 | Sonntag, 1. Januar 2006
Fegefeuer
Regelmäßig wurden die Lesungen der Evangelien entweder relativierend aufgeweicht oder sogar in ihr totales Gegenteil verkehrt,. Das Wort Fegefeuer habe ich dort nie gehört.
Konntest Du auch bei strikt evangeliumsmäßigen Predigten nicht hören.
Das Fegefeuer ist keine biblische Erkenntnis …
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#8   Rituale Romanum   23:29:16 | Sonntag, 1. Januar 2006
Jesus hat uns alle lieb
Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Genauso ist es. Die ewigen Jesus-hat-uns-alle-lieb-Predigten, Fürbitten für die Opfer des Antisemitismus und für mehr Weisheit für die Bundesregierung, auch das dämliche Händeschütteln wie im Kindergarten haben mir den Kirchgang so gründlich verdorben, daß ich heute nur mehr die Messen der Pius-Bruderschaft besuche. Die Predigten der Jesuiten wurden mir mit der Zeit zur unerträglichen Zumutung. Regelmäßig wurden die Lesungen der Evangelien entweder relativierend aufgeweicht oder sogar in ihr totales Gegenteil verkehrt, denn … Jesus hat uns alle lieb. Das Wort Fegefeuer habe ich dort nie gehört. Klar, wenn Jesus uns so lieb hat, wird er uns doch nicht an einen so schrecklichen Ort verbannen. Überhaupt … Jesus ist doch auch der Kumpel von nebenan, denn „Gott ist einer von uns“ wie Kardinal Lehmann in seiner Silvesterpredigt verkündigte.
Dürfen sie alles predigen, ist in Ordnung, denn ich höre mir diesen Müll einfach nicht mehr an.
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#7   spectator †   10:32:52 | Donnerstag, 17. März 2005
@ GerdEric
Jeder tut es so
wie er kann…
mancher kann eben nicht.
du sagst es. so wie du lügen, das muß man können, du dreckiges Lügenmaul
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#6   GerdEric   09:33:18 | Donnerstag, 17. März 2005
Athanasius
Deine Kritik an ihnen ist ungerecht
wenns dir nicht passt, dann lese sie nicht.
wie blöd bist du eigentlich?
Tja,
das ist doch eine nette Frage,
die man da ehrlich an den Kopf geschleudert bekommt…
xxx, benimm Dich.
Jeder tut es so,
wie er kann…
mancher kann eben nicht.
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#5   spectator †   09:21:32 | Donnerstag, 17. März 2005
@ Athanasius
Die Aussagen dieser Kleriker sind berechtigt.
Blödsin.
Deine Kritik an ihnen ist ungerecht
wenns dir nicht passt, dann lese sie nicht.
An ihrer Homosexuellen Orientierung sind diese Kleriker nicht Schuld!
wie blöd bist du eigentlich?
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#4   Athanasius   01:34:13 | Mittwoch, 16. März 2005
Spectator, benimm Dich.
Die Aussagen dieser Kleriker sind berechtigt. Deine Kritik an ihnen ist ungerecht. Keuschheit ist ein kleines Kreuzchen, aber manchmal sehr schwierig, vor allem weil die Homosexuelle Orientierung eine Focus auf Sexualität in der Psyche mit sich mitbringt. An ihrer Homosexuellen Orientierung sind diese Kleriker nicht Schuld!
================
Schönes Artikel, Redaktion.
In England ist die traditionalistisch Röm-Kath. Bewegung deshalb auch sehr gross.
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#3   spectator †   19:30:45 | Dienstag, 15. März 2005
@ Schwulenpack und Berufung
In der Umfrage kamen auch mehrere Kleriker zu Wort, die sich als nicht praktizierende Homosexuelle bekannten. Sie äußerten die Auffassung, daß die kirchlichen Unterstützungen der ausgelebten Homosexualität es ihnen zusätzlich schwer mache, die Keuschheit zu leben:
„Wenn ganze Teile der Kirche plötzlich behaupten, daß mein Kampf, keusch zu bleiben, umsonst war, und daß es völlig in Ordnung gewesen wäre, der Versuchung nachzugeben, wird mein persönliches Kreuz geleugnet und mein Glaubenszeugnis für Christus verspottet.“
man muß lange im Netz suchen, um so einen dämlichen Quatsch lesen zu könen. Offensichtlich sind die Reste des Verstandes bei den dämlichen Schwulen runter zwischen die Beine gerutscht. Seit wann ist den das „keusch zu bleiben“ ein Kreuz???
Wenn sich noch die Kirche mit diesem Idiotenpack auf eine Diskussion einlässt, dann ist sie sich selber schuld, wenn für sie das Tor zum Himmel eines Tages geschlossen wird.
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#2   Yersinia   18:33:45 | Dienstag, 15. März 2005
eine Aussage wird nicht deshalb glaub-würdiger
weil sie lauter ausgesprochen wird; wer „Höllenpredigten“ zu brauchen vermeint, soll sich bedienen, aber vielmehr zu schaffen macht der „Moralpredigt“ heute zum einen die gewachsene Bildung und Mündigkeit der Menschen, zum anderen der ganz offensichtliche Riß zwischen Lebenserfahrung und kirchlicher Verkündigung. In den 50er Jahren predigte Pater Leppich auch: „Der Same des Mannes gehört in den Bauch der Frau, nicht auf den Bauch der Frau!“ – warum sah er es wohl für nötig an, solche Predigten zu halten? Und immerhin ist jede nächstfolgende Generation die Frucht der vorhergehenden – also muß da schon lange ein Wandel in den Hirnen und Herzen gewesen sein, bevor dieser offiziell thematisiert wurde.
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#1   mrnka   14:28:11 | Dienstag, 15. März 2005
Hirten
Die Kirche in Deutschland hat auch kein Profil. Die Bischöfe sind Opportunisten und Leisetreter.
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