08:55:38 | Samstag, 12. März 2005
„Va bene“ + Plakativer Sieg + 1 Million für Terris Leben + Antidiskriminierung? + Konzil und Klosterfrauen
„Va bene“Vatikan. Papst Johannes Paul II. ist am Freitag erstmals seit dem Luftröhrenschnitt wieder
in der Öffentlichkeit zu hören gewesen. Der Heilige Vater sprach in einer Heiligen Messe, die der vatikanische
Fernsehsender ‘CTV’ übertrug, den Segen. Die Messe zelebrierte Papst Johannes Paul II. in seinem Krankenzimmer
in der römischen Gemelli-Klinik zusammen mit Bischöfen aus Tansania. Am Ende des Gottesdienstes sagte
der tansanische Erzbischof Polycarp Kardinal Pengo (60) dem Papst in englischer Sprache: „Heiliger Vater,
ganz Tansania betet für Sie und ist Ihnen nahe“. „Va bene“ – „Es geht gut.“ – antwortete der Papst auf
Italienisch.
Plakativer SiegFrankreich. Die katholische Kirche in Frankreich erzielte
im Fall der blasphemischen
Abendmahlsdarstellung eine richterliche Verfügung zu ihren Gunsten. Das französische Modehaus „Marithe
et Francois Girbaud“ muß ihre umstrittenen Werbeplakate binnen drei Tagen entfernen lassen. Der Richter
urteilte, daß das Plakat ein gezielter und agressiver Akt gegen den innersten Glauben zahlreicher Menschen
sei. Das gleiche Plakat wurde bereits in der italienischen Modestadt Mailand verboten. Es zeigt zwölf
Frauen in Designerkleidern im Abendmahlsaal. Das Modehaus hat angekündigt, Berufung einzulegen.
1 Million
für Terri’s LebenUSA. Ein US-amerikanischer Großindustrieller hatte Michael Schiavo, dem entfremdeten
Ehegatten von Terri Schiavo geborene Schindler, 1 Million Dollar (750.000 Euro) angeboten, wenn er die
Vormundschaft, die er über seine im Wachkoma liegende Ehefrau ausübt, an ihre Eltern abtrete. Michael
Schiavo lehnte das Angebot am Freitag ab. Sein Anwalt erklärte, Schiavo habe bereits einmal ein 10 Millionen
Dollar Lösepreis für Terri ausgeschlagen. Terri liegt seit 1990 im Wachkoma. Sie wird über eine Magensonde
ernährt. Andere lebenserhaltende Maßnahmen braucht sie nicht. Ihr Ehemann kämpft seit Jahren gerichtlich
gegen ihre Eltern, weil er die Magensonde entfernen möchte, um Terri verhungern zu lassen. Es scheint,
daß er jetzt in seinen Plänen obsiegt hat. Am 18. März soll die lebensnotwendige Magensonde per Gerichtsbeschluß
entfernt werden.
Antidiskriminierung?Deutschland. Der Bundestag diskutierte erneut über einen Entwurf
zum Antidiskriminierungsgesetz. Die zivilrechtlichen Vorschriften gegen Benachteiligungen wegen ethnischer
Herkunft oder Rassenzugehörigkeit sollen in Zukunft auch für sexuelle Identität, Alter, Religion und
Weltanschauung gelten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, befürchtet
Einschränkungen für kirchliche Belange und Einrichtungen. Ein hauptberuflicher Organist solle eben Katholik
sein, da er sich in der katholischen Liturgie auskennen müsse, so Kardinal Lehmann gegenüber ‘Radio
Vatikan’.
Konzil und KlosterfrauenDeutschland. Dr. Schwester Aurelia Spendel, Priorin des Dominikanerinnenklosters
in Augsburg, gab am Donnerstag abend bei einem Vortrag in Hildesheim einige Zahlen aus den Ordenshäuern
bekannt. Mitte der 60er Jahre gab es rund 100.000 Ordensfrauen in Deutschland. Mittlerweile ist diese
Zahl auf etwa ein Viertel eingebrochen. Der Großteil der Klosterfrauen ist älter als 65 Jahre, viele
Schwestern pflegebedürftig. „ Schon im Jahre 2010 wird etwa ein Drittel der Ordensgemeinschaften ausgestorben
sein“, mutmaßt Priorin Aurelia. Sie ist knapp über 50 Jahre alt und die jüngste Schwester ihres Konventes.
Kirchliche Quellen unterstrichen und betonten, daß es selbstverständlich keinen Zusammenhang zwischen
dem Aussterben der Klosterfrauen und dem Zweiten Vatikanischen Konzil gebe.
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