14:00:12 | Dienstag, 15. März 2005
In Großbritannien verwerfen die Leute nicht die Kirchen, sondern das zahn- und ziellose Agieren einer halbherzigen Geistlichkeit, die mit ihren Gott-liebt-mich-sowieso-Sprüchen den Glauben ausverkauft und Probleme mit dem Rückgrat hat.
(kreuz.net, London) Ein ökumenisches Meinungsforschungsinstitut befragte im vergangenen Jahr 14.000 Briten
nach den Gründen für den sinkenden Kirchenbesuch im Land. Die Forscher erwarteten die üblichen Stellungnahmen:
daß die christliche Morallehre dem modernen Menschen nicht mehr entspräche oder Werte wie Religion generell
zum alten Eisen gelegt würden. Doch, sie wurden überrascht: Das Gegenteil war der Fall.
Der überwiegende
Anteil der Befragten rief die Kirchen auf „die moralischen Werte mit Nachdruck, Mut und Überzeugung zu
verteidigen“. Die christlichen Vertreter sollten aufhören angesichts des moralischen und gesellschaftlichen
Zusammenbruchs zu schweigen oder sich auf halbherzige Leerformeln zu beschränken.
„Die Befragten sprachen
wie mit einer Stimme. Das ist ein deutliches Zeichen, daß sich die breite Masse in Großbritannien und
Irland in moralischen Belangen mißverstanden und nicht vertreten fühlt“, erklärten die Präsentatoren
der Umfrage.
Die Menschen seien entsetzt, daß die moralischen Werte und die Schätze des Glaubens innerhalb
und außerhalb ihrer Kirchen auf den Kopf gestellt würden. Sie würden erwarten, daß die Kirchen in
diesen Belangen eine tragende Rolle übernehmen und kämpfen.
Die Umfrage stellte einfache Fragen, die
so formuliert waren, daß plakative Ja/Nein Antworten nicht möglich waren. Das Ergebnis zeigt, daß in
der Bevölkerung Frustration und Zorn über die Kirchen in Irland und Großbritannien herrscht.
Häufig
hörten die Organisatoren der Umfrage Äußerungen wie: „Warum wurde eine solche Umfrage nicht früher
gemacht. Wir haben auch etwas zu sagen.“ „Warum sollen wir in eine Kirche gehen, die nichts anderes verkündet
als die Welt?“ „Man getraut sich nicht mehr, seinen Glauben zu bekennen. Warum machen uns die Religionsvertreter
durch ihr Beispiel keinen Mut?“
Spektakuläre 91 Prozent der Befragten glauben, daß der Verfall der
traditionellen Moral und der christlichen Lehre die Ursache für das Ausbluten der britischen Pfarreien
ist. Das Fehlen einer Apologetik, das heißt, einer erklärenden Verteidigung des christlichen Glaubens,
wird als ein Hauptgrund für den Zusammenbruch gesehen.
„Es ist ein moderner Mythos,“, schrieb ein Befragter,
„daß die Leute dieses Landes das Christentum verworfen haben. Sie wurden schlichtweg zuwenig darin unterrichtet,
um es annehmen oder ablehnen zu können.“
Tausende von Befragten beklagten das Versäumnis der Kirchen,
die Heiligkeit Gottes und die moralische Bekehrung zu verkündigen. Die Kirchen beschränkten sich heute
darauf, eine billige Vergebung à la ‘Gott liebt mich sowieso’ – zu verbreiten: „Es scheint keine Verpflichtung
mehr zu geben, am kirchlichen Leben teilzunehmen oder ein sittliches Leben zu führen.“
Die überwältigende
Mehrheit der Antworten sprach sich strikte gegen die Weihe von Homosexuellen aus. Die Kirchen seien durch
die Akzeptanz homosexueller Kleriker für den Zuwachs der Pädophilieskandale verantwortlich.
Gegenwärtig
befindet sich die Führung der weltweiten
anglikanischen Gemeinschaft wegen der Frage der Homosexualität
in einer schweren Krise.
In der Umfrage kamen auch mehrere Kleriker zu Wort, die sich als nicht praktizierende
Homosexuelle bekannten. Sie äußerten die Auffassung, daß die kirchlichen Unterstützungen der ausgelebten
Homosexualität es ihnen zusätzlich schwer mache, die Keuschheit zu leben:
„Wenn ganze Teile der Kirche
plötzlich behaupten, daß mein Kampf, keusch zu bleiben, umsonst war, und daß es völlig in Ordnung
gewesen wäre, der Versuchung nachzugeben, wird mein persönliches Kreuz geleugnet und mein Glaubenszeugnis
für Christus verspottet.“
2000 Umfragebögen sprachen sich für eine Rückkehr zu traditionellen Formen
der Liturgie aus. Die Befragten kritisierten besonders Jugendmessen mit Konzertcharakter. Diese Art der
Evangelisation habe keine Früchte getragen und treue Kirchengänger vertrieben ohne neue dazuzugewinnen.
Mehr als 450 Befragte erklärten, daß sie regelmäßig weite Strecken zurücklegten, um einer traditionellen
Meßzelebration beizuwohnen. In 1500 Fällen wurden Klagen über die moderne Liturgie geäußert, die
„mehr an die Unterhaltungsindustrie erinnert, als an Anbetung“.
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Gotthard 23:45:28 | Sonntag, 1. Januar 2006
#6
GerdEric 09:33:18 | Donnerstag, 17. März 2005
#4
Athanasius 01:34:13 | Mittwoch, 16. März 2005
#2
Yersinia 18:33:45 | Dienstag, 15. März 2005
#1
mrnka 14:28:11 | Dienstag, 15. März 2005